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Marion Hebding und Carsten Bresser beim Dubai-Marathon

[eingestellt am 29. Januar 2010]

Von: Gabi Gründling

Fotos: Klaus Hebding

Marion Hebding und Carsten Bresser waren beim Frankfurt-Marathon 2009 die schnellsten Manager – und wurden dafür zum Dubai-Marathon 2010 eingeladen. Wir haben die beiden befragt, wie es ihnen gefallen hat - und jede Menge Fotos von Marion und ihrem Mann Klaus bekommen.

Ihr habt die Teilnahme am Dubai-Marathon mit Euren Siegen in der Managerwertung des letztjährigen Frankfurt-Marathons gewonnen. Wart Ihr dort VIPs oder „ganz normale Marathonreisende“? 

Marion: Wir waren "ganz normale" Marathonreisende in unserer Gruppe, die ja bei einem Sportreiseveranstalter ohnehin aus Gleichgesinnten besteht, was ich als sehr angenehm empfand. Erst durch Gespräche in der Gruppe kam auch heraus, dass wir die Reise gewonnen haben. In der Reisegruppe gab es aber keinen Unterschied, ob deutsche Spitze (Carsten!), ambitionierter Hobbyläufer oder reiner Freizeitläufer oder auch nur mitreisender Fan, das Programm war ohnehin rein freiwillig aber top organisiert. 

Carsten: beim Dubai Marathon waren wir ganz normale Teilnehmer, leider keine VIPs, dann hätten wir nämlich vielleicht Haile kennengelernt. Udo (Bölts, Anm. d. Red.) hatte mir noch in Auftrag gegeben, ein Autogramm zu besorgen aber ich hab’s leider nicht geschafft. Der Preis war ja von  Interair, einem Sportreiseveranstalter, gestiftet. Wir waren also an diese Gruppe, die aus ca. 15 weiteren Deutschen bestand, angeschlossen. Wir hatten wirklich viel Spaß, natürlich stand der Marathon im Mittelpunkt aber ebenso haben wir eine Stadtführung gemacht, eine Wüstensafari und obwohl er eigentlich ausgebucht ist, hat es unsere Reiseleiterin Sabine Gnau es geschafft, Karten für den Burji Khalif, das höchste Gebäude der Welt, zu besorgen, was natürlich ein absolutes Highlight war. 

Zum Marathon selbst: Was hat Euch am besten gefallen? Gab’s etwas, was Euch gar nicht gefallen hat? Wie war’s überhaupt?

Carsten: Was mir am besten gefallen hat? Ja, wie gesagt, die Besichtigung des Turms und natürlich die Veranstaltung an sich. Sie war vom Niveau her top besetzt und für mich ist es immer wieder was Besonderes diese tollen Sportler zu sehen. Die Strecke war wirklich nicht abwechslungsreich aber für mich war der Wettkampf trotzdem eine tolle Erfahrung und hat auch Spaß gemacht. Er ist halt kompromisslos auf Bestzeit ausgelegt. 

Schwer zu sagen was mir überhaupt nicht gefallen hat. Für den Anspruch, den man in Dubai an sich selbst stellt, war es ziemlich schwach, dass kaum Zwischenzeiten genommen wurden, ich glaube nur beim Halbmarathon, da sind wir hier z.B in Frankfurt schon etwas anderes gewöhnt. Die Versorgung mit Wasser war allerdings top, ich hätte mir auch noch etwas Nahrung gewünscht in Form von Riegeln oder Gels, das gab es leider nicht.

