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"the making of" oder: ein ungewöhnlicher Catwalk

[eingestellt am 02. Juni 2011]

Von: Gabi Gründling

morgens um 7:30 h ist die Welt in Ordnung: André Kossmann und Fotografin Ute Averkamp machen sich schieß-fertig

Model Julia Schumacher wird angehübscht

Und auch vor Björn Richter macht Visagistin Katrin Berger nicht halt

Rheinpfalz-Fotografin Monika Franck ist auch vor Ort

André prüft selbst den Sitz der Klamotten

Der Gradierbau bietet viele Möglichkeiten

Zwischenergebnisse werden gecheckt und diskutiert

Die Seminarteilnehmer im ersten Stock des Hotels hatten eine schöne Aussicht

Alles muß sitzen

Ute Averkamp liegt den Models zu Füssen

Hier holt der Chef den Kaffee selbst

Auf dem Laufsteg des Gradierwerks wird es bedeutend enger

Bad Dürkheim, 26. Mai 2011 – Morgens um 7.30 h ist in Bad Dürkheim die Welt in Ordnung. Die Sonne scheint, obwohl Gewitter angesagt war. André Kossmann und sein Tross parken hinter den im Herbst 2010 wieder eröffneten Salinen und machen sich bereit für einen langen Fototag. Am Rollständer hängen 29 Teile. Die Sommerkollektion 2012. Rot, schwarz und neongrün für die Männer, pink, apfelsine und schwarz für die Frauen. Julia Schumacher (28) sitzt im offenen Kofferraum von Katrin Berger aus Mannheim. Sie ist die Visagistin, Julia wird fotofein geschminkt. Im richtigen Leben ist sie Trainerin in einem Fitnessstudio. Zum eigenen Sportspaß nimmt sie an Triathlons teil. Ute Averkamp, Fotografin aus Marl, schießt schon mal ein paar Probefotos mit Björn Richter (34), dem männlichen Model für die Kossmann-Kollektion. Ein bißchen blass wirkt er im Morgenlicht, daher muß er auch noch in Katrin Bergers Kofferraum Platz nehmen. Die Umstehenden frotzeln ein bißchen, daß er nun aussehe wie David Beckham. Auch er modelt hier nur zum Spaß, eigentlich arbeitet der Diplom-Forstwirt als Verkäufer in der Laufabteilung eines großen Mannheimer Sporthauses.  

Das Team kennt sich, arbeitet nun schon zum dritten Mal zusammen. André Kossmann ist es wichtig, Models zu verpflichten, denen man ansieht, daß sie laufen. Und er möchte keine “Hungerhaken” in seinen Katalogen sehen. Dennoch sind seine Prototypen nur in Größe S vorhanden.

Da der Gradierbau von 333 m Länge erst um 10 Uhr aufmacht, werden die ersten Textilstücke auf seiner Westseite im Rande des Kurparks zur Schau getragen. Offensichtlich sehr zur Freude der Seminarteilnehmer im angrenzenden Hotel, die von einem Balkon aus die Szenen beobachten. Langsam füllen sich die Spazierwege rund um die Salinen. Eine Gruppe älterer Nordic-Walkerinnen zieht ihre Kreise und hat immer wieder einen Kommentar auf den Lippen. Jogger, Spaziergänger – man wundert sich, wer unter der Woche morgens Zeit für einen Bummel hat.  

Knapp zwei Stunden und viele Fotos später geht’s dann endlich nach oben. Der Balkon des Gradierbaus ist die Begier von Ute Averkamp. Die lange Flucht und das von Salzwasser überrieselte Schwarzdornreisig geben so gute wie ungewöhnliche Hintergründe ab für das, was eigentlich im Vordergrund steht: die edlen Stoffe “made in Germany”, die im kommenden Sommer so manchen Läufer kleiden sollen. Der Laufsteg der Kurgäste wird zum Catwalk. Das Team arbeitet Hand in Hand, zwischendurch werden die Ergebnisse immer wieder auf dem Monitor der Kamera überprüft. André Kossmann hat zwischen Kaffeeholen und Buchführung über die bereits fotografierten Shirts und Hosen noch Zeit, dem Redakteur der Rheinpfalz ein Interview zu geben, der sich wegen der ungewöhnlichen Nutzung der Salinen für den Fototermin interessiert.

Ein Jahr Vorlaufzeit braucht man für jede Kollektion. Wohlgemerkt vom Prototypen bis zum Verkauf. Idee, Stoffauswahl, Design – diese “Pflicht” ist längst abgehakt. Das Fotoshooting ist quasi die Kür. Ute Averkamp wird am Ende des Arbeitstages in Bad Dürkheim und Edenkoben sicher eine vierstellige Anzahl Fotos geschossen haben. Etwa 500 davon bekommt André Kossmann und dann sichtet er sie mehrfach, bis er die subjektiv besten 50 herausgefiltert hat. Die schickt er seinem Freund Thomas Reiss, einem Graphikdesigner aus der Südpfalz, der inzwischen in den USA lebt. Der Ultraläufer “bastelt” aus etwa der Hälfte den Katalog “Sommer 2012”. Und wenn die Händler ihn in den Händen halten und für den nächsten Sommer bestellen, ist die Winterkollektion 2012/2013 längst in Arbeit.  


11. Bottwartal Marathon