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1. Black Forest Trailrun Masters Simonswald

[eingestellt am 07. Juni 2010]

Von: Jochen Höschele

Fotos: Nicole Benning & Jochen Höschele

Es klappert die Mühle …

Birgit Lennartz und Ehemann Udo Lohrengel vor dem Start

Team Pink und Grün alias Martin Heinel

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Simonswäldertal

Der erste Anstieg

Trail

Üppige Verpflegung

Schwarzwald

Harry Ernst

Einer der vielen schönen Ausblicke

Blick zum Feldberg

Trail nach Wildgutach hinunter

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Der spätere Sieger Frank Brengartner klar in Führung

Position 2 für Petru Muntenasu

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Bernhard Hollunder wird Vierter

Berndt Reiss läuft auf Platz drei

Martin Heinel und die pinkgrünen Strümpfe

Felix Thümmel (68) vom SV Waldkirch

Die Siegerin Birgit Lennartz

Bernd Kuderer

Schnitzkunst im Wald

Platz 2 für Susanne Bitzer

Udo Lohrengel kurz vor dem Abflug

Vanillekipferl (!!!) an der Verpflegung

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Sieger Brengartner (re) mit Cheforganisator Hans Maier (Mitte) und dem Zweitplatzierten Petru Muntenasu

Martin Heinel wurde es zu warm

Peter Toobe

Hilde Wieland gewinnt die Einzelstarterwertung

Andrea Falkus

Wenn der Vater mit dem Sohne

Siegerehrung Einzelstarter: Hilde Wieland (re) und Brigitte Traut

Zweiter Einzelwertung: Lothar Killig

Monika Zuther läuft direkt zur Siegerehrung als Dritte der Einzelwertung

Klaus Neumann (li) und Peter Protze (re) kurz vor dem Ziel

Ewald Komar

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Stephanie Effelberg

Regina Kastauer und Klaus Kistner aus der Pfalz

Schöne Rücken

Es war wohl anstrengend!

Hoch und runter, heiß und grün – Black Forest Trailrun Masters Simonswald

Simonswald,05. Juni 2010 - Der, die das, wer, wie was – schon der Name sorgt für Verwirrung, und nicht zu Unrecht fragten sich so manche im Vorfeld der Veranstaltung, ob’s denn immer und überall englische Titel und Attribute sein müssen.

Soviel vorweg – die Namensgebung lehnte sich wohl am „Transalpine-Run" an, einem Etappenlauf über die Alpen von Deutschland nach Italien, der alljährlich im September stattfindet und in Zweiermannschaften (hat da tatsächlich jemand „Teams" gesagt?) absolviert werden kann.

Schließlich hat Hans Maier, der Chef des „Trailrun Masters" oder TRM, wie wir ihn der Kürze halber nennen wollen, diesen Lauf über die Alpen selbst auch schon bewältigt, zuletzt im Jahre 2009, gemeinsam mit dem erst kürzlich leider verstorbenen Hans Schellenberg aus der Schweiz unter dem Namen „Hans und Hans".

Ob ihm dabei wohl die Idee gekommen ist, den bereits zum achten Mal ausgetragenen Halbmarathon namens „Panoramalauf" mit einem am Vortag ausgetragenen Ultralauf zu kombinieren und als eben jenes „TRM" auszuschreiben? Möglich wär’s.

Den Weg ins Simonswälder Tal, bei Waldkirch unterhalb des Kandel in Südbaden gelegen, fanden dann auch bereits am Freitag Abend etliche Laufwillige, die sich von den angekündigten 55 km und 1900 Höhenmetern nicht abschrecken ließen sondern, ganz im Gegenteil, davon sogar angezogen wurden.

Etliche in der Szene bekannte Gesichter waren darunter, wie zum Beispiel die häufig als „Ultralauflegende" bezeichnete vielfache Biel- und SwissAlpine-Siegerin Birgit Lennartz nebst Ehegatten Udo Lohrengel, sowie der Sieger des Chiemgauer 100 von 2009, Petru Muntenasu aus Schwaigern bei Heilbronn.

Von den Lokalmatadoren hatte Frank Brengartner gemeldet, kürzlich erst beim Rennsteiglauf mit einer 5:51:21 h auf dem „langen Kanten" positiv in Erscheinung getreten. Auch Berndt Reiss aus Waldkirch, ein schneller Vertreter der Jungseniorenklasse M 50, sowie Bernhard Hollunder, ebenfalls Waldkirch, waren Anwärter auf vordere Plätze.

