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9. Dornbirner 12 h Nachtlauf

[eingestellt am 25. Mai 2010]

Von: Nicole Benning

Fotos: Jochen Höschele

Gerhard Bracht läuft durch die Messehalle

Rundenanzeige

Der Schweizer Franz Schullitsch kam am Ende auf 79 km

Staffelwechsel

Running Plumbers auf dem Weg um die Messe

Christine Schranz (22) wird dritte Frau

Sascha Saga aus Berlin läuft 86 km

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Dream Team-Staffelläufer (50)

Nicole Benning dreht 43 Runden und steigt dann wie geplant aus

… und noch mal Gerhard Bracht … schon etwas gezeichnet

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Die Laufsocken prüfen ihre Lage auf der automatischen Rundenanzeige

Verpflegung

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Staffelwechsel

Die Siegerin Monika Weinzierl

Sieger Stefan Wäschle (rechts) zusammen mit Walti Schäfer

Platz 2 für Andreas Gäckle

Sie hat noch immer gut lachen: Monika Weinzierl

Das Siegerteam iNCO Zytoenergese (in weiß) läßt es locker auslaufen

Christine Schranz

Claudia Bäumler läuft auf Platz 2 bei den Frauen

Sabine Weiland wird vierte Frau mit 70 km

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Die Running Plumbers (in blau) und das Team iNCO Zytoenergese

Andreas Gäckle

Christian Walkensteiner (33) läuft mit 101 km auf Platz vier

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Die Sieger: Monika Weinzierl (in gelb) und Stefan Wäschle (mit Kappe)

Hartmut und Nina (im Kinderwagen) Bielefeldt betreuen Claudia Bäumler

12 h des Nachts um die Dornbirner Messe

Dornbirn (Österreich), 22.Mai 2010 - Stefan Wäschle und Monika Weinzierl heißen die Sieger des neunten Dornbirner 12 h Nachtlaufes rund um die Messe.

Im österreichischen Dornbirn im Bundesland Vorarlberg findet seit nunmehr 9 Jahren Ende Mai der 12 h Lauf organisiert von der freien Montessori-Schule Altach statt. Bis nach Deutschland hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass Freunde des Runden- und Stundenlaufes hier ein Betätigungsfeld finden können. Zwar treffen sich immer wieder versprengte Teilnehmer aus dem nahen Süddeutschland, aber verglichen mit den Möglichkeiten, die die Strecke noch hergibt, ist da noch einiges an Luft nach oben.

Das 45.000 Einwohner zählende Dornbirn liegt verkehrstechnisch ausgesprochen günstig im Dreiländereck Österreich – Schweiz – Deutschland und ist über die Rheintal-Autobahn bestens angebunden. Den Ort des Geschehens, die Messe Dornbirn, erreicht man entweder per Bus vom Bahnhof oder direkt von der Autobahnausfahrt Dornbirn-Süd.

So viel zu den „technischen Details“ dieser Veranstaltung, deren neunte Auflage Punkt 22 Uhr am Pfingstsamstag gestartet wurde. Für Unterhaltung und Verpflegung der 251 Läufer war gesorgt – die ganze Nacht hindurch wurde die Halle, in der sich die Verpflegungszone befand und die Staffelmannschaften ihre Wechsel durchführten, von einem Discjockey beschallt, jedoch durchaus in erträglichen Dezibelzahlen. In einer Nachbarhalle gab es eine Ruhezone, wo man mit Schlafsack und Isomatte ausgerüstet pausieren konnte, was insbesondere für die Staffelläufer von Interesse war. Duschmöglichkeiten sind ebenfalls vorhanden.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Rundenzählsystem. Ein Minitransponder muss an einen Finger geklebt werden und dieser bei jeder durchlaufenden Runde an ein Zählgerät gehalten werden – sicherheitshalber hilft ein Kontrollblick auf die sofort und automatisch aktualisierte Anzeigentafel, ob die gelaufene Runde auch erfasst wurde. Angezeigt wurde auch, welche Durchschnittsgeschwindigkeit auf der letzten Runde gelaufen wurde, welchen Platz man gerade belegt und natürlich eben die Rundenzahl.

Die zu laufende Runde misst exakt 1 km, ist durchgängig beleuchtet, asphaltiert und mit einigen 90 Grad-Kurven und einer 180 Grad-Kurve etwas eckig zu laufen. Dies merkt man natürlich noch nicht auf den ersten Runden kurz nach 22 Uhr, aber mit fortschreitender Zeit kosten diese ständigen Bremsmanöver selbstverständlich Kraft. Aber die Runde ist ja für alle gleich! Gleich ist auch, dass man immer beim Einlaufen in die Messehalle den Duftschwall der Kocherei der Versorgungsstation in die Nase bekam: beim Einen regte der Geruch nach Spaghetti oder Chinesischen Wokgerichten sicherlich den Appetit an, beim Anderen sorgte dies eher für das Gegenteil.

