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5. Freiberger Bürgerfestlauf

[eingestellt am 19. Juli 2010]

Von: Nicole Benning

Startaufstellung

Die späteren Sieger 10 km: Titus Kosgei (1), Ben Masai (2) und Marco Lack (303)

Dieter Matzat (121, 2. M45) und Thorsten Siegl (1307) Platz 2 über 5 km

Martin Lesny (Esslingen)

Linda Nitzsche (1285) über 5 km

Dietmar Schmidt (179), 7. M45 in 41:53 min

Laura Neubert (133) gewinnt in 49:49 min die W35 über 10 km und Birgit Baumstark (1111) die W45 in 25:46 min über 5 km

Erstmal bergab

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Überquerung der Autobahn Stuttgart-Heilbronn

Zuschauer warten auf die Läufer

So steil

Platz 3 für Marco Lack über 10 km

Ralf Himmelsbach an Position 4 in der ersten Runde und am Schluss, dahinter Beatrice Rutto

Und noch mal die schnelle Kenianerin

Tilmann Reuter wird Fünfter

10 km: Sven Kratochwil (100, 37:59 min) und Manuel Hekel (230, 37:50 min)

Der schnellste Feuerwehrmann: Uli Lorenzen wird 6. über 10 km

Ein ganz Junger: Paul Jaeckh (mJB) läuft 39:10 min

Thorsten Keilbach wird 4. über 5 km

Magnus Bauer, Platz 5 über 5 km

Fabian Lafrenz (in gelb) nach überstandener Verletzung

Edgar Hammel (70) wird Stadtmeister

Uli Schäuffele (1216) gewinnt die 5 km in der M45, Johannes Hasenkamp (1318) wird Zweiter

Branka Hajek (69) läuft auf Platz 2 bei den Frauen über 10 km

Tina Noack siegt über 5 km

Tessa Götz: Platz 4 über 10 km

Steffi Zierhut wird 2. über 5 km

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Isabel Leibfried (109) wird 3. über 10 km

Günter Gerke gewinnt die M60

Birgit Holubansch: 5. 10 km

Gilian Bathmaker wird 6. über 10 km

Tina Herzig (1313) wird 3. über 5 km

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Finn Kienzle (1167) gewinnt die Wertung der Schüler D

Marion Mössner

Kühlung

Laufen mit Kamera

Titus Kosgei auf den letzten Metern

Platz 2 für Ben Masai

Gudrun Kurtz (105)

Marco Lack auf dem Weg zu Platz 3

Ralf Himmelsbach auf Platz 4

Beatrice Rutto gewinnt bei den Frauen

Laufen für ein besseres Leben – zwei neue Streckenrekorde in Freiberg

Freiberg / Neckar, 16.07.2010: Freitagabends ging es nun schon zum fünften Mal  in Freiberg am Neckar zur Sache: auf drei verschiedenen Strecken konnten sich die Läuferinnen und Läufer miteinander messen. 2 km für die Kinder, 5 km und 10 km standen auf dem Programm. Gelaufen wird vom Bürgerzentrum aus durch den Ort und am Neckar auf einem 2-Rundenkurs. Für die 5 km Läufer ist nach einer Runde Schluss, die anderen müssen noch mal rum. Freiberg ist ein Stimmungsnest! An der gefürchteten Steigung bei km 3 bzw. 8 mit gefühlten 20% Anstieg stehen die Anfeuerer Spalier, um die Sportler mit lauten Rufen und allerlei Lärmgeräten verbal den Berg hinauf zu treiben. Was ein Glück war gerade erst Fußball-WM, da hatte der eine oder andere ja aufgerüstet und konnte dies nun auch außerhalb des Ballsports zum Einsatz bringen.

Über 800 Anmeldungen verzeichneten die Organisatoren, eine gute Zahl, vor allem wenn man bedenkt, dass es am Freitag ordentlich heiß war. Da es im Vorjahr aber in Strömen geregnet hatte, war das tolle Sommerwetter sicherlich allen lieber. Und das kühlende Nass wartete in Form von Gartenschläuchen auf die Läufer, so dass auch 2010 alle triefend ins Ziel kamen.

