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11. Nussdorflauf

[eingestellt am 29. November 2017]

By: Jochen Höschele

Fotos: Birgit Burrer

Schon beim Blick von oben auf die Steigung, die zu Beginn jeder Runde bewältigt werden muss, wird klar, dass der Lauf kein Zuckerschlecken ist. Beim Einlaufen, wie hier abgelichtet, kann diese noch in lockerem Tempo „besichtigt“ werden – das ändert sich dann nach dem Startschuss

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Vorneweg der Führungsradfahrer, dahinter das große Feld der etwa 400 Läufer und Läuferinnen des Panorama- und Einsteigerlaufes

Martin Diebold (1571), der Sieger des 10km-Panoramalaufes, übernimmt sofort das Kommando. Ulrich Königs (1299), der Zweiter wird, und der Lokalmatador Andreas Weis (in grün), folgen bereits mit etwas Sicherheitsabstand

Die Siegerin des Einsteigerlaufes, Svenja Groß, zeigt Stil und trägt die farblich passenden Handschuhe zum Oberteil. Begleitet wird sie von ihrem Tempomacher Christian Streib (TSV Ensingen)

Das große Feld erstürmt den Anstieg in der ersten Runde, Micha Loebert (1194) und Tobias Stuible (1316) laufen den Panomaralauf in 43er Zeiten und kommen unter die Top 40

Valentin Raab (1192; Flugsportverein Vaihingen / Enz) wird nach einer guten Dreiviertelstunde 44. des Panoramalaufes

18. des Einsteigerlaufes wird Justus Widmaier (1032) in 29:36 min

In der ersten halben Stunde des Einsteiger- und Hauptlaufes war die Sonne noch spielbestimmend

Walter Jooss hat sichtlich Spaß am Laufen

Gerhard Bracht lacht mit der Sonne um die Wette

Hannelore Wiedenmann konzentriert, Janina Gagsch (1019) musikalisch beflügelt

Siebter des Panoramalaufes: Simon Zimmer vom TSV Glems run2gether in 37:12 min (2. Platz M30)

Felix Sigmund vom Stromberg-Gymnasium Vaihingen belegt beim Einsteigerlauf nach 25:03 min Platz fünf (2. MJU16); Timo Engel (1320) wird Achter und Zweiter der M40 im Panoramalauf in 37:35 min

Martin Moroff (vorne), M45-Sieger des Panoramalaufes in 39:17 min und Max Quaas (JKG Leonberg), der in 42:31 min Zweiter der MJU20 wird

26:05 min und Platz neun im Einsteigerlauf für Wilhelm Wetzel

Julian Kristen kommt im Einsteigerlauf auf den zehnten Platz (3. MJU16) in 26:20 min

Katrin Ochs (LG Filder) ist nach 41:27 min als Zweite des Panoramalaufes im Ziel und gewinnt die W40

Noch ist alles trocken, doch im Hintergrund baut sich schon bedrohlich eine Wolkenwand auf, die nach einer guten halben Stunde Laufzeit für ergiebigen Regen sorgen wird

Hector Rubio im Endspurt; er wird Dritter des Panoramalaufes in 35:26 min

Auf Platz vier des Panoramalaufes kommt Jonas Koch (TSV Glems run2gether) in 35:42 min

Andreas Weis ist schnellster Nussdorfer und Gesamtsechster des Panoramalaufes in 36:17 min, außerdem gewinnt er die M40. Neben ihm die W40-Zweite Bettina van Fleet (VFB Eberdingen), die 54:41 min benötigt

3. M45 des Panoramalaufes: Stephan Schneider vom SV Birkenhard in 40:37 min

Die aufgestellten Fahnen mussten vor dem Wind in Sicherheit gebracht werden

Zieleinlauf bei Regen und stürmischem Wind, hier der M65-Sieger des Panoramalaufes, Günter Leitner (50:11 min)

Rekordflut und Regenfront

Nussdorf, den 25. November 2017 – Es dauerte ziemlich genau 35 Minuten nach dem Start des Haupt- und Einsteigerlaufes, ehe der Regen einsetzte. Gemäßigt zunächst, dann aber immer stärker werdend, dazu noch von heftigem Wind begleitet, setzte er all jenen zu, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht ihre zwei (beim Einsteigerlauf) oder drei Runden à 3,3 Kilometer zurückgelegt hatten.

