Nikolauslauf Tübingen
Churfrankenlauf
Kanzlei.org - laufend gut beraten

Zeil, Beritta

[eingestellt am 06. Dezember 2009]

Von: Gabi Gründling

Beritta im September 2009 in Annweiler

60 Jahre und kein bißchen langsam

 

Am 12.12.2009 wird eine Läuferin 60 Jahre jung, die im Großraum Karlsruhe sicher fast jeder Läufer schon mal gesehen hat – und nicht wenige auf der Strecke nur von hinten: Beritta Zeil. 

So exotisch ihr aus Schweden stammender Vorname klingen mag, so bodenständig ist Beritta: geboren ist sie in Karlsruhe und noch heute lebt sie im Umland, nämlich in Stutensee. An ihrer Arbeitsstelle, dem Klinikum Karlsruhe, ist sie auch schon inventarisiert, denn dort arbeitet die Medizinisch Technische Laborassistentin seit 1973.  

Als Kind extrem sportlicher Eltern, das zusammen mit ihrer Schwester von kleinauf zu Bergtouren mitgenommen wurde, hat sie ihr Leben lang Sport getrieben. Angefangen hat sie mit klassischen Ballett, tanzte auch noch als Jugendliche insgesamt 10 Jahre am Karlsruher Staatstheater. Später folgten dann Handball, Tischtennis und Tennis. Letzteres  steht heute noch jeden Mittwoch auf ihrem Programm und über ihren Tennispartner kam sie auch im März 1993 zufällig zum Laufen. Wegen Meisterschaftsspielen war der Tennisplatz besetzt, so wurde sie mitgeschleppt zum sonntäglichen Lauftreff ihres Tennisvereins SSC Karlsruhe (Waldstadt). Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Beritta wurde passionierte Läuferin. Dabei war die erste Runde über 8 km alles andere als erbaulich für sie. Zu dick angezogen, zu schnell, zu viele Kilometer auf einmal – der Muskelkater ließ natürlich nicht auf sich warten und danach machte sie erstmal drei Wochen Laufpause. Drei Monate später landete sie beim Lauftreff der LSG Kartsruhe, für die LSG ist sie heute noch unterwegs.  

Noch im selben Jahr folgten nicht nur die ersten Wettkämpfe sondern auch gleich der erste Marathon. Am 19. September 1993 lief sie ihr Debut in ihrer Heimatstadt in 3:38:06 h. Sie gönnte sich nur wenige Wochen Marathonpause, in Frankfurt steigerte sie sich vier Wochen später gleich um sechs Minuten. Sie kannte kein Pardon mit sich und hatte auch bei der LSG niemanden, der sie bremste – im Gegenteil. Im Mai 1994 lief sie am Rennsteig bereits Ultra und einen guten Monat später gleich den Finama, die 80 km in und um Karlsruhe. Ihre Ultralaufkarriere war allerdings kurz, die Liste umfasst nur vier gefinishte Läufe und einen abgebrochenen Bieler 100er. Die ganz langen Kanten waren nichts für sie. Über die Marathondistanz ging sie 18x, zuletzt 1999. Ihre Liebe gehört heute den kurzen Strecken, wobei sie vor allem gerne Cross läuft, sich aber auch schon mal auf der Bahn tummelt. Dadurch sind auch ihre Trainingsumfänge niedriger geworden. Lief sie früher 60-70 km pro Woche, sind es heute noch zwei bis drei Mal 8-10 km morgens vor der Arbeit und am Wochenende oft nochmal ein Wettkampf. Allerdings geht sie da mit ihrem langjährigen Lebensgefährten Johann Till, den sie 1994 beim Panoramalauf in Ramberg kennenlernte, oft auch zu IVV-Wanderungen, um dort je nach Lust und Laune zu laufen oder zu wandern. Für sie sind diese Wanderveranstaltungen ein probates Mittel gegen Lauflangeweile, wenn man sich sonst auf immer gleichen heimatlichen Pfaden bewegt.  

Das Wandern ist auch der Beritta Lust, wenn es um das Thema Urlaub geht. Zusammen mit Johann geht sie gerne auch mal mit Rucksack auf Tour. Wie viele passionierte Läufer streuen die beiden dann allerdings am Urlaubsziel gerne auch mal ein Läufchen ein, wie in diesem Jahr den Achenseelauf.  

Zu ihrem Lauf- und Tennistraining gesellen sich noch täglich 10 Minuten Gymnastik. Denn Beritta hat schon die ganze Palette an Verletzungen durch: Achillessehne, Fersensporn, Ermüdungsbruch – nichts davon ist ihr fremd und schon oft mußte sie monatelang pausieren. Aktuell ist sie seit April 2009 verletzungsfrei – eine unglaublich lange Zeit für sie, die direkt vorher mal wieder ein 3/4 Jahr außer Gefecht gesetzt war.  

Erfolge hat die schnelle Beritta natürlich auch in Form von Titeln vorzuweisen: 1999 wurde sie Badische Meisterin in der W50 über 800 m und Vizemeisterin über 3000 m. Ihren letzten Erfolg auf Landesebene erlief sich Beritta dann bei den Badischen Meisterschaften über 10.000 m im September 2000 in Plankstadt, wo sie diese Distanz als Gesamtbeste überhaupt gewinnen konnte – wohlgemerkt im zarten Alter von knapp 51 Jahren. Als ihren größten Erfolg sieht sie die Bronzemedaille in der W50 bei den Deutschen Crossmeisterschaften 1999 in Viersen. 

In Hockenheim lief sie Anfang November 44:23 min über 10 km – so schnell war sie schon seit 2001 nicht mehr. (Nachtrag: Und einen Tag nach ihrem 60. schenkte sie sich in Rheinzabern eine 44:04)

Kommt das Gespräch auf Essen, wird eins ganz schnell klar: Kuchen und Süßigkeiten gehört ihre Leidenschaft. Sie kann es sich zum Glück leisten, denn bei ihr setzt nichts an. “Anständige Mahlzeiten” gibt es bei ihr allerdings natürlich auch, schöne Salate, Geflügel und Fisch kommen besonders gern auf den Tisch.  

Was sie sich läuferisch zum 60. Geburtstag wünscht? Vor allem, daß es noch ein bißchen so (schnell und verletzungsfrei) weitergeht wie jetzt. Harte Konkurrenz in der W60 bekommt sie 2010 aus den LSG-eigenen Reihen, wenn Irene Hoffmann ihr in diese Altersklasse folgt. Beritta würde gerne nochmal zu Meisterschaften gehen, weil dort die Konkurrenz stärker ist als bei den heimischen Volksläufen, denn: Konkurrenz belebt das Geschäft.  

Ihre Bestzeiten:

Bahn  

800 m             2:43,34 min   1999

1500 m          5:28,34 min   1999

3000 m          11:32,82 min 1999

5000 m          19:56,10 min 1999

10000 m        41:59,5 min   1998 

 

Straße

10 km                40:37 min (1998 Rheinzabern)

15 km             1:03:07 h (1999 Rheinzabern)

HM                  1:33:42 h (1994 Rülzheim)

25 km             1:54:30 h (1997 Ludwigshafen)

Marathon       3:22:24 h (1998 Karlsruhe)


Pfälzerwaldmarathon Pirmasens