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Ressemann, Alexander

[eingestellt am 14. Januar 2011]

Von: Rainer Baumgärtner

Fotos: Stefan Hinze

Alexander Ressemann, von seinen Freunden kurz Alex genannt, ist auf der Bahn ein Energiebündel, wie man es auf seinen Hausstrecken, den 400 und 800 Metern nur selten sieht. Ein Blick genügt, um ihn den richtigen Disziplinen zuordnen zu können, den Sprints. Der attraktive Ressemann ist als ein Modellathlet auch für die „Damenwelt“ nicht uninteressant, auch wenn der eher ruhige Alex alles andere als ein sich zur Show stellender Sprinter ist, wie man das von großen Sprinternamen her kennt.

In der Schule oder im Sport, Alex ist motiviert von der Nasenspitze bis zum großen Zeh. Und so trainiert er auch, immer mit dem Anspruch, besser und das heißt schneller zu werden. Er läuft für die LCO Edenkoben, in deren Reihen es viele Kurzsprinter gibt. Alex‘ Stärke sind die langen Sprintdistanzen, eben 400 oder 800 Meter. Auf beiden Strecken startete er erfolgsversprechend in das Laufjahr 2011, in Ludwigshafen bei den pfälzischen Hallenmeisterschaften holte er überlegen die Titel. Über die 800 Meter löste er in 1:57 Minuten das Ticket für die deutschen Jugendmeisterschaften in Leverkusen. 

Alex ist kein gebürtiger Pfälzer, im Babyalter zog es die Ressemanns von Lemgo nach Edenkoben. Kaum hatte der kleine Alex die Pampers aus, stand er schon auf der Bahn. Schuld daran ist seine Mutter Heike, die in Edenkoben Minis trainierte, womit sie den sportlichen Weg ihres Sohnes bereits in den Kinderjahren vorgab. Der kleine Alex durfte hüpfen, springen und werfen, womit er sich auch recht schnell anfreunden konnte. Heute ist Mutter Heike stolz nicht nur auf die Erfolge ihres Sohnes, sondern auch darauf, den Grundstein dafür gelegt zu haben. Sie ist davon überzeugt, ihren Sohn zur richtigen Sportart, der Leichtathletik, „verführt“ zu haben. Nichts dagegen einzuwenden hat Vater Michael Ressemann, ein bekennender Volksläufer. Während er meist nach dem olympischen Gedanken ins Ziel kommt, hat da Sohn Alex ganz andere Ambitionen, auch wenn er auch Mal ganz gerne mit dem Vater um die Wette läuft. Denn schließlich ist Alex auch von Volksläufen nicht abgeneigt. Wenn es sein Wettkampfkalender zulässt, ist er mit seiner Trainerin, Isolde Meier und der Edenkobener Lauftruppe „on Tour“. Crossläufe sind für Isolde Meier ein ideales Wintertraining. Deshalb sind die Edenkobener „Jungstars“ auch Stammgäste bei den Crossveranstaltungen in Hatzenbühl und Rülzheim. 

Der amtierende Süddeutsche Meister über die 800 m und Sechste der deutschen Jugendmeisterschaften über die gleiche Strecke, hat für 2011 ein großes sportliches Ziel, das er auch mit Patrick Zwicker und Jonas Baumgärtner (beide LG Rülzheim) teilt, nämlich die deutsche Staffelmeisterschaften in Kassel. Für die Sprintstaffeln gibt es zwischen der LCO Edenkoben und der LG Rülzheim eine sogenannte Startgemeinschaft, um auf nationaler Ebene konkurrenzfähig zu sein. Am konkurrenzfähigsten dürfte die 3 x 1000 Meter Staffel sein, und zwar so konkurrenzfähig, dass selbst der Deutsche Meistertitel machbar erscheint. Zumindest aufs Podest will Ressemann mit seinen Rülzheimer Kollegen laufen. Deshalb fährt er auch wöchentlich nach Rülzheim und trainiert bei Edmund Hamburger, der von dem Edenkobener schwärmt. Die Rülzheimer Leistungsgruppe passt zu Ressemann, das Zusammenspiel klappt und die Trainingseinheiten verlaufen auf hohem Niveau, schließlich steht keiner zurück, wenn es darum geht, wer in Rülzheim der Platzhirsch ist. 

Wenn es ausnahmsweise bei Alex mal nicht um die Leichtathletik geht, mag er es dennoch sportlich. Der siebzehnjährige Schüler des Eduard-Spranger Gymnasiums in Landau spielt im Sommer gerne Beach-Volleyball oder  geht mit Freunden klettern. Apropos Schule: Auch wenn er Sport nicht als Leistungsfach gewählt hat, gibt sie ihm Anlass für den allmorgendlichen „ Aufgalopp“, denn Alex fährt nicht etwa mit dem Schulbus von Edenkoben nach Landau, sondern mit dem Fahrrad. 

Völlig außergewöhnlich ist sein Vorbereitungsritual kurz vor dem Wettkampf. Er meditiert fünf bis zehn Minuten lang, konzentriert sich dabei auf den Atem, wohlwissend, dass sechs bis zehn Atemzüge in der Minute den Körper in eine völlige Entspannung bringen. Exakt das gleiche Ritual gibt es bei den Yogis, die barfuß über klühende Kohlen laufen. Ganz so heiß wird es bei den Läufen von Alexander nicht, doch seine Erfolge geben ihm Recht. Der Weg über die Entspannung gibt ihm anscheinend die innere Ruhe und die mentale Kraft, um die Erfolge haben zu können, die Alexander Ressemann zu einem ganz außergewöhnlichen Läufer in der Südpfalz gemacht haben. 

Alexanders Bestzeiten:

400 Meter:         50,13 Sek. (2010, Ingelheim)
800 Meter:      1:56,10 min. (2010, Pfungstadt)               

 

 

 

 


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