Marion: Der Lauf ist eigentlich einzig auf das Laufen von Topzeiten ausgerichtet und das kann man auf dem Kurs sicher. Die höchste Erhebung sind "Geschwindigkeitsbeschränkungsschwellen" im Asphalt , man läuft 21.1 km auf einer mehrspurigen Stadtautobahn hin und dann wieder zurück, Zuschauer gibt es so gut wie keine und an den zahlreichen Sehenswürdigkeiten von Duabi kommt man auch nicht vorbei, so dass man von der Atmosphäre oder Landschaft schwärmen müßte. Aber wer einfach schnell rennen will, für den ist der Lauf optimal. Die Wendepunktstrecke hat natürlich auch den Vorteil, dass man die Weltelite dann auch tatsächlich beim Entgegenkommen sehen kann. Bei einem Rundkurs ist das natürlich nicht der Fall. Auch die Startzeit ist so gewählt, um Topzeiten möglich zu machen. Bereits um 06.30 Uhr Ortszeit fällt der Startschuss (das ist 03.30 Uhr bei uns), die ersten km läuft man noch im Dunkeln, dann gewinnt die Sonne schnell Kraft und die Temperaturen steigen merklich. Ich bin ziemlich sicher, dass es beim Lauf deutlich über 20 Grad war, bei Start vielleicht noch 15/16 Grad , aber sicher nicht kühler. Bemerkenswert beim Start war, dass die Eliteläufer ca 200 m Vorsprung bekamen und vom "normalen" Feld abgeschirmt wurden. Durch die Chipzeitnahme hat man natürlich dadurch nichts verloren, aber Klasseläufer wie Carsten, die sich ans Frauenfeld hängen wollten, mußten erst mal ne irre Aufholjagd starten, um nicht allein laufen zu müssen. Wasser wurde dann erstmalig nach 5 km, dann aber alle 2.5 km gereicht (kleine Vittelflaschen), ansonsten nichts, 2 Mal auf der ganzen Strecke gab es einen kleinen Becher Iso , aber ansonsten gar nichts. Bei uns ist man ja auch Riegel, Obst, Cola etc gewohnt, nichts davon in Dubai. Mental fand ich die erste Hälfte schon ziemlich anstrengend, aber nach der Wende wurde es besser und ich war auf der Überholspur, was zusätzlich motivierend wirkte, da doch einige viel zu schnell angegangen waren. Ein schönes Erlebnis war der Zieleinlauf, da war wirklich Partystimmung und viele Zuschauer. Im Zielbereich gab es an Verpflegung aber lediglich eine Flasche Iso und Wasser, das war‘s, während des Laufs brauche ich auch keine Verpflegung, da nehme ich ein Gel und "gut is", aber Zielverpflegung hätte ich mir schon gewünscht. 

Ihr seid tolle Zeiten gelaufen, also wahrscheinlich am Limit?! – habt Ihr damit nicht in einer solchen Stadt „eine Viertelstunde Genuß“ verpaßt?

Marion (Laufzeit 3:07:32 h, 15. Gesamt, 1. W40): Am Limit bin ich ehrlich nicht gelaufen, es war ein Trainingslauf, für den ich mich nicht großartig vorbereitet hatte. Nach Weihnachten hatte ich meinen Trainingsumfang schon erhöht, um die Distanz gut durchlaufen zu können, aber dass die Zeit so gut wurde, das hat mich schon positiv überrascht. Ich hoffe jetzt natürlich, bei den nächsten Läufen deutlich schneller zu sein, wenn ich richtig intensiv trainiert habe.  Da ich die Strecke ohnehin nicht schön fand, habe ich mich auch nicht um Genuss gebracht, da war eher die Devise : " Schnell ins Ziel und dann was Schönes unternehmen". 

Carsten (Laufzeit 2:32:40 h, 21. Gesamt, 2. M40): Eigentlich wollte ich nicht am Limit laufen, eine Vorbereitung hatte ich nicht, aber als ich gesehen hatte, dass die Frauengruppe nicht weit vor mir war, musste ich die Lücke einfach schließen, diesen Zwang habe ich wohl vom Radsport übernommen. Ich wusste zwar, dass es eigentlich zu schnell für mich ist, aber was soll’s, ich dachte ich genieße es einfach mit der Gruppe zu laufen, so lange es geht. Naja, ich musste dann auf den letzten 6 km bitter bezahlen denn da war ich dann stehend k.o. (Anmerkung: Carsten ist die erste Hälfte in 1:12 h gelaufen, die zweite in 1:19 h)

Wie hat Euch Dubai an sich gefallen? Würdet Ihr eine solche (Marathon)Reise auch machen, ohne sie gewonnen zu haben?

Carsten: Das war meine erste Reise mit einem Sportreiseveranstalter, aber ich würde es jederzeit wieder machen, für mich hat es sich absolut gelohnt und in diesem Jahr werd ich wieder versuchen die Managerwertung zu gewinnen!! 

