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Alternativtraining mit der Slackline

[eingestellt am 09. Januar 2012]

Von: Anna und Lisa Hahner

Fotos: Matthias Christian Schmidt

Slackline - walk the line!

Wer hat sie in diesem Sommer nicht gesehen: Die gut durchtrainierten Jugendlichen, die sich bei strahlender Sonne und blauem Himmel entlang des Rheins oder im Freibad ein Band zwischen zwei Bäume gespannt haben, um darauf zu balancieren. Was machen die da eigentlich? Und wozu soll das gut sein? Ist dies nur eine weitere Trendsportart oder kann man sie auch zu Trainingszwecken nutzen? Womöglich sogar fürs Laufen? Slacklinen wurde von Freikletterern im Yosemite Nationalpark bereits in den achtziger Jahren erfunden. Sinn und Zweck war zuerst einmal der Zeitvertreib, sind Kletterer doch auf gutes Wetter angewiesen. So haben sie kurzerhand ihre Kletterausrüstung umfunktioniert und ihre Spanngurte als schwingendes, etwas breiteres Balancierseil genutzt. Als positiver Nebeneffekt wurden ihr Gleichgewichtssinn, ihre Koordination und auch ihre Konzentration geschult. Alles Voraussetzungen, die für den Klettersport notwendig sind. Trotz dieser relativ billigen Trainingsform - man benötigt nur einen Spanngurt, zwei Fixpunkte (Bäume, Straßenlaternen oder Ähnliches), gute Musik und gute Laune sind vorteilhaft - dauerte es 10 Jahre, bis andere Sportler diese Sportart zu schätzen lernten und ein weiteres Jahrzehnt, bis das Slacklinen zu einer regelrechten Trendsportart avancierte.

Die Skirennfahrer, unter ihnen beispielsweise Bode Miller, erkannten als erste Nicht-Kletterer das Potential dieser Trainingsform und nutzen diese seitdem vor allem in der Preseason. Mittlerweile gibt es Slacklines in fast allen Sportgeschäften, die günstigere und nicht minder schlechte Variante ist ein normaler Spanngurt aus dem Baumarkt. Im Allgemeinen ist der Gurt 50mm breit und 15-25m lang. Sollten wir Läufer unseren festen und sicheren Untergrund verlassen, und uns auf schwankendes Terrain begeben? Was bringt es uns Läufern, zwischen zwei Bäumen rumzutanzen, auf die Gefahr hin, sich lächerlich zu machen?

Anfangs sieht es sehr unbeholfen aus, aber auch hier gilt: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und je öfters man die Initiative ergreift und auf das Band steigt, desto geübter wird man, desto graziler werden die Bewegungen und desto größer sind die positiven Trainingseffekte. Durch die Ausgleichbewegungen mit dem Oberkörper fordert das Slacklinen gleichzeitig die Bauch- und Rückenmuskulatur und den gluteus maximus, der für ein knackiges Hinterteil sorgt. Außerdem werden beim Barfuß-balancieren die Fußmuskeln trainiert und gestärkt- optimal zur Verletzungsprophylaxe. Wie bei jedem neuen Trainingsreiz sei jedoch Vorsicht geboten. Der Morgen nach der ersten Session bleibt häufig unvergesslich. Daher sollte man die Zeit auf der Slackline dosiert steigern. Hilfreich ist es, nicht auf die eigenen Füße zu schauen, sondern den Blick nach vorne zu richten, so hält man leichter das Gleichgewicht. Ähnlich wie beim Surfen ist der Körperschwerpunkt sehr tief, Sportler mit kurzen Beinen haben also womöglich einen Vorteil. Übrigens, der Weltrekord im Long-Distance-Slacklinen liegt bei 123,5m, balanciert von Damian Cooksey in 8min. Wie singt Johnny Cash so passend? I walk the line. – What about you?  

Kosten für eine Slackline je nach Marke ab 30€.

Anmerkung der Redaktion: Ihr müsst ja nicht gleich wie der junge Mann auf den Fotos, ein Freund der Hahner-Familie, über Abgründe gehen. Spannt die Line erstmal zuhause zwischen Bäume, Torpfosten o.ä.


11. Bottwartal Marathon