Luisa Moroff und Martin Diebold, den beiden Siegern des Hauptlaufes, waren diese Wetterunbilden erspart geblieben. Moroff, bereits 2015 in Nussdorf siegreich, vermochte ihre Konkurrentinnen deutlich zu distanzieren und lief bereits auf Gesamtplatz acht in 37:14 min ein. Diebold, der aus dem benachbarten Aurich stammt und ebenfalls (2013) in den Siegerlisten des Nussdorflaufes zu finden ist, setzte sich in diesem Jahr in 33:38 min durch. Während sich Moroff um beinahe zwei Minuten gegenüber 2015 verbessern konnte, lag Diebold etwas hinter seiner Zeit aus dem Jahre 2013 (damals 33:16 min) zurück.

Die erst 21jährige Luisa Moroff (GSV Maichingen Triathlon) erzielte bei ihrem zweiten Sieg in Nussdorf die zweitbeste jemals gelaufene Zeit und war nur 38 Sekunden langsamer als Christine Schleifer einst bei ihrem Sieg im Jahre 2010.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass von Luisa noch einiges zu hören sein wird, immer vorausgesetzt, sie kann ihre Entwicklung fortsetzen und bleibt von Verletzungen verschont. Inzwischen ist sie jedenfalls schon so flott, dass Papa Martin nicht mehr mithalten kann – er wurde aber zumindest Sieger seiner Altersklasse und war einer von nur insgesamt 13 Männern, die die schwierige Nussdorfer Strecke unter 40 Minuten meisterten.

Martin Diebold musste nicht an seine körperlichen Grenzen gehen, nahm in der dritten Runde den Fuß etwas vom Gas, wodurch der Zweitplatzierte, Ulrich Königs (Therapie Reha Bottwartal) noch bis auf sechs Sekunden (33:44 min zu 33:38 min von Diebold) herankommen konnte. „Ich hätte noch zulegen können“, so der Sieger später mit Blick auf die „verbummelte“ letzte Runde. „Für Uli Königs freut es mich, dass es bei ihm so gut gelaufen ist, er ist ein sehr sympathischer Sportler“, fand nicht nur Diebold lobende Worte über seinen Konkurrenten, auch der erstmals selbst mitlaufende Orga-Chef Karl-Heinz Dieterle äußerte sich ganz ähnlich. „Der Uli hat in den letzten Jahren so oft Pech gehabt und ist knapp am Podest vorbeigelaufen, das hat er sich heute wirklich verdient, Zweiter zu werden.“

Dieterle nahm sich etwas mehr Zeit, die Strecke unter Wettkampfbedingungen zu inspizieren, als die beiden Spitzenläufer Diebold und Königs oder auch die Siegerin Luisa Moroff. Was er sah, gefiel ihm – auch wenn er insgeheim gestand, auch Änderungen gegenüber nicht abgeneigt zu sein. „Letzten Endes hat aber die Strecke mit ihren drei Runden einfach auch ihre Vorteile, und bei einer großen Runde bräuchten wir eben gleich sehr viel mehr Helfer als Streckenposten“, so seine Überlegungen hinsichtlich einer veränderten Streckenführung. Und tatsächlich stellten die zahlreichen Teilnehmer das fest, was Martin Diebold so treffend zusammenfasste: „Hier ist einfach überall Stimmung an der Strecke – Zuschauer und Musik bei Start und Ziel, und im Wald steht eine Trommlergruppe und feuert Dich an, das motiviert unheimlich.“

Ob als Premierenteilnehmer (wie der Drittplatzierte bei den Männern, Hector Rubio, der nach 35:26 min einlief) oder als Wiederholungstäter, nach Nussdorf kommen alle gerne (wieder). Bei den Frauen tat sich hinter der phantastisch auftretenden Luisa Moroff schon eine größere Lücke auf, ehe die W40-Siegerin Katrin Ochs von der LG Filder als Zweite Gesamt nach 41:27 min das Ziel noch deutlich vor der Dritten, Nadja Rothweiler (Irrläufer Mühlacker; 43:02 min) erreichte.

