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64. Paderborner Osterlauf

[eingestellt am 04. April 2010]

Von: Stefan Hinze

Warmlaufen im Paderquellgebiet

Technischer Check für die Handbiker

Die Zehner nähern sich dem Zieleinlauf

Bei Kilometer 9

Feier am Streckenrand

Die Paderkampfbahm

Start der Inliner, während die letzten 10 Kilometerläufer ins Ziel kommen

Gedränge an der Maspernsporthalle

Support für alle Läufer

Der "Cheffan"

Noch ein Fan

Die Spitzengruppe des Halbmarathons zu Beginn

Joan Cherop, später auf Rabg sechs

Das Feld der Halbmarathonis

Links die Siegerin Hellen Kimutai-Jepkosge/KEN

Kirsten Otterbu/NOR, Zweite

Christina Bus-Holth/NOR, Rang drei

Charles Maina/KEN (119), Sieger des Halbmarathons

Bester Deutscher des Halbmarathons, Timo Zeiler

Hellen Kimutai-Jepkosge/KEN

Die Grillsaison wird eröffnet

Das PESAG-Gebäude

Stummer Zuschauer

Er hat sich wohl in der Jahreszeit vertan

Start-Ziel-Bereich

Die drei Hasen

Das Original Drei-Hasen-Fenster des Paderborner Doms

Neuer Streckenrekord im Halbmarathonlauf

Paderborn, 03. April 2010 - Zur 64. Auflage des ältesten deutschen Straßenlaufes, der traditionell am Ostersamstag jeden Jahres stattfindet, kamen über 8000 Teilnehmer. Die Laufveranstaltung in der Domstadt gehört mit dem Silvesterlauf von Werl nach Soest und dem Hermannslauf  vom Hermannsdenkmal in Detmold-Hiddessen zur Bielefelder Sparrenburg, was den Teilnehmerzuspruch betrifft, zu den läuferischen Höhepunkten in Ostwestfalen. In qualitativer Hinsicht braucht der Osterlauf den internationalen Vergleich nicht zu scheuen. In den letzten Jahren waren immer sehr starke afrikanische Läufer am Start, viele aus Kenia, die in Diestelbruch bei Detmold trainierten. Aber auch für die deutschen Läuferinnen und Läufer stellt die Hochgeschwindigkeitsstrecke in Paderborn immer ein gutes Pflaster dar. Der Deutsche Rekord im 10 Kilometerlauf von Carsten Eich (27:47 min) aus dem Jahre 1993 ist immer noch der Streckenrekord. Irina Mikitenko erreichte 2008 und 2009 mit ihren Siegen Deutsche Jahresbestzeiten im 10 Kilometerlauf bzw. im Halbmarathonlauf. Letztere konnte in diesem Jahr verletzungsbedingt nicht antreten.


Der Parcours in Paderborn ist naturgemäß nicht mehr vergleichbar mit der Streckenführung von vor 30 Jahren. Seinerzeit gab es anstelle des Halbmarathonlaufes noch einen 25 Kilometerlauf der in Richtung Truppenübungsplatz Senne und wieder zurück führte. Start war zwischenzeitlich auch das Inselbadstadion. Mittlerweile hat man eine attraktive Stadtrunde mit vielen Stimmungsnestern geschaffen, deren Start am Maspernplatz, unmittelbar vor der altehrwürdigen Paderkampfbahn liegt, in der der FC Paderborn seine Oberligaspiele austrug. Der Lauf wird inzwischen als großes Stadtfest genutzt. Überall sieht man kleine Gartenpavillons. Es wird gegrillt und man prostet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu. Manche bleiben sogar stehen und trinken einen Schluck Sekt oder Bier. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung, die dann im Start-Ziel-Bereich kulminiert. Bis zu 20000 Zuschauer sollen dem Laufspektakel in diesem Jahr zugesehen haben. Eine Live-Übertragung im Internet gehört genauso zum Programm wie der angestammte Moderatorenplatz für Wolf-Dieter Poschmann vom ZDF – selbst bereits Sieger des Osterlaufes.


