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Frankenstein - Straßenlauf

[eingestellt am 03. Mai 2009]

Von: Gabi Gründling/Fotos Peter Gründling

Burg Frankenstein überragt alles

Stürzt vor den ganz schnellen Hirschen los und wird am Ende 12.: Karl-Peter Böshar

Bernd Egelhof (255) wird nur noch von der Burg überragt

Anna Kusch wird Zweite

Gerhard Bunge (200) 3. M70

Renate Cöllen (65) 1. W60

Geballte Ladung Kaiserslauterer Frauenpower

Udo Bölts hier einen halben Schritt hinter Christian Dörr, hat aber im Ziel die Nase vorn

Rafael Bender wird 3.

Ralf Fritzsche vor seinem früheren Vereinskameraden Ramon Bernadon

Jörg Jakob, 3.M40/7. Gesamt

Bruno Wassmer, 1. M50

Werner Hollstein, 2. M50

1 km später, im Ziel, war Fabian Lutz (206/1. MJB) hinter Mike Schmidt (171/3. M50) und Bernd Ullrich (6. M40)

Siegerin Sabine Rankel

Laurent Gräbner, 3. M20

Horst Backes, 1. M70

Andrea Schwehm wird 3.

Angelika Scheller, 1. W50

Jannis Egelhof, 2. MJB

Wiebke Roos, 3. W30

Uwe Andresen, 2. M70

Bianca Loge, 2. W20

Teunie Mosert, 3. W40

Birgit Schädlich, 2. W50

Lieselotte Meyer, 3. W50

Frank Schmitt – 10 km mit “Ballast”

Katja Groß (1. WJ) wird von Vater Günter gezogen

Chef Hermann Eichert ist überall, hier bei der Zeitnahme (sitzend vorne)

Jüngste Teilnehmerin Laura Baumann (2. WJ)

Schnörkelloser Laufspaß im Zeichen der Burg

03. Mai 2009 - Frankenstein ist ein gut 1.000 Einwohner zählendes Dorf, das zur Verbandsgemeinde Hochspeyer gehört und dem Landkreis Kaiserslautern zugeschrieben wird. Inmitten des Naturparks Pfälzerwald gelegen, liegt es recht idyllisch direkt an der B37 zwischen Bad Dürkheim und “Lautre”. Seine Einwohner-Hochzeit hatte der Ort Ende der 1960er Jahre, als es etwa 1.500 Köpfe zählte.  

Über den Dächern des Ortes ragt die gleichnamige Burg in den Himmel. Die Burgruine war einstmals als Schutz für das Bad Dürkheimer Kloster Limburg gedacht. Vor 20 Jahren wurde sie renoviert und gehört heute dem Land Rheinland-Pfalz. Sie geht vermutlich zurück auf einen edelfreien Herrn namens Helenger von Frankenstein, der 1146 als erster Frankenstein urkundlich erwähnt wurde – als Zeuge in einem Gerichtsverfahren. 

Etwa die Hälfte des Ortes ist Mitglied im TV Frankenstein, einem Verein mit den Abteilungen “Hobbyradler, Tae-Bo, Nordic Walken, Turnen und Läufer”. Über die Laufabteilung findet man folgendes Statement: “Seit 1982 ist die Lauftruppe aktiver Bestandteil des TV. Was eher als eine Selbsthilfegruppe zum Abnehmen begann, entwickelte sich zu einer beachtlichen und beachteten Abteilung.“ Bereits 1984 rief die Laufabteilung zwei Laufveranstaltungen ins Leben – den Straßenlauf Anfang Mai und den Abendlauf Anfang Juni. 

Der Straßenlauf ist noch immer ein schöner Lauf ohne Brimborium. Es gibt eine amtlich vermessene 10 km-Asphaltpiste. Punkt. Keine Kinderläufe, keine Schnupperläufe, keinen Nordic-Walking-Wettbewerb. Alles im kleinen Rahmen und dadurch sehr familiär. Der Chef vom Dienst ist Heinrich Eichert, Ehegespons von Adele, der erfolgreichsten Läuferin des TV Frankenstein. Er ist überall anzutreffen: bei der Startnummernausgabe, bei der Zeitnahme, im Wettkampfbüro, bei der Siegerehrung. Der Lauf kommt mit recht wenig Helfern aus, denn außer am Wendepunkt gibt es keine (eigenen) Streckenposten. Die freiwillige Feuerwehr regelt den Verkehr am Übergang von der B39 zum Wald. 

Morgens um 9 h wurden 165 LäuferInnen auf die Strecke geschickt. Der Führungsradfahrer haderte noch mit einigen Kirchgängern, die auf ihrem Weg den der Läufer queren mußten. Nach der Menge und ihrem Outfit zu schließen, muß heute wohl Konfirmation gewesen sein. Start ist am Gemeindehaus des Ortes, wo sich auch die Duschen befinden und der Aprés-Lauf abspielt. Nach ca. 100-150 m biegt man rechts auf die B39 ab. Hier geht es leicht bergab. Das Attribut “steil”, daß der Läuferschar zuvor mit auf dem Weg gegeben wurde, stimmt definitiv nicht. Nach ca. ½ km biegt man dann in den Wald ein. Aber es erwarten einen mitnichten Waldwege sondern ein breiter Asphaltpfad, den man bis zum Wendepunkt bei km 5,5 entlangbrettert und der sich bis dorthin kaum merklich nach oben durch den Wald und entlang eines Baches windet. Ein Turn um drei Pilonen und schon ist man auf dem Rückweg. Was vorher “hoch” ging, wird jetzt auch wieder runter gelaufen. Die B39 ist dann nicht mehr gesperrt, man nutzt den Radweg, der von einer Leitplanke geschützt wird. Die Strecke ist recht schnell, was auch die diesjährige Siegerzeit bestätigt. Das Ziel liegt rund 300 m vor dem Gemeindehaus, so daß man die Straße nicht nochmal sperren muß. Der Zielkanal taucht plötzlich hinter einer Kurve auf, ist aus der Ferne nicht auszumachen und so hat derjenige einen Endspurt-Vorteil, der sich auskennt. 

