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4. GLOBUS Marathon Sankt Wendel

[eingestellt am 06. Mai 2010]

Von: Alexander Dackiw

Fotos: Ramona Mellies

Unterstützung für die Läufer

Der Sieger auf der Zielgeraden

Geoffrey Gikuni auf dem Weg zum Sieg

Harter Kampf zwischen dem Sieger und dem Zweiten

Peter Nyambura verläuft sich unterwegs und wird disqualifiziert

Wilson Melley kämpft sich trotz Muskelschmerzen ab dem 1. km ins Ziel (5. Platz)

Die Frauensiegerin Salome Biwott

Kerstin Alaimo freut sich über den zweiten Platz

Thomas läuft mit Rückenwind

Jörg Hooß kämpft

Tanja Hooß wird am Ende 4. Frau

Rene Strosny, heute 42,195 km, am Vortag 52,5 km beim Bärenfelslauf unterwegs

Erik Theiß freut sich über den vierten Platz

Katrin Vogler (3. Frau) kurz vor dem Ziel

Markus Wagner aus St. Wendel kontrolliert die Zeit (6. Mann im Ziel)

Heike Alaimo (1. HM), ihr Begleiter trägt ihre Startnummer ins Ziel

Viel Gedränge auf der Strecke nach dem Start des Halbmarathons

Stefan Schu (1. HM) hat das Ziel vor Augen

Beim Kids-Lauf war jeder Sieger

Bürgermeister Klaus Bouillon macht sich selbst ein Bild von der Veranstaltung

Marathonparty in St. Wendel 

St. Wendel, 2. Mai 2010 - Zum vierten Mal wurde dieses Jahr in der Sportstadt St. Wendel ein Marathon ausgetragen. Bekannter als der Marathon ist den Ausdauersportlern das große Radsportengagement der Stadt unter ihrem Bürgermeister Klaus Bouillon, der schon seit 1983 im Rathaus das Sagen hat.  Zahlreiche Deutsche Meisterschaften und Weltmeisterschaften wurden bereits erfolgreich ausgerichtet. Die nächsten Höhepunkte sind die WM der Marathon-Mountainbiker im August und Anfang 2011 die WM der Querfeldeinfahrer. Dazwischen  findet Anfang Oktober für alle gestählten Läufer die dreitätige Trail-Runinng – Veranstaltung „Keep on running“ statt. Ganz beachtlich für die Stadt mit noch nicht mal 30.000 Einwohnern im Norden des Saarlandes. 

Pünktlich um 9:30 Uhr wurden 331 Marathonläufer und 114 Staffelläufer ins Rennen geschickt. Das ganze bei kühlen Temperaturen, aber dafür war es trocken. Begleitet vom Applaus zahlreicher Zuschauer, die zuvor von den Sprechern bei Start – und Ziel und einer Cheerleader – Gruppe richtig eingestimmt wurden. 

Die Strecke führte zunächst einige Kilometer durch St. Wendel, bevor es auf die B 41, zum südlichen Wendepunkt der Strecke nach Niederlinxweiler ging. Von dort aus liefen die Teilnehmer wieder zurück in die City und weiter zum nächsten Wendepunkt in Urweiler um wieder kehrt zu machen und ein weiteres Mal den Applaus der Zuschauer in der Stadtmitte zu empfangen. Diese Runde musste zweimal durchlaufen werden, um auf die 42,195 km zu kommen. Entlang der Strecke wurden die Läufer von vielen Zuschauern, über 30 Bands und Cheerleadern mächtig angefeuert. 

Gleich zu Beginn des Rennens setzen sich die Favoriten aus Kenia auf ihrer Jagd nach dem Streckenrekord aus dem Vorjahr ab. Bei km 3 wurde das Feld vom Tempomacher James Mwathi Kamau angeführt, in seinem Windschatten liefen Timothy Chelimo und der Vorjahressieger Geoffrey Gikuni Ndungu. Einige Meter zurück folgten Peter Ndegwa Nyambura und Wilson Melly. Bis zur Halbmarathonmarke blieben die ersten drei Läufer zusammen, danach beendete Kamau wie abgesprochen seine Führungsarbeit, nach 1:05:40 h. Von da an lieferten sich Chelimo und Ndungu einen harten Kampf, wobei der letztgenannte den weitaus entspannteren Eindruck machte. Etwa sechs Kilometer vor dem Ziel hatte Geoffrey Gikuni es geschafft, sich 50 m von seinem Verfolger zu lösen, um bejubelt von den Zuschauern, in Richtung des letzten Wendepunktes zu laufen. Etwa zur gleichen Zeit setzte auch der Regen ein, von dem nur die beiden Spitzenläufer nicht mehr ganz so viel abbekamen. Das restliche Feld wurde kräftig geduscht. Gespannt warteten nun die sportbegeisterten Zuschauer im Zielbereich, trotz des heftigen Regens, auf die ersten Läufer. Am Ende wurde es eine klare Angelegenheit für Gikuni, er setzte sich in der tollen Zeit von 2:11:30 h gegen Timothy  Chelimo durch, der in 2:14:05 h das Ziel erreichte. 

