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Once a runner - John L. Parker jr (neu Cassidys Lauf)

[eingestellt am 03. Februar 2012]

Von: Maya Lukas

John L Parker schrieb "Once a runner" (Einmal ein Läufer,....) 1978, veröffentlichte es im Eigenverlag und verkaufte die Exemplare selbst bei Strassenläufen. Das Buch war schnell vergriffen und gebrauchte Kopien erreichten Spitzenpreise von 60 US$. Das Buch ist schnell zusammengefasst: Der Held der Geschichte, Quenton Cassidy, ist Student an einer fiktiven amerikanischen Universität und dort erfolgreicher Läufer im Uni-team, der davon träumt- und das Zeug dazu- hat die Meile (1609 m) in unter 4 Minuten zu laufen. Once a runner beschreibt seinen Weg zum grossen Wettkampf und das Leben an der Uni zu Zeiten des Vietnamkriegs. Studentenproteste, in die er nur am Rande involviert ist, führen zu seinem Ausschluss aus dem Wettkampfteam der Universität, zu einem Zeitpunkt, wo er die Meile in knapp über 4 Minuten läuft. 

Unterstützt von seinem Freund Bruce Denton, selbst Doktorand an der Uni und früherer Olympiasieger, wagt er, alles in eine Waagschale zu werfen. Er gibt sein Stipendium auf, die Beziehung zu seiner Freundin geht in die Brüche (was nicht ausführlich behandelt wird) und setzt seine ganze gesicherte Zukunft auf´s Spiel, um sich in eine Hütte zurückzuziehen und nur für eines zu Leben: das Training für das Rennen seines Lebens, die 4-Minuten-Meile. Denton, von da an sein Trainer und Mentor, hilft ihm und kümmert sich um das organisatorische Problem ohne Uniteam in ein offizielles Rennen zu kommen. 

Das Buch ist voll von intensiven Schilderungen über das Laufen, die Freude daran, die Härte des Trainings und die Müdigkeit danach . Man merkt deutlich, dass Parker, selbst einst  wettkampforientierter Läufer und Teamkamerad von Olympiateilnehmern wie z.B. Frank Shorter, weiss, wovon er schreibt. Und auch wenn ich selbst nach Definition der Läufer im Buch zu denen gehöre, die gar nicht wissen, was Laufen eigentlich ist, hat es mich das Buch vollständig in seinen Bann gezogen. Die letzten 20 der 272 Seiten sind dem grossen Rennen gewidmet. 20 Seiten, in denen man das Lampenfieber mit all seinen Adrenalinschüben miterlebt, das Rennen mitleidet, im Ziel als Leser selbst vollständig fertig ist. 20 Seiten während derer man das Buch auf keinen Fall aus der Hand legen kann-ich gestehe, für die letzten 4 Kapitel der letzten Tage vor dem Rennen, war mir ein Aufhören unmöglich. 

Das Buch wird seinem Ruf vollkommen gerecht, ich würde es jedem englisch-lesenden Läufer empfehlen. Es wundert mich, dass nach anderthalb Jahren Neuauflage noch keine deutsche Übersetzung vorliegt 

John L. Parker jr. Once a Runner
272 Seiten
Scribner, 2009
ISBN-13:978-1-4165-9788-9
ISBN-10:         4165-9788-3

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inzwischen gibt es das Buch unter dem Namen "Cassidys Lauf" endlich auch auf Deutsch. Gerd Fischer hat es gelesen und besprochen:

John L. Parker: "Cassidys Lauf“ - übersetzt von Max Stadler. Aufbau Verlag. 304 Seiten. 20,60 Euro. 

Schneller ins Ziel

Endlich werden einige sagen! Wer bislang auf die Lektüre des „Kultbuch(s) über die Essenz des Laufens“, wie es der Aufbau Verlag nennt, verzichten musste, weil es nur auf Englisch vorlag, kann jetzt in den Genuss kommen. Denn „Once a runner“ liegt nun als „Cassidys Lauf“ auch auf Deutsch vor. 

Die Meile unter 4 Minuten laufen – das ist Quenton Cassidys großes Ziel, dem er alles andere (Uni, Freundin) unterordnet und sein Leben in einem frei gewählten Einsiedlerdasein ganz dem Training widmet. Und der Leser begleitet ihn auf dem Weg dorthin.

„Aufgeben gab’s nicht in Quenton Cassidys Wortschatz.“ Dieser Satz gipfelt darin, dass Cassidy in einem Kapitel das vorgegebene Intervalltraining von 60 mal 400m in je 62-63 sec. durchzieht. Dieser Abschnitt ist so eindrucksvoll geschrieben, dass dem Leser /Läufer schon beim Lesen alles wehtut. Höhepunkt des Romans sind zweifellos die letzten etwa 30 Seiten, in denen das Rennen gegen den neuseeländischen Meilen-Weltrekordler geschildert wird (wobei ich hier nicht verrate, wie es ausgeht). 

Die deutsche Übersetzung von Max Stadler, freier Literaturübersetzer, ist sehr gelungen und trägt entscheidend dazu bei, dass der Roman so authentisch wirkt. Dass seine Leidenschaft dem Laufen gilt, spürt man nahezu in jedem Satz.

Obwohl der Roman bereits 1978 geschrieben wurde, ist er, was das Laufen angeht, immer noch aktuell. Also volle Empfehlung meinerseits.

 

 


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