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Hochmuth, Daniel

[eingestellt am 08. Februar 2010]

Von: Gabi Gründling

Nach 27 Durchgängen Winterlaufserie und 36 Osterläufen hat Werner Roth in Rheinzabern das Zepter in junge Hände abgegeben. Sein Nachfolger Daniel Hochmuth kommt sprichwörtlich aus seinem eigenen Stall, denn er kam als 15jähriger in Roths Trainingsgruppe und von da an nahm alles seinen Lauf. 

Daniel Hochmuth selbst ist, obwohl neuer Spitzen-Mann am Megaphon, kein Volksläufer. In der Datenbank von laufinfo.de wird man seinen Namen erfolglos suchen. Seine Laufbahn begann auf der Laufbahn. Bereits im zarten Alter von sechs Jahren kam er zum TV Rheinzabern, wurde spielerisch an die Leichtathletik herangeführt und leckte so langsam aber sicher auch Wettkampf-Blut. Zuerst gehörte seine Liebe der Mittelstrecke, seine 1.000 m-Bestzeit lag mit 16 Jahren bei 2:52,39 min, mit der 3x 1.000 m-Staffel wurde er 1994 Pfalzmeister, mit der Mehrkampfmannschaft 1996 dann ebenfalls. Werner Roth schickte ihn dann auf die Sprintstrecken, bei ihm trainierte er 5-6 x pro Woche. Das Jahr 2000, am Ende seiner Teenagerzeit, war sein bestes überhaupt. Er wurde Pfalzmeister sowohl über 100 als auch über 200 m, nachdem er im Jahr zuvor mit der 4x 100 m-Staffel an den Deutschen Jugendmeisterschaften teilgenommen und es bis in den Zwischenlauf gepackt hatte. Von da an lag die Saisonziellatte hoch, die Süddeutschen sollten es schon immer sein. In Fulda lief er bei den Süddeutschen auch seine 100 m-Bestzeit von 11,09 Sekunden.  

Was dann kam, war der oft ganz normale Wahnsinn: Ausbildung, Zivildienst, Weiterbildung. Und dadurch geht dann die nötige Zeit fürs Training flöten. Bei Daniel Hochmuth hieß das: staatlich geprüfter Techniker an der Abendschule ins Germersheim mit gleichzeitiger Aufgabe der eigenen Laufkarriere. Seit 1998 arbeitet er bei Daimler in Wörth, seit 1 ½ Jahren im Büro der Vertriebsdokumentation. In seiner Freizeit widmet sich der lizenzierte Übungsleiter der Leichtathletik. Er gibt weiter, was ihm selbst an Gutem widerfuhr, trainiert 4x wöchentlich eine 15 Mann starke Gruppe von 13-15jährigen. Sein Ziel als Trainer ist dasselbe, das er als Aktiver hatte: auf Pfalzebene im Sprint und Weitsprung erfolgreich zu sein.  

In die großen Fußstapfen von Werner Roth ist er gerne getreten, zumal und gerade weil dieser seinen Nachfolger noch zu Zeiten nach wie vor guter Konstitution aussuchte und ihm so mit Rat und Tat zur Seite stehen kann, Daniel Hochmuth also nicht einfach ins kalte Wasser geworfen wurde. Offiziell wird er Roths Nachfolge als Abteilungsleiter Leichtathletik wohl Ende Februar 2010 antreten. Seine Feuertaufe hat er 2009 beim Osterlauf bestanden, den er erstmals in eigener Verantwortung organisierte. Aber mit dem großen eingespielten Rheinzaberner Helferteam im Rücken wäre es nach seiner eigenen Aussage schwer gewesen, diese Feuertaufe nicht zu bestehen.  

Dieser erstmal letzte Osterlauf, der auch an Ostern stattfand, brachte ihm auch privat Glück, er lernte seine Freundin kennen, die von einer seiner “altgedienten” Helferinnen mitgebracht wurde. Da sie selbst früher Leichtathletin war, ist zumindest das Verständnis für Daniels liebstes und zeitraubendes einziges wirkliches Hobby da. Aktiv ist sie beim TV (noch?!) nicht, aber als moralische Unterstützung “muß” sie schon herhalten. 

Das erste Novum in der Ära Hochmuth ist die Verlegung des Osterlauftermins. Wegen der in den letzten Jahren geänderten Ladenöffnungszeiten war es sicherheitstechnisch in der jüngsten Vergangenheit oft ein Vabanquespiel, den Termin am Samstagnachmittag zu halten. Entnervte Autofahrer, die sich einen Weg zum Supermarkt oder zurück nach Hause bahnen wollen, stellen hohe Anforderungen an die Streckenposten. Zur Sicherheit der Läufer mit gleichzeitiger Entschärfung der Parkplatzsituation findet der Osterlauf jetzt am Palmsonntag statt. Eine Verlegung auf Ostermontag war nicht möglich, weil der TV Rheinzabern traditionell mit seinen Aktiven in ein einwöchiges Trainingslager aufbricht. Klar, daß mit solchen Traditionen nicht gebrochen werden soll. Schon gar nicht, da Daniel Hochmuth selbst begeisterter Mitfahrer ist.  

Wenn er selbst sportlich aktiv wird, geht er gerne mal klettern, radfahren, skifahren oder schwimmen. Als Volksläufer will er sich schon auch mal selbst versuchen, irgendwann will er sich schon auch mal an einem Marathon versuchen. Und irgendwann möchte er die deutschen Crossmeisterschaften nach Rheinzabern holen. Aber das ist noch Zukunftsmusik.  

Wenn Daniel Hochmuth genauso viel Durchhaltevermögen und Akzeptanz hat wie Werner Roth, wird er das Megaphon in Rheinzabern wohl erst zur 70. Winterlaufserie weitergeben, denn der neue Leichtathletik-Kopf des TV hat im März 2010 erst 29 Jährchen auf dem jungen Buckel.


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