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1. Wildkatzenlauf Oberotterbach

[eingestellt am 10. April 2010]

Von: Gabi Gründling

Fotos: Peter & Gabi Gründling

Start zum 800 m-Schülerlauf

Klasse Laufstil

Die ersten Drei: Philipp Damm, Laura Becker und Marie Löhlau

Start zum 6 km-Lauf

Sieger Mario Steiner

Zweiter Olivier Vollmer

Dritter Wolfgang Wagner

Volker Kerth wird Vierter und 3. M40

Siegerin Natascha Bischoff

Zweite Janine Friedel

Dritte Anna-Maria Vater

1. M60 Berthold Fessler

2. M. Schüler A Loris Lindner

1. W60 Beatrix Janson mit ihren Vereinskameraden Andreas Imhoff

Nimm doch mal die Maske ab

Streckenposten mit Zupfgeige

Verspätet gehen die 12 km-Läufer auf die Strecke

Pappkameraden am Fenster

Gemütlicher Streckenposten

Sieger 12 km Oliver Trauth

Zweiter Uwe Eissler

Dritter Daniel Vogel

1. M50 Klaus Hirschinger vor 1. MJA Fabian Lutz

1. M35 Andreas Flörchinger und 1. M40 Michael Just

2. M50 Albert Getto

Wie immer 1. M60 Werner Schimpf

Siegerin Bianca Kramer mit ihrem Windschatten Michael Waldinger

Zweite Susanne Ullrich hier noch direkt hinter Ralf Theobald

Nach einer Runde noch Dritte, am Ende 6.: Elvira Kramer

Dritte Annette Johann

1. W60 Waltraud Hetzler mit Sohn Jens

1. Und 2. W30 Barbara Piechottka und Kathrin Gräve (SL Dicke Kinder Landau)

Anleitung zum Applaus

Schließt das Feld nach 1:28:46 h ab: Sieglinde Reinig

Die Otterbachhalle

Ellen Hellmann und Harald Baumann machten die Zeit

Viele sind fer die Katz' gerannt

Oberotterbach, 10. April 2010 - Die Wildkatze ist eine Art innerhalb der Familie der Katzen und wird zu den Raubtieren gezählt. In Europa ist sie auf den Britischen Inseln, einigen Mittelmeerinseln und dem europäischen Festland heimisch. Sie hat ganzjährig Schonzeit, darf also nicht abgeschossen werden. Ihr größtes Problem ist die Nutzung der Landschaft durch Verkehr, Ansiedlung und Landwirtschaft. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) versucht, einzelne Populationen mittels etwa 20 Meter breiten Korridoren, welche mit Bäumen und Hecken bepflanzt werden, zu verbinden und auch weitere Lebensräume zu erschließen.

Läufern ist die Wildkatze als “Wappentier” des Bienwaldmarathons in Kandel ein Begriff, sie lebt in den Wäldern entlang der Strecke. Auf der eigenen Homepage über Wildkatzen in Rheinland-Pfalz findet sich u.a. folgende Information: 

Die Wildkatzenpopulation im Pfälzerwald wird auf ca. 200 bis 600 Tiere geschätzt. Wildkatzen leben ständig im gesamten Pfälzerwald. Gleichzeitig konzentrieren sich die Vorkommen auf drei Gebiete: den inneren Pfälzerwald, den südlichen Pfälzerwald (Wasgau) und den Bienwald. Der BUND hat es sich zum Ziel gesetzt, die Ausbreitung der Wildkatzen zwischen den Kerngebieten südlicher Pfälzerwald und Bienwald zu fördern. Die Verbindung soll ein Korridor schaffen, der ca. 9km lang und 50m breit ist. Er soll im Gebiet Landkreis Südliche Weinstraße, Verbandsgemeinde Bad Bergzabern und bei den Ortsgemeinden Oberotterbach, Schweighofen und Kapsweyer verlaufen. 

So kam man beim BUND auf die Idee, zugunsten dieses Korridors einen Volkslauf zu organisieren. Bei der LG Rülzheim rannte man offene Türen ein, die veranstaltungserfahrenen Südpfälzer zeichneten für die Durchführung der samstäglichen Nachmittagsveranstaltung verantwortlich. 

Ort des Geschehens war Oberotterbach, das vorletzte Dorf an der Weinstraße Richtung Frankreich. Den 1.200 Einwohner-Ort der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern kennen die Läufer, die schon mal am Weinstraßenlauf von Wissembourg nach Bad Bergzabern oder umgekehrt teilgenommen haben.  

Das Logistikzentrum des Laufes “Mer rennen fer die Katz” war die Otterbachhalle, in der auch viele Informationen zum BUND im Allgemeinen und dem Problem der Wildkatzen im Besonderen zu bekommen waren. Die Veranstaltung war explizit als “Familienfest mit Volkslauf” ausgeschrieben, so wurden die Kids auch geschminkt, Wein konnte verkostet werden und neben der üblichen Volkslaufversorgung stand auch ein französischer Flammkuchenwagen zur Verfügung, bei dem reger Betrieb herrschte. 

Angeboten wurden vier Läufe über drei Distanzen: 800 m Kinderlauf, 6 km für Läufer und Walker und 12 km für Läufer. Wobei die 12 km-Läufer zwei Mal den 6 km-Parcours durchlaufen mußten. Da zwischen beiden Starts laut Zeitplan 45 min lagen, wundert es sicher nicht, daß auch einige Doppelstarter zugange waren, viele von ihnen aus der kilometersammelnden MuLi-Herde. Allerdings brauchten die letzten der immerhin 117 6 km-Läufer auf der leicht welligen Strecke 50 Minuten, die 28 Walker waren sogar bis zu einer Stunde unterwegs Der Letzte war Armin Tschakert in 1:09:00 h, aber den überließ man auf der Strecke sich selbst, startete die Langstrecke mit viertelstündiger Verspätung bevor er im Ziel war. 

