DUV - Deutsche Ultramarathon Vereinigung
10. Bad Waldseer Lauffieber

3. Kerwe-Kelten-Lauf Steinbach am Donnersberg

[eingestellt am 02. Juli 2011]

Von: Gabi Gründling

Organisator Dieter Emig und seine Söhn Marc-André und Maurice lieben “Schdobach”

Marc-André gewinnt den Bambinilauf über 350 m

Nele Lenz ist schnellste Bambina

Das Kind will nicht laufen? Dann wird’s halt getragen!

Zweitschnellster C-Schüler Philipp Hock

Die Eltern warten im Ziel

Doppelstarterin Annika Lutz Gesamtsiegerin im Schülerlauf

Kraftvolle Zweite Laura Becker

Schnellster Schüler Marcel Weiß

Alexander Opp wird Zweiter

Seine Schwester Laura Dritte

Fulminanter Endspurt: Tim Breitenbruch

Marcel Denzer bei seinem ersten Volkslauf

Alina Zäuner braucht väterlichen Zuspruch – oder bekommt ihn zumindest

Dieser Krieger bewacht den Eingang zum Keltendorf

Dieser Zuschauer wartet schon ein bißchen länger

Im Keltendorf führt Jürgen Kuby das Feld noch an

Werner Hollstein muß den von hinten anrollenden Dirk Karl noch passieren lassen

Josefa Matheis wird von Ehemann Ralf begleitet

Laufticker-Chef Peter Gründling (rechts) mit Edelhase Stefan Hinze

Jens Deman (links) und Volker Bauer

Sieht müde aus: Alex Harsch

Ältester Teilnehmer: Udo Kaiser

Zweite Frau Ute Rösler

Mit dicken Backen geht’s leichter: Richard Lutz

Dritte Annika Lutz

Sieger Fabian Lutz

Zweiter Mario Steiner sauer

Vierter Dirk Karl

Dietmar Schlager im Sauseschritt bergab

Michael Vögele wird von seinen Kindern ins Ziel geholt

Älteste Teilnehmerin: Gabriela Schröter (51)

Das Warten hat sich gelohnt: Marion Malo im Kreis ihrer Fans

Warten auf Frau Malo

Steinbach, 01. Juli 2011 – Wir befinden uns im Jahre 2011 n. Chr.. Die ganze Pfalz ist von Sommerferien besetzt. Die ganze Pfalz? Ein unbeugsames Dorf vorm Donnersberg lässt es sich nicht nehmen, seine Kerwe zu feiern und dazu am Freitagabend auch noch Läufer aus anderen Landesteilen anzulocken.  

Zum dritten Mal fand in Steinbach am Donnersberg, von Einheimischen “Schdoabach” genannt, anlässlich der Kerwe der Kerwe-Kelten-Lauf statt. Der nur knapp 800 Einwohner zählende Ort in der Verbandsgemeinde Winnweiler ist immer am letzten Samstag im Februar Startort des Donnersberglaufs, der vom LC Donnersberg ausgerichtet wird. Und jetzt eben noch am ersten Juliwochenende Gastgeber eines Laufs, dessen Streckenlänge bis jetzt jedes Jahr geändert wurde. Durften sich die Läufer 2009 noch am Samstagnachmittag auf drei Lauf- und Walkingstrecken tummeln, so wich das Orgateam um Dieter Emig 2010 wegen der Fußball-WM und dem Samstagsspiel der deutschen Elf auf den Freitagabend aus. In diesem Jahr fiel der eigentlich anvisierte Samstagstermin der Tatsache zum Opfer, daß die Schdoabacher Feuerwehr in diesem Jahr ihren 130. Geburtstag feiert und der Samstag für ihr Festprogramm reserviert bleiben sollte. Und weil dadurch am Samstag viele Schdoabacher schon voll im Helfereinsatz eingeplant waren, wurde der Kerwe-Kelten-Lauf auf einen Hauptlauf und zwei Kinderläufe reduziert.  

