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1. Eisenberger Römerlauf

[eingestellt am 03. April 2011]

By: Gabi Gründling

abschließender Plausch bei Radlern und Läufern

aus Rosenthal Richtung Kerzweilerhof

alle fünf Kilometer mußte man noch denken beim Laufen: römische Ziffern

so sah’s dazwischen aus

vom Wendepunkt aus konnte man kilometerweit sehen

.. und so sieht’s rangezoomt und ausgeschnitten aus

Sieger Stefan Hinze

Dritter Andreas Knopp

2. M40 Georg Frank

1. M50 Dieter Kux wird Vierter

Zweiter Thomas Wittwer

3. M40 Hans-Willi Freiberger

3. M30 Dominik Memmer

Siegerin Josefa Matheis

1. Staffel TuS 06 Heltersberg

2. M50 Werner Hollstein

3. M50 Horst Köstner

Zweite Adele Eichert hier noch zusammen mit 1. M60 Werner Schimpf

Dritte Isabella Bernhard

Mit Schwung bergan: Frudun Kamil Serin

Diese Gruppe fiel noch total auseinander, kam zwischen Platz 33 (Rainer Möwald, 137) und 61 (Thorsten Rickel, 157) ins Ziel

Das Feld wird dichter

Bianca Kramer (Vierte, 1. W30) zieht einen ganzen Haufen Männer hinter sich her

3. W40 Ribana Bauser

Bei km 11 trennen Thorsten Bräunig (26) und Jochen Küster (122) ca. 11 m, im Ziel dann 11 min

Horst Dehner und Odilo Schnabel

3. M60 Rudi Vogel (244)

Nach langer Wettkampfpause mal wieder mit Startnummer unterwegs: Peter Müller (262

Zwei Rülzheimer gemeinsam auf Achse: 1. M70 Karl-Heinz Kern (239) mit Bernhard Wolff

Der Blick auf die Uhr zeigt: es ist noch weit

Zwei Brüder auf Achse: Thomas und Christian Goecke (62+63)

Laufticker-Reporterin Elke Bölts bei ihrem bisher längsten Wettkampf gut gelaunt

2. M70 Bernd Cöllen (36) mit Franz Edinger und Hans-Jürgen Bentz

In lila: 3. W50 Sabine Rielinger

Die Maxdorfer Staffel beim Wechsel

Ab der Verpflegungsstelle bei km 11 ging es 3,5 km nur nach oben

Römer Hans-Jürgen Furchtmann weist den Läufern den Weg ins Stadion

2. Männer Manuel Ruths

2. M30 Alexander Barnsteiner (252) kommt gemeinsam mit Martin Bracke ins Ziel

Schlußläufer der siegreichen Heltersberger Staffel

Konzentriert: Fritz Reger

Die beiden haben sich beim Rockie-Mountain-Lauf die Höhenmeterhärte für Eisenberg geholt

Stefan Langer aus Ludwigshafen beißt

2. W30 Stefanie Krieg

2. M60 Herbert Rollwa

Fernblick beim steilen Gefälle ins Ziel

Manfred Schillinger kommt über die rettende Kuppe des Schwimmbadbergs

Der steile Schwimmbadberg von halbunten

Fertig

Die Medaillen gab’s von “echten” Römerinnen

Laufschuhe sind das Ziel

1. W60 Renate Cöllen

Mixedstaffel – mit einer Notlüge sicherte sie sich den leichteren ersten Teil

Zweisprachige Speisekarte in Deutsch und Latein

Hier ließ es sich gut aushalten

2. W50 Sabine Münch gießt sich ein Glas Sekt ein

Prosit – auf den nächsten Römerlauf!

"Da hann die sich aber was ausgedenkt"

Eisenberg, 03. April 2011 - Venit vidit vicit. Er kam, sah und siegte, der Eisenberger Römerlauf! 216 begeisterte LäuferInnen standen einem weniger begeisterten Zeitgenossen gegenüber, nachdem sie das Waldstadion in Eisenberg in der Pfalz erreicht hatten. Zwischen dem ca. 300 m entfernten Start am Schulzentrum und dem Zielbogen auf der Tartanbahn lagen 25 km Laufstrecke, die es in sich hatten.  

Der Römerlauf forderte schon laut Ausschreibung Kraft, Kondition, Ausdauer, Stehvermögen, Motivation und Stärke. Und das können die LäuferInnen, die sich heute auf den Weg durch die sechs Ortsteile und über die sieben Berge der Verbandsgemeinde Eisenberg begaben, sicher bestätigen.  

