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Sicheres Laufen bei Eis und Schnee

[eingestellt am 30. Dezember 2010]

Von: Nicole Benning

Icebugs - die Sohle

Icebugs - eins von vielen unterschiedlichen Modellen

Yaktraks - von unten

Yaktraks - von oben

Unterstützung durch das richtige Schuhwerk - Icebugs und Yaktrax im Vergleich

Laufen bei Eis und Schnee hat seine ganz besonderen Reize, aber auch seine besonderen Tücken. Frisch gefallener Schnee gehört so ganz grundsätzlich für viele zu den angenehmsten Laufuntergründen, die man sich vorstellen kann. Und wenn man dann gemütlich bei Sonnenschein durch einen tief verschneiten Wald traben kann, lacht das Läuferherz. Doch die Realität sieht meist weniger romantisch und wesentlich unerfreulicher aus.

Festgefrorener Schneematsch, rutschige Eisflächen unter einer dünnen Schneeschicht, tiefe rutschige Fußabdrücke und ähnliche Bedingungen sind leider im Winter an der Tagesordnung. Damit geht eine erhöhte Sturzgefahr einher und ein sehr unsicheres Gefühl beim täglichen Training stellt sich ein. Die Angst vor dem Sturz kann das Lauferlebnis ganz gewaltig trüben. Dazu kommt noch, dass man bei solch rutschigen Verhältnissen gerne verkrampft und zuhause Muskelkater an Körperstellen feststellt, an denen man bislang gar keine Muskeln vermutete.

Für Menschen, die viel auf Eis und Schnee laufen kann die Anschaffung von Hilfsgeräten in Form von Schneeketten für die Laufschuhe (Yaktrax) oder von Laufschuhen mit Spikes (zum Beispiel von Icebug) sinnvoll sein.

Wie bei so vielen Spezialgeräten sollte man sich aber beim Kauf darüber im Klaren sein, dass es sich auch hierbei nicht um eierlegende Wollmilchsäue handelt. Die technischen Hilfen erleichtern das Laufen auf Schnee und Eis, dennoch bleibt es aber beim Laufen unter erschwerten Bedingungen. Man braucht wesentlich mehr Kraft und Koordination als bei einem trockenen Untergrund. Ein lockeres und leichtes Laufgefühl wie auf Asphalt können auch die Hilfsmittel nicht verschaffen.

Was ist nun für welchen Einsatz sinnvoll?

Yaktrax sind „Schneeketten“, die man mit einem Klemm- und Schließmechanismus am Laufschuh befestigt. Läuft man damit auf Asphalt, „eiert“ man ziemlich durch die Gegend, mal abgesehen davon, dass man die „Ketten“ schnell ruiniert. Wichtig ist also, dass der Laufuntergrund möglichst durchgängig schneebedeckt ist. Man kann Yaktrax natürlich auch erst anlegen, wenn man etwa den schnee- und eisfreien Ort verlassen hat und draußen in der Natur ist. Yaktrax in die Tasche, loslaufen und dann bei Bedarf anziehen. Das funktioniert.

Allerdings lassen sich die Ketten nicht ganz so leicht aufziehen, wie man dies vielleicht in der Werbung suggeriert bekommt. Man braucht schon etwas Kraft, um die Gummibänder über den Schuh zu ziehen. Dann muss man darauf achten, dass die Klettverschlüsse um den Laufschuh nicht zu fest zugezogen werden. Sonst drücken die Verschlüsse auf den Fuß und schnüren einem die Blutzirkulation ab. Beherzigt man dies, hat man mit Yaktrax kaum Einschränkungen hinzunehmen.

Sie leisten gute Hilfe bei festen Schneedecken oder bei Schneematsch. Die Ketten graben sich in den Untergrund und man kann wirklich sicher ohne Rutschen und sehr standfest laufen. Und zwar sowohl auf flachen Passagen wie auch bergauf und bergab. Ich mache bei solchen Bedingungen auch Tempotraining mit Yaktrax. Das Laufgefühl mit Ketten an den Füßen stört mich persönlich nicht, ich kann fast ganz normal laufen.

Weniger gut geeignet sind Yaktrax auf Eis. Da greifen die Ketten einfach nicht sicher genug. Man läuft mit ihnen zwar besser auf Eis als mit einem normalen Laufschuh, aber richtig zufriedenstellend ist es trotzdem nicht. Dafür kosten die Ketten aber auch nur rund 30 Euro, eine Investition, die für Menschen, die auch bei Eis und Schnee ihrem Hobby möglichst unbeschadet nachgehen wollen, noch überschaubar ist. Wer sich Yaktrax anschafft, muss wissen, dass sie keine Ewigkeit halten, sondern dass es sich um einen Verbrauchsartikel handelt, der bei regem Gebrauch auch kaputt geht (vor allem die Metallspiralen, die als Ketten dienen).

Ganz anders als Yaktrax läuft es sich mit Laufschuhen mit integrierten Spikes, wie etwa mit den Modellen der schwedischen Firma Icebug. In die Schuhsohle sind 16 Spikes mit Karbid-Spitzen integriert. Bei Gewichtsverlagerung auf die Spitzen werden die Spikes in Richtung Sohle gedrückt und passen sich dem jeweiligen Untergrund an. Auf rutschigen Oberflächen wie Schnee und Eis, aber auch Schlamm oder Gras ragen die Spikes heraus und sorgen dafür, dass man rutschfrei laufen kann. Auf Beton oder Asphalt werden die Spikes (etwas) in die Sohle hineingedrückt, so dass sich das Geklacker der Spitzen auf dem freien Asphalt in Grenzen hält (aber natürlich trotzdem da ist). Für das Laufen auf Asphalt sind die Schuhe nicht gemacht, auch wenn man natürlich jederzeit kurze schnee- und eisfreie Passagen überwinden kann. Die Spikes nehmen es einem nicht gleich übel. Und wenn, dann hat man ja insgesamt 16 Stück, so dass der Verlust des einen oder anderen Nagels zu verschmerzen ist. Das Laufgefühl auf Asphalt, na ja.

Eine Investition in Schuhe à la Icebugs liegt preislich deutlich über der von Schneeketten. Dafür bekommt man aber auch einen sehr gut verarbeiteten wasserabweisenden Laufschuh geboten. Auf rutschigen Oberflächen hat man dank der Spikes einen sehr sicheren Halt, kann uneingeschränkt schnell und langsam, bergauf und bergab laufen. Auch schnelle Richtungswechsel sind dank der Spikes kein Problem. Und zwar egal, wie die Schneebeschaffenheit ausfällt und egal, ob sich darunter Eis befindet oder nicht. Der Icebug bietet einen tollen Grip. Hinzu kommt, dass der Schuh recht direkt ist, sprich man spürt den Untergrund noch, muss sich aber keine Sorgen über mögliche Ausrutscher und damit verbundene Stürze machen. Etwas gewöhnungsbedürftig könnte für den einen oder anderen die etwas harte Bauart sein; zur Sicherheit empfiehlt es sicher daher, bei den ersten Einsätzen die Ferse abzukleben. Zumindest wenn man etwas länger unterwegs sein möchte.

Zugegeben, ein Icebug-Schuh ist keine preiswerte Anschaffung (ca. 150 Euro). Wer aber bei Eis und Schnee sehr sicher unterwegs sein möchte und viel unter diesen Bedingungen läuft, kann schon über einen Kauf nachdenken. Und wird es bestimmt nicht bereuen.


11. Bottwartal Marathon