18. J.P. Morgan Corporate Challenge Frankfurt
Firmenlauf XXL
Frankfurt, 9. Juni 2010 - Nun war es wieder soweit, dass sich alle Angestellten des Rhein-Main-Gebietes und darüber hinaus zum alljährlichen Firmenlauf in Frankfurt trafen. Schon zum 18. Mal sind 2010 Läufer und solche, die es vielleicht noch werden wollen, auf die 5,6 km lange Strecke durch die Innenstadt Frankfurts geschickt worden. Offiziell wurde eine Meldezahl von 72 741 Teilnehmern aus 2752 Firmen angegeben. Wie viele letztendlich das Ziel erreichen weiß aber niemand, da es keine offizielle Zeitmessung gibt. Auf jeden Fall genug, dass sich die Zuschauer fast zwei Stunden lang die Läuferschlange ansehen können, danach ist auch der letzte Teilnehmer über die Ziellinie gegangen.
Als Läufer in den hinteren Startblöcken braucht man fast so viel Geduld wie im allabendlichen Feierabendstau in Frankfurt und um Frankfurt herum. Bis alle die eigentliche Strecke in Angriff genommen haben ist etwa eine Stunde vergangen und auf der Zielgeraden geht es für einen Großteil des Feldes nur noch im Zeitlupentempo voran. Das Gute daran ist, dass man sich in Ruhe mit den anderen Mitläufern unterhalten kann und vielleicht den einen oder anderen geschäftlichen oder privaten Kontakt knüpft. Dieser wird dann noch schnell in die Kontaktliste des Mobiltelefons übernommen bevor man losstiefelt oder sich am Ende, an der reichlich gedeckten Läufertafel, mit einem Affenschnitzel oder den Getränken einer der Hauptsponsoren eindeckt.
Es ist schon ein buntes Völkchen, das sich durch die Straßen Frankfurts windet. Jedes teilnehmende Unternehmen hat für seine Mitarbeiter ein T-Shirt zur Verfügung gestellt und mit mehr oder weniger tollen Sprüchen versehen. Die drei originellsten Hemden werden prämiert. Einige bewegen sich auch in Tierkostümen, mit Fahnen und Ballons oder gar nur mit Körperbemalung über die Strecke, um aus der Masse hervorzustechen.
An der Alten Oper, auf halber Strecke, moderiert der Vanman Jochen Heringhaus in bekannt lockerer Art und nennt dabei eine Vielzahl von Läufernamen mit dem dazugehörigen Arbeitgeber. Die Reaktionen darauf sind sehr unterschiedlich, wobei manch ein Teilnehmer am liebsten im Boden versinken würde und andere wiederum sich ausgelassen darüber freuen. Nicht Wenige machen lautstark und hüpfend auf sich selbst aufmerksam, damit ihre Firma genannt wird.
Die meisten Läufer haben viel Freude an dem Betriebsausflug der anderen Art, wobei es aber auch einige gibt die zu spät aus dem letzten Meeting des Tages gekommen sind und sich auf etwas unsanfte Art den Weg durch die Massen frei boxen. Letzteres ist gar nicht im Sinne der Veranstalter und gehört nicht zu einem Lauf. Für viele Nichtläufer, die Bewegung nur vom täglichen Gang in die Kantine und zurück kennen, ist es eine Herausforderung die 5,6 km zu bewältigen. Da sieht man viele mit hängender Zunge und farblich dazu abgestimmtem Kopf durch die Hochhäuserschluchten Frankfurts laufen aber auch diejenigen, die ihre Leistungsfähigkeit besser einschätzen können und wissen, dass sie nur gehend das Ziel sicher erreichen.
Nachdem alle Läufer wieder aus der Sardinenbüchse herausgekommen sind, treffen sich viele noch mit ihren Kollegen, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Größere Untenehmen stellen dazu Zelte für ihre Mitarbeiter auf, kleinere Belegschaften treffen sich in einer der zahlreichen Lokalitäten in der Innenstadt, um auf Ihre Leistung anzustoßen und die Kollegen auch mal privat näher kennen zu lernen.
Der Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler gab um 19.30 Uhr den Startschuss ab, womit er fast so viele Menschen auf die Piste schickte wie er mit seiner FDP derzeit an die Wahlurnen locken könnte. Sofort übernahm Manuel Stöckert von der Bereitschaftspolizei Würzburg die Führung, gefolgt von einer vierköpfigen Gruppe. Sein hohes Tempo konnte er nicht ganz bis zum Ziel durchhalten und wurde noch von Christophe Chayriguet (Bongrain Deutschland GmbH) um knappe zwei Sekunden auf der Zielgeraden distanziert. Bei den Frauen ging es nicht so eng zu, hier setzte sich Jenny Schulz (Deutsche Bundesbank) vor Katharina Heinig (Polizei Hessen) mit 25 Sekunden Vorsprung durch.
Gleich nachdem der letzte Läufer die Strecke geschafft hat, beginnen die zahlreichen Helfer mit dem Abbau der Absperrungen und der Müllentsorgung an den Verpflegungsständen, damit der Verkehr durch Frankfurt wieder ungehindert rollen kann. Der Großteil der Läufer nutzt öffentliche Verkehrsmittel, um verschwitzt aber glücklich wieder aus der Stadt herauszukommen. Bereits einige Stunden später sieht man im Stadtbild fast nichts mehr von dem Lauf, die schönen Erinnerungen aber haben Teilnehmer und Zaungäste in ihren Köpfen abgespeichert.
Der Veranstalter, die J.P. Morgan – Bank, spendet einen Teil der Startgelder an die Deutsche Sporthilfe, die damit junge Behindertensportler unterstützt. Insgesamt kamen 2010 etwa 220.000 Euro für diese gute Sache zusammen. Zudem spenden die drei Gewinnerfirmen des T-Shirt-Wettbewerbes ihre Preisgelder an gemeinnützige Organisationen ihrer Wahl.
Wer sich die Ergebnisse des Laufes ansehen möchte oder weitere Infos dazu sucht, findet diese auf dessen Internetseite. Wobei in den ersten Tagen danach Geduld erforderlich ist, wegen der zahllosen Zugriffe, die einen Stau auf der Datenautobahn hervorrufen.
Veranstaltungsseite: www.jpmccc.de

