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… und DU kannst es schaffen! - Harald Lange

[eingestellt am 16. Februar 2012]

Von: Hahnertwins

In einem schönen Einband hält man das Buch mit dem Titel „…und DU kannst es schaffen“ in den Händen, auf dem Cover ein Foto von Harald Lange, dem Autor, bei einem Lauf. Es ist jedoch nicht irgendein Lauf, sondern die Königsdisziplin, der Marathon. 42,195km laufen, kämpfen, an seine Grenzen gehen und darüber hinaus. Harald Lange leidet seit seiner Geburt an einer unheilbaren Sehnervathrophie, doch die Behinderung habe ihn persönlich nur wenige Male in seinem Leben belastet. Sein Leben ist von Sport und Musik geprägt und mit den Einschränkungen in seinem Alltag hat er sich arrangiert: „Mittlerweile lache ich darüber, es gibt einfach Wichtigeres im Leben als ein Auto zu haben“ und dies merkt man, wenn man über seinen Weg zum Marathon liest. Bei jedem Wettkampf ist er nicht nur mit der üblichen Nervosität, Unsicherheit und kleinen Wehwehchen konfrontiert, sondern durch seine kaum vorhandene Sehkraft kommen weitere Herausforderungen hinzu: Er kann die Landschaft nur schemenhaft wahrnehmen, muss auf seine Mitstreiter achten und auf mögliche Stolperfallen auf der Strecke. Dies hindert ihn jedoch nicht daran, sich der Aufgabe alleine, ohne Guide, zu stellen. „Es ist nicht nur der Wettkampf schneller zu sein als die anderen, es ist in erster Linie, gerade wenn man ein Hobbysportler ist, ein Wettkampf mit sich selbst“. Nach einem Start beim Staffelmarathon in Frankfurt im Jahr 2010 beschließt Harald Lange, sich für das kommende Jahr alleine an die volle Distanz zu wagen. Sein Training, seine Gefühle, Hochs und Tiefs auf dem Weg dorthin hält er in diesem Buch fest.

Es liest sich wie ein Tagebuch, man lernt den Menschen Harald Lange kennen, der mit seiner Behinderung wie selbstverständlich umgeht und diese nie in den Mittelpunkt stellt. Außerdem schreibt er alles auf, was ihm in der Marathonvorbereitung begegnet. Welche Schuhe sind die richtigen? Was mache ich bei hartnäckigen Verletzungen? Brauche ich einen Trainingsplan? Und wie viele Wettkämpfe bestreite ich im Vorhinein? Der Autor selbst entschließt sich, jeden Monat einen Wettkampf zu laufen. Die Strecken variieren zwischen 10km und 21,1 km, sind manchmal bergig und manchmal eben. Anhand der Ergebnisse dieser Wettkämpfe überprüft er sein Training. Der Leser merkt, dass Harald Lange beim Schreiben ein ‚Rookie‘ ist. Manche Sätze sind etwas holprig formuliert, es gibt Rechtschreib- und Grammatikfehler, manchmal schweift er sehr weit aus oder kommt vom Hundertstel ins Tausendstel, sodass man sich durch einige Seiten durchkämpfen muss.

Trotzdem gibt es immer wieder entscheidende Sätze, die jeder Läufer verinnerlichen sollte: „Es ist DIE Psyche, die der Körper braucht, um überhaupt erst Leistung bringen zu können“. Der Autor selbst hat seinen Beschluss „Frankfurt Marathon 2011“ fest im Blick und beschreibt seinen Weg dorthin detailliert. Das Buch sollte man nicht um des Lesens Willen oder aufgrund der Liebe zur deutschen Sprache lesen. Denjenigen, die selbst gerade angefangen haben zu laufen, oder dies tun wollen, oder selbst mit dem Gedanken spielen, einen Marathon zu bewältigen, kann die Lektüre einige Fragen beantworten und als Motivation dienen. Der Inhalt ist nicht wissenschaftlich geprüft und einige Thesen würden einer näheren Untersuchung auch nicht standhalten, das Buch ist aber ein Erlebnisbericht und bei manchen Sätzen spricht der Autor wohl vielen Läufern aus der Seele. „Ich überlief die Startlinie zum Frankfurt Marathon 2011. Leute, dieses Gefühl ist unbeschreiblich, wenn ich Ihnen das erzähle, habe ich Gänsehaut am ganzen Körper.“

gespannt und Druck und Verlag: epubli GmbH, Berlin.
ISBN 978 3 8442 1325 6
€ 16,25