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Emil Zatopek in Fotografien - Frantisek Kozik

[eingestellt am 17. April 2011]

Von: Jörn Harland

Emil Zatopek, dieser Name ist fast jedem Läufer ein Begriff. Irgendeine Geschichte fällt einem immer ein zu dem tschechischen Wunderläufer, insbesondere der älteren Generation. Doch in welchen Verhältnissen wuchs Zatopek auf, unter welchen Bedingungen trainierte er und wie sah sein privates Umfeld aus? Antworten auf diese Fragen findet der Leser im Buch „Emil Zatopek in Fotografien“. 

Emil Zatopek wurde im Jahr 1922 in bescheidenen Verhältnissen im tschechischen Koprivnice geboren. Vom seinem Vater erbte der spätere Wunderläufer die Ausdauer, von seiner Mutter das Zartgefühl. Wurde Zatopek das Laufen zunächst durch seine Eltern verboten, so stellen sich allerdings recht zeitig die ersten Erfolge ein. Mit 19 Jahren in 1941 sollte die große Karriere der tschechischen Laufikone beginnen und erst im Alter von 35 Jahren in 1957 enden. 

Durch seinen unvergleichlichen Laufstil, der dem einer Lokomotive ähnelte, und seinen unbändigen Kampfgeist lief sich der Tscheche in die Herzen der Zuschauer. In seiner Heimat war der Begründer des Intervalltrainings ein Nationalheld. Nach Erfolgen wurden beispielsweise Empfänge auf dem Wenzelsplatz in Prag veranstaltet. 

Zatopeks Ehefrau Dana, selbst eine Weltklasse-Speerwerferin, bildete die Grundlage für Emils sportliche Höchstleistungen. Gegenseitige Anerkennung und Hilfe, damit das Training des jeweils anderen gelingen konnte, prägten das Verhältnis der Eheleute.

Ergänzt wurde diese eheliche Harmonie durch eine ungewöhnliche Härte Zatopeks gegen sich selbst. Eiserne Willensstärke im Training zeichneten den Tschechen aus. Niederlagen machten Zatopek noch stärker, da er neue Erkenntnisse anstellte, um die Renntaktik für künftige Rennen zu verbessern. 

Die Lokomtovie war aber kein Athlet, der seine Erfahrungen für sich behielt, im Gegenteil Emil Zatopek suchte auch die Gesellschaft und teilte seine Erlebnisse mit anderen. Dies zeigt auch seine Philosophie zum Laufen: Sport ist für ihn ein Mittel zur Annäherung junger Menschen aller Völker. 

Von den Mittelstrecken bis hin zu den Langstrecken erzielte der Ausnahmeläufer unbeschreibliche Bestzeiten, besonders herausragend an dieser Stelle sicherlich der damalige 10.000m-Weltrekord von 28:54,2 min. in 1954. Zahlreiche Weltrekorde auf den Strecken zwischen 5km und Marathon runden eine unvergleichliche Laufkarriere ab.

Die bisher unerreichte und wohl größte Leistung seines Lebens verbuchte Zatopek mit seinem dreifachen Olympiasieg im Jahr 1952, als er über 5000m, 10000m und im Marathon die Goldmedaille in seine Heimat holte. Kurz nach seinem Erfolg über 10.000m holte Zatopeks Frau Dana die Goldmedaille im Speerwurf und machte somit den tschechischen Familienerfolg perfekt.

Noch beeindruckender wirken die Rekordleistungen Zatopeks wenn man sich die damals vorherrschenden Trainingsbedingungen vergegenwärtigt, unter denen trainiert wurde. Pulsuhren und gut gedämpfte Schuhe waren in der Nachkriegszeit genauso wenig bekannt wie Aschenbahnen und Trainingslager.

In dem Buch „Emil Zatopek“ beschreibt Frantisek Kozik in unnachahmlicher Art und Weise den Lebenslauf der tschechischen Lokomotive. Zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos dokumentieren den sportlichen Werdegang Zatopeks und ermöglichen dem Leser, sich ein Bild von der damaligen Zeit eines Spitzenläufers zu machen. Das 1954 erschienene Buch ist in verschiedenen Antiquariaten erhältlich. Ein Kauf lohnt sich…… 

Frantisek Kozik: Emil Zatopek in Fotografien (mit einem Vorwort von Emil Zatopek und einem Nachwort von seinem Arzt), Artia-Verlag, erhältlich im Antiquariat

Da Jörn leider ein Exemplar ohne Cover ergattert hat, haben wir ein paar Seiten aus dem Buch abgebildet