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1. Black Forest Trophy in Forbach

[eingestellt am 16. September 2011]

Von: Günter Kromer

Unter dem Motto "über den Tellerrand geschaut" veröffentlichen wir an dieser Stelle eine Reportage über einen ungewöhnlichen Staffelwettbewerb 

Es muss nicht immer ausschließlich Laufen sein!

Forbach, 10. September 2011 -  Eine abenteuerliche Verknüpfung sehr unterschiedlicher Disziplinen feierte  im Murgtal Premiere. Bei der Black Forest Trophy kämpften Gleitschirmflieger, Mountainbiker, Trailrunner und Kajakfahrer als Team gemeinsam um den Sieg.

Da wohl nur in wenigen Vereinen oder Freundeskreisen alle vier Sportarten betrieben werden, konnte man sich auch als Einzelperson anmelden und bekam dann die Teampartner zugeteilt. Leider gibt es aber viel mehr Läufer und Radler als Kajakfahrer, so dass für die letzte Disziplin bis zum Schluss noch Teilnehmer gesucht wurden. Schließlich nahmen 14 Teams am Wettkampf teil.

Das Schwarzwaldstädtchen Forbach liegt mitten im idyllischen Murgtal. Der Veranstalter der Trophy, Adventure World Murgtal Arena, bietet schon seit Jahren von hier aus ein großes Angebot von Outdoor-Aktivitäten an.

Schon am Tag vor dem  Rennen trafen sich die Teilnehmer zur Wettkampfbesprechung, zum Training und zum gemeinsamen Abendessen.

Am Samstag ging es dann morgens um 9 Uhr mit dem Start der Paraglider los. Im Gegensatz zu den drei anderen Disziplinen, für die Start und Ziel beim Murggarten in Forbach war, fuhren die Gleitschirmflieger zuerst mit der schönen Bergbahn von Baden-Baden auf den 668 m hohen Merkur.

Es liegt in der Natur dieser Sportart, dass man nicht lange im Voraus planen kann, ob ein Start möglich ist. Bei Wind, Regen oder Nebel im Tal wäre Teil 1 der Trophy ausgefallen. Sowohl der Veranstalter als auch einige andere Anwesende sind extrem erfahrene Paraglider, die sehr gut einschätzen können, wann man besser auf einen Start verzichten sollte. Schon vor der Fahrt auf den Merkur wurde noch einmal unmissverständlich darauf hingewiesen: "Wenn auch nur einer der Teilnehmer ein ungutes Gefühl wegen der Wetterbedingungen hat, dann verzichten wir alle."

Doch zum Glück spielte Petrus hervorragend mit. Selten erlebte ich auf dem Merkur eine so klare Fernsicht. Die Höhen des Nordschwarzwalds schienen zum Greifen nahe, in der Ferne lag auf einem Teil der Rheinebene eine dünne Nebeldecke, und dahinter erhoben sich Vogesen und Pfälzerwald.
In nur kurzen Abständen schwebte ein bunter Gleitschirm nach dem anderen hinab in Richtung Baden-Baden.  An so einem herrlichen Tag muss das Fliegen großartig sein, vor allem in so einer schönen Landschaft.

Bei dieser Phase des Wettkampfs kam es natürlich nicht auf Geschwindigkeit an. Die fliegenden Teilnehme mussten unten auf einer Wiese eine möglichst genaue Punktlandung schaffen. Je nach Entfernung zum Zielpunkt wurde die Zeitverzögerung berechnet, mit der später die Mountainbiker starten durften. Auch ob man bei der Landung stehen blieb spielte eine Rolle, und eine steile Risikolandung hätte eine böse Zeitstrafe ergeben.

Anschließend wurden alle Teilnehmer der ersten Runde nach Forbach gebracht, wo dann ab 11 Uhr die Mountainbiker entsprechend der "erflogenen" Zeitvorgaben nach einander starten durften. Der Murggarten nahe der hübschen, historischen Holzbrücke bildete dann für den Rest des Tages das Zentrum der Aktivitäten.

Die Mountainbiker mussten nun etwa 25 km mit sehr vielen Höhenmetern über Wald-, Feld- und Schotterwege sowie kurze Trails radeln. Landschaftlich bot diese Route einige schöne Punkte, aber allmählich nahm die Hitze im Murgtal immer mehr zu, so dass man nicht nur wegen der Steigungen ins Schwitzen kam.  An einer Stelle rückte ein Pressefotograf (nicht ich!) einem Radler so nah auf die Pelle, dass dieser stürzte - zum Glück ohne Folgen.

Zurück beim Murggarten übergaben die Mountainbiker dann die Staffel an die Trailrunner. 15 Kilometer Geländelauf, vor allem wegen der Hitze dieses Mal sehr schweißtreibend! Während der ersten Kilometer ging es nur leicht steigend auf durch eine idyllische Landschaft abseits der Zivilisation. Doch wer sich da schon wunderte, wo das eigentliche "Trailrunning" blieb, bekam schließlich seine Herausforderung. Über einen kurzen, aber extrem steilen Trampelpfad hangelte man sich an einem Seil zum Bett der Murg hinab. Einen Kilometer weit durfte man nun im trockenen Flussbett auf den glatt geschliffenen Steinen laufen, hüpfen, balancieren und je nach Routenwahl klettern. Wer hier nicht aufpasste konnte auch ins Wasser platschen. Zur Sicherheit bekamen alle Teilnehmer für diesen Kilometer einen Helm. Zum Schluss folgten dann wieder ein paar schon vom Hinweg bekannte Kilometer.

Nach Zielankunft der Läufer durften dann die Kajakfahrer starten. Hier galt es, in der reißenden Strömung einige Bojen zu umfahren und auf halber Strecke das Kajak über ein Hindernis zu tragen.  Die Zuschauer konnten vom Murggarten aus die komplette Wildwasserstrecke des Rennens sehr gut überblicken.

Nach Zielankunft des letzten Teilnehmers verging der Nachmittag gemütlich mit Essen, Trinken und Plaudern. Wer bisher noch nicht genug Action hatte konnte beim Bungesspringen seinen Adrenalinspiegel steigern.

Nach der Siegerehrung gab es dann noch eine Outdoor-Party mit Livemusik, und am Sonntag rundete ein Familientag mit viel Programm das Wochenende ab.

Gewonnen hat das Team Murgtalexpress mit Mark Löffler, Nico von Himbergen, Michael Mai und Philipp Reiter, gefolgt von "Schwarzwaldgeier feat. RMSV Lang" mit Sonja Kremeier, Jonathan Roth, Christian Schubert und Mirko Hoffmann. Den dritten Platz belegten die "Fantastic 4" Felix Lippmann, Rolf Enderlin, Markus Heckmann und Roland Ganter.

www.black-forest-trophy.de

 


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