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Bresser, Carsten

[eingestellt am 20. Februar 2009]

Von: Gabi Gründling

Vom Mountainbike in die Laufschuhe

Carsten Bresser im April 2007

Carsten Bresser im April 2007

2006 war er einer der prominenten Neuzugänge der TuS 06 Heltersberg: Carsten Bresser. Vor laufvereinslos, ist er seitdem einer der roten Blitze des Westpfälzer Vereins um Udo Bölts. Tatsächlich ist Carsten aber gar kein Westpfälzer, er lebt nicht mal dort. Am 04.09.1970 als Franke in Würzburg geboren, kam er 1974 in die Vorderpfalz und blieb dort. Heute lebt er mit Frau Martina, einer Tanzpädagogin und dem 5jährigen Sohn Florian in Rhodt unter Rietburg, einem Traminerweinort an der südlichen Weinstraße.  

Carsten ist das Mittlerer von drei Geschwistern der Einzige in der Familie, der sportliche Ambitionen hat und diese auch auslebt. Zum Laufen kam er übers Radfahren. Nach dem Ende seiner Profikarriere als Mountainbiker verlegte er sich auf den Laufsport. Aber “so nebenbei” ist er schon immer gelaufen – im Winter vor allem zum Ausgleich zum Radsport.  

Als Kind hing er immer vorm Fernsehen, um die Tour de France zu sehen und dann setzte er sich auf sein Rad, spielte Profi und fuhr so schnell es eben ging den “Alp d’Huez” zum Hambacher Schloß hoch. Viele Jahre später rannte er übrigens beim Hambacher Schloßmarathon hoch zum Schloß, gewann die Bergwertung und wurde am Ende Dritter – bei seinem Marathondebut.  

Als Jugendlicher, er muß ca. 15 Jahre alt gewesen sein, fuhr er zum Spaß mal bei einem Volksradfahren mit und gewann. Das war der Beginn seiner Radkarriere, denn der Ausrichter holte ihn gleich zu sich in den Verein. Zu dieser Zeit war der Neustadter Gregor Braun im Radsport erfolgreich und eins von Carstens eindrücklichsten Früherlebnissen war der Tag, als Braun ihn, den Junior, zu einem Rennen abholte und dort betreute. So wuchs er immer weiter hinein. Anfänglich bei Straßenrennen, später dann auf dem Mountainbike. Der Start seiner MTB-Karriere war ausgerechnet eine Deutsche Meisterschaft. Dort fuhr er einfach mal so zum Spaß mit und wurde auf Anhieb Elfter. Da er umgehend ein Profi-Angebot bekam, entschied er sich, umzusteigen. Was sich als richtige Entscheidung erwies, denn Carsten war u.a. zwei Mal bei den Olympischen Spielen als Mountainbiker aktiv. In Sydney wurde er 2000 Achter, in Athen vier Jahre später Zwanzigster.  

Nach Athen hat er sich von der olympischen Distanz und dem Leben als Radprofi verabschiedet. Was aber nicht heißt, daß er keine Radrennen mehr fährt. Er hat sich jetzt aber auf den sog. Marathon verlegt. Das sind Rennen von bis zu 5 h Dauer. Wichtig ist beim Mountainbiken aber die olympische Distanz. Im April 2008 fuhr er zusammen mit Udo Bölts ein Mountainbikerennen für Zweierteams in Südafrika, das mit dem Trans Alp zu vergleichen ist, den er übrigens 5x für sich entscheiden konnte.

Da die Verdienstmöglichkeiten beim Mountainbike bei Weitem nicht denen beim Straßenradfahren entsprechen, hat er sich nebenbei immer um seine Aus- und Weiterbildung gekümmert. Der Olympia Stützpunkt Rheinland Pfalz/ Saarland hat ihn bei einem BA Studium in Saarbrücken unterstützt, das er als Dipl.Fitness Ökonom abgeschlossen hat. 

Seit Anfang 2007 arbeitet Carsten als kaufmännischer Angestellter in Speyer. Die 150-Mitarbeiter-Firma gehört unter anderem seinem Vater, der ihn insofern unterstützt, als daß er zum Beispiel auch mal kurzfristig Urlaub bekommen kann, wenn ein Sporttermin ansteht. Was auch den Übergang zu einem geregelten Sitzjob erleichtert. Im sportlichen Bereich ist er allerdings alles andere als ein “Verwalter” oder “Buchhalter”. Hat er es als Profi im Radsport schon nicht hinbekommen, ein Trainingstagebuch zu führen, so lockt ihn das im Amateur- und Hobbybereich noch viel weniger. Also gar nicht.  

War Disziplin und Organisation ansonsten ein wichtiger Bestandteil im Radprofileben, so findet Carsten beim Laufen einen manchmal auch eher unorthodoxen Ausgleich. Er läuft in der Regel ohne Uhr und so natürlich auch ohne Pulsmesser. Trainingspläne? Fehlanzeige. Im Oktober 2008 möchte er beim Frankfurt-Marathon unter 2:30 h laufen, vielleicht kann er sich dafür ja mal mit strukturiertem Training anfreunden. Folgende kleine Anekdote zeigt, wie locker er “die Sache mit der Lauferei” sieht: beim Bienwaldmarathon dachte er tatsächlich, die “Königsstrecke” sei nur 41,2 km lang. Dabei war er ein Jahr zuvor bei seinem Debut in Neustadt (Hambacher Schloßmarathon) schon mal die kompletten 42,2 km gelaufen. 

Carsten geht nur dosiert zu Volksläufen. 2009 wurde er mit Udo Bölts, Matthias Hecktor und Tom Heuer Deutscher Mannschaft-Berglaufmeister.

In seiner Pfälzer Heimat sorgte er im Winter 2007/2008 für Aufsehen, als er es als erster Pfälzer nach fünf Jahren schaffte, die Winterlaufserie in Rheinzabern für sich zu entscheiden. 

Abseits vom Sport hat er ein Faible für italienischen Kaffee. Zeit für weitere Hobbies bleibt ihm nicht, denn Sohn Florian “verlangt” auch sein Recht und das Spiel mit dem Sohn macht Carsten viel Spaß. “Flori” ist es übrigens auch, der ihn am meisten zum Lachen bringt. 

Wenn Carsten ein Buch in die Hand nimmt, dürfen es gerne Krimis und (Sport)Biographien sein. Und im Fernsehen? Da sieht er am liebsten die Sportsendungen, die seine Sportarten betreffen: Marathonübertragungen, Leichtathletikmeetings und Radrennen. 

Wenn Bressers Urlaub machen, sind sie auch flexibel. Ob Meer oder die Berge – erholen und entspannen können sie sich überall. 

Seine sportlichen Erfolge: 

2x Olympia

3.WM Marathon Lugano 2003

Deutscher Meister 97

3x MTB Bundesliga Gesamtsieger

5x Trans Alp Sieger

1x Trans Germany Sieger (Mixed Kategorie)

Insgesamt 12 Jahre MTB Nationalmannschaft

Beste Platzierung Weltrangliste: 7 in 2003

ca. 7 oder 8mal Top ten Weltcup Rennen

 

Bestzeiten

wie weit

wie schnell

wann

10 km

32:15

Kottweiler-Schwanden 2006

HM

1:10:22

Karlsruhe 2010

M

2:24:18

Frankfurt 2010

 

Portrait erstellt April 2008, überarbeitet Februar und Oktober 2009,

 


Bienwald Marathon Kandel