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20. Philippsburger Festungslauf

[eingestellt am 20. Juni 2010]

Von: Jochen Höschele

Startnummernausgabe am Schulzentrum

Kuchenbüffet

Tombolapreise

Dirk Karl wird Zweiter im Halbmarathon

Nicole Benning gewinnt den Halbmarathon

Jochen Wetzel (TV Hambrücken) erreicht das Ziel

Elke Hamleser (LG Muli) wird Zweite in 1:35:39 h

Oliver Schneider (655) und Heinz-Peter Schwertges (748, Gewinner der Kaffeemaschine)

Silvio Russillo zeigt sich dynamisch

Stefan Buinowsky (648) und Stephan Tappert (759)

Uwe Bähr läuft bärenstark in die Kurve

Hans-Peter Wühler

Sabine Münch strahlt mal wieder über das ganze Gesicht: 1. W50

Jürgen Schäfer

Stephan Hammer (701) und Marco Fuchs (641, 2. MHK)

Birgit Burrer: 3. Frau, wie schon am vergangenen Freitag

Doris Kreiß wird knapp geschlagen und 4. Frau

Gerd Schneider kämpft um die letzten Meter und bleibt unter 1:45 h

Martina Steimel (746, 1. W40) und Bernd Albrecht (640)

Jutta Schulze (vorne, 2. W30) und Samira Kuntz (1. WHK)

Rita Zangl wird Zweite in der W50

Herbert Rochelt siegt in der M60

Sieger M65: Werner Rosemann

Lukas Hook (3. MHK)

Rudi Müller, 2. M65

-

Uwe Wirth (639) und Bernhard Bohn (749, 2. M60)

Astrid Horlacher (644) wird noch überholt werden von Ute Räpple

Jürgen Schubert

Anke Hollesen, 3. W50

Peter Miksch (716) und Helga Sandmaier (läuft genau 2 h)

Marco Müller (754, 1. M35), Oswald Renz (745, 1. M50) und Robert Jenkins (li., 2. über 5,7 km)

Siegerinnen 5,7 km: Frowe Gräsel (li, Platz 3), Ulla Held (Mitte, Platz 1) und Agnes Hotz-Wagenblatt (re, Platz 2)

Sieger 5,7 km: Robert Jenkins (li, Platz 2) und der Sieger Jan Meyries mit dem Moderator Frank Krummer (re)

Siegerinnen 10 km: Marcella Schossig (li, Platz 3), Birgit Zimmermann (Mitte, Platz 1), Mechthilde Kohn (re. Platz 2)

Sieger 10 km: Oliver Schuster (li, Platz 1) und Dietmar Kohn (re, Platz 3)

Alfred Herzel (li, Platz 3), Otto Schwab (Mitte, Platz 2, aber bereits 82 Jahre alt), Klaus Wehowsky (re, Sieger M75)

-

Siegerinnnen Halbmarathon: Nicole Benning (li, Platz 1), Elke Hamleser (Mitte, Platz 2) und Birgit Burrer (re, Platz 3)

Sieger Halbmarathon: Uwe Eissler (li, Platz 1), Dirk Karl (Mitte, Platz 2), Jens Potthoff (re, Platz 3)

8 Euro für eine Kaffeemaschine

Philippsburg, 20. Juni 2010: Die etwa 12.500 Einwohner zählende Gemeinde im Landkreis Karlsruhe hat eine bewegte Vergangenheit. Sie war Residenzstadt der Fürstbischöfe von Speyer, später Garnisonsstadt und wurde im 17. und 18. Jahrhundert als hart umkämpftes Bollwerk am Oberrhein zur Festung Philippsburg ausgebaut, 1799/1801 dann die totale Zerstörung durch Napoleon, heute ist Philippsburg Industriestandort.

An Industrie denken wohl auch die meisten, die der badischen Gemeinde einen Besuch abstatten. Schon von weitem kann man die Türme des nicht gerade Idylle versprühenden Kernkraftwerks sehen, auf der anderen Seite des Ortes das große Areal eines internationalen Reifenherstellers.

Ganz anders dann die Atmosphäre beim Festungslauf. Zwar läuft man weit und breit um keine Festung, schon gar nicht zu einer hinauf (die Lebenserfahrung lehrt einen ja, dass Festungen meist oben auf dem Berg liegen), sondern vielmehr im nahen Wald, der einen die modernen Industriefestungen schnell vergessen lässt.

Start und Ziel der gesamten Veranstaltung ist am Schulzentrum. Hier steht den Philippsburgern eine perfekte Infrastruktur zur Verfügung: Schlangen an den Toiletten - Fehlanzeige, Kuchen, so weit das Auge reicht, Duschen im nebenan befindlichen Hallenbad, Bewirtung in der Schule …

Angeboten werden ein 5,7 km langer Kurzstreckenlauf, ein 10 km Wettbewerb und ein Halbmarathon. Der Start erfolgt gemeinsam um 9 Uhr, das Feld entzerrt sich schnell, so dass jeder die entsprechende Abzweigung für „seine Strecke“ problemlos finden und laufen kann.

