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Sonnenberg, Nico

[eingestellt am 20. März 2012]

By: Hahnertwins

Nico Sonnenberg ist erst 20 Jahre alt und hat trotzdem bereits sein erstes Comeback feiern können. Bei den deutschen Crossmeisterschaften am 10.März in Ohrdruf überraschte er viele mit seinem vierten Platz auf der Männer Mittelstrecke. „Ich lag so an siebter Stelle und war überrascht, dass als niemand von hinten kam. Ich konnte sogar noch ein paar Läufer einsammeln und war superglücklich, als ich als Vierter die Ziellinie überquerte.“ Viele kannten den für die Eintracht Frankfurt startenden Hessen nicht, deshalb wollen wir ihn in einem Portrait vorstellen. Sein Weg zum Laufen, sein vorläufiger Abschied vom Laufen und nun das Comeback nach fast einem Jahr Auszeit.

Nico Sonnenberg wurde in einem kleinen Dorf in der Nähe von Dillenburg geboren. „Mein Vater war Fußballtrainer und so kam auch ich zu dem Lieblingssport der Deutschen. Ich war total sportbegeistert, musste immer in Bewegung sein. Wenn ich von der Schule heimkam, dann flog der Schulranzen in die Ecke und es ging erst einmal auf den Bolzplatz im Dorf.“ Der erste Kontakt zum Laufen erfolgte zufällig im Alter von 16 Jahren. Sein Vater fragte ihn, ob er nicht für seinen Arbeitgeber bei einem Tunnellauf mitmachen wolle. Fassen wir es kurz: Sonnenberg gewann in Fußballschuhen mit über einer Minute Vorsprung. Sein läuferisches Talent war nicht zu übersehen. Aber erst einmal stand der Fußball noch im Vordergrund. Schließlich spielte er Hessenauswahl und das Kicken bereitete ihm viel Freude. Also entschied sich Sonnenberg, nebenbei zu laufen. „Lauftraining half mir auch beim Fußball, um bis zur letzten Minute Gas geben zu können.“  Die deutsche Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause besuchte in Dillenburg dieselbe Schulklasse wie Sonnenberg bevor sie in der elften Klasse auf die Eliteschule des Sports in Frankfurt wechselte, um enger mit ihrem Trainer Wolfgang Heinig zusammenarbeiten zu können. Während des elften Schuljahrs erhielt Sonnenberg, der nun auch unter Trainingsplänen von Wolfgang Heinig trainierte einen Anruf von seinem Trainer, dass ein Platz im Sportinternat frei geworden sei. Er habe eine Woche Zeit es sich zu überlegen, ansonsten bekäme ein Volleyballer diesen Platz. „Montag bekam ich den Anruf, Dienstag habe ich zugesagt, mich Mittwoch an meiner alten Schule abgemeldet , mir ein Zwischenzeugnis geholt, meine Koffer gepackt und am darauffolgenden Wochenende bin ich umgezogen“, erläutert Sonnenberg mit einem Schmunzeln seinen Umzug nach Frankfurt. Das Training klappte gut und bereits nach einem Jahr holte er sich den deutschen Hallenmeistertitel bei der Jugend über 1500m. Im Frühjahr ging es dann ins Trainingslager nach Kenia. Das Training ließ viel für die kommende Sommersaison erwarten, doch ein Mittelfußbruch warf ihn zurück. Ein Jahr später das gleiche Szenario: eine vielversprechende Hallensaison, eine sehr gute Saisonvorbereitung in Kenia und anschließend wiederum Probleme mit dem Fuß. Im Sommer kam dann noch ein Bänderriss hinzu, den er sich beim Fußball holte. „Dann war meine Motivation am Nullpunkt angelangt. Schon wieder konnte ich nicht zeigen, was ich drauf hatte.“ Im Frühjahr machte er zudem Abitur und musste sich nun entscheiden, wie seine Zukunft aussehen soll. „Ich entschied mich für ein Studium in Darmstadt, wollte wieder etwas mehr mein Leben genießen, Spaß mit Freunden haben und am Wochenende kicken und anschließend ohne schlechtes Gewissen feiern gehen.“ Die ersten zwei Wochen seien spitze gewesen, aber dann war der Reiz weg. Als er mit seiner Mutter dann zwei Wochen Urlaub in Amerika machte und schlecht einen Fußball mitnehmen konnte, kramte er seine Laufschuhe heraus- zum ersten Mal seit einem halben Jahr. Im Central Park in New York und am Strand von Miami merkte Sonnenberg, wie viel Spaß er noch am Laufen hatte. „Als ich wieder zu Hause ankam, beschloss ich, ab und an wieder ein paar Dauerläufe mit meiner alten Trainingsgruppe in Frankfurt zu machen.“ So fand Sonnenberg wieder langsam zum Laufen, klar war für ihn, dass er nur bei seinem alten Trainer trainieren wollte und Wolfgang Heinig gab ihm eine zweite Chance. „Er war bereit, mich wieder zu trainieren, wenn ich mich zu Hundertprozent für das Laufen entscheide und meine Fußballschuhe an den Nagel hänge.“ Sonnenberg überlegte ein paar Tage, und entschloss sich diesmal ganz bewusst fürs Laufen. Das war im Herbst letzten Jahres und nun nach einem halben Jahr Training beeindruckte er als Junior bereits die Männer mit seinem vierten Platz beim Cross. Nun ist Nico Sonnenberg zum dritten Mal im Trainingslager in Kenia. „Ich bin hochmotiviert, das Laufen macht mir unheimlich viel Spaß und ich freue mich auf die Sommersaison.“ Wir auch, und sind gespannt was er in seiner ersten richtigen Bahnsaison zeigen wird. Die Crossmeisterschaften waren bereits ein Vorgeschmack, aber sicherlich erst der Anfang in der Läuferkarriere des sympathischen Hessen.


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