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Healthy Intelligent Training: The Proven Principles of Arthur Lydiard – Keith Livingstone

[eingestellt am 04. Februar 2011]

By: Alexander Dackiw

Spricht man mit Läufern über Lydiard, kommen immer wieder die Themen Hügeltraining und lange langsame Läufe auf. Doch dies ist nur ein Teil dessen, was hinter der Trainingsphilosophie des neuseeländischen Trainers steckt. Kaum jemand hat die aktuelle Trainingslehre im Ausdauersport mehr als er beeinflusst. Wer wissen will was hinter den Erfolgen von Olympiasiegern steckt, ist bei Healthy Intelligent Training genau richtig. 

Keith Livingstone hat ein Buch geschrieben, in dem er der heutigen Läufergeneration die Ideen Lydiards näher bringt. Wer schon Texte von Lydiard gelesen hat und sich schon immer fragte, was die Trainingsintensitäten 1/4, 3/4 oder 7/8 bedeuten, wird unter anderem dazu eine Antwort finden. 

Obwohl sich das Buch, laut Beschreibung auf dem Einband, an Mittelstreckenläufer richtet, ist es auch für Läufer geeignet, die sich auf längeren Strecken wohl fühlen. 

Dieser Text ist keine umfassende Laufbibel sondern konzentriert sich auf das Wesentliche. Hier werden keine Gummibälle und Fußwippen, die Kraft und Beweglichkeit fördern sollen oder Formeln, mit dem der Flüssigkeitsverlust beim Laufen berechnet werden kann, präsentiert.

Nach einer Einführung, in der die läuferischen Anfänge des Autors in Neuseeland geschildert werden, folgt eine lebendige Darstellung der Methoden von Lydiard. Livingstone hat diese selbst angewandt und konnte damit zum Beispiel 29:19 min über 10.000 m erreichen. Zum Glück hat es der Autor vermieden, sich selbst zu beweihräuchern und bringt auch Beispiele, wo er es mit dem Training übertrieben hat und damit in Wettkämpfen gescheitert ist. 

Im ersten Kapitel erklärt Livingstone die physiologischen Grundlagen des Trainingskonzepts. Verdeutlicht wird dies anhand einer Pyramide, deren Basis das aerobe Training ist. Das heißt nicht, dass hier nur ewig gejoggt werden soll, sondern es wird bis zu einem Bereich gelaufen, der dem möglichen Marathontempo entspricht. Darauf aufbauend folgen dann die schnelleren Einheiten, um die gewünschte Topform zu erreichen. In jeder Phase werden unterschiedliche Muskelfasertypen und Energiequellen (Welcher „Treibstoff“ verwendet wird.) angesprochen. Die Ausführungen sind mit humorvollen Zeichnungen vom Bruder des Autors untermalt. 

Nach dem Kapitel über die körperlichen Grundlagen werden die vier Teile des Lydiard’schen Konzepts anschaulich erklärt. Der Grundlagenphase folgt das Hügeltraining, um die Muskulatur für das spezifische Tempotraining aufzubauen und in den beiden letzten Phasen geht es um das Training im anaeroben Bereich. Je kürzer die Laufstrecke, desto höher ist der Anteil am Training der Phasen drei und vier. 

In weiteren Abschnitten werden die Themen Regeneration, Ernährung, Krafttraining, Motivation und Crosslauf behandelt. 

Was das Buch von den hunderten Büchern zum Thema Lauftraining unterscheidet, sind die vielen Erzählungen aus der Praxis. Neben diversen Wegen die Prinzipien von Lydiard umzusetzen, gibt es auch eine Vielzahl an Beispielen, wie sich Läufer gnadenlos überlastet haben. 

Für wen Trainingspläne das Wichtigste an einem Laufbuch sind, sollte das Buch nicht lesen. Livingstone präsentiert Prinzipien, um sich selbst einen sinnvollen Plan zusammenstellen zu können. In Kombination mit einer gründlichen Analyse des eigenen Trainings findet der Leser hier einen Leitfaden zur Steuerung seiner Leistungsentwicklung. 

Zusätzlich zum Buch gibt es noch eine sehr informative Internetseite, wo unter anderem Leserfragen aufgegriffen werden (http://hitsystem.com.au/). 

Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte sich das Buch besorgen.

  • ISBN-10:1-84126-311-7
  • EAN:9781841263113
  • Veröffentlichungsdatum:10.2010
  • Verlag:Meyer & Meyer Verlag
  • Einband:Taschenbuch
  • € 15,50

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