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7. mlp-Marathon Mannheim

[eingestellt am 20. Mai 2010]

Von: Stefan Hinze

Fotos: go4it-Foto

Sieger Isaak Cheriyot

Siegerin Susanne Bog

Maifrischer Mannheim Marathon

Mannheim, 15. Mai 2010 - Dieser zugegebenermaßen dilettantische Versuch einer Alliteration beschreibt recht gut die äußeren Bedingungen der Laufveranstaltung des vergangenen Wochenendes in der sonst wärmeverwöhnten Kurpfalzmetropole. Bei Außentemperaturen von etwa 12 Grad war die unmittelbare Startvorbereitung nicht ganz einfach, zumindest für Athletinnen und Athleten, die keinen Betreuer dabei hatten, der nicht benötigte Kleidungsstücke vor dem Eintritt in den zugewiesenen Startblock in Empfang nehmen konnte. Zu allem Überfluss verzögerte sich dann der Start für die langen Laufstrecken auch noch um 15 Minuten, so dass man ein wenig fröstelnd den Startschuss herbei sehnte. 

Die Anzahl der verschiedenen Wettbewerbe war immens. Laufen, Handbiken und Inlineskaten in unterschiedlichen Wettkämpfen lockten tausende Menschen – Aktive und Zuschauer – in die Stadt am Rhein. Das Startareal liegt direkt am Wasserturm und mit dem Kongressgebäude „Rosengarten“ wurde eine gute Anlaufstelle für die Ausgabe der Startunterlagen und für die Marathonmesse gefunden. Erstaunlich, wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich noch kurz vor dem Beginn des Rennens dem Pastagenuss hingaben und dabei einem Gitarrenduo lauschten. Das Gedränge rund um den Rosengarten war ziemlich groß, so dass man gut beraten war, frühzeitig seinen Startblock aufzusuchen. 

Die Wettbewerbe im Marathon und Halbmarathon wurden gleichzeitig gestartet. Mehr als 4200 Läuferinnen und Läufer erreichten das Ziel. Die Laufstrecken sind nicht unbedingt attraktiv, aber durch die zahlreichen Zuschauer und Anwohner durchaus kurzweilig. Die Stimmung war sehr gut und leistete einen zusätzlichen Motivationsschub. 

 

Danke an Matthias Heibel für die Fotos!

Der Vorjahressieger des Marathons, Isaak Cheriyot (KEN), ausgestattet mit einer persönlichen Bestleistung von 2:14:33h, galt auch bei der diesjährigen Auflage als klarer Favorit. Carsten Bresser vom TUS Heltersberg und Markus van Ghemen, TV Schriesheim, kamen als Läufer aus der Region für die Podiumsplätze in Betracht.

Bei den Frauen durfte man gespannt sein auf das erneute Duell dreier Pfälzer Läuferinnen, die sich bereits beim Weinstrassenmarathon einen Kampf um die vorderen Plätze geliefert hatten. Während Susanne Bog und Eve Rauschenberg die Marathonstrecke in Angriff nahmen, hatte sich Josefa Matheis entschieden, nach der Anstrengung an der Weinstraße nicht schon wieder 42 Kilometer zu absolvieren, zumal sie den Start als ein Geschenk erhalten hatte. 

Bei den Männern hatten sich kurzfristige einige leistungsstarke Läufer aus Kenia für den Halbmarathonlauf angemeldet, von den Wilson Kipkogei mit 1:02:13 h die beste Vorleistung aufweisen konnte. Aus Deutschland hatten Berglaufspezialist Josef Beha, FC Unterkirnach, und Hans-Jörg Dörr vom TV Hatzenbühl gute Chancen auf die Platzierungen hinter den Kenianern. 

Im Marathonlauf gab es dann auch den erwarteten Rennverlauf. Auf der mit vielen Zuschauern umsäumten Strecken durch Mannheim und Ludwigshafen mit den zwei Rheinüberquerungen siegte Isaak Cheriyot/KEN in 2:19:28 h ganz überlegen. Zweiter wurde Carsten Bresser, der im März noch zusammen mit Udo Bölts an einem Mountainbikerennen in Südafrika teilgenommen hatte. Mit 2:28:43 h blieb er unter der wertvollen Zweieinhalb-Stundenmarke. Auf Platz drei lief dann Markus van Ghemen mit 2:34:00 h ins Ziel. 

Bei den Frauen gab es einen sehr spannenden Zweikampf um den Sieg. Zunächst lag Susanne Bog vor Eve Rauschenberg in Führung. Beide legten ein  ziemlich flottes Tempo vor und lagen bei Kilometer 15 noch unter der 60 Minutengrenze. Etwa bei der Halbmarathonmarke kam es dann zu einem Führungswechsel, weil Rauschenberg das Tempo weiter hoch hielt. Bog hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits mit dem zweiten Rang abgefunden. Sie glaubte nicht mehr daran, die Führende noch einmal einzuholen. Für Eve kam dann aber etwa 7 Kilometer vor dem Ziel ein heftiger Einbruch und sie musste ihre Renngeschwindigkeit deutlich reduzieren. Susanne konnte aufschließen und letztendlich mit einen guten Minute Vorsprung in 2:54:54 h als Erste das Ziel erreichen. Offensichtlich hat sie nach längerer Wettkampfpause nun wieder die rechte Motivation und ist bereit zu weiteren (Lauf-)Taten. 

Aber auch Eve Rauschenberg war sehr zufrieden mit ihrem Abschneiden. Nachdem der Weinstraßenmarathon noch völlig verkorkst war, kam sie in Mannheim gut ins Rennen. Ihren Einbruch in der letzten Phase des Rennens nahm sie gelassen hin - im Hinblick auf die gute Endzeit sehr verständlich. Nun wird sie sich aber für einige Wochen regenerieren, bevor dann im Juni ein längerer beruflichen Aufenthalt in Japan ansteht. Sie wird also in nächster Zeit nicht mehr so häufig bei Wettkämpfen anzutreffen sein. Aber auch in Japan kann man sein Trainingsprogramm fortsetzen, versichert sie. Unter den zierlich gebauten Asiaten kommt sie sich allerdings wie eine Sumo-Ringerin vor. Ihre weitere Wettkampfplanung wird nach ihrer Rückkehr vornehmen. 

Das Podium vervollständigte die in der Schweiz lebende Multisportlerin Susanne Gries in 3:02: 29 h. 

Im Halbmarathonlauf gab es einen kenianischen Dreifacherfolg. Es siegte Wilson Kipkogei  in 1:04:24 h vor seinen Landsleuten Philip Rutto (1:04:52 h) und Timothy Kutto in 1:06:25h. Auf Rang fünf folgte der beste Deutsche, Matthias Müller in 1:11:01 h noch vor Josef Beha (1:12:25 h). 

Bei den Frauen konnte sich Josefa Matheis in 1:22:10 h vor der Russin Lena Bolkhovitin durchsetzen, die das Rennen in 1:23:47 h beendete. Petra Büchler wurde in 1:27:30 h Dritte. 

Insgesamt war es eine sehr gut organisierte Veranstaltung ohne größere Schwächen. Nur die ungewöhnliche Kühle war zumindest vor dem Start etwas unangenehm.

Veranstaltungsseite mit Links zu den Ergebnissen