3. Offenbacher Suppenschüssel-Cross
Barfuß in der Suppenschüssel der Yeti-Jäger
Offenbach, 14. Januar 2012 -Das ist doch mal eine Überschrift! Und das Beste daran ist: Alles ist war, wie im Folgenden zu lesen ist.
Die Freunde vom Offenbacher Leichtathletik-Club OLC laufen schon seit Jahren beim Brüder-Grimm-Lauf als „Offenbacher Yeti-Jäger“.
Darüber hinaus veranstalten sie auch einige Laufveranstaltungen, unter anderem den „Suppenschüssel-Crosslauf“. „Bei der im Offenbacher Volksmund so genannten Suppenschüssel handelt es sich um eine kreisrunde Senke am Rand des Leonhard-Eißnert-Parks, die von lokalen Bands häufig für Konzerte genutzt wird. Im Winter wird sie von Kindern zum Rodeln genutzt.“, kann man bei Wikipedia nachlesen. Die „Suppenschüssel“ ist der härteste Teil der Strecke, Hier geht es ständig auf und ab, man fühlt sich wie beim Intervalltraining und kann sich bei zu schnellen Bergauflaufen schnell „abschießen“, wie einige Läufer zu berichten wussten. Am schwierigsten ist wohl das Stück zu laufen, das aus der Schüssel hinausführt. Das bietet aber dafür einen guten Standort für Fotografen und hat damit auch sein Gutes.
Einer fehlt noch – der Barfußläufer. Das war Hermann Blatz, der ohne Schuhe den 1. Platz in der M60 belegte, Hut ab.
Alle anderen liefen mit Schuhen. Zuerst waren die Kinder dran. 800 m und 2000 m standen hier auf dem Programm. Da ging es teilweise richtig zur Sache. Zum Glück gibt es aber auch schon bei den Kindern Genussläufer, die auch beim langsamen Laufen Spaß haben können.
Um 12:30 Uhr fiel der Startschuss zur sogenannten Mittelstrecke. 4000 m waren hier in 3 Runden zu laufen. Die wurden eine klare Angelegenheit für Simon Bertsch vom Falke Team/SSC Hanau-Rodenbach, der sich auf der ersten Runde noch etwas zurückhielt, dann aber die Spitze übernahm und nicht mehr abgab. Er siegte vor Charly Haywood aus Oberursel und Maximilian Ostermeyer, der ebenfalls für den SSC Hanau-Rodenbach an den Start ging.
Bei den Frauen siegte Kerstin Straub vom SSC Hanau-Rodenbach/Team Salomon, die über eine Minute Vorsprung vor Regina Blatz vom TuS Griesheim herauslaufen konnte. Dritte wurde Irene Machno, natürlich auch SSC Hanau-Rodenbach. Die Rodenbacher belegten damit 4 der 6 Podestplätze über die 4000m.
Beim abschließenden Lauf über 8000 m (6 Runden) hatte der Führende schon 700 m nach dem Start 150 m Vorsprung herausgelaufen. Das sorgte natürlich für Raunen im Publikum. „Wenn der das durchhält“ war wohl die häufigste Äußerung. Seine Begleiterin an der Strecke sagte: „Der weiß schon, was er tut.“ Sie konnte auch das Geheimnis lüften, wer hier so schnell ist. Es war Timo Zeiler, 2008 bis 2011 viermal in Folge Deutscher Meister im Berglauf. Der lief wirklich in einer anderen Liga und spulte unbeeindruckt und konstant seine Runden ab. Am Ende hatte er fast 2 Minuten Vorsprung auf Timo Grub (TV Hergershausen), der auch ein exzellenter Läufer ist. Die ersten beiden Plätze waren schon nach der Hälfte des Rennens klar vergeben. Nicht so der dritte Platz.
Hier bildeten Sebastian Bienert (LG BSN), Björn Kuttich (OLC) und Tim Lipecki eine Verfolgergruppe, die dicht beieinander blieb, und in der es auf einen Endspurt vor dem Ziel hinauszulaufen schien. Aber Bienert verschärfte zu Beginn der 5. Runde das Tempo und setzte sich schnell von seinen beiden Kontrahenten ab. Dadurch lief er klar auf den dritten Rang. Auch Björn Kuttich konnte noch Reserven mobilisieren und sicherte sich den 4. Platz.
Bei den Frauen waren die Platzierungen schon früh vergeben. Fast vom Start weg lief Julia Ertmer (LG Weinstraße) vornweg, gefolgt von Marion Peters-Karbstein (TUS Griesheim) und Michaela Schubert (Eintracht Frankfurt). Im Laufe des Rennens wurden die Abstände etwas größer, und so liefen die drei auch in dieser Reihenfolge ins Ziel.
Noch ein paar Bemerkungen zur Veranstaltung: Die Strecke war bestens präpariert. Damit es nicht so einfach ist, wurden den Läufern auch noch ein paar Strohballen in den Weg gelegt. Außerdem waren viele Spitzkehren zu bewältigen, besonders in der Suppenschüssel. Das strengte schon ganz schön an. Wer so viel Gutes tut, der hat auch gutes Wetter verdient. Auch das hatten die Freunde vom OLC zu bieten. Alles in allem eine sehr gut organisierte Veranstaltung mit einer sehr anspruchsvollen, weil abwechslungsreichen Strecke.
Nach dem Rennen gab es in kuscheliger Atmosphäre im Vereinsheim des VfB Offenbach den Ausklang bei Kaffee, Kuchen und Rindswurst.
Nachdem die dritte Auflage des Suppenschüssel-Crosslaufs so erfolgreich war, wird es im nächsten Jahr die vierte geben. Das sagte zumindest Diethelm Kuttich, 1. Vorsitzender des OLC. Und der muss es wissen.
Veranstaltungsseite mit Ergebnissen: www.offenbacher-lc.de
