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Bis ans Limit und darüber hinaus - Iris Hadbawnik

[eingestellt am 01. Dezember 2011]

Von: Elke Bölts

Was auch immer man im Leben erreichen will, in den seltensten Fällen fällt es einem in den Schoß. Auf dem Weg zum Erfolg braucht es vor allen Dingen eines: Leidenschaft. Das gilt für den Beruf, aber noch weit mehr für den Sport.

Oft werden sie als Verrückte oder als „ewig Getriebene“ bezeichnet. Je nachdem welche Sportart sie betreiben, spielen sie auch mit ihrem Leben und verlangen ihren Familien viel ab. Extremsportler, was sind das für Menschen?

Sie absolvieren einen zehnfachen Ironman-Triathlon, hangeln sich an Eiswänden in schwindelnde Höhen oder umrunden mit dem Kajak ganze Kontinente. Sie vollbringen Leistungen im Grenzbereich menschlicher Fähigkeiten. Was treibt sie dazu, sich gefährlichsten Herausforderungen und körperlichen Qualen auszusetzen? Was ist Extremsport, oder wann ist man überhaupt ein Extremsportler? Wie trainieren sie? Und wie finden sie dabei noch Zeit für Beruf und Familie? Ist Extremsport ansteckend?

Diese letzte Frage stellte sich die Autorin des Buches, Iris Hadbawnik schon immer.

Sie selbst kam durch ein nachhaltiges Erlebnis zum Extremsport.

2004 war sie eigentlich nur als Zuschauerin in Frankfurt am Main, beim Ironman Germany.

In einer Zeit von 15 Stunden müssen die drei Disziplinen, Schwimmen -Radfahren und Laufen absolviert werden. Die erste Disziplin das Schwimmen, muss jedoch in einer Zeit von 2 Stunden und 20 Minuten beendet sein. Wem dies nicht gelingt, für den ist der Wettkampf bereits zu diesem Zeitpunkt zu Ende. Und der große Traum vom Erreichen der Ziellinie des Ironman, zerplatzt innerhalb von Sekunden wie eine riesige Seifenblase.

Wie heißt es in dem Buch so schön…

….der letzte Athlet ist noch im Wasser. Daumen drücken! Die Zeit ist knapp! Verdammt knapp! Benommen und noch etwas wacklig auf den Beinen erreicht er schließlich das Ufer und auf die Sekunde genau hat er das Zeitlimit geschafft….!

Dieses Erlebnis, sowie die Euphorie und Begeisterung der Zuschauer, die den stolzen Athleten (Jahrgang 1930) unter tosendem Applaus feierten, war für Iris Hadbawnik der Grundstein für ihre „Faszination Extremsport“. Und somit konnte sie sich ihre Frage, die sie sich immer wieder stellte, ob Extremsport anstecken ist, mit einem klaren JA beantworten. Seit über zehn Jahren läuft sie nun schon selbst, nahm an zahlreichen Marathonläufen teil und bewältigte zweimal den Ironman. Heute absolviert sie mit Leidenschaft Ultraläufe aller Art und bietet Lauf- und Triathlontraining als Personal Trainerin an.

Insgesamt 10 Sportler erzählen ihre Geschichte, wie sie zum Extremsport gekommen sind, was sie antreibt und vor allem warum?

Da ist z. B. Brigid Wefelnberg, die Ultraläufe der besonderen Art absolviert; durch die Wüste, auf der Chinesischen Mauer oder am Polarkreis.

Oder Beat Knechtle „the King of Ultratriathlon“

Ultratriathlon ist  die dreifache Ironman-Distanz. 11,4 km Schwimmen, 540 km Radfahren und zum Schluss noch ein Marathon von 126,62 km.

Guido Kunze wiederum radelte in sieben Tagen und 19 Stunden 4.000 km quer durch Australien, womit er einen neuen Guinness-Rekord aufgestellt hat.

Und B.A.S.E.- Jumper Hannes Kraft ist immer auf der Suche nach neuen außergewöhnlichen Absprungpunkten, sei es ein Canyon in Amerika oder der Pekinger Fernsehturm.

Während es den einen darum geht, die eigenen Grenzen auszutesten, wollen andere Abstand vom Alltag gewinnen, die Natur erleben. Wieder andere betreiben Extremsport im Dienste der Wissenschaft. So wanderte z. B.  der Sportwissenschaftler Frank Hülsemann 600km durch die Atacamawüste in Chile, um zu erforschen, wie der Energie- und Wasserhaushalt des menschlichen Organismus unter Extrembelastung reagiert.

William James ein US-amerikanischer Psychologe und Philosoph schrieb einmal zu der Frage nach dem Warum…

…„Jenseits der extremsten Erschöpfung und Qual stoßen wir möglicherweise auf ein Ausmaß an Mühelosigkeit und Kraft, das wir uns so nie erträumt hatten; auf Quellen der Stärke, die niemals in Anspruch genommen wurden, weil wir niemals die Hindernisse überwinden.“

Wer einmal eintauchen möchte in die Welt der Extremsportler, oder diese einfach besser verstehen möchte, sollte sich dieses 224 Seiten lange Buch für 19,90 € kaufen.

Ich fand es wirklich spannend mit seinen fesselnden Geschichten und den tollen Bildern der einzelnen Protagonisten. Zudem die Infos zu den interessantesten Extremsport-Events der Welt, darunter der „Marathon des Sables“ oder das „Race Across America“. Das Buch liefert faszinierende Einblicke in eine Welt von der viele „normale“ Sportler vielleicht auch träumen ohne sich selbst hineinzuwagen.

  • ISBN-10:3-89533-765-X
  • Werkstatt-Verlag
  • € 19,90

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