Seit 1991 ist der Lauftreff in Eisenberg als Veranstalter umtriebig, bisher immer mit dem Stadtlauf über 10 km. Nach 20 Jahren “Eisenberger Stadtlauf” wollte die Truppe um Jürgen Ullmer mal einen Tapetenwechsel. Die anspruchsvolle 25 km-Strecke wurde bewußt in ein Jahr gelegt, in dem es keinen Weinstraßenmarathon gibt. Ab jetzt soll der Lauf alternierend mit dem Marathon Deutsche Weinstraße stattfinden. Wenn sich 2012 die Läuferschar wieder in Bockenheim aufmacht, um die Weinstraße zu erobern, wird in Eisenberg wieder der 10er angeboten. So zumindest der derzeitige Plan.  

Mit Hermann Matheis hat die TSG Eisenberg einen amtlichen Vermesser in ihren Reihen, da ist es nur logisch, dass die neue Strecke auch gleich bei ihrer Premiere als Straßenlauf eingetragen war. Für Bestzeiten ist sie allerdings alles andere als geeignet.  

Los ging es da, wo auch der Stadtlauf gestartet wird, nämlich vor der Schule. Eisenberg verläßt man kurz nach der Pilone mit der Kilometermarkierung 3 auf ihrer Spitze. Durch die Felder wird Kerzenheim erreicht und wenn man diesen Ortsteil hinter sich hat, geht die Party erst richtig los. Über Rosenthalerhof und Kerzweilerhof zieht sich die Straße mal mehr, mal weniger, aber fast stetig bis zur Verpflegungsstelle bei km 11. Hier war auch die Wechselzone für die Laufpaare, die sich die Strecke als Duo teilten. Waren die Steigungen bisher schon nicht ohne, kam jetzt der erste “Prügel”. Über 3,5 km zog sich die Strecke, vorbei am Göllheimer Häuschen, nach oben. Das darauf folgende Gefälle verlangte den Oberschenkeln alles ab. Bei km 17 ist Ramsen erreicht und bei km 19 schon längst wieder Geschichte. Die übelste aller Steigungen erwartete die serpens (Schlange) der Läufer auf dem Weg nach Stauf, wohin die Straße in Serpentinen führte. Von nunan ging’s erstmal wieder bergab, aber es wäre zu einfach gewesen, wenn es nun einfach geworden wäre. Der letzte ca. 1 km lange Anstieg wartete nochmal am sogenannten “Schwimmbadberg” und endete 100 m vor dem Eisenberger Waldstadion. Ein letztes Gefälle, nochmal 300 m auf der Tartanbahn – und schon konnte man, begrüßt von Jochen Heringhaus und gestoppt vom Team der TSG Grünstadt, den Zieltee und das herrliche Wetter genießen und den Schriftzug “Ziel”, zusammengepuzzlet aus alten Laufschuhen bewundern.  

Pünktlich zum Römerlaufwochenende hatte sich der Sommer eingefunden, Um 11 Uhr zeigte ein Thermometer in Göllheim 19 Grad. Draußen in den Feldern waren es sicher mehr und auch wenn zeitweise ein schönes Lüftchen wehte, machte das Wetter doch vielen Läufern zu schaffen und es gab nicht wenige, die auf der zweiten Hälfte nicht nur wegen der Höhenmeter einige Zeit liegen ließen. Das tat der allgemeinen Freude über dieses neue Kleinod in der Volkslaufszene aber keinen Abbruch. 

217 Paar Läuferbeine konnten im Waldstadion gezählt werden – eine Zahl, mit der die Eisenberger rundum zufrieden sind. Die 200ergrenze zu erreichen, war das erklärte und erreichte Ziel. Obwohl für die ersten 100 Voranmelder eine Flasche Erdbeersecco ausgelobt war, ließ sich das Füllen der Starterliste anfangs etwas schleppend an. Erst in den letzten 10 Tagen und dann an der Nachmeldung gab es einen Ansturm auf das Novum Palatinatus.  

Apropos Ansturm: einmal mehr stürmte Stefan Hinze (LG DUV) allen Konkurrenten auf und davon. Der 47jährige Chefarzt am Westpfalzklinikum in Rockenhausen ist momentan in der Pfalz fast konkurrenzlos. Der Einzige, der ihm in den letzten Monaten Paroli bieten konnte, war Matthias Hecktor und der hatte den Weg nach Eisenberg nicht eingeschlagen. Auf den ersten beiden Kilometern blieben Andreas Knopp und Georg Frank noch bei Hinze, danach war er alleine auf weiter Flur. Naja.. fast alleine.. zwei Radfahrer der TSG Eisenberg waren bei ihm und unterwegs gesellten sich zeitweise auch noch Fabian Lutz und Klaus Schläfer auf ihren Rennrädern zu ihm. Hinze hatte sogar noch Luft, Muße und Zeit, Klaus Schläfer medizinische Ratschläge zu erteilen, bevor er nach 1:37:02 h das Ziel erreichte. Sein Hauptaugenmerk liegt derzeit auf dem Paderborner Osterlauf, wo er auf der 10 km-Strecke gerne so deutlich wie möglich unter 32 min bleiben möchte. Nach einer harten Trainingswoche lief er in Eisenberg nach Puls und mußte sich für seinen Sieg zu keiner Zeit verausgaben. Und nach dem Lauf stürmte er dann auch gleich Richtung Heimat, denn in Rockenhausen fand an diesem Tag eine Gesundheitsmesse statt und der Gastroenteorolge mußte sich dort dem Thema Darmkrebs stellen und widmen.  

