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Jochen Höschele

[eingestellt am 22. Juli 2010]

Von: Jochen Höschele

Fotos: privat

Um die Anfänge meiner "Karriere" nachvollziehen zu können, muss man weit, weit zurückblicken - es empfiehlt sich ein historisches Nachschlagewerk à la "Laufen in der Antike" oder so - am besten eines aus dem vorigen Jahrhundert, dann passt es so halbwegs.

Als ich mit dem wettkampfmäßigen Laufen anno dazumals (oder, genauer gesagt, 1991) begonnen habe, hätte ich mir nicht träumen lassen, wozu das einmal führen könnte....schließlich war ich immer allenfalls der zweitschlechteste bei den so verhassten 1000m-Läufen in der Schule, noch länger, noch unbeliebter. Dennoch habe ich es immerhin zehn Jahre in einem Leichtathletikverein ausgehalten, und auch heute noch darf ich dort alljährlich beim 12-Stunden-Lauf des TSV Schmiden vorbeischauen, ohne dass sie mich gleich steinigen...

Es hat mich wohl aber schon gewurmt, dass ich auf dem Fußballplatz nonstop hinter einem Ball herzurennen in der Lage war, aber "ohne" schon nach fünf Minuten schlapp machte. Also nahm sich ein Freund meiner an und führte mich auf den rechten Weg...durch Wald und Flur....und siehe da, es ging, äh, lief doch! Langsam, gaaaaanz langsam erst, sechs Kilometer am Stück waren schon eine Herausforderung und Volksläufe über zehn Kilometer beinahe unvorstellbar weit. Während sich das Eichhörnchen mühsam nährte, sammelte ich fleißig Kilometer und war doch tatsächlich nach einem Jahr in der Lage, meinen ersten Halbmarathon und im Herbst 1992 meinen ersten Marathon zu beenden. Dass es gleich Berlin sein musste, lag daran, dass ich mir dachte, "dann warst du wenigstens dort, wenn's dein einziger Marathon bleiben sollte".

Sollte es aber nicht - ein bis zwei weitere folgten in den nächsten Jahren, ehe ich mich langsam zum Vielstarter mauserte und heute auf, naja, mehr als hundert Marathons und Ultras zurückblicken kann. Den ersten Ultra bewältigte ich im Rahmen des "Heimspiels" beim Schwäbische Alb Marathon im Jahre 1994, damals noch moderate 44km lang.  

Mittlerweile stolpere ich auch recht erfolglos über diverse Trails dieser Welt oder versuche, Länder zu Fuß zu durchqueren oder mich vor dem Besenwagen nach Sparta zu retten, immer getrieben vom unersättlichen Verlangen nach dem 398. Finishershirt, welches dann von meiner Frau liebevoll entsorgt wird.

jochen.hoeschele<ät>laufticker·de


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