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Pyka, Dennis

[eingestellt am 12. Juli 2010]

By: Gabi Gründling

Dennis auf seinem Weg zum Deutschen Meistertitel in Mainz 2010

In diesem Jahr wurde Dennis Pyka im zarten Alter von 38 Jahren in Mainz Deutscher Marathonmeister. Mit 2:20:09 h verfehlte er seine im letzten Jahr in Padua aufgestellte Bestzeit um ziemlich genau eine Minute. Aufgrund seiner Vorleistungen galt er auch im Vorfeld als Favorit – doch wer steckt hinter dem schnellen Mann von der LG TELIS Finanz Regensburg?

Dennis Pyka kann sicher als polyglott durchgehen: geboren in Maastricht als Sohn einer niederländischen Mutter und eines deutschen Vaters, aufgewachsen in Geilenkirchen bei Aachen, Studium in Trier und Neuseeland und jetzt in München zuhause – das ist das kunterbunte Leben von Dennis Pyka. Nach seiner Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann hat er in Trier Tourismus-Geographie studiert, in Neuseeland dann Tourism Management. Neuseeland lag deshalb “auf der Hand”, weil er als Geograph und Touristiker so weit wie möglich weg wollte. Sein tägliches Brot verdient er seit 10 Jahren als Marktforscher in München, wo er in einem Institut für die weltweit grösste Reiseverhaltens-Studie verantwortlich ist.  

Wie so viele andere auch hat er seine sportlichen Wurzeln beim Fußball. Erst “im zarten Alter von 18-19” fand er Geschmack an der Leichtathletik. Dort hat er sich dann erstmal so richtig ausgetobt. Vom Sprint über 100 m bis hin zum Zehnkampf war keine Disziplin sicher vor ihm. Während des Studiums konzentrierte er sich auf die Mittelstrecke. Als er das erste Mal 10.000 m lief, war er bereits 27 – und blieb beim zweiten Versuch gleich unter 30 Minuten. Seine persönliche Bestzeit steht bei 29:34 min.  

Zur Langstrecke hat er übrigens in Neuseeland gefunden, wo er sich mit Arthur Lydiards Lehrmethoden anfreundete, die bis heute die selbstgeschriebenen Trainingspläne des Lauf-Autodidakten bestimmen.  

Vor 18 Uhr kommt er nicht aus dem Büro, eher später. Dann versucht Dennis Pyka wenigstens noch, eine Stunde Training in seinem Alltag unterzubringen, was natürlich besonders im Winter schon mal hart werden kann. Zu seiner großen Freude hat seine Frau Margit Mauren seit zwei Jahren ebenfalls wieder Geschmack an der Lauferei gefunden. Jetzt starten beide bei denselben Marathons und auch der sonntägliche Longjog, der bei ihm um die 35 km lang ist, birgt kein familiäres Konfliktpotential. In Manz war Margit übrigens mit der Frauenmannschaft der  LG TELIS Finanz Regensburg Bronzemedaillengewinnerin. 

Dennis gab sein Marathondebut schon 2003. Er bezeichnet es als “die Pleite von Hamburg” (Endzeit 2:25:58 h, allerdings mit erheblichen Zeiteinbußen jenseits km 30). Erst im Herbst 2007 griff er wieder ins Marathongeschehen ein, nennt die Königsstrecke “die letzte Herausforderung meiner Laufkarriere”. In der heißen Phase läuft er schon mal 150-160 km/Woche, wofür dann auch noch 2x pro Woche der frühe Morgen als zusätzliche Trainingsheit herhalten muß. Daß da keine Zeit mehr für Gymnastik, Kräftigung oder gar Alternativsport bleibt, liegt irgendwie auf der Hand. Auch wenn er seit einiger Zeit versucht, mit Krafttraining diese “großen Schwäche” den Garaus zu machen. Im Winter verschlägt es Dennis Pyka und seine Frau dann aber auch schon mal in die Loipe. Von München aus sind die Voraussetzungen natürlich extrem gut. 

Zur LG TELIS Finanz Regensburg verschlug es ihn, weil Regensburg für ihn bis heute die beste Leichtathletikadresse in Bayern ist. Rund 130 km sind zwar nicht gerade um die Ecke, aber da er aufgrund seiner beruflichen Situation sowieso Alleintrainierer ist, macht es quasi kaum einen Unterschied, ob er auch vor Ort wohnen würde.  

Ernährungstechnisch hat er keine bestimmten Vorlieben oder gar Einschränkungen. Seine Aussage, er esse alles, was schmeckt, versieht er sogar gleich noch mit einem Ausrufezeichen. Und Musik? Da ist derzeit sein ganz klarer Favorit Jan Delay mit seinem Album “Wir Kinder vom Bahnhof Soul”. 

Seit Jahren wird er von New Balance mit Schuhen und Kleidung versorgt, Trainingslager oder ähnliches hat er noch nie absolviert – die Frage nach einer Sponsorensuche hat sich auch aufgrund seiner auf festen Füssen stehenden beruflichen Laufbahn bisher nicht gestellt.  

Wohin die Reise seiner Laufbahn gehen soll? Sportlich die nächsten zwei Jahre noch ein bißchen tiefer inder Marathonbestzeit. Eine 2:17er Zeit sollte auf jeden Fall noch drin sein. Und touristisch fehlt ihm Südamerika noch auf seiner Reisekarte. Seine Lieblingsziele sind Südkorea, wenn’s um Fernreisen geht und Südtirol, wenn’s ein deutlich näher sein darf.

Dennis' Bestleistungen:

Marathon                                             02:19:14
Halbmarathon                                      01:06:16
10.000m                                               00:29:34
 5.000m                                                00:14:08
 1.500m                                                00:03:53      

und seine größten Erfolge der letzten Jahre:

1ter Wels Halbmarathon 2008                
2ter Deutsche Marathon Meisterschaft Mainz 2008   
23ter Frankfurt Marathon 2008                                  
1ter Thermen-Halbmarathon Bad Füssing 2009          
1ter Bienwald Halbmarathon Kandel  2009     
6ter Deutsche-Halbmarathon Aichach 2009        
7ter S.Antonio Marathon Padua 2009              
1ter Fiducia Halbmarathon Karlsruhe 2009
1ter Essen Marathon 2009                              
1ter Thermen-Halbmarathon Bad Füssing 2010 
7ter Deutsche Halbmarathon Bad Liebenzell 2010 
1ter Deutsche Marathon Meisterschaften Mainz 2010  

 

 


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