Das Spektakel begann um 18 Uhr rmit den Bambini, acht an der Zahl. Bedient wurden eigentlich die Jahrgänge 2006 bis 2008. Der jüngste Bambino war Jahrgang 2010 (!) und hatte schon vor dem Startkommando die Lust verloren. Statt den lieben Gott einfach einen guten Mann sein zu lassen, nahm ihn sein übereifriger Vater auf den Arm und trug den heulenden Knaben über die Strecke. Einen Gefallen tut er seinem Kind sicher nicht mit so absurden Verhaltensweisen.

Der Schnellste, der die 350 m-Runde oberhalb des Bürgerhauses absolvierte, war der Junior des Orgachefs, Marc-André Emig. Der Fünfjährige brauchte 1:48 min. Hinter ihm kamen erstmal nur Mädchen, als erstes Nele Lenz (1:59 min). Die beiden übrigen Jungen Ben und Tom Krämer schlossen sicherten das Feld nach hinten ab. 

“Der dritte Platz ist was für Männer” – diesen diesjährigen Weltmeisterinnenschafts-Slogan der Fans der deutschen Fußballfrauen machten sich auch die Schülerinnen zueigen. Beim Schülerlauf über 830 m kamen mit Annika Lutz (2:59 min) und Laura Becker (3:00 min) erst mal zwei Mädchen ins Ziel, dann klaffte eine Lücke von 6 Sekunden und schließlich verteidigte Marcel Weiß die Ehre der Jungen. Immerhin 37 SchülerInnen bewältigen die Strecke und daran ist zu einem guten Teil der heimliche Star der Veranstaltung schuld. 

Zum Hauptlauf über 11,9 km mit immerhin 300 Höhenmetern wurden nur 41 “Große” auf die Strecke geschickt, immerhin vier mehr als im heißen Vorjahr. Allerdings war das Feld noch nie so stark besetzt wie in diesem Jahr. Die Aufmerksamkeit der meisten Zuschauer hatte aber eine Läuferin, die auf Platz 38 das Ziel erreichte: Marion Malo. Die 44jährige ist Grundschullehrerin in Sippersfeld, wo auch die Steinbacher Kids die Schulbank drücken. Und sie ist nach Aussage einer anwesenden Mutter die beliebteste Lehrerin dort. So stand ihr Fanclub schon eine Viertelstunde vor dem Eintreffen des ersten Läufers “Frau Malo – Frau Malo” scandierend an der Strecke und die Aufregung der Kinder kannte kaum noch Grenzen, als sie dann wirklich auftauchte. Mit einer großen Escorte erreichte sie das Ziel nach 1:09:22 h. Viele Kinder ihrer dritten Klasse, die nach den Ferien in die vierte wechseln, waren beim Schülerlauf am Start. Sie läuft mit ihnen im Sportunterricht, seit sie eingeschult wurden. Die Kinder sammeln im DLV-Laufpaß ihre Stempel. Im ersten Schuljahr läuft sie mit ihnen 15 min am Stück, im zweiten 30, im dritten 60 und im nächsten Jahr dürfen sie sich auf 90 min laufen am Stück einstellen. Vor zwei Jahren nahm Marion Malo nur mit “ihren” Kindern am Schülerlauf teil, letztes Jahr lief sie den 5er und dieses Jahr also die Langstrecke. Von der war sie restlos begeistert, auch wenn sie schwer war. Und als dann nach ein paar Nieselregentropfen auch noch ein Regenbogen am Horizont auftauchte, waren sogar die Mühen fast vergessen. Wie ihr Mann Stefan, der derzeit verletzt pausieren muß, läuft sie für den LC Donnersberg. Und nimmt derzeit auch an der Stundenlaufserie in Rockenhausen teil. Angefangen haben die beiden in der Paarwertung, aber nun macht sie alleine weiter. 

Der Initiator dieser Serie, Stefan Hinze, war auch in Steinbach am Start. Als er mit einer Startnummer vorm Bauch auftauchte, dachten alle Kenner der Szene natürlich, daß die Beer schon geschält sei. Aber der schnelle Doc wollte in Steinbach nur trainieren, er hat vor, am Sonntag beim Schauinsland-Berglauf im Südschwarzwald vorne mitzurennen. Er begleitete Laufticker-Chef Peter Gründling als Edelhase und absolvierte die 11,9 km mit einem Durchschnittspuls von 98. Die augenzwinkernde Vermutung von Ralf Matheis, Peter wäre sicher doppelt so hoch getaktet gelaufen, stimmt nicht ganz. So hoch kommt der 53jährige gar nicht mehr.  

Ralf Matheis war gemeinsam mit seiner Frau Josefa unterwegs. Und diese wurde ihrer Favoritinnenrolle auch gerecht, erreichte das Ziel nach 53:19 min als Gesamt-Siebte. Und obwohl Ralf so gar nicht gentlemanlike vor ihr über den Zielstrich gelaufen war, rückten die Zeitnehmer die Welt gerade und setzten seine Frau vor ihn in die Ergebnisliste. Nach ihren Starts bei den Eliteläufen in Kaiserslautern und Ludwigshafen an den vergangenen zwei Wochenenden war Josefa diesmal wieder “einfach nur Volksläuferin”. Jetzt tritt sie wettkampfmäßig erstmal wieder ein bißchen kürzer.  

Die fixe Eisenbergerin hätte “alle Zeit der Welt” gehabt, denn die zweite Frau, Ute Rösler (1. FC Kaiserslautern) kam erst nach 1:02:52 h in den Zielkanal gelaufen. Annika Lutz (LC Donnersberg) brauchte nach ihrem Sieg im Schülerlauf 1:06:49 h, um das Podest zu komplettieren. 

Ihr Bruder Fabian gewann nun schon zum dritten Mal beim Kerwe-Kelten-Lauf, der bei km 2 auch durch das eigens dafür geöffnete Keltendorf führt. Diesmal verärgerte er aber den Zweiten, Mario Steiner (LLG Landstuhl), weil er ihm 11,5 km auf den Fersen hing und ihm dann auf dem letzten halben Kilometer keine Chance mehr ließ. Er blieb sogar stehen , als Steiner an einer schlecht markierten Stelle am Keltengarten kurz falsch abgezweigt war und hängte sich dann wieder in seinen Windschatten. Da das in Steinbach bereits der dritte Lauf war, bei dem das passierte, war Steiner ziemlich erbost, als er nach 46:35 min vier Sekunden hinter dem Youngster den Zielkanal erreichte. Am Sonntag wird er noch in Zeiskam laufen und dann steht erstmal ‘Urlaub auf der Familienagenda.

Auch der 19jährige Lutz nimmt derzeit an der Rockenhausener Stundenlaufserie teil. Zusammen mit seinem Vereinskameraden Felix Rahm schafft er im Schnitt 18 km pro Stunde.  

Dritter wurde Jürgen Kuby im knallroten Trikot der TSG Kaiserslautern in 47:17 min. Er ist in diesem Frühjahr bereits vier Halbmarathons gelaufen, einen davon in Portugal. Nun stehen erstmal wieder kürzere Distanzen auf seiner Lauflustliste.  

Die drei waren auch die einzigen, die die Strecke unter 50 min schafften. Eine Altersklassenwertung gab es bei einem so kleinen Starterfeld logischerweise nicht, es wurde nur nach “Junioren” und “Aktive” unterschieden. Einziger Junior war Fabian Lutz. Erstaunt sah man seine jüngere Schwester Annika das Treppchen der Aktiven erklimmen. Sie gehört noch der Schülerklasse an und das konnte das Auswertungsprogramm der Schdoabacher nicht unterscheiden. Da versprach Dieter Emig, im nächsten Jahr dann doch durchschaubare Abhilfe zu schaffen. 

Wer Lust hatte, konnte noch auf der kleinen Kerwe bleiben und sich dort zum Beispiel auf dem Kinderkarussell entspannen, bevor’s dann beim Wettkampf wieder auf zwei Beinen rund geht. Vielleicht ja auch nächstes Jahr Anfang Juli in Steinbach. Und wenn’s nach Dieter Emig geht, dann samstags statt am Freitagabend.

http://www.kerwe-keltenlauf.steinbach-am-donnersberg.de/ 

 


Pfälzerwaldmarathon Pirmasens