Hinter den Spitzenläufern entwickelte sich ein spannendes Duell zwischen den beiden Saarländern Erik Theiß (Grojos LTF Elversberg) und Jörg Hooß (LTF Marpingen). Theiß ging das Rennen schneller an, aber der erfahrene Marathon – und 100 km – Läufer Hooß (2:41:44 h) hatte sich das Rennen gut eingeteilt und konnte kräftig jubelnd auf dem dritten Gesamtplatz einlaufen, vor dem nicht weniger glücklichen Erik Theiß (2:43:34 h). 

Bei den Frauen ging der Sieg ebenfalls nach Kenia. Salome Biwott, die vor 14 Tagen bereits den Marathon Deutsche Weinstraße gewinnen konnte, gewann in 2:50:47 h. Diese Position gab sie von Beginn zum Ende des Laufes nie ab. Schade war, dass ihr Zieleinlauf in der Menge der Halbmarathonläufer (Startzeit 11:00 Uhr) unterging. Auf dem zweiten Platz folgte Kerstin Alaimo aus St. Wendel, die ihre Platzierung und Zeit aus dem Vorjahr steigern konnte. Mit 2:53:55 h lag sie am Ende noch deutlich vor Katrin Vogler (2:58:30 h) aus Leinfelden-Echterdingen. Beide liefen am Anfang in der Gruppe der 3 h – Läufer, bevor Alaimo etwa bei km 25 auf das Tempo drückte. Als Vierte kam Tanja Hooß, begleitet von ihrem Mann Jörg, ins Ziel. 55 Sekunden fehlten ihr am Ende, um den gleichen Platz wie ihr Gatte zu erzielen. 

Insgesamt beendeten den Marathon 315 Läufer (255 Männer und 60 Frauen). Wohingegen beim Halbmarathon mit 1448 Zieleinläufern deutlich mehr los war. Diese hatten eine Runde auf demselben Kurs zu absolvieren. 

Bei den Männern setzte sich der Saarländer Stefan Schu von Beginn an die Spitze und kam auch wieder als Sieger in 1:14:04 h vor dem St. Wendeler Rathaus ins Ziel. Dahinter liefen Benjamin Pukalla in 1:14:43 h (TuS 06 Heltersberg), der sich zu Beginn zurück gehalten hatte, und Frank Sehn in 1:15.12 h (Vfa Neunkirchen) ein. Die Frauen sorgten da schon für deutlichere Abstände, denn die Siegerin hatte über 8 Minuten Vorsprung vor der nächsten Läuferin. Es siegte Heike Alaimo (TV Ottweiler) in 1:19:14 h vor Heike Brücker-Boghossian (SV schlau.com Saar 05) und Irene Schikowski (TG Konz).

Der Veranstaltung merkte man an, dass sie von Leuten auf die Beine gestellt wird, die etwas vom Laufen und dem Organisieren von großen Sportveranstaltungen verstehen. Dazu kamen noch zahlreiche sportbegeisterte Zuschauer an der Strecke, was den Läufern natürlich sehr entgegenkam. Deshalb sah man auch viele glückliche Gesichter auf der Strecke und im Ziel. 

Ein Punkt den man in Zukunft verbessern sollte, ist die Abstimmung von Marathon- und Halbmarathonstart. Für manchen Zuschauer war der Mix aus beiden Feldern, nach dem Beginn des Halbmarathons, nicht auseinander zuhalten. Aus Läufersicht gab es einige die einen Slalomlauf hinlegen mussten. Die langsameren Marathonläufer gehen in so einer Menge auch unter, was diese sicher nicht verdient haben. 

Konnte man die Zahl der Marathonis gegenüber dem Vorjahr sehr konstant halten (2010: 315 / 2009: 320), musste man beim Halbmarathon doch einen deutlichen Rückgang hinnehmen. 359 Läufer weniger im Ziel. Es ist eben nicht einfach im Frühjahr, wenn Dutzende von Veranstaltern um Marathon – und Halbmarathonläufer werben immer einen günstigen Termin zu finden. Vielleicht schaffen die Veranstalter es in Zukunft auch mehr Läufer außerhalb des Saarlandes anzusprechen, da gibt es mit Sicherheit noch Potenzial, wie der Blick in die Ergebnisliste verrät. Zum Beispiel mit der Ausrichtung der Deutschen Marathonmeisterschaft. Erfahren genug ist man in St. Wendel ja, um solche Aufgaben anzugehen. Der St. Wendel Marathon ist auf jeden Fall einen Start wert. 

Ergebnisse: http://services.datasport.com/2010/lauf/stwendel