Unter 1:40 h blieb auch Thomas Wittwer (LG MuLi). Lag er bei km 11 noch an der vierten Stelle, konnte er sich erst an Georg Frank, der in seinem Heimatort Heltersberg aufgrund seiner Statur nur als “Zappe” bekannt ist, vorbeischieben und erreichte bei km 23 dann auch Andreas Knopp, dem er auf den letzten beiden Kilometern noch 1:26 min abnehmen konnte. Da war wohl einer stehend ko. Für Wittwer, der im Mai in Hamburg an seiner Marathonbestzeit feilen und sie von 2:43 h auf mindestens 2:40 h drücken möchte, blieb die Uhr nach 1:39:55 h stehen.  

Schon auf dem vierten Platz folgte mit Dieter Kux der schnellste M50er. In Eisenberg wurde zwar nur in 10er Schritten gewertet, Dieter Kux hat erst in diesem Jahr in diese Altersklasse gewechselt. Der Darmstädter macht zur Zeit den Südwesten unsicher, in der Pfalz wurde er bei der Rheinzaberner Winterlaufserie und in Baden beim Rißnertlauf gesichtet. 

Äußerst stark besetzt war einmal mehr die M70. Immerhin sechs Läufer der Jahrgänge 1938 bis 1941 nahmen die schwere und für einen Volkslauf ja auch ungewöhnlich lange Strecke in Angriff. Mit 2:20:59 h hielt Karl-Heinz Kern (LG Rülzheim) einmal mehr die Konkurrenz in Schach. Der aus dem Frankfurter Raum angereiste Kurt Wollenweber (TSG Münster /Kelkheim) schloß die Altersklasse nach 3:10:12 h ab.  

Auch in ihrem ersten Jahr in der W45 und somit bei der 10-Jahres-Wertung ihrem sechsten Jahr in der W40 war Josefa Matheis nicht zu schlagen. Die Eisenbergerin wollte ursprünglich mit dem Neustadter Jens Laudage als Duo laufen, entschied sich dann aber doch, zuhause die ganze Strecke zu absolvieren. Natürlich hatte sie profunde Streckenkenntnisse, war aber die ganzen 25 km noch nie am Stück gelaufen. Ein bißchen Fregatte hatte sie dann vorm Start doch. Den Weg nach Stauf hinauf läuft sie natürlich im Training schon ab und zu – aber nicht mit vorher 20 km in den Knochen. Wie kaum anders zu erwarten ging aber alles gut und sie mußte nur 11 Männern den Vortritt in den Zielkanal lassen. 1:48:26 h sind eine Zeit, die sich sehen lassen kann.  

Adele Eichert macht sich seit Jahren rar in der Volkslaufszene. Aber nach Eisenberg kommt sie immer, wenn es irgendwie paßt, weil die Eisenberger, bevor sie sich vor mehr als 20 Jahren “selbständig” gemacht haben, für den TV Frankenstein an den Start gingen. Die 53jährige zeigte den Konkurrentinnen deutlich, daß sie auch in der W50 noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Daß sie dieses Jahr in Eisenberg sogar 25 km laufen konnte, kam ihr gut zupass, denn ihr nächstes Ziel ist der Marathon in Wien, den sie gerne unter 3:30 h beenden möchte. Danach werden die Laufschuhe wieder verstärkt links liegen lassen. Adele und ihr Mann Heinrich sind begeisterte Mountainbiker, verbringen viele Urlaube auf dem Zweirad in den Alpen. An Wettfahrten nehmen die beiden allerdings nicht teil.

Als Dritte kam Isabella Bernhard als “waschechte” Römerin ins Ziel. In einer Kurztoga, die sich unterwegs teilweise verselbständigte, war die Maxdorferin 1:59:03 h unterwegs und daher in Schlagweite von Adele Eichert, die unmittelbar vor ihr nach 1:58:34 h in den Zielkanal eingelaufen war. Zwischendurch hatte Isabelle Adele zwar aus den Augen verloren, konnte sich ihr am Ende aber wieder deutlich annähern. Dieses Frühjahr stehen noch ein paar Halbmarathons auf ihrer Agenda, im September fährt sie mit ihrer Tochter nach Medoc. Die hat sich das gewünscht, obwohl sie nur ihre Mutter den Marathon laufen lässt, aber am Tag darauf mit ihr zusammen den “Nach-Lauf” unter die Füsse nehmen möchte. Dieser misst je nach Kondition 10-12 km, steht dem Marathon aber offenbar im Trubel und der Trinkfreudigkeit der Teilnehmer in nichts nach. Wie alle anderen war auch die 45jährige Bernhard begeistert von Strecke und Veranstaltung.

