17. Internationaler 6- und 12-Stundenlauf in Fellbach-Schmiden
Rundendrehen zwischen Erdbeeren und Spargel
Fellbach/Schmiden, 12. Juni 2010 - Der TSV Schmiden ist seit vielen Jahren Veranstalter des kleinen aber feinen 6- und 12 Stundenlaufs rund um das Sportzentrum am Nurmiweg. Der Lauf ist Teil des DUV-6-Stunden-Cups und die Schmidener haben 2001 auch schon die Deutsche Meisterschaft im 24-Stundenlauf ausgetragen. Man weiß dort also, was Läufer brauchen, um gute Leistungen zu erzielen. Daher ist Schmiden auch für seine sehr gute Organisation und die herzliche Stimmung bekannt.
Leider findet das dortige Rundendrehen immer wieder am Tag des 100 km Laufes von Biel statt, was sicherlich Teilnehmer kostet. Aber die Terminplaner haben meist keine andere Wahl: nach den Pfingstferien muss es sein und vor dem Stuttgart-Lauf. Da stehen einfach nicht sehr viele Samstage zur Verfügung.
Die Schmidener Runde misst exakt 2.090 m und führt aus dem Stadion hinaus auf das Schmidener Feld, wo man zwischen Erdbeer- und Spargelanbau eine Schleife dreht, bevor man über eine kurze im Laufe des Tages aber immer steiler werdende Brücke den Weg zurück ins Stadion findet.
In Schmiden ist es fast immer heiß – was bei einer fast 100%-schattenfreien Strecke bei vielen immer wieder zu Problemen führt bzw. die Laufleistung ungewollt einbremst.
2010 sollte es morgens bei einer geschlossenen Wolkendecke um 8 Uhr für die 12-Stundenläufer losgehen. Motiviert von den guten äußeren Bedingungen legten der favorisierte Marian-Jan Olejnik (LG Esslingen) und Stefan Daum ein Höllentempo vor. „Die spinnen“, so einige der Mitstreiter. Nach 6 Stunden hatten beide schon 73,1 km zurückgelegt. Man konnte auf die Endleistung vor allem vom Rundenspezialisten Olejnik gespannt sein. Allerdings warf dieser kurz darauf das Handtuch. Mit 77,3 km stieg er nach 37 Runden aus, die Ambitionen waren heute vielleicht doch zu hoch gewesen. Dass Olejnik in Regionen von 140 km laufen kann, hat er schon mehrfach bewiesen. Unter anderem in Schmiden vor zwei Jahren, wo er sagenhafte 140,4 km sammelte.
Mit seinem Ausstieg war der Weg frei für Stefan Daum, der sich aber in den zweiten sechs Stunden „nur“ noch 48 km weit bewegte. Er hatte mit größeren Problemen zu kämpfen und legte einige lange (Geh-)Pausen ein. Dennoch siegte er völlig ungefährdet im 12-Stundenlauf mit 121,2 km. Hinter ihm kam Fred Seifert mit 112,8 km auf Rang zwei. Rang drei ging bei den Männern an Johann Delp, der auf 108,6 km kam.
Bei den Frauen siegte im 12-Stundenlauf keine Unbekannte. Das frühere Nationalteammitglied im 24-Stundenlauf Heike Christ vom Lauftreff Sulz am Eck bewies eindrucksvoll ihre derzeit gute Form. Sie rannte 53 Runden, was umgerechnet 110,7 km waren. Erst Anfang Mai hatte sie den 24-Stundenlauf in Basel mit 208 km gewonnen. Ob sie am Sonntag das Training beim Marathon in Tuttlingen fortsetzen wollte, darüber war sie sich noch nicht ganz im Klaren. In der Gesamtwertung Männer/Frauen lief Christ auf Rang drei.
Hinter ihr schaffte die Vorjahressiegerin Juana Schmidt (LV Bautzen) 104,5 km und belegte damit Rang zwei. Im Gegensatz zu Christ wirkte sie recht müde, konnte aber von ihrer klugen und konstanten Renneinteilung profitieren und blieb nur 1,5 km unter ihrer Vorjahresleistung. Ihr gutes Ergebnis spiegelt sich auch im Gesamtklassement wider, wo sie Rang fünf belegte. Ohne Restmetervermessung lagen Kanthi Maier und Dorothee Lotz am Ende gleichauf auf Platz drei (79,4 km).
Als die 12-Stundenläufer schon zwei Stunden unterwegs waren, ertönte der Startschuss für die Halbdistanz. Diese wurde zusätzlich zu den Einzelläufern noch durch 23 Staffeln bereichert.
Nach vier Stunden führte Florian Böhme mit 50,1 km und war damit rundengleich mit Thomas Herget, der davor lange an der Spitze gelegen hatte, aber seinem bekanntermaßen hohen Anfangstempo Tribut zollen musste. Böhme nutzte die Chance und zog langsam aber sicher an ihm vorbei. Am Ende zeigte die Messung 68,9 km und für Herget 66,8 km, was für Böhme den Sieg bei den Männern bedeutete. Herget musste gegen Ende noch Martin Böttle (EK Schwaikheim) vorbei lassen, der mit 68,9 km (ohne Restmeter) zweiter Mann wurde.
Die Herren der Schöpfung hatten in der Gesamtwertung aber das Nachsehen gegen Pamela Veith. Die aus Dettingen /Ems stammende Läuferin ist Mitglied der DUV-Födergruppe Leistungssport und arbeitet sich gerade langsam aber sicher nach einer langen Verletzungspause aufgrund eines Ermüdungsbruches wieder an ihre alte Stärke heran. Sie lief ein sehr konstantes und gleichmäßiges Rennen und konnte in der letzten Stunde mit mehr als 12 gelaufenen Kilometern noch zwei Männer überholen. Damit gelang ihr das Kunststück des Gesamtsieges mit 71,0 km vor allen Männern. Chapeau!
Imke Constien lief mit für sie guten 64,7 km auf Rang zwei, Dritte wurde Irina Michel mit 58,5 km.
Direkter Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.tsv-schmiden-la.de