Die Startnummern sind zwar unterschiedlich farbig und kennzeichnen, wer welchen Lauf bestreitet, dennoch kann man damit auf den ersten Kilometern nur selten erkennen, wer wie lange laufen möchte. Egal, das merkt man dann schon noch.

Recht schnell hat das Läufervolk den nahen Wald erreicht. Damit kann Philippsburg bei eigentlich jedem Wetter angenehme Bedingungen präsentieren. Bei Hitze ist’s im Wald schön kühl und schattig, bei Regen und Wind ist man einigermaßen geschützt. Bei der 20. Auflage der Veranstaltung war dies allerdings Nebensache, denn das Wetter war für’s Laufen gemacht. Nicht zu warm, nicht zu kalt.

Die 5,7 km Strecke gewann der Triathlet Jan Meyries (RC Vorwärts Speyer), der gerade aus zeitlichen Gründen kein vernünftiges Triathlontraining absolvieren kann und daher vermehrt in den Laufschuhen unterwegs ist. Gute 21:55 min benötigte er für die Strecke und sicherte sich den dritten Sieg in Philippsburg nach 2007 und 2009 vor Robert Jenkins (TSV 05 Rot) in 22:38 min und Stefan Scheib (TV Hatzenbühl) in 23:19 min.

Die Frauen benötigten etwas länger für die schöne Runde, Ulla Held (LLG Drei Buchen) legte die 5,7 km in 31:04 min zurück und gewann damit die Konkurrenz vor Agnes Hotz-Wagenblatt (TSV 05 Rot) in 31:55 min und Frowe Gräsel (33:50 min).

Im teilnehmerstärksten 10 km Lauf war die Entscheidung ganz knapp. Der M35er Oliver Schuster setzte sich in 35:40 min vor Armin Bodirsky (TSV 05 Rot) in 35:45 min durch. Als Dritter lief Dietmar Kohn (LSG Karlsruhe) in 36:51 min ins Ziel. Er startet schon in der M60 – umso beachtlicher. Bei der Deutschen Meisterschaft im Halbmarathon in Bad Liebenzell im April wurde er Dritter in der Altersklasse in der tollen Zeit von 1:21 h. Der strahlende Sieger Schuster zeigte sich mit seinem Resultat ziemlich zufrieden. „Bis km 7,5 bin ich alleine vorne weg gerannt, das war ganz schön hart.“ Schuster war dann regelrecht froh, als Bodirsky ihn einholte, denn dann musste er wenigstens nicht mehr alleine laufen. „Ich habe nicht mehr damit gerechnet, dass ich gewinne, aber es hat ganz knapp gelangt.“ Wenn Schuster nicht gerade läuft, geht er auch gerne in die Berge, ein paar der hohen der Welt haben es ihm in der Vergangenheit schon angetan. „Wenn es technisch schwierig oder allzu ausgesetzt wird, das ist nichts für mich.“ So war er unter anderem schon in Nepal, Ecuador und Mexiko auf den hohen Gipfeln, die dort alle im Bereich 5.000 m bis über 6.000 m liegen. „Mir macht die Anstrengung nichts aus, auch die Höhe nicht, ich genieße das Berggehen einfach.“

Bemerkenswert das Ergebnis des 1928 (!!!) geborenen Otto Schwab, der für die Gazelle Pforzheim startet. Der 82-jährige benötigte 57:49 min für die 10 km. Schwab ist kein Unbekannter, sondern im Seniorensport eine absolute Berühmtheit. Er ist amtierender Europameister über 10 km und im Halbmarathon in der Altersklasse M80. Dass er bereits mehr als acht Dekaden auf dem Buckel hat, sieht man dem ausgesprochen jung wirkenden Sportler nicht an. „Ich laufe schon immer, seit es die ersten Volksläufe gibt, das war vor mehr als 45 Jahren.“ Sein nächstes Saisonziel ist die Europameisterschaft in Ungarn, für die er über verschiedene Strecken gemeldet hat. „Was ich laufe, weiß ich noch nicht, das kommt auf meine Form an. Vielleicht starte ich auch im Gehen.“ In dieser Disziplin hält er auch den Deutschen Rekord über 20 km in seiner Altersklasse. Am liebsten bestreitet er Rennen über 10 km oder Halbmarathon. Marathon ist er vor zwei Jahren das letzte Mal gelaufen; etwa 4:30 h wurden für ihn gestoppt. „Damit gehöre ich sicher zu den besten dreien in Deutschland.“ Im Winter macht der Ausnahmeathlet viel Skilanglauf, die großen Klassiker wie König-Ludwig-Lauf in Oberammergau, den Vasalauf in Schweden, den Rucksacklauf im Schwarzwald, die hat er alle schon bestritten. „Damals, als ich Skilanglauf angefangen habe, da gab es in Deutschland das noch gar nicht, die Ski kamen alle noch aus Skandinavien.“