Die Schnellsten des Einsteigerlaufes waren zu diesem Zeitpunkt entweder schon vor dem einsetzenden Regen geflüchtet oder vielleicht doch noch auf ihrer Auslaufrunde. Jedenfalls war auch auf dem Podium dieses Wettbewerbs eine bunte Mischung aus „Nussdorf-Neulingen“ und „alten Hasen“ zu beobachten. Letzteres könnte man zwar auch von Svenja Groß (Stromberg-Gymnasium Vaihingen) behaupten, doch einer gerade einmal 16 Jahre alten Sportlerin das Etikett einer „alten Häsin“ umzuhängen, wäre wenig gentlemanlike. Anders formuliert, liest es sich so: Svenja hat ihre beeindruckende Serie, den Einsteigerlauf in Nussdorf zu gewinnen, fortgesetzt und ist dort seit 2014 ungeschlagen. Ihr vierter Sieg in Folge wurde zudem noch von einer neuen Bestzeit gekrönt, sie verbesserte ihren eigenen Rekord aus dem Jahre 2015 um fünf Sekunden auf nunmehr 28:42 min.

Dabei hatte auch sie vor allen Dingen in der zweiten Runde mit dem störenden Wind zu kämpfen, der in dem auseinander gezogenen Feld der Athleten so manche Hoffnung auf eine gute Zeit zunichte machte.

Svenja ließ sich nicht beirren und siegte unangefochten vor Jule Methner (TSV Ensingen; 32:12 min) und Jana Lucie Pietsch (Stromberg-Gymasium Vaihingen; 32:17 min). Bei den Männern kam es gewissermaßen zu einer „Wachablösung“, denn nicht der sieggewohnte Sven Kratochwil (Dt. Vermögensberatung Manuel Eder; 23:32 min) gewann, sondern Tim-Philipp Koch (TSV Glems run2gether) behielt in 23:27 min die Oberhand. Erst auf der Zielgeraden konnte er sich von Kratochwil absetzen und diesen auf den zweiten Platz verweisen. Begeistert äußerte sich Koch zur Nussdorfer Strecke: „Super Veranstaltung, tolle Stimmung, ich komme bestimmt wieder!“ Der unterlegene Kratochwil nahm es sportlich und konstatierte nüchtern: „So schnell war ich hier noch nie – wenn es dann nur zum zweiten Platz reicht, war der Andere halt besser.“

Auf dem dritten Rang vervollständigte in Jonas Kolzau vom VfL Sindelfingen in 24:13 min ein Sportler das Podest, der den 6,6km langen Einsteigerlauf in Nussdorf 2014 schon einmal für sich hatte entscheiden können.

Neben all diesen Zahlen ist vor allen Dingen immer wieder beeindruckend, wie viele Schüler sich in Nussdorf an die Startlinie begeben. In diesem Jahr zählten die Veranstalter sage und schreibe 792 Schülerinnen und Schüler bei den gleichnamigen Läufen, dazu kamen noch etliche im Einsteiger- und einige im Panoramalauf. 97 Bambini nahmen ebenso teil wie acht Walker, was zu einer Gesamtzahl von 1283 Finishern bei allen Wettbewerben führt. Das ist ebenso neuer Rekord wie die Zahl derer, die den Einsteigerlauf erfolgreich beendeten (exakt 169) und die Zieleinläufe beim Panoramalauf waren auch auf Rekordniveau (217). Wenn es nach dem Willen der Organisatoren geht, darf dieser Aufwärtstrend gerne anhalten. Nur der Regen „hätte auch noch etwas auf sich warten lassen können“.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.nussdorflauf.de


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