Kurzum, Paderborn präsentiert sich von seiner besten Seite. Der Lauf bringt Aufregung und internationales Flair in die sonst von bürgerlichem Konservatismus geprägte Stadt, die erfreulicherweise in den letzten Jahren das Image eines kleingeistigen Provinzstädtchens abstreifen konnte.
Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren beim 10 Kilometerlauf angetreten, nämlich 2952. Das Rennen verlief an der Spitze sehr spannend. Gleich fünf Läufer aus Afrika blieben unter der 28 Minuten Marke. Im Endspurt siegte schließlich der Äthiopier Berhanu Delale im Fotofinish vor dem Kenianer Daniel Chebii, beide in 27:49 min. Somit wurde der Streckenrekord von Carsten Eich um gerade einmal 2 Sekunden verfehlt. Den dritten Rang belegte Stephen Tum, ebenfalls aus Kenia in 27:52 min. Bester Deutscher war Musa Ruba-Kinkal vom TV Wattenscheid in neuer persönlicher Bestzeit von 28:50 min auf Rang 9.
Einen äthipoischen Sieg gab es auch im Frauenrennen über die 10 Kilometer, der allerdings deutlich ausfiel. Fate Tola gewann in 32:05 min vor den beiden Kenialäuferinnen Helah Kiprop (32:28 min) und Veronica Cheboi (32:47 min). Auf dem zehnten Platz sorgte Anna Reuter, FW Wallau, in 36:45 min für die beste Deutsche Frauenleistung.


Genau so spannend ging es auch beim anschließenden Halbmarathonlauf mit den 1827 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu. Hier bildete sich zunächst eine neunköpfige afrikanische Spitzengruppe, die durch zunehmende Renndauer immer weiter zerfiel. Auf der Zielgeraden waren noch drei Läufer aus Kenia übrig geblieben, die dann um den Sieg sprinteten. Alle Drei blieben unter dem bisherigen Streckenrekord von 1:01:24 h von Charles Ngolepus aus dem Jahre 2008. Es siegte Charles Maina in 1:01:12 h vor Gilbert Masai (1.01:14 h) und Pius Kirop (1:01:15 h). Bester Deutscher war der Deutsche Berglaufmeister der beiden letzten Jahre Timo Zeiler auf Rang 11 in 1:08:07 h.


Sehr spannend und abwechselungsreich verlief der Halbmarathonlauf der Frauen. Auch in diesem Wettkampf stieß zunächst eine dreiköpfige Läuferinnenphalanx aus Kenia vor. Noch bis zur Hälfte der Rennentscheidung liefen sie vorne. Doch dann schoben sich die beiden Norwegerinnen Kirsten Otterbu und Christina Bus-Holth, die sich den Wettkampf sehr gut eingeteilt zu haben schienen, an zwei der Führenden vorbei. Otterbu überlief sogar die führende Hellen Kimutai-Jepkosge und sah schon wie die Siegerin aus, doch die Läuferin aus Kenia erholte sich noch einmal, überspurtete die Norwegerin und siegte in 1:13:57 h vor Otterbu in 1:14:04 h. Dritte wurde Bus-Holth in 1:15:01 h.


Neben den beiden Hauptläufen fanden weitere Wettkämpfe statt. Auf dem Programm standen noch ein 5 Kilometerlauf, Nordic Walking, Bambiniläufe, ein hochklassiger Inlineskating Wettkampf sowie eine Handbikerennen. Sämtliche Ergebnisse gibt es auf der Homepage des Paderborner Osterlaufes.


Die Organisation ließ nichts zu wünschen übrig. Neben der außergewöhnlichen Zuschauerresonanz sorgen Streckensprecher (auch der Vanman Jochen Heringhaus war dabei) an drei Positionen der Strecke für zusätzliche Motivation. Der Osterlauf in Paderborn vereinigt somit die wichtigsten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Lauf.