19. Dusslinger Hanneslelauf
Mei Hannesle! Mei Bua!
Dusslingen, 22.05.2010 - Dusslinger was? Für Nicht-Dusslinger sei erklärt, dass das Dusslinger Hannesle ein junger Bursche war, der vor einigen Hundert Jahren ausgezogen ist, um die Welt zu erkunden. Da er nicht gerade sparsam mit seinem Geld umging und die angenommene Arbeit nicht ausreichte, um seine Ausgaben für „Wein, Weib und Gesang“ zu decken, blieb ihm nichts anderes übrig, als reumütig den Heimweg nach Dusslingen zu seiner Mutter anzutreten. Die war natürlich froh, ihren Bub wieder zu haben und der beschloß, ab heute in der Heimat zu bleiben.
Das Hannesle ist im 5.600 Einwohner zählenden Dorf Dusslingen ca. 10 km hinter Tübingen im Vorland der Schwäbischen Alb gelegen, im Hanneslebrunnen, dem Dorfbrunnen, verewigt. Und das Hannesle ist Namensgeber für den im Rahmen des Dusslinger Pfingstsportfestes ausgetragenen Volkslauf.
Bei der Anfahrt zum Start konnte man schon erahnen, der halbe Ort und viele Sportler aus der Laufregion Reutlingen-Tübingen haben den Weg hierher gefunden. Klar, an Pfingsten sind Laufveranstaltungen Mangelware und wenn dann noch, so wie am Pfingstsamstag nach gefühlten drei Regenmonaten die Sonne scheint, nichts wie raus und in die Laufschuhe.
Das umfangreiche Dusslinger Laufprogramm begann um 13.15 Uhr mit den Schülern, die 2,3 km zu bewältigen haben, gefolgt von den Zwergen, also die ganz kleinen Nachwuchsläufer, mit ihrer 400 m Strecke. Der Hauptlauf über 10,1 km und der Hobbylauf über 4,9 km starteten gemeinsam um 14 Uhr.
Die Strecke des Hauptlaufs führt ca. 1 km durch den Ort, dort schon deutlich ansteigend, dann über das freie Feld mit schönen Blicken auf die nahe Schwäbische Alb direkt auf den Wald zu. Den sehnte man bei der gefühlten samstäglichen Hitze auch herbei, versprach er doch etwas Kühlung. Schon vorher, bei 2,5 km, teilt sich die Strecke des Haupt- und des Hobbylaufes. Die Kurzstreckler werden hier direkt ins Ziel zurück geleitet, die Langstreckler müssen noch einige Höhenmeter bewältigen, bis sie bei km 3,5 die erste Wasserstelle und auch erstmal ein wenig Erholung bergab genießen können. In Wellen, die sich insgesamt auf 140 Höhenmeter summieren, geht es gen Dusslingen zurück. Ein langes Bergabstück führt dann zum ersehnten Ziel. Wer es richtig rollen lässt, kann hier noch viele Plätze gut machen.
Den Schülerlauf dominierte von Anfang an der hoch gewachsene 15 jährige Sascha Tyralla (VfL Pfullingen), der die 2,3 km in sagenhaften 7:12 min zurücklegte und klar gewann. Hinter ihm liefen Jannis Schnell (TV Rottenburg) in 8:08 min und Tim Holzapfel (LG Steinlach) ebenfalls in 8:08 min auf die Plätze. Bei den Schülerinnen siegte Cynthia Conzelmann (SF Dusslingen) in 8:43 min vor Svenja Wüst (SV Böblingen) in 8:45 min und Jessica Wunschmann (TV Rottenburg, 8:52 min).
Den Hauptlauf über 10,1 km gewann Daniel Kittel im Trikot von der nahen LAV asics Tübingen in guten 34:46 min. 35:02 min stoppte die Uhr für seinen Verfolger und Vereinskameraden Matthias Koch. Thomas Janson (SV Ohmenhausen) erlief sich den dritten Platz in 35:06 min.
Bei den Frauen siegte die Sommerbiathletin Judith Wagner (LT Starzach) und blieb als einzige Frau mit ihrer Zeit von 39:15 min unter der 40 min-Marke. Ihre Bestmarke über 10 km steht bei 37:26 min, was sie dieses Jahr beim Osterlauf in Kiebingen gelaufen ist. Gerne läuft sie auch auf der Bahn, ihre längsten Strecken sind 10 km Läufe. In Dusslingen war sie wegen der Cupwertung zum vr-cup am Start, da dies der zweite Wertungslauf dazu war. Eigentlich läuft sie nicht gerne Rennen bei Wärme, so war sie mit dem Rennen und seinem Verlauf und vor allem natürlich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Erst bei km 8 war sie sich über ihren großen Vorsprung im Klaren und hatte bis dahin immer weiter Druck gemacht. Mirjam Fassnacht (SV Oberkollbach) lief mit 40:54 min auf Rang zwei, Pamela Veith (TSV Kusterdingen) folgte ihr in 42:03 min. Nach langer Verletzungspause für sie ein gutes Ergebnis, das auf einen schnellen Wiederaufbau der Form auch für die langen Strecken hoffen lässt.
Beim Lauf über 4,9 km siegte Philipp Hoheussle (TC Nehren) in einer Zeit von 18:47 min. Als Zweite erreichte schon die erste Frau, Hannah Arndt, das Ziel: 18:56 min wurden für sie gestoppt.
Den Tag in Dusslingen konnte man beim Pfingstfest der Sportfreunde ausklingen lassen. Fürs leibliche Wohl war gut gesorgt und der Wettergott meinte es auch gut.
Zitat vom Hannesle:
"So goht´s dr Hoimet zua.
Sei Muader duat-n Freidaschroi:
Mei Hannesle! Mei Bua!"
Hannes erwidert seiner Mutter:
"Jetzt woiß i ao, was d´Hoimet ischt.
Ha, I wär jo grad domm:
I folg deim Rot ond bleib ab heut
Om Dußlinge halt rom!"
Direkter Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: http://www.sf-dusslingen.de