Vorjahressieger Jonas Lehmann in orange

Für Udo Bölts war der Frankensteiner 10er der erste Wettkampf seit dem Donnersberglauf Ende Februar. Zwischenzeitlich stand vor allem Mountainbiketraining auf dem Programm, denn im April war er wieder zusammen mit Carsten Bresser bei einem Team-Tour in Südafrika. So wußte er vor dem Startschuß überhaupt nicht, wo er stand. Und erlebte “den wohl interessantesten Wettkampf meiner Lauf-Bahn”, so O-Ton Bölts. Er wußte einige Läufer um sich, die 33er und 34er Zeiten laufen und wollte mal sehen, wie lange er mit ihnen mithalten kann. Den jungen Limbacher Jonas Lehmann, der den Lauf im Vorjahr gewann, konnte er gar nicht einschätzen. Bis zur Wende lief eine siebenköpfige Gruppe zusammen, dann forcierte Bölts das Tempo, um zu testen, wer es mitgehen konnte und würde. Der Einzige, der ihm wirklich folgte, war Christian Dörr (laufundsportshop.de), die Laufgeräusche der anderen verabschiedeten sich recht flott nach hinten. Was dann folgte, war ein Kopf-an-Kopf-Rennen über fast 4 km. Mal hatte der eine die Nase und die Schulter vorne, mal der andere. Durch ständige Tempowechsel hatte Bölts 2 km lang erfolglos versucht, seinen 10 Jahre jüngeren Widersacher abzuschütteln, erst bei km 9 konnte er gerade noch so viel zusetzen, daß Dörr nicht mehr an ihm vorbei kam. Im Ziel betrug Bölts’ Vorspung gerade mal 2 Sekunden. Seine nächste läuferische Herausforderung wird erst im September stattfinden, denn im Sommer stehen noch einige Mountainbikewettkämpfe an, vor allem die Zillertalchallenge und der Transalp. Wegen des Transalps kann er auch nicht mit seinen Kollegen von TuS 06 Heltersberg bei der Senioren-Berglauf-DM starten. Deshalb haben er und Carsten Bresser Matthias Hecktor versprochen, sich gezielt und gut auf den offenen Lauf zur Berglauf-DM der “Aktiven” vorzubereiten, um ein gutes Mannschaftsergebnis zu erzielen.  

Dritter im Treppchenbund wurde nach 34:12 min Rafael Bender (LC Bad Dürkheim). Der 31jährige befindet sich nach einem operativen Eingriff im März wieder auf dem aufsteigenden Ast und will in diesem Sommer beim Dreiländerlaufcup punkten. 

Benders Vereinskollegin Sabine Rankel war unangefochtene Siegerin in der Frauenwertung. Nachdem sie mehrere Monate mit Rückenproblemen zugange war, hat sie am vergangenen Wochenende beim Halbmarathon in Heidelberg erstmals ins Wettkampfgeschehen 2009 eingegriffen. Derzeit trainiert sie rund 50 km pro Woche, aber in kleinen Einheiten. Als Halbmarathonvorbereitung hat sie gerade 1x einen 19 km-Lauf gemacht. Ihr Ziel sind die restlichen vier Läufe des Pfälzer Berglaufpokals, die aber erst in den Monaten September bis November auf der Agenda stehen. Sabine Rankel war als Gesamt-18. mit 38:47 min vollauf zufrieden. 

Im Ziel konnte sie bei Tee und Wasser fast vier Minuten verschnaufen, bis die 23jährige Anna Kusch (TSG Eisenberg) nach 42:36 min dort eintraf. Die Studentin der Fächer Sport und Biologie fürs Lehramt lebt und studiert in Kaiserslautern. Zur TSG Eisenberg kam sie über die Mutter ihres Freundes, die dort läuft. Ihre Lieblingsdisziplin sind 10 km-Läufe. In Frankenstein verbesserte sie ihre bisherige persönliche Bestzeit um 59 Sekunden. Ihre Laufpläne kann sie nur schwer in Worte fassen, denn sie entscheidet meist spontan, wo sie wann hinfährt. Am kommenden Wochenende wird man sie eventuell in einer Halbmarathon-Ergebnisliste finden. Entweder in Mainz oder in Mannheim. 

Andrea Schwehm (TSG Kaiserslautern) vervollständigte das Podest nach 42:58 min. Sie lief vor fünf Wochen in Freiburg mit 3:22 h neue Marathon-Bestzeit. 

Bei vielen verschiedenen Kuchen und den wahrscheinlich üppigst belegten Brötchen, die es bei einer Laufveranstaltung je gab, verging die Zeit bis zur Siegerehrung recht schnell. Ein Läufer, der ohne Startnummer mit- und ins Ziel gelaufen war, brachte noch ein bißchen Chaos in die Datenauswertung, denn durch ihn verschob sich natürlich alles, was hinter ihm in den Zielkanal kam. Zeitgenossen gibt es… 

Um 11.45 h war die Beer geschält und alle machten sich auf den Heimweg, um noch einiges von diesem sonnigen Sonntag zu haben.

Ergebnisse: www.laufinfo.de

Veranstalterseite: www.tv-frankenstein.de

 


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