Daß eine 63jährige älteste Teilnehmerin ist, passiert nicht allzu häufig, obwohl überall mehr ältere Männer als Frauen unterwegs sind. An den Römerlauf wagte sich aber mit Renate Cöllen (LC Bad Dürkheim) nur eine einzige Läuferin der W60. Die nächstjüngere Römerläuferin waren die fünf Jahre jüngeren Sabine Rielinger (3. W50) und Ute Striebinger (10. W50). Ganz vorne im Frauenfeld sah es aber ebenso mau aus, denn es gab nur eine einzige Läuferin in der Frauenklasse. Sara Kortyka aus Speyer lief zusammen mit ihrem Vater und Ute Striebinger nach 3:28:26 h als Vorletzte über die Ziellinie.  

Den 17 Teams starken Paarlauf gewann Heltersberg vor Heltersberg. Zwischen den Paarungen Glöser/Bodenschatz und  Kupperoth/Kriegshäuser lagen allerdings 11 Minuten. Mit 1:50:07 h ließen die schnellsten roten Flitzer aus der Westpfalz 13 Einzelläufern den Vortritt zu den beiden Römerinnen mit den Medaillen. Die Mixed-Wertung gewannen Christiane Biebel und Udo Diener vom aus der Heltersberger Nachbarschaft Pirmasens mit 2:04:57 h. Die Ebener Sisters Martina Ebener und Anette Lang brauchten 2:22:41 h, um die Frauenpaarwertung für sich zu entscheiden.

Petra und Ralph Schneider von der TG Frankenthal waren als Mixedteam im Einsatz. Petra hatte ihrem Mann den Lauf damit schmackhaft gemacht, daß sie die ersten 11 km laufen würde, die aber schwerer wären als seine 14. Am Wechselpunkt wurde Ralph dann von den Staffelkollegen der anderen Vereine darüber aufgeklärt, daß er seiner Frau auf den Leim gegangen sei und welche Steigungen ihn erwarten. Da wurde er dann doch leicht blaß um die Nase.

Während die Erwachsenen auf ihrem Weg durch die Verbandsgemeinde waren, fanden im Waldstadion noch Läufe für die Kids statt – und zwar ausschließlich auf der Tartanbahn. Die Jüngsten hatten 500 m zurückzulegen. Außer zwei Heltersberger Kindern und einem aus Landstuhl waren nur Eisenberger Schüler der Jahrgänge 2004 bis 2007 am Start. Mit 2:11 min war Tarke-Sydney Franck als Erster der 15 StarterInnen fertig.

Die doppelte Distanz stand für die SchülerInnen C und D an. 27 Kinder drehten im Waldstadion ihre Runden. Gregor Bauser (LLG Landstuhl), dessen Mutter über 25 km 3. W40 wurde, brauchte 3:36 min. Auf Platz Vier im Gesamteinlauf kam Josefine Klett (TSG Grünstadt) als schnellstes Mädchen ins Ziel, obwohl sie als 9jährige zu den Jüngeren gehörte.  

Die SchülerInnen A und B mußten 2,5 km laufen, da kam es natürlich auch zu der einen oder anderen Überrundung. Interessant ist, daß die 18 Namen lange Ergebnisliste nur 1/3 Jungs und 2/3 Mädchen ausweist. Bis auf Annika Lutz vom LC Donnersberg starteten alle anderen für die Integrierte Gesamtschule oder die TSG Eisenberg. 10:17 min ist die Siegerzeit von Steffen Löser. Tamara Hoppe brauchte als Siegerin 11:07 min.  

Dem Namen “Römerlauf” nahm man in Eisenberg auch bei der Verpflegung ernst. So wurden alle Köstlichkeiten auch auf Latein feilgeboten. Und weil der Kaffee erst im 16. Jahrhundert nach Europa kam und es dafür keinen lateinischen Begriff gibt, wurde er kurzerhand als “aqua nigra” (schwarzes Wasser) ausgewiesen.  

"Da hann die sich aber was ausgedenkt" ist übrigens O-Ton Hans-Willi Freiberger (LLG Wonnegau) der nach 1:44:42 h auf Platz 3 der M40 ins Ziel kam. 

Veranstaltungsseite mit Ergebnissen: http://www.lauftreff-eisenberg.de/roemerlauf.htm

Ausführliche Ergebnisse auf www.laufinfo.de

 


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