Vor dem Start waren Sportler und Zuschauer sehr gespannt, ob es bei der Jubiläumsauflage neue Rekorde geben wird. Denn es waren drei ganz schnelle Läufer in die nördlich von Ludwigsburg gelegene Stadt am Neckar gekommen. Beatrice Jepkorir Rutto, Titus Kosgei und Ben Masai stammen aus Kenia und sind gerade für drei Monate im Rahmen des Entwicklungshilfeprojektes „running for a better life“ in Deutschland. Zusammen mit dem SSV Ulm und einigen weiteren Unterstützern soll kenianischen Nachwuchsathleten die Möglichkeit gegeben werden, ihr Talent auch international unter Beweis zu stellen und sich sowohl läuferisch als auch persönlich weiterzuentwickeln. Die Läufer erhalten in Ulm freie Kost und Logis und werden in den Trainingsalltag des SSV Ulm integriert. Neben dem Sport werden für sie allerlei kulturelle Maßnahmen auf die Beine gestellt, damit sie auch auf weiteren Ebenen von ihrem Deutschlandaufenthalt profitieren. Die Preise, die sie erlaufen, gehen komplett an die Athleten. Damit können die jungen Kenianer ihre Familien, die in sehr einfachen Verhältnissen im kenianischen Hochland in Kapcherop auf 2.500 m Höhe (in der Nähe Eldorets) leben, unterstützen und sich eine besser Zukunft aufbauen, als es vielen anderen Landsleuten möglich ist. Arztkosten können bezahlt werden, der Kauf der einen oder anderen Kuh oder eine Investition in sauberes Wasser wird möglich. Alles Dinge, die für uns in Mitteleuropa selbstverständlich sind, dort aber für die Mehrheit der Bevölkerung einen großen Luxus bedeuten.

Es war kurz nach dem Start bereits klar, wer das 10 km Rennen in Freiberg gewinnen wird. An der gefürchteten Steigung bei Kilometer 3 lag der 24-jährige Titus Kosgei vor seinem 19-jährigen Landsmann Ben Masai klar in Führung. Es dauerte eine Weile, bis der nächste Läufer in Sicht war. Marco Lack von der LG Neckar-Enz stürmte als Dritter den Berg hinauf und sollte auch im Ziel noch diese Position einnehmen. Am vergangenen Wochenende hatte er sein Heimatrennen beim Theodor-Heuss-Lauf in Brackenheim über 10 km gewonnen. Angesichts der dortigen Hitzeschlacht waren die Temperaturen in Freiberg mit nur 31 Grad geradezu angenehm.

Als Erster stürmte mit langem Schritt dann auch nach tollen 30:07 min Titus Kosgei über die Ziellinie – Streckenrekord! Leider nicht, wie vom Streckensprecher erhofft, unter 30 min, aber dafür ist die Freiberger Strecke einfach zu schwierig und vor allem lief Kosgei ein einsames Rennen vor dem gesamten Feld, so dass er eine 29er Zeit knapp verpasste. Der Familienvater Kosgei (er hat drei Kinder, die bei seiner Frau in Kenia leben) ist in der Region Ludwigsburg kein Unbekannter mehr seit er letztes Jahr den Bottwartalmarathon gewinnen konnte und auch in Oberstenfeld den Ortslauf dominierte. Im vergangenen Jahr, so sein Trainer und Betreuer Wieland Pokorny, der ursprünglich aus Oberstenfeld stammt, hat er sich deutlich weiterentwickelt und möchte 2010 noch mit guten Zeiten auf sich aufmerksam machen. In Regensburg gewann er im Mai in einem taktischen Rennen in 2:18 h den Marathon, nächste Woche wird er den in Füssen unter die Beine nehmen, bei dem er 2009 siegte. Sein ganz großes Ziel ist aber der Dreiländermarathon in Bregenz am 03. Oktober, bei dem er vor laufenden Fernsehkameras richtig schnell sein und deutlich unter 2:15 h laufen möchte. Pokorny achtet darauf, dass seine Schützlinge zwar viel und schnell laufen, sich aber nicht verheizen, denn eine langfristige Entwicklung nach oben ist ihm wichtig. Daher wird längst nicht bei jedem Rennen alles gegeben; zum Sieg reicht es meistens dennoch.

Hinter Kosgei kam als Zweiter der mit seinen 19 Jahren noch sehr junge Ben Masai in 31: 22 min ins Ziel. Auch er wurde von den zahlreichen Zuschauern begeistert empfangen. Allein aufgrund seines Alters wird sich der schmale Läufer, dessen Eltern bei einem Massaker ums Leben kamen, in den nächsten Jahren wahrscheinlich noch deutlich verbessern. Er hat eine 10 km-Bestzeit von knapp über 28 min, ebenso wie Kosgei.

