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Sarter, Andreas

[eingestellt am 28. März 2009]

Von: Gabi Gründling

Der Polizist von Gossersweiler schaut Dir in die Augen, Kleines

Andreas in Rheinzabern Februar 2009

Die 1.500 Seelen-Gemeinde Gossersweiler-Stein liegt im Dreieck Pirmasens (31 km nach Westen) – Kaiserslautern (46 km nach Norden) – Karlsruhe (58 km nach Südosten). Mindestens fünf der Einwohner heißen “Sarter”. Es handelt sich dabei um Andreas, seine Frau Sabine und die drei Kinder Annekathrin (7), Marc (9) und Moritz (10). Andreas Sarter (Jahrgang 1967) ist eigentlich Bahnläufer, unternimmt aber gelegentlich erfolgreiche Ausflüge auf die Straße. Die Ergebnisdatenbank von laufinfo.de findet in den vergangenen 3 Jahren 12 Einträge. Alleine drei davon betreffen die Winterlaufserie 2008/2009 in Rheinzabern. Dort wurde Andreas Gesamtzweiter – mit nicht mal einer Minute Rückstand auf den 15 Jahre jüngeren Seriensieger.

Auch seine Frau Sabine läuft fast täglich, was es natürlich für ihn einfacher macht, seine nahezu täglichen Trainingseinheiten im Familienleben unterzubringen. Da er keine Marathonambitionen hat, kommen dabei allerdings erstaunlich wenig Trainingskilometer zusammen. Je nach Trainingsphase und Wettkampfplanung sind es 70-100. Normalerweise geht er zwei Mal pro Woche auf die Bahn. Im Winter darf’s auch mal ein bißchen Laufband sein. “Seit Urzeiten” trainiert er erst unter und jetzt unter Mithilfe von Johannes Eisinger, einem erfahrenen Lauftrainer und ehmaligem erfolgreichen Mittelstreckler, mit dem er heute befreundet ist. Die gelaufenen Kilometer empfindet Andreas eher als unwichtig, viel wichtiger ist die Trainingsgestaltung an sich. 

Auf der Bahn ist er genauso Überzeugungstäter wie im Job. Die Bahn lügt nicht – und auch in seinem Beruf kann er es ganz und gar nicht leiden, angelogen zu werden Andreas Sarter ist Polizist aus Leidenschaft, weil sein Beruf interessant und vielseitig ist. Als Leiter der Polizeiinspektion Pirmasens ist er aus dem Schichtdienst raus. Als er noch Schicht arbeiten mußte, hat er seine Trainingsplanung dem Schichtrhythmus unterworfen. Unterwerfen müssen. Nach einer harten Nachtschicht kann kein hartes Tempotraining kommen. O-Ton AS: “Schichtarbeit hat für den Sport Vor- und Nachteile. Gerade für Leistungssportler sehe ich jedoch auf Dauer die Nachteile überwiegen. Nachtarbeit und Leistungssport vertragen sich nur bedingt.“ Seine Arbeitszeiten sind allerdings auch heute, obwohl komplett “Tagschichtler”, nicht als regelmäßig zu betrachten. Trotzdem setzt er nur seltenst mit dem Training aus. Eine Stunde am Sport muß für ihn einfach drin sein. Alles eine Frage der Planung. Andreas ist davon überzeugt, daß es eine Wechselwirkung zwischen der Leistungsbereitschaft im Beruf und im Sport gibt.

Eine goldene Mitte gibt es für ihn nicht, er ist 100%ler. Was auch für seine Lebensführung und die Ernährung gilt. Wer Leistungssport treibt, muß nach seiner Meinung auch einigermaßen vernünftig leben. Allerdings gibt er zu, “Allesfresser” zu sein und würde er nicht laufen, wäre er wohl kugelrund. 100%ig ist er allerdings nicht beim Lesen, selten liest er ein Buch zuende. Das letzte, dem diese Ehre zuteil wurde, war eine Biographie über Rosa Luxemburg. “Tausendmal” zuende gesehen hat er allerdings Casablanca.

Gerade ist er, der inzwischen für den TSV Annweiler startet, zum vierten Mal in Folge Deutscher Altersklassen-Meister über 3.000 m geworden – in der Halle. Dazu kommt noch ein Hallentitel aus dem Jahr 2004. Im selben Jahr wurde er auch Deutscher AK-Meister über 5.000 m “draußen”.

Für 2009 hat er sich einiges vorgenommen. Zuerst einmal plant er zwei Starts bei den Deutschen Polizeimeisterschaften, die immer mit deutschen Topathleten aufwarten. Und dann träumt er davon, im Mai in Koblenz beim Mini-Internationalen Sportfest im Stadion Oberwerth unter 15 Minuten zu laufen. Über 5.000 m, versteht sich. Gerne würde er seinen M40-Titel aus der Halle auch im Freien bestätigen, klar daß das draußen über 5.000 m geschehen muß. Neben Pfalz- und Rheinland-Pfalz-Meisterschaften wird sicher auch der eine oder andere Volkslauf auf dem Plan stehen. Aber kein Marathon. 1992 ist er mal einen gelaufen, als Ausgangspunkt seines Läuferlebens. 2:39 h ist er damals gelaufen, was sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange wäre. Aber wo dieses Ende genau zu finden ist, interessiert ihn gar nicht.

Seine Bestzeiten 

 800 Meter: 1:56 (Ludwigshafen 2003)
1500 Meter: 3:56 (Pfungstadt 2003)
3000 Meter: 8:29 (Pfungstadt 2003)
5000 Meter: 14:39 (Koblenz 2003)
10000 Meter: 31:51 (Neuwied 1993)
10 Km Straße: 32:00 (Rheinzabern 2004)
15 Km Straße: 48:50 (Rheinzabern 2005)
20 Km Straße: 1:05:57 (Rheinzabern 2005)
HM: 1:10:51 (Bad Kreuznach 2000 Polizeilandesmeisterschaften

(Stand 28. März 2009)

 


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