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40. Egmond Halve Marathon

[eingestellt am 12. Januar 2012]

Von: Dennis Gutenstein

Fotos: Marloes Gutenstein

Der Leuchtturm am Ziel des Egmond "Halve Marathons"

Die Männerspitze am Beginn des Strandgangs

Der Sieger bei den Männern 300 Meter vor dem "Finish"

Die Frauenspitze kurz vor dem Ziel noch zu zweit

Beste Niederländerin (in grün) Hilda Kibet

Tinka Uphoff wird beste Deutsche

Dennis Gutenstein von Spiridon Frankfurt

Streckenrekord zum 40ten Jubiläum beim niederländischen Winterklassiker

 

Egmond, 08. Januar 2012 - Jedes Jahr findet am ersten Januar Wochenende im kleinen Küstenstädtchen Egmond aan Zee einer der größten, schönsten aber auch anspruchsvollsten Halbmarathons der Niederlande statt. Vor 40 Jahren als kleiner Volkslauf gestartet, finden sich heute Teilnehmerfelder von weit über 10.000 Läufern. Aber nicht nur die Masse der Läufer konnte im Vergleich zum Beginn 1973 deutlich gesteigert werden, sondern auch die Klasse der Zeiten und Eliteläufer kann sich bis heute sehen lassen. Namen wie Martin ten Kate, Carlos Lopez, German Silva, Kamiel Maase oder bei der Ausgabe 2012 der ehemalige Boston Marathon Sieger Robert Kiprono Cheruiyot lesen sich international beachtlich. Bei den Frauen ließt sich das Elitefeld nicht minder prominent. Allen voran die kenianische Marathon Frau Nr. 1 Tegla Loroupe, Joyce Chepchumba, Marleen Renders  oder die nun für die Niederlande startende Lornah Kiplagat. Zur Jubiläumsausgabe konnte die Weltmeisterin im Halbmarathon und die diesjährige Siegerin des Berlin Marathons Florence Kiplagat gewonnen werden. 

Was den Lauf so einzigartig und berüchtigt macht, ist vor allem die gut 8 km lange Passage entlang der niederländischen Küste, die auf dem Sandstrand zurück gelegt werden muss. Darüber hinaus  herrscht dort mit schöner Regelmäßigkeit Wind in Sturmstärke, der es den Läufern nicht gerade leichter macht. Hat man den Strand hinter sich gelassen, folgt der Weg vom kleinen Ort Castricum aus durch die welligen und durchaus anspruchsvoll zu laufenden Dünen zurück nach Egmond mit dem Ziel auf der Strandpromenade.

Hervorzuheben sind neben den landschaftlichen Besonderheiten noch die großartigen Zuschauer. Gleich wie das Wetter auch ist, findet sich auf dem gesamten Kurs eine große Zahl von begeisterten Zuschauern ein, die die Läufer antreiben.

Auch in diesem Jahr sollte es nicht anders sein -  bis auf den Wind. Dieser meinte es zur 40sten Ausgabe gut mit den Läufern und blies zur Abwechslung einmal nicht in deren Gesicht, sondern schob diese, wenn auch nicht komplett, jedoch wohlwollend in Richtung Castricum. Dies führte dazu, dass die von allen Teilnehmern in den Vorjahren vorrangig praktizierte Gruppenbildung am Strand zur Nebensache wurde. Das Frauen-Elitefeld, welches in Egmond traditionell 8 1/2 Minuten vor den Männern auf die Strecke geschickt wurde, fiel bis zum Aufgang zum Strand auf eine kleine Gruppe von 4 Läuferinnen auseinander. Die bereits genannten „windlichen“ Besonderheiten sollten jedoch dazu führen, dass letztendlich die Männer am Ende die Ersten im Ziel sein sollten. Der international so gut wie unbekannte Äthiopier Dawit Wolde sollte es sein, der nicht nur das ganze Feld der männlichen Eliteläufer überraschte, er überraschte bei seinem ersten Start über die Halbmarathon Distanz auch sich selbst und vor allem den Veranstalter mit einem neuen Streckenrekord mit 60:46 min. Gut 5 km vor dem Ziel sollten die führenden Männer die Spitzengruppe der Frauen stellen. 2 km später löste sich Dawit Wolde, ein Spezialist über die 1.500 Meter (!!!) von seinen Begleitern und setzte sich am Ende ungefährdet vor Gideon Kipketer und Samuel Tsegay zum ersten Sieg in Egmond durch. Zu diesem Zeitpunkt war der früherer Boston Sieger Robert Kiprono Cheruiyot längst geschlagen. Er landete letztlich abgeschlagen mit 68 min. auf dem 32 Platz.

Bei den Frauen konnte sich im Zielspurt Meseret Haily vor der Berlin Marathon Siegerin Florence Kiplagat und der Niederländerin Hilda Kibet in 71 min. durchsetzen. Der Streckenrekord geriet hierbei jedoch nicht in Gefahr.

Aus deutscher Sicht konnte insbesondere Tinka Uphoff vom hessischen Verein Spiridon Frankfurt überzeugen. Im starkbesetzten Frauenfeld konnte sie in 77 min einen respektablen 13 Platz herauslaufen. Bei den Männern erzielte Dennis Mehlfeld aus Lübeck mit einer Zeit von 69 min. die beste Zeit eines deutschen Läufers vor Dennis Gutenstein aus Frankfurt am Main in 71 min.

Auch die diesjährige Auflage glänzte neben etlicher Bestzeiten und dem bereits erwähnten Streckenrekord mit der gewohnt erstklassigen Organisation.

Abschließend kann der Egmond Halve Marathon nur wärmstens (auch zur kalten Jahreszeit) empfohlen werden. 

<cite>www.egmondhalvemarathon.nl </cite>

 

 


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