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Alaimo, Kerstin

[eingestellt am 13. April 2010]

Von: Gabi Gründling

Keep on running - Kerstin in und aus St. Wendel

Läuferisch ist die 36jährige Saarländerin eine Spätzünderin – aber als sie nach ungefähr einem Dutzend Jahren veranstaltungsfreien Laufens mal Wettkampffeuer gefangen hatte, zündete sie gleich den Turbo. 

Ohne spezifische Vorbereitung, ihr längster Trainingslauf dauerte nur zwei Stunden, lief sie 2007 den ersten Marathon in ihrer Heimatstadt St. Wendel mit – weil er einfach da war. Sie beendete ihn nach erstaunlichen 3:30 h. Ein Jahr Wettkampfpause – und dann war er “plötzlich” wieder da, der St. Wendel-Marathon, Klappe, die Zweite - 2008. Kein Thema, Kerstin meldete sich wieder an und beendete ihn nach der Aufforderung eines Mitläufers, sich doch mal ein bißchen zu sputen, als Gesamt-Fünfte in 3:13 h. Nun hatte sie Blut geleckt, es folgten Monate ohne Wettkampfpause. Ein Volkslauf jagte den anderen, ein Sieg folgte dem nächsten. Im September lief sie in Saarbrücken ihre heute noch bestehende Bestzeit von 36:19 min über 10 km und nur wenige Wochen später war Schluß mit lustig: totales Burnout, Übertraining und als Bonbon obendrauf noch eine Knochenhautentzündung an beiden Schienbeinen. Im Januar begann sie wieder mit dem Training, im Mai lief sie wieder Marathon in St. Wendel, wurde mit 2:56:31 h Dritte und hatte sich erneut einen Shin Splint angefangen. Nach einer neuerlichen fünfmonatigen Wettkampfpause kam dann das nächste Kapitel aus der Serie “weil es da ist”: Keep on running St. Wendel, die Drei-Tages-Trailveranstaltung in und um St. Wendel. Und Kerstin kam, sah und siegte.  

Dabei ist Kerstins Trainingsaufwand allerdings auch nicht ganz ohne. Sie läuft ca. 150 km pro Woche, abends macht sie Krafttraining, radelt auf ihrem Spin-Bike oder legt eine zweite Laufeinheit ein. Die erste absolviert sie vormittags, wenn Tochter Emma (geb. Im November 2004) im Kindergarten ist und bevor sie ihren Nachmittagsjob antritt. Eigentlich ist Kerstin Dipl.-Betriebswirtin, hat Marketing studiert. In dem Bereich gearbeitet hat sie allerdings nie. So diszipliniert wie sie beim Training und der Organisation ihres Tagesablaufs ist, so eher undiszipliniert ist sie beim Essen. Und Kerstin ist eine Naschkatze. Schokolade, Kekse, Kuchen, nichts ist vor ihr sicher. Und im Gegensatz zu ihrem Mann Pino kann sie es nicht bei einem kleinen Stück belassen, wenn sie erstmal anfängt zu essen.  

Da Pino nebenberuflich die Landesliga-Fußballer des SV Freisen trainiert und sonntags meist in Sachen Fußball unterwegs ist, gehört bei Alaimos der Samstag der Familie. Zeit für weitere Hobbies bleibt Kerstin nicht. Mal abgesehen vom Reisen. Ihren perfekten Urlaub hatten die Alaimos 2004: Hochzeit in New York, anschließend San Francisco, dann Inselhopping auf Hawaii und dann schwanger nach Hause.  

Bei der Frage nach ihrem besten Laufjahr kommt überraschend nicht etwa eins ihrer erst kurzen Wettkampf-Lauf-Bahn. Vielmehr empfand sie die drei Jahre mit Emma im Babyjogger am schönsten. Weil es so besonders und besonders schön war. Heute ist Emma dem Babyjogger längst entwachsen, aber selbst an Kinderläufen teilnehmen mag sie noch nicht. Auch wenn sie gerne zuguckt, wenn die Mama ins Ziel läuft. Übrigens gehört die zu den Frauen, die auch in der Schwangerschaft keine Laufpause machen. Sogar am Tag der Geburt lief sie erst noch 10 km und nur zehn Tage später war sie trotz Kaiserschnitt schon wieder auf der Piste. 

Auch wenn Kerstin ein bekennender David Bowie-Fan ist und ansonsten gerne Pink Floyd, Bob Marley und Chris Rea hört, bleiben die Ohren beim Laufen frei. Wenn sie Zeit zum Lesen hat, darf es gerne Henry Miller sein. Die Glotze bleibt bei ihr kalt und ins Kino geht sie überhaupt nicht – ein Lieblingsfilm ist daher auch Fehlanzeige.  

Derzeit dosiert sie ihre Wettkämpfe, ist dabei aber nicht weniger erfolgreich. Mit ihrem Sieg beim Donnersberglauf Ende Februar 2010 brach sie in die Phalanx der Berglaufspezialistinnen ein. Zwei Wochen später lief sie beim kupierten Halbmarathon in Trier-Schweich mit 1:29:11 h neuen Streckenrekord und blieb als erste Frau überhaupt unter 1:30 h. Ihren nächsten Marathon hat sie auch schon geplant. Na wo wohl? Klar, in Sankt Wendel!

Update Mai 2010: diesmal lief Kerstin in ihrer Heimatstadt mit neuer persönlicher Bestzeit von 2:53:55 h auf Platz 2!

 


Bienwald Marathon Kandel