An die 70 Läuferinnen und Läufer wagten sich um Punkt acht Uhr am Samstag morgen auf die Strecke – darunter etwa 20, die „nur" am Samstag liefen und somit in die Tageswertung kamen, bei der die ersten drei Frauen und Männer geehrt wurden.

Alle übrigen fielen in die Kategorie Doppelstart, waren also für das TRM gemeldet und beabsichtigten, auch am Sonntag noch den Halbmarathon unter die dann schon etwas müden Füße zu nehmen.

Vom Start am Sägeplatz ging es nur kurz flach, der erste Anstieg jenseits des Baches zwang das Gros des Feldes bereits zur ersten Gehpause – es sollte nicht die letzte bleiben. Es ging munter weiter meistens bergauf, zuweilen auch hinunter, alles gut laufbar auf Wiesen- und Forstwegen. Die Temperaturen waren, nicht zuletzt dank des schattigen Waldes, noch auf erträglichem Niveau und so manch einen verleitete dies vielleicht auch zu einem etwas forschen Anfangstempo.

Frank Brengartner führte das Feld mit deutlichem Vorsprung an, ihm folgten mehrere Läufer in kurzen Abständen hintereinander – unter anderem Petru Muntenasu, Martin Heinel, ein erst 21jähriger Triathlet aus Simonswald, Bernhard Hollunder, Bernd Kuderer sowie Berndt Reiss. Bei den Frauen führte Birgit Lennartz vom Start weg deutlich vor Susanne Bitzer aus Hechingen, der Siegerin des allerersten Swiss Alpine in Davos anno 1986. Dahinter folgten, mit gehörigem Abstand, Andrea Falkus aus Hamminkeln und Hilde Wieland.

Nach der ersten Verpflegung bei km 10,8 und 345 zurückgelegten Höhenmetern galt es, den Anstieg zum Kandel zu „überstehen" – immerhin weitere 570 Meter im Aufstieg plus einige auch wieder hinab zur zweiten Verpflegung beim Dürren Stein, wo das Ende des ersten Renndrittels erreicht war. Von dort ging es gute zwei Kilometer auf breitem Fahrweg bergab, um dann wieder der Höhenmeter-Sammelleidenschaft zu frönen, am Plattensee vorbei – bis der „Potsdamer Platz" und mit ihm die dritte Verpflegung bei km 31,0 in Sicht waren, zeigten die Höhenmesser erneut 345 hart erarbeitete Meter aufwärts an.

Mit dem gleichnamigen Platz in Berlin hat jener im Schwarzwald so gar nichts gemein – auch wenn hier am Samstag sicherlich mehr los war, als sonst üblich.

Der Veranstalter hatte hier ein erstes Zeitlimit vorgesehen – um 13:15 Uhr sollte man die Verpflegung 3 erreicht haben, was aber dem Vernehmen nach sogar noch etwas verlängert wurde, so dass niemand wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen werden musste.

Entschädigt wurden alle Teilnehmer für die Mühsal der Aufstiege durch die überaus herzliche Begrüßung an den Verpflegungsstellen, aufmunternde Worte sowie ein Nahrungs- und Getränkeangebot, das seinesgleichen sucht – von Oliven, Erdnüssen über salzige Kekse, Vanillekipferl (nicht von Weihnachten 2009, sondern extra frisch gebacken!) und Riegeln bis hin zu Obst und Brot gab es alles, was das Herz begehrte, und auch die verloren gegangene Flüssigkeit konnte adäquat wieder ersetzt werden.

Mit teilweise herrlichen Ausblicken auf den gar nicht mehr so fernen Feldberg mit seinen Restschneefeldern – der den Läufern aber glücklicherweise erspart blieb – ging es weiter, immer auf einer Höhe um die 1000 m, bevor dann ein halsbrecherischer Abstieg nach Wildgutach auf dem Programm stand – buchstäblich über Stock und Stein, umgestürzte Bäume und matschige Passagen ging es auf einem Trampelpfad (oder sollte es hier besser heißen „Single Trail"?) mitunter steil bergab, ein Abschnitt, der den passionierten Trailläufern sicherlich das Herz höher schlagen ließ – und den Anderen auch, aber eher vor Aufregung.

In Wildgutach am Gasthaus Löwen angelangt, hatte man nicht nur etwa 500 Höhenmeter mal so eben „niedergemacht", sondern auch so manchen (Angst)Schweißtropfen vergossen, konnte dann aber gut gestärkt einen der reizvollsten Streckenteile in Angriff nehmen – die Teichbachschlucht.

