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Kossmann, André

[eingestellt am 07. April 2010]

Von: Marion Hebding

Fotos: Ute Averkampf / photoristik.de

André Kossmann ist sicher vielen von Euch in der Laufszene seit Jahren bekannt, ein Leben ohne Sport kann sich André auch gar nicht vorstellen und  beruflich ist er mit dem Laufen bzw mit allem , was dazu gehört, ohnehin sehr eng verbunden. Ein sehr spannender Lebenslauf, tolle Zeiten und eine neue berufliche Herausforderung sind es allemal wert, portraitiert zu werden. Meinen Vereinskollegen vom TV Rheinau habe ich in den vergangenen Wochen interviewt, immer mal zwischendurch, denn André ist momentan richtig im Stress, da sein erste eigene Lauf-Kollektion unter dem label KOSSMANN bald in den (zunächst nur einigen ausgewählten) Läden hängen wird.  

André Klaus Kossmann, wie er ganz korrekt heißt, wurde am 30.08.1959 in Regensburg geboren. Dass er letztes Jahr schon seinen 50. Geburtstag feiern konnte, sieht man ihm wirklich nicht an, da merkt das Umfeld schnell, wie jung der Sport hält. In der M50 will André eigentlich auch noch mal gut mitmischen und ich bin mir sicher, dass wir ihn in der AK-Wertung öfter auf dem Treppchen sehen werden, wenn der Job es zulässt, dass er überhaupt an den Start gehen kann. 

André blickt auf erstklassige Bestzeiten zurück, von denen die meisten von uns nur träumen können: 

1.000m 2:34 min
1.500m 4:02 min
3.000m 8:34 min
5.000m 14:43 min
10.000m 30:52 min
10km 30:34 min
HM 67:06 min
Marathon 2:25:32 h 

Wie bist Du zum Laufsport gekommen?

„Angefangen habe ich 1976 in einem Lauftreff in LU-Gartenstadt. Kurz danach ging‘s zur Bundeswehr. Dort habe ich dann bei einem Eingangstest alle anderen Teilnehmer bei einem 2000 m Lauf 2x überrundet. Der Kompaniechef war selber Läufer und Trainer und hat mich dann gefördert.1985 bin ich dann zu den STUTTGARTER KICKERS gewechselt, weil es dort einen Toptrainer gab. Dort bin ich innerhalb von 2 Jahren auch alle Bestzeiten gelaufen , bevor ich mit dem Studium fertig war und dann auf berufliche Topleistungen gesetzt habe.“ 

Meiner Frage nach den größten Erfolgen und Titeln weicht André mit Understatement aus und platziert die schönsten Erfolge sogar in seine TV-Rheinau-Zeit, als er dort mit der M30 und M35-Mannschaft bei den Deutschen Halbmarathonmeisterschaften erfolgreich war. 

Zu seinen „besten Zeiten“ hat André 12 Mal die Woche, bis 190 km, trainiert, heute sind 5-6 Einheiten (wobei auch 30 min joggen als Einheit zählen). Dafür sind die erreichten Zeiten von André immer noch ziemlich gut und unter den AK-Siegern ist er meist. Größte Motivation heute ist es für ihn, über 10 km immer noch unter 36 min zu bleiben, aber wenn das nicht klappt, ist es auch ok. André war es immer wichtig neben sportlichen Zielen auch andere Interessen zu haben. Familie, Beruf und Hobbies wie Lesen und Musik (ursprünglich wollte Andre Musik studieren)zählt er als wichtigste in seinem Leben auf. Schön gelassen finde ich seinen Ausspruch „Laufen macht mir Spass, Zeiten waren wichtig, als ich Laufen als Hochleistungssport betrieben habe. Heute ist es Motivation mit Vereinskollegen um Titel zu Laufen.“ 

Der Abschied vom Hochleistungssport ließ ein stärkeres berufliches Engagement zu, vielleicht war es auch umgekehrt, dass die viele Arbeit ihm weniger Zeit fürs Training ließ,?! Wie auch immer, wir kommen jetzt zu den beruflichen Herausforderungen, die dafür gesorgt hatten, dass André die Topleistungen auf anderem Geläuf gebracht hat. Er ist Dipl. Kaufmann und hat an der Uni Mannheim studiert.Nur die erste berufliche Station in seinem Lebenslauf hatte nichts mit Sport direkt zu tun: Produktmanager bei ZEWA Wisch&Weg (zumindest Schweiss-wisch-weg-tauglich war das Produkt ja auch). Aber dann wagteer auch mit dem Laufladen RUN&FUN in Mannheim und Stuttgart bereits den Schritt in die Selbständigkeit. Den Laufladen in Stuttgart gibt es übrigens auch heute noch, er heißt nun HEART & SOLE. Nächste berufliche Stationen waren HIND Importeur Deutschland, Geschäftsführer SAUCONY Deutschland/Österreich/Benelux als Mitgründer und dann kam RONO, womit ihn die meisten in Verbindung bringen dürften, denn zuletzt als Vertriebschef war auch der kommunikative Motor dieses labels. Seit Anfang 2010 macht er sein eigenes Ding: KOSSMANN Laufdesign komplett aus Deutschland. 

Da muss ich natürlich nachhaken und frage André, was ihn treibt, sich nun noch mal in die Selbständigkeit und auch in das damit verbundene nicht zu unterschätzende finanzielle Risiko zu begeben? „Ich war es leid, fremden Unternehmen auf die Beine zu helfen. Im Ernst, nach über 25 Jahren in der Sportartikelbranche möchte ich einfach nur noch richtig gute Laufbekleidung entwickeln und beweisen, dass diese sogar in Deutschland hergestellt werden kann. So bin ich jetzt mein eigener Testläufer, das macht richtig Spass.“ 

Infos dazu gibt’s ganz aktuell immer bei Facebook unter Kossmann Laufdesign (auch für Nichtmitglieder)- oder bald auch auf der Homepage andrekossmann.de 

André, zum Abschluss noch die obligatorische Frage: Kannst Du Dir ein Leben ohne Sport eigentlich vorstellen?

„NEIN, Zeit zum Laufen muss es immer geben. Das ist doch das Schöne an unserem Sport: Laufen kann man überall. Oft finden Geschäftsbesprechungen mit Kunden sogar bei einem "Läufchen" statt.“


11. Bottwartal Marathon