Bei den Frauen gewann die 10 km Birgit Zimmermann von der LSG Zeiskam, die sich über eine persönliche neue Bestzeit von 43:32 min freuen konnte. Zusammen mit Andreas Flörchinger war sie unterwegs, er sollte sie, wenn möglich, bei dem Bestzeitenversuch unterstützen. Dies gelang ihm, auch wenn es für sie ab km 6 etwas schwerer wurde und das geplante Tempo für eine Zeit unter 43 min nicht mehr gehalten werden konnte. Dennoch Bestzeit – damit war die Mission erfolgreich. „Ohne Andreas hätte ich es nicht geschafft“, so Zimmermann im Ziel. Dass Flörchinger ein guter Tempomacher ist, hat er schon mehrfach bei diversen Marathonläufen als Zugläufer für Zeiten unter 3 Stunden bewiesen. Hinter Zimmermann belegte die W50-Läuferin Mechthilde Kohn (LSG Karlsruhe) in 44:49 min den zweiten Platz, Dritte wurde Marcella Schossig (TG Stein) in 44:56 min.

Beim Halbmarathon landete der M45-Läufer und Vorjahressieger Uwe Eissler einen Start-Ziel-Sieg. Der Chefarzt der Gynäkologie in Speyer war der klare Favorit auf den ersten Platz. An Ostern war er im pfälzischen Rheinzabern eine 1:15 h über die Halbmarathondistanz gelaufen, seine Bestzeit liegt knapp darunter. Früher hat er einmal Fußball gespielt, was ihm sicherlich bei hohem Lauftempo hilft. Er fühlt sich auf der Marathonstrecke besonders wohl, die schnellsten 42,195 km lief er 2008 in Karlsruhe: 2:38:58 h wurden für ihn gestoppt. 2010 konnte er in Mannheim eine 2:39:14 h rausholen – eine wirklich famose Leistung. Aufgrund seiner Nachtschichten am Krankenhaus muss er die eine oder andere Trainingseinheit auch mal nachts herunterspulen, was die Regeneration manchmal erschwert. Dennoch, sein Ziel über die klassische Marathondistanz ist eine Zeit von unter 2:30 h. Bevor er dazu aufbricht, kam er erstmal in Philippsburg mit guten 1:17:05 h als Erster ins Ziel.

Dahinter belegte Dirk Karl von der TSG Grünstadt in 1:21:13 h den zweiten Platz, womit er sehr zufrieden war. „Die Strecke ist schön schnell, das gefällt mir.“ Dass er mit Eissler nicht mithalten konnte, war ihm von vorneherein klar. Als Dritter kam Jens Potthoff (Karlsruher Lemminge) in 1:21:49 h ins Ziel.

Bei den Frauen war das Feld anfangs dichter beieinander als bei den Herren. Elke Hamleser (LG MuLi) führte bis zum zweiten Kilometer, bevor sich Nicole Benning (EK Schwaikheim) an ihr vorbei schob. Sie wollte einen schnellen Trainingslauf absolvieren, wusste aufgrund des Siegs in Oberriexingen am Freitagabend aber nicht so recht, was die Beine zu dieser Doppelbelastung meinen. Sie meinten, dass das ganze nach 12 km hätte beendet sein können, war es aber nicht, schließlich sind dann noch gut 9 km zu laufen. Daher wurde es recht zäh, 1:30:30 h wurden letztlich für Benning im Ziel gestoppt. „Dass ich mit der Zeit gewinnen kann, hätte ich nicht gedacht, aber schön, dass es gelangt hat.“ Elke Hamleser, der es anfangs zu kalt und dann zu warm war, konnte ihren zweiten Platz sicher nach Hause laufen und kam nach 1:35:39 h ins Ziel. „Meine Bestzeit liegt irgendwo bei 1:34 h. Das heute war in Ordnung, ich hatte, nachdem die 10 km Läufer abgebogen waren, arg zu kämpfen.“ Wo und was sie als nächstes laufen möchte, weiß sie noch nicht; auf jeden Fall geht sie in Gimmeldingen (Stadtteil von Neustadt) an den Start.

Rang drei, wie bereits in Oberriexingen am Freitagabend, für Birgit Burrer (1:42:41 h). Auch sie startete dieses Wochenende doppelt. „Wir machen gerade nichts anderes als Laufen und Fußball schauen.“ Ihr, die erst mit ihrem Mann vom Wanderurlaub aus dem französischen Jura zurückgekommen ist, hat es in Philippsburg gefallen. „Familiär und ein faires Preis-Leistungsniveau, das ist gut.“ Bei km 19,5 hatte sie Doris Kreiß vom TV Hambrücken überholt, die damit mit 1:43:05 h knapp geschlagen wurde und mit dem undankbaren vierten Platz vorlieb nehmen musste. Dummerweise laufen die beiden auch noch in der gleichen Altersklasse!

Schnell wurde mit der Siegerehrung begonnen, so dass keine Langeweile aufkam. Auch wegen der anstehenden Verlosung mit dem Hauptpreis in Form einer wertvollen Kaffeemaschine waren noch viele Teilnehmer bei den Ehrungen anwesend. Und plünderten das großartige Kuchenbüffet.

Direkter Link zur Veranstaltung: http://www.beepworld.de/members7/lauftreffphilippsburgerhof/festungslauf_2006.htm

und zu den Ergebnissen: http://www.laufinfo.de/