Einerseits eine kleine Gemeinheit des Veranstalters, die Läufer auf der einen Talseite die Schlucht hinauf- und auf der anderen wieder hinabzuleiten. Andererseits die Gelegenheit, dieses landschaftliche Kleinod beim Bergaufgehen (denn gelaufen sind hier nur die ganz Schnellen) aus größerer Entfernung und beim Bergabrennen aus nächster Nähe betrachten zu können.

Nach diesem lohnenden Abstecher meinten viele, dass es „das wohl gewesen" sei. Doch weit gefehlt – die letzten 12 km mit ihren mehr als 300 Höhenmetern kosteten noch einmal gewaltig Körner. Zwar standen, im Vergleich zum Anfang des Rennens, nur noch bessere „Miniaturanstiege" auf der Agenda, doch nur diejenigen, die sich ihre Kräfte weise eingeteilt hatten, vermochten diese auch noch hochzutraben – alle anderen verfielen in einen mehr oder minder dynamischen Wanderschritt. Mittlerweile bewegte sich das Teilnehmerfeld auch auf einer Höhe zwischen 500 und 700 Metern, was die Temperaturen, zumal um die Mittagszeit, doch deutlich ins Schweißtreibende ansteigen ließ.

Abwärts ging es zunächst zur Wilden Gutach, abermals hinauf zur Heideck und dann folgten verschiedene Wanderwege, teils asphaltiert, oberhalb der Talsohle, zur letzten Verpflegung am Kasperhof. So waren dann die 13 km bis zur letzten Verpflegung bei km 51,7 doch arg lang – „ich bin einmal an den Bach und habe getrunken", so der Zweite, Petru Muntenasu. Wer, wie die schnellen Läufer, ohne Flasche oder Trinkrucksack lief, bekam dies auf dem Schlussabschnitt zu spüren. Krämpfe waren keine Seltenheit, gerade unter den „schnellen Hirschen".

Selbst die Spitze des Feldes musste leiden – Muntenasu bekam auf den letzten fünf Kilometern Krämpfe, musste immer wieder gehen und verlor so wertvolle Zeit, konnte aber seinen Platz behaupten. Ebenso der Sieger, Lokalmatador Frank Brengartner – auch er „wanderte" dem Ziel mehr entgegen, als dass er lief und beendete das Rennen dennoch in 5:04 h mit klarem Vorsprung vor Muntenasu, der 5:16 h benötigte.

„Die letzten fünf Kilometer waren peinlich", so Brengartner über seine Vorstellung auf dem Schlussabschnitt, den er, von Krämpfen geplagt, nur im „Schneckentempo" und unter großen Schmerzen hinter sich brachte. Dennoch zeigte er sich begeistert von der „super Strecke" und fand auch, dass diese gut ausgeschildert war – was nicht verhindern konnte, dass sich etliche Läufer dennoch verliefen.

Der in Pfaffenweiler beheimatete Brengartner, dessen Trainingsrevier das nahe gelegene Münstertal ist, hatte sich ein „Privatduell" mit dem Führungs-Mountainbiker geliefert und meinte angesichts der heißen Bedingungen nur „eigentlich dachte ich immer, ich mag Hitze – aber heute…..". Trotzdem konnte er den Lauf ein „bissle genießen" und war angesichts des sehr guten Starterfeldes glücklich über seinen Sieg, den er, der sich als „Allroundsportler mit Schwerpunkt Skilanglauf" bezeichnet, als seinen größten Erfolg verbucht.

Für den von Erfolg zu Erfolg in der Abteilung „Traillaufen" eilenden Wahlschwaben Petru Muntenasu war der zweite Platz zwar ein schöner Erfolg, aber so ganz zufrieden war er nicht – Hitze und Krämpfe zum Schluss waren seine Hauptgegner, er verlor noch gewaltig an Boden auf seine ärgsten Verfolger, doch sein Polster reichte, knapp zwei Minuten rettete er noch ins Ziel vor dem immer stärker aufkommenden Berndt Reiss aus Waldkirch, der selbst völlig überrascht war, dass es „bei mir so gut lief" und auch eingestand, dass ab Wildgutach „die Hitze einfach brutal" war. Seine größte Sorge war jedoch ganz anderer Natur – er machte sich flugs auf zum Verpflegungsstand, denn beim Rennen hatte er sich zurückgehalten, frei nach dem Motto „wenn ich hinterher keine Vanillekipferl mehr bekomme, ist der Teufel los".