Marion: Dubai war sehr faszinierend , ich war erstmalig in den Vereinigten Arabischen Emiraten und hatte auch eine Menge Vorurteile im Gepäck, von denen ich einige revidieren mußte. Auf der einen Seite wirst Du mit totalem Größenwahn und purer Verschwendung konfrontiert. Unsere Hotelsuite war z.B. größer als unsere Wohnung zu Hause, was soll man im Hotelzimmer mit 4 Toiletten? Wir haben uns gar nicht getraut, alle Zimmer tatsächlich zu nutzen, weil wir sonst bestimmt die Hälfte zum Einpacken wieder vergessen hätten. Ein Fünftel aller Baukräne der Welt steht aktuell in Dubai. Dass die Finanzkrise auch dort schon mächtig an die Tür klopft, merkt man als Betrachter von außen bislang noch nicht. Es wird nach wie vor mächtig gebaut, täglich 24 Stunden (außer freitags). Allerdings fragt man sich, wer in diese ganzen Hochhäuser, künstlichen Inseln etc einziehen soll? Gibt es überhaupt noch Bedarf oder hat es den eigentlich je wirklich in dem Maße gegeben? Aber Luxus wohin man schaut, die Luxushotelketten übertrumpfen sich gegenseitig mit Highlights, so ist das Atlantis auf der künstlichen Palmeninsel das Hotel mit einem der größten Aquarien der Welt, wo Rochen, unzählige Fischschwärme , Haie und sogar ein 4.5 m langer Walhai herumschwimmen. Dubai ist als Reiseland absolut sicher, es gibt nahezu keine Kriminalität und was ich bemerkenswert fand, es ist ein Schmelztiegel der Nationen. Die 3.8 Mio Einwohner bestehen zu 80 % aus Expatriates, d.h. "Gastarbeitern". Die Bauarbeiter, Servicekräfte, Taxifahrer kommen fast ausschließlich aus Indien oder Pakistan. Diese Menschen sind der Motor für die Realisierung der Visionen des umtriebigen Scheichs, der innerhalb von 30 Jahren aus dem öden Wüstennest eine Metropole aus dem Boden gestampft hat, die mittlerweile nicht mehr in erster Linie vom Öl lebt sondern, wo der Tourismus schon die Einnahmequelle Nummer 1 geworden ist. Vor 30 Jahren waren die Frauen überwiegend noch Analphabetinnen, heute ist die Studierquote der Frauen größer als bei den Männern. Für eine islamische Gesellschaft ist Dubai mit 2 Ministerinnen auch schon in dieser Beziehung fortschrittlich.  

Die Inder und Pakistani verdienen für die Verhältnisse in ihren Heimatländern in Dubai sehr gut, dürfen sich dort aber nichts zuschulden kommen lassen, sondern werden dann gleich ausgewiesen. Das Gehaltsgefüge in Dubai, wo es natürlich keine Gewerkschaften oder dgl gibt, orientiert sich übrigens an der Nationalität und dem Lohnniveau im Heimatland, d.h. ein deutscher Ingenieur verdient mehr als ein ägyptischer und ein indischer Bauarbeiter verdient insgesamt sehr wenig. Wenn im Sommer die Temperarturen locker auf 50 Grad steigen, kann man eigentlich nur shoppen. 

Alle Luxusmarken der Welt sind in den zahlreichen Shoppingmalls von Dubai vertreten und da es dort keine Steuern gibt, sind die Luxusartikel auch günstiger als bei uns. Im Januar/Februar ist zudem noch SALE und man kann wirklich Schnäppchen machen, ich hab auch zugeschlagen. Natürlich muss man sich auch wieder die Frage stellen, wozu man eine Skihalle in der Wüste braucht, aber es ist so, praktischerweise gleich in die Mall of Emirates gebaut, kann man den Apres Ski so auch im Kaufrausch verbringen. In einer anderen Mall gibt es eine Schlittschuhhalle, unglaublich. Und auf dem höchsten Gebäude der Welt waren wir auch.

Du siehst, es gibt viel zu erzählen, die Eindrücke waren gewaltig und ich möchte die Erlebnisse nicht missen, die mit einer guten Gruppe auch noch mal so interessant waren. Darum muss ich auch sagen, dass ich mir nach diesem tollen Erlebnis auch wieder so eine Sportreise vorstellen kann. Werde mich dann bei der Managerwertung in Frankfurt wieder anstrengen, aber jetzt ist erst mal Kandel am 14.03. dran. 

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten, laufticker.de drückt Euch natürich die Daumen für die Managerwertung 2010!


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