Bei den Männern setzte sich von Anfang an der Schweizer Stefan Wäschle an die Spitze, er lief teilweise Rundenzeiten von knapp unter 5 min / km, hatte also etwas vor. 2009 war er in Dornbirn 115,49 km weit gekommen. Mit seinem Anfangstempo wollte er diese Leistung wohl überbieten. Anfang Mai war er bereits in Basel beim 24 h Lauf am Start gewesen, musste sich dort aber mit 118,7 km begnügen. In Dornbirn hatte er dieses Jahr aber einen guten Tag erwischt. Er gab seine Führung nicht ab und beendete den 12 h Lauf mit sehr guten 130 km. In Dornbirn zählt man nur ganze Runden, Restmeter werden nicht vermessen.

Auf Platz 2 lief Andreas Gäckle aus dem deutschen Kornwestheim. „Das war so genial, ich habe mich noch nie platziert. So ein tolles Erlebnis. Als die Sonne morgens aufgegangen ist, da ging’s wieder richtig aufwärts.“ Gäckle lief ein recht konstantes Rennen – nach vier Stunden noch auf Rang drei liegend, arbeitete er sich im Laufe der Nacht auf Platz zwei vor und drehte exakt 109 Runden. Somit ist also die „Generalprobe“ für sein Debüt auf der 24-Stunden-Strecke gelungen. Der Kornwestheimer unternimmt in vier Wochen im Rahmen der Deutschen Meisterschaft im 24-Stundenlauf in Rockenhausen seinen ersten Versuch. „Ich bin sehr gespannt, wie mein Körper auf diese Herausforderung reagiert.“ Ein besonderes Ziel peilt Gäckle nicht an, ihm geht es bei seiner ersten Teilnahme zunächst mal darum, zu erleben, was so alles passieren kann.

Der 46jährige Peter Bürger aus Koblach in Österreich, ein Dauergast beim 12 h Lauf in Dornbirn, komplettierte als Dritter mit 103 km das Podest.

Bei den Damen war nach dem geplanten Ausstieg der klar in Führung liegenden Nicole Benning (EK Schwaikheim) der Weg frei für die erst 23jährige Niederösterreicherin Monika Weinzierl. Sie kam auf insgesamt 97 Runden, also 97 km und war mit ihrem 12 h-Lauf-Debüt sehr zufrieden. „Was Besseres als beim ersten Mal gleich zu gewinnen kann einem nicht passieren. Das ist einfach toll.“ Eigentlich läuft sie lieber im Gelände, daher startet Weinzierl als nächstes auch beim Ötscher Ultramarathon mit 70 km Länge und ca. 3.000 Höhenmetern, der in drei Wochen stattfindet.

Nur 2 km hinter ihr sicherte sich Claudia Bäumler aus Friedrichshafen am Bodensee Platz 2. Sie läuft gerne in Biel, schon drei Mal ist sie dort gestartet und auch ins Ziel gekommen. Ihre wahre Passion ist aber die Bergsteigerei. Da können ihr nur Wenige das Wasser reichen; zusammen mit ihrem Mann Hartmut Bielefeldt stand sie auf einer unglaublichen Vielzahl von hohen und schwierigen Gipfeln der Alpen, aber nicht nur das. Auch die Berge der Welt haben es ihr angetan. Zahlreiche Expeditionen führten sie zu allen möglichen sehr hohen Gipfeln; zwei Mal stand sie auf einem Gipfel eines 8.000ers, der Cho Oyu (1999) und 2002 der Mount Everest, immer zusammen mit Hartmut Bielefeldt. Seit 2009 sind die Berge nach über 20 Jahren Hochtouren- und Expeditionsbergsteigen etwas niedriger, denn die kleine Nina bereichert die Familie. Auch sie war übrigens beim 12 h-Lauf dabei, im Kinderwagen wurde sie die Nacht über vom Papa betreut.

Auf Platz 3 kam Christine Schranz mit 86 km.

Beeindruckend waren die Leistungen der Staffeln: Es gab die Möglichkeit als 2er, 3er oder 4er Team in der Wertung „Team 2-4“ zu starten oder als „Team 5-10“ mit 5 bis 10 Läufern. 174 km legte das Team iNCO Zytoenergese im Wettbewerb Team 2-4 zurück. Teilweise lagen die Rundenzeiten deutlich unter 3:30 min / km, der Durchschnitt lag bei 14,6 km / h!!! Und das 12 Stunden lang. Die „PSV Runners“ kamen in dieser Kategorie mit 165 km auf Platz 2. Dritte wurde das Team „Running Plumbers“ aus Götzis mit 146 km. In der Kategorie Team 5-10 erreichte das Team „an Versuch isch as wert“ aus Alberschwende Platz 1 mit 170 gelaufenen Runden. Platz 2 ging an das Team „Die Laufsocken“ aus Oy-Mittelberg im Allgäu mit 166 km und Platz 3 an das Team „Leica“ mit 164 km.

Direkter Link zur Veranstaltung und den Ergebnissen: www.nachtlauf.at