Glücklicherweise waren auch für die später eintreffenden Läufer noch genügend dieser leckeren Backwaren vorhanden, und sie fanden auch ungebrochene Zustimmung.

Dem Frauenrennen drückte eindeutig die haushohe Favoritin, Birgit Lennartz, ihren Stempel auf – vom ersten Meter an in Führung liegend gab sie diese auch nie aus der Hand, hatte keine Schwäche erkennen lassen und siegte letztlich ungefährdet vor der ebenfalls enorm starken Susanne Bitzer.

Lennartz, mit gerade einmal 45 Lenzen schon zur „Ikone des Ultralaufsports" geadelt, tut sich das alles nur an, um beim Jubiläum in Davos – der Swiss Alpine feiert heuer sein 25jähriges Bestehen – noch einmal vorne mitmischen zu können.

Auch wenn 30 Jahre Leistungssport nicht spurlos an ihr vorübergegangen sind, ist sie dennoch in bestechender Form, „fast wie früher", so ihr Ehemann Udo Lohrengel, der ihr auf dem Mountainbike nicht zu folgen vermochte. Dass sie in Davos „was reißen" möchte, sieht der Kenner schon an ihrem vollen Laufkalender der Monate Mai bis Juli – vergangene Woche Mittelrhein-Marathon, tags darauf den „Rheinsteig Extrem", dann am Dienstag einen Zehner in 40 Minuten. Der TRM als Durchgangsstation auf dem Weg nach Davos, wo als weitere Vorbereitungsläufe unter anderem noch der Aletschhalbmarathon und ein einwöchiges Trainingslager auf der Bettmeralp warten.

Dafür sollte dann mindestens eine Platzierung unter den besten Zehn an der Stätte früherer Triumphe drin sein, einfach nur mitlaufen, das war noch nie das Credo der 10-fachen Davossiegerin Birgit Lennartz.

Ganz anders Susanne Bitzer – die 44jährige quirlige Läuferin aus der Hohenzollernstadt Hechingen ist noch hin- und hergerissen, ob sie sich und ihrer Familie einen Start in Davos zum Jubiläum zumuten will. Als Siegerin der Erstauflage in der Schweiz ist sie eingeladen – ob sie widerstehen kann, weiß sie auch nach der „Generalprobe" im Simonswälder Tal noch nicht. Einerseits ist Davos, so sagt sie, „mein Rennen" und sie würde dort gerne antreten, wenn sie das Gefühl hat, „unter die ersten Zehn" kommen zu können. Mit einem solchen Ergebnis schlösse sich gewissermaßen dann der Kreis für Bitzer.

Andererseits hat sie mit drei Kindern auch nicht mehr den Ehrgeiz und den „Quälgeist" früherer Tage, den es einfach braucht, um auf den ganz langen Kanten vorne mitmischen zu können. Der TRM gefiel ihr landschaftlich besonders gut, wenn ihr auch die Hitze arg zu schaffen machte, da sie „einfach keine Hitzeläuferin" sei. "Ich mag Temperaturen, bei denen die Zuschauer frieren." Sie war auch sehr gespannt auf den zweiten Tag und wie es ihr nach der harten Belastung ergehen würde.

Eine Seltenheit ereignete sich bei denjenigen, die „nur" den Samstag als Lauftag gebucht hatten, denn hier gewann Hilde Wieland vom Therme LT Böblingen die Gesamtwertung vor allen Männern. Die Gärtringerin, erst vor zwei Wochen nach einer Nasen-OP aus dem Krankenstand entlassen, wollte vor allem „mal sehen, ob ich wieder Luft bekomme".

Scheint ja wieder ganz gut zu funktionieren, denn sie kam als Gesamt-18. wieder am Sägeplatz in Simonswald an. Am Tag danach stand nicht Laufen, sondern Rennrad fahren auf ihrem Plan – schließlich trainiert sie für den „Highlander", eine Multisport-Veranstaltung bestehend aus Laufen, Radfahren, Mountainbiken und Inlineskaten am 17.Juli in Illmensee (Oberschwaben).

Der erste Mann unter den Einzelstarten kam drei Minuten nach Hilde Wieland zurück nach Simonswald – der Luxemburger Philippe Koppes aus Strassen konnte den höchsten Podesplatz erobern. Das Podium komplettierten Brigitte Traut und Monika Zuther auf Platz zwei und drei bei den Damen sowie Stefan Behr und Harry Ernst bei den Herren.

Direkter Link zur Veranstaltung: www.panoramalauf-simonswald.de