Die Strecke ist einfach beschrieben, sie verlief rechteckig aus Oberotterbach hinaus durch die Felder und “hintenrum” wieder nach Oberotterbach rein. Der Spaß begann leicht steigend. Bei km 3 folgte eine Senke, die dann von einem richtigen Buckel abgeschlossen wurde. Von nun an ging’s nur noch bergab, an der katholischen Kirche vorbei ins Ortsinnere. Optisch wurde die Strecke hoch gelobt, man gönnte sich hier einen Lauf mit Aussicht. Einzig der recht starke Wind machte Vielen zu schaffen. Wäre der aber nicht gewesen, es hätte wohl geregnet.  

Beim Schülerlauf konnte sich der 13jährige Philipp Damm von Bushido Freckenfeld auf den letzten Metern gerade noch der heranstürmenden Laura Becker (TV Dannstadt) und Marie Löhlau (TV Bad Bergzabern) erwehren, kam nach 2:56 min gerade mal eine Sekunde vor den beiden Mädchen ins Ziel. Insgesamt stellten sich 35 Kids der Herausforderung. Magnus Hummel, Jahrgang 2006, war der Jüngste und nach 6:42 min auch das Schlußlicht.  

Mario Steiner (LLG Landstuhl) läuft erst seit zwei Jahren und läuft und läuft und läuft immer an der Spitze mit. Beim 6 km-Lauf lief er ab km 4 sogar ganz alleine hinter dem Führungsradfahrer her und gewann nach 20:57 min nicht nur den ganzen Lauf sondern auch noch seine neue Altersklasse M40. In der kommenden Woche wird er bei der Pfalz-Halbmarathonmeisterschaft in Maximiliansau an den Start gehen. Zur der am darauffolgenden Tag stattfindenden DM in dieser Disziplin traut er sich nicht. Seinen bisher einzigen Marathon lief er 2009 in Mainz und dann fast aus dem Stand gleich 2:49 h. Er hatte damals schnell noch drei lange Läufe eingeschoben, um nicht völlig unvorbereitet in die RLP-Landeshauptstadt zu fahren. Mainz paßt dieses Jahr nicht in sein Programm, aber im Spätjahr möchte er schon gerne wieder Marathon laufen. Wo, das wird auch von seinem Schichtplan in der Papierfabrik Glatz in Frankeneck abhängen.  

Hinter ihm kamen Rotschopf Olivier Vollmer (ANA Lauterbourg AC, 21:24 min) und Wolfgang Wagner (LLG Drei Buchen, 23:47 min) bei Zeitnehmer Harald Baumann an, der seine Daten nicht an seinen Sohn Theo sondern an seine Lebensgefährtin Ellen Hellmann übergab, die wie so oft im Wettkampfbüro das Zepter schwang. 

Die Siegerin der Kurzstrecke hieß Natascha Bischoff. Die 39jährige wird in der kommenden Woche für ihren Verein, die LSG Karlsruhe, bei der Halbmarathon-DM in Bad Liebenzell an den Start gehen. Nach 25:36 min über 6 km trat sie auch noch beim anschließenden Doppelründer an, dort aber im gemäßigten Tempo. Auch ihre beiden Söhne Marc-Antoine (7 Jahre) und Luc Xavier (9 Jahre) überredete sie, zugunsten der Wildkatzen am Schülerlauf teilzunehmen. Luc Xavier läuft im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder nicht gerne, geht lieber schwimmen. 

Nach 26:19 min bzw. 28:07 min folgten ihr Janine Friedel (LLG Drei Buchen) und Anna-Maria Vater (TSV Annweiler) aufs Treppchen. 

Mit 179 LäuferInnen im Ziel war der 12 km-Lauf eindeutig am stärksten besetzt. An die Spitze setzte sich von Beginn an Oliver Trauth (TV Herxheim). Der 27jährige “lange Lulatsch” will in zwei Wochen 10.000 m auf der Bahn laufen – anläßlich der Pfalzmeisterschaften in Bad Dürkheim. Grundsätzlich ist er eher Mittelstrecken- und Crossläufer. Nach 41:06 min passierte er den Zielstrich, fand die Strecke durchaus anspruchsvoll und hatte auf der zweiten Runde auch mehr mit ihr zu kämpfen als auf der ersten. 

Uwe Eissler war vor 14 Tagen schon Zweiter beim Halbmarathon in Rheinzabern und auch beim Wildkatzenlauf erlief er sich wieder Platz 2. Dabei mag er die kurzen Strecken eigentlich gar nicht, läuft sie halt, weil sie gut sind fürs Tempo. Seine Lieblingsdistanz ist der Marathon. Für den in Mannheim in 5 Wochen trainiert er derzeit auch alle 1,5 Wochen 40 km am Stück, ganz selten geht auch auch mal einen Überdistanzlauf an. Aber an Wettkämpfe im Bereich des Ultramarathons mag er noch lange nicht denken. Seine Bestzeit auf der Königsstrecke datiert aus 2008 und liegt bei 2:39 h. In Oberotterbach hatte er nach eigener Aussage die Steigungen unterschätzt, lