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1. Rockie Mountain Lauf Rockenhausen

[eingestellt am 27. März 2010]

Von: Gabi Gründling

60 Kuchen – eine beachtliche Sammlung

Die Teestelle bei km 6 nimmt Gestalt an

Martin Schedler gewinnt den ersten Rockie Mountain Berglauf

Bei km 6 Tom Heuer noch einen Schritt vor Christian Dörr

Jonas Lehmann wird Vierter

Jochen Heringhaus (links) und Harald Baumann managten das Ziel redend und scannend

Hans-Willi Freiberger wird 5. – und 1. M45

Fabian Lutz, 1. MJA und 6. Gesamt

Daniel Blankenfuland – 3. M30 und kürzlich Zweiter beim Cross-Duathlon seines Vereins LLG Wonnegau

Thomas Weishaar 3. M45

Siegerin Sabine Rankel

2. Eve Rauschenberg

1. M60 Peter Jäger (15. Gesamt)

Stefan Hinze (links) im Gespräch mit 3. M50 Heiner Wolter

2. MHK Kai Rapp

3. Iris Walter

Holger Hofmann gibt alles

2. M60 Peter Zimmermann

3. M55 Karl Reske

3. M60 Uwe Meyer

2. W35 Bianca Waldmann, 4. Gesamt

100 m vorm Ziel noch ein offener Schuh: shit happens

3. W35 Claudia Seel

1. W45 Anna Hennemann

Francesco Vignogna

Bequemer Rückweg

1. WHK Sabrina Glöckner

Ältester Teilnehmer Ludwig Mesel

Hugh – ich bin gelaufen!

Marianne Dahl

Warten auf den Bus

Der Erste wird hoffentlich nicht der Letzte sein 

Rockenhausen, 27. März 2010 – Der Gipfel des Donnersbergs, der mit 687 m höchste Berg der Pfalz, ist traditionell Ende Februar Endstation Sehnsucht für jede Menge Bergläufer, die hier die Pfälzer Berglaufsaison einläuten. In diesem Jahr konnte man die Gipfel erstmals vier Wochen später nochmal stürmen, auch wenn das Ziel nicht unterm Ludwigsturm sondern am Parkplatz ein Stück darunter aufgebaut war. Start war auch nicht Steinbach sondern die 5.500 Einwohner zählende Gemeinde Rockenhausen auf der Rückseite des Massivs. 

Die Idee zum “Rockie Mountain Lauf” hatte Stefan Hinze, selbst begeisterter Bergläufer, Ultramarathoni und “so ganz nebenbei” auch noch sowohl Präsident der Deutschen Ultramarathonvereinigung (DUV) e.V. als auch Chefarzt der Inneren am Westpfalzklinikum in Rockenhausen. Sein Traum war es schon länger, von “seiner” Seite aus die Gipfelstürmer auf den Donnersberg zu schicken. Nun konnte er sowohl das Westpfalzklinikum als auch die Verbandsgemeinde Rockenhausen davon begeistern und organisierte einen 13 km langen Berglauf mit 560 positiven Höhenmetern. Start war auf dem Marktplatz in der historischen Altstadt Rockenhausens, von hier aus mußte man erstmal ca. 3 km Asphalt bewältigen, um die Zivilisation zu verlassen. In Falkenstein folgten nach ungefähr der Hälfte der Strecke nochmal ein paar Asphaltmeter, der Rest war Wald. Die Strecke wartet mit zwei Gefällstrecken auf, der härteste Anstieg ist auf den letzten drei Kilometern zu finden. Vom Keltenwall bis zum Königsstuhl sind es 500 m Strecke und 60 m Höhe. Von dort aus kann man es auf den letzten 500 asphaltierten Metern noch richtig ausrollen lassen. 

Die Helferzahl bewegte sich bei etwa 60, die ausschließlich aus dem Klinikbereich rekrutiert wurden und somit meistenteils mit dem Laufsport eigentlich gar nichts am Hut haben. Daß auf jeden Helfer etwa ein Kuchen auf der Kuchentheke stand, ist wohl mehr Zufall.  

Mit der Donnersberghalle hatte die Truppe um Stefan Hinze ein optimales Wettkampfzentrum, in dem alles untergebracht war – bis auf die Strecke und den Zielbereich natürlich.  

Nachdem der Frühling in der vergangenen Woche anständig Einzug gehalten hatte, wollten die Wettergötter wohl nochmal zeigen, wer die Herren im Hause sind und schickten jede Menge Wasser (nicht nur) über die Nordpfalz. Was natürlich den Waldboden zusätzlich schwer und schwer zu laufen machte, aber dieses Schicksal mußten alle Teilnehmer gleichermaßen teilen.  

An der Wochenendsiedlung Falkenstein, also etwa nach der Hälfte der Strecke, war eine Versorgungsstelle mit warmem Tee eingerichtet, mußte man doch damit rechnen, daß die letzten Läufer annähernd zwei Stunden unterwegs sein würden.  

Bei ihrer Premiere hatten die Rockenhausener nicht wirklich eine Vorstellung davon, wie viele Läufer man so anziehen würde. Mit 200 Voranmeldungen war Stefan Hinze denn auch sehr zufrieden. 50 Startnummern davon wurden nicht abgeholt, dafür fanden trotz des schlechten Wetters rund 100 Nachmelder den Weg nach Rockenhausen, so daß die Ergebnisliste am Ende 248 Namen aufweist.  

Im Startgeld von 15 € war für die ersten 100 Voranmelder ein Funktionsshirt enthalten, dazu Tee unterwegs und im Ziel sowie der Rücktransport mit Bussen. Bei den Pfälzer Bergläufen ist es eigentlich durchaus üblich, auch den Rückweg zu Fuß anzutreten, aber die sind in der Regel auch nur gut halb so lang wie das neue Rockenhausener Berglaufbaby. Und wenn der Bus schon mal da war, überwanden nur wenige Läufer ihren inneren Schweinehund und liefen zurück zur Donnersberghalle. 

Die Voranmeldeliste verhieß mit Alexander Dackiw, Christian Dörr, Tom Heuer und Martin Schedler ein spannendes Rennen. Dackiw gehörte zu den 50, die ihre Nummer nicht abholten, die anderen drei hielten, was ihre Namen versprachen. 

Bei km 6 lag Martin Schedler schon ein gutes Stück vor seinem Verfolgerduo Heuer/Dörr. Am Königsstuhl ging Dörr dann an Heuer vorbei und nahm ihm auf der Bergabpassage noch 10 Sekunden ab. Tom Heuer (TuS 06 Heltersberg) war mit dem dritten Platz auf seiner Heimstrecke, er wohnt in Winnweiler, sehr zufrieden. Ihm war bisher nur das Stück aus Rockenhausen raus unbekannt. Nach einer langwierigen Verletzung ist er froh, jetzt wieder Gas geben zu können. Allerdings funktioniert das so richtig momentan nur bei Bergläufen und Distanzen bis gut 10 km. Und deshalb plant er dieses Jahr auch keine längeren Strecken ein. Zumal er für das zweite Halbjahr auch noch Baupläne schmiedet und dann die Zeit fürs Laufen sowieso eher reduziert werden wird. 

Für Martin Schedler blieb die Uhr nach 52:12 min stehen. Die in der Halle ausgehängte Ergebnisliste zeigte übrigens für jeden Läufer 20 Sekunden zu viel. Just, als Stefan Hinze vom Start aus Harald Baumann im Ziel über den Startschuß informieren wollte, brach das Handynetz zusammen. Die Ergebnisliste wurde für alle Läufer um 20 Sekunden korrigiert. 

Für den für das Team Salomon und seinen Verein SV schlau.com Saar startende Eppelborner Martin Schedler hatte sich für dieses Wochenende eigentlich den Berliner Halbmarathon vorgenommen. Vor zwei Wochen hatte er einen Magen-Darm-Virus und fühlte sich so nicht in der Lage, einen Halbmarathon in einer Zeit um oder unter 1:10 h zu laufen. Er würde sich nämlich gerne für die Berglauf-Langstrecken-WM im August un Pines Peak (USA) qualifizieren. Der DLV hat als Quali den Haldiberglauf in der Schweiz und einen vom Athleten selbst zu bestimmenden schnellen flachen Halbmarathon angesetzt. Die WM würde den passionierten Bergläufer schon alleine deshalb reizen, weil der Start auf 2.000 m und der höchste Punkt der nur 21 km langen Strecke bei ca. 4.500 m üNN ist. 

Der junge Familienvater Christian Dörr, Sohn Nikolas kam Ende Januar zu Welt, war einer der wenigen, die im kalten Regen kurz-kurz lief. Und das in 53:06 min. 

Auf Platz 4 der Ergebnisliste findet man die junge Nachwuchshoffnung der TuS 06 Heltersberg. Dem 21jährige Limbacher (Saarland) Jonas Lehmann, der seit Oktober in Kaiserslautern Maschinenbau studiert, hat der Lauf richtig Spaß gemacht. Da er zuhause hügelig trainiert, gefallen ihm die Pfälzer Bergläufe richtig gut. Sie und 10 km-Strecken sind sein Ding. 

Ältester Mann auf der Strecke war der noch 74jährige Ludwig Mesel (LC Bad Dürkheim), der als 162. nach 1:23:35 h abgescannt wurde. 

Das Frauenrennen wurde durch die Nachmelderinnen richtig spannend. Bis Samstagnachmittag war Iris Walter (TV Meisenheim) noch die Topfavoritin auf den Sieg, dann aber meldeten Sabine Rankel und Eve Rauschenberg nach. Sabine hatte den Donnersberg schon 9x als Siegerin erreicht, heute sollte ihr 10. Sieg, wenn auch bei einem anderen Lauf als bei den neun vorhergegangenen folgen. Als 13. im Gesamteinlauf machte sie klar, warum ihr die Bergläufe viel besser gefallen als flaches Geläuf. Die Strecke hat ihr auch von dieser Seite aus gut gefallen, erinnert sie zum Beispiel an den Heidelberger Halbmarathon, weil es auch da auf wechselndem Untergrund auf und nieder geht. Bei ihr stehen alle Zeichen auf Weinstraßenmarathon, bei dem sie sich aber aktuell keine Zeit unter drei Stunden zutraut. 

Diese Marke will die inzwischen wieder vereinslose Eve Rauschenberg aber unbedingt und deutlich knacken, wenn sie am 18. April von Bockenheim nach Bad Dürkheim und zurück läuft. Nach einer langen und harten Trainingswoche und einigen Wochenenden am Stück mit Wettkämpfen wollte sie heute bewußt nicht am Anschlag laufen, zumal sie sich für Sonntag nochmal einen langen Lauf vorgenommen hat. Die letzten drei Wochen bis zum Marathon wird sie es ruhiger angehen lassen, auch wenn sie evtl. an Ostern noch mit ihrem Bruder in ihrer mittelhessischen Heimat einen Berglauf bestreiten wird. Mit 1:01:58 h lag sie drei Plätze und 41 Sekunden hinter Sabine Rankel.

Iris Walter folgte den beiden mit ein bißchen Abstand nach 1:05:23 h ins Ziel. 

Die älteste Teilnehmerin war einmal mehr Regina Thiel (LC Donnersberg, Jahrgang 1941). Die weiteste Anreise hatte aber sicher die zweitälteste Teilnehmerin Marianne Dahl ist Jahrgang 1943 und eigentlich Ultraläuferin. In die Berge zieht es sie schon, dann aber auf die ganz langen Strecken. Distanzen unter Marathon läuft sie eigentlich nur im Training, Bergläufe sind aber auch da in ihrer flachen Hannoveraner Heimat Fehlanzeige. Daß sie den Weg nach Rockenhausen fand, hat sie nur Stefan Hinze zu verdanken, der der Weltrekordhalterin über 24 h in der W65 mit seinen Erzählungen den Mund wässrig machte. 

Für die jeweils fünf besten TeilnehmerInnen beider “Donnersbergläufe” gab es noch eine Sonderwertung. Die Preise konnten Martin Schedler, Christian Dörr, Tom Heuer, Jonas Lehmann und Philipp Eisel aus der Hand von Stefan Hinze sowie Sabine Rankel, Eve Rauschenberg, Iris Walter, Bianca Waldmann und Claudia Seel aus der Hand von LC Donnersberg-Chef Arthur Neunzling im Empfang nehmen. 

Der Lauf war ursprünglich auf Einmaligkeit angelegt, aber aufgrund der guten Resonanz und der vielen positiven Stimmen zur Strecke werden Stefan Hinze und die anderen Verantwortlichen in Rockenhausen in den nächsten Tagen ganz sicher über eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte “Rockie Mountain Lauf” nachdenken.

Veranstaltungsseite mit Ergebnissen: www.berglauf-rockenhausen.de