Hinter den drei Podestplätzen gab es eine Reihe weiterer guter Leistungen, vor allem von Läufern aus der Region. Ralf Himmelsbach (Team Silla Hopp) wurde in 35:10 min Vierter und gewann klar seine Altersklasse M35. Im Baumwoll-T-Shirt lief der Hauptklasseläufer Tilmann Reuter auf Platz 5: 36:29 min wurden für ihn gestoppt. Der schnellste Feuerwehrmann Deutschlands, Uli Lorenzen, siegte in der M40 und benötigte 37:19 min für die Strecke. Erfreulich, dass Fabian Lafrenz (LG Neckar-Enz) wieder unter den Aktiven ist. Nach monatelanger Verletzungspause war Freiberg das erste Rennen in dieser Saison, das er nach 37:27 min auf Platz 7 beendete. Sicher keine Zeit, mit der er in Normalform zufrieden sein kann, aber nach seinem Unfall beim Skilanglauf im Winter ist er bestimmt froh, überhaupt wieder die Laufschuhe schnüren zu können. Und vielleicht ist im Herbst ja erneut mit einem ganz großen Rennen von ihm zu rechnen. 2009 lief er am Essener Baldeneysee den Marathon in 2:29:31 h. Edgar Hammel von der LG Neckar-Enz wurde in seinem Heimatort Stadtmeister und konnte außerdem in 38:40 min noch den Sieg in der M45 einheimsen. Der Bietigheimer Günter Gehrke von der LG Neckar-Enz fügte in 43:23 min seiner umfangreichen Siegessammlung einen weiteren in der M60 hinzu.

Bei den Frauen waren nur 40 Läuferinnen über die 10 km am Start. Der Sieg ging ganz klar in neuem Streckenrekord an Beatrice Rutto aus Kenia, für die 35:21 min gestoppt wurden. Damit lag sie im Gesamteinlauf auf Platz 5! Sie musste sich für diesen Sieg nicht vollkommen verausgaben; leider scheiterte das Siegerinterview nicht an ihrer Atemlosigkeit sondern an den fehlenden Englischkenntnissen. Suaheli ist ihre Muttersprache, Englisch versteht sie zwar etwas, aber sprechen kann sie es noch nicht. Sie ist das erste Mal außerhalb ihrer Heimat Kenia und versucht, an ihre läuferischen Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen. Die heute 25-jährige war bereits einmal kenianische Vizemeisterin im Cross und gehörte 2005/2006 der Nationalmannschaft an. Nach einer Babypause, Rutto ist, nachdem ihr Mann im Bürgerkrieg umkam, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern im Alter von 4 und 2 Jahren, reichen ihre Zeiten im Moment nicht für die kenianische Spitze aus. Aber sie möchte wieder dorthin kommen, wo sie schon einmal war. Auch sie wird im Oktober beim Dreiländermarathon in Bregenz an den Start gehen. Unter 2:37 h will sie gerne laufen.

Hinter ihr klaffte eine noch größere Lücke als bei den Männern. Als Zweite lief die LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg Läuferin Branka Hajek in 40:38 min über die Ziellinie. Sie startet gerne in Freiberg und war auch in den letzten Jahren regelmäßig in der Siegerliste zu finden. Nach ihrem dritten Platz in Ludwigsburg erneut ein schöner Erfolg für die 26-jährige Studentin. Platz 3 ging in 41:31 min an Isabel Leibfried (ULG/Spvgg Heinriet). In Freiberg machte sie nicht den Fehler von Brackenheim, zu schnell zu laufen, sondern passte ihr Tempo den Temperaturen an und kam so recht locker ins Ziel. Die W50-Läuferin Gilian Bathmaker (LG Neckar-Enz) zeigte den meisten jungen Damen mal wieder, was schnell laufen heißt. Sie wurde in 44:37 min sechste Frau und gewann klar ihre Altersklasse. Stadtmeisterin wurde Tanja Pauer in 50:06 min.

Über die 5 km Strecke gewann das Rennen Markus Hauber (LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg) in guten 16:26 min. Zweiter wurde Thorsten Siegl (Team Roy Sports) in 17:44 min, die beide vor einer Woche in Ludwigsburg beim Citylauf bereits eine sehr gute Leistung zeigten. 18:04 min reichten Fabian Knobelspies (LG Neckar-Enz) für Platz 3. Beachtlich die Leistung von Daniel Kroll, der bei den Schülern A gewertet wurde, und mit 19:44 min unter der 20 min-Marke blieb.

Bei den Frauen siegte Tina Noack (LG Neckar-Enz) in 20:59 min vor der Schülerin B (!) Steffi Zierhut (OPS Freiberg) in 22:50 min und Tina Herzig (Team Sport Evolution) in 22:52 min.

Die Kinder und Schüler stellten mit 419 Finishern den größten Teil der Freiberger Läuferschar. Es gewann über die 2 km-Strecke Jan-Hendrick Mösel von der LG Freiberg in 7:39 min klar vor Paul Polauje (SGV Freiberg) in 7:52 min und Eike Todt (OPS Freiberg) in 8:04 min. Bei den Mädchen benötigte die Siegerin Isabel Stegmaier (OPS Freiberg) 8:47 min für die Strecke. Platz zwei ging an Marie Kemmler (8:51 min), Platz 3 sicherte sich ganz knapp Emilia Götz in 8:59 min vor Isabel Schlipf (9:00 min).

Den Läufertag konnte man im Anschluss beim Freiberger Bürgerfest ausklingen lassen.

Direkter Ling zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: http://www.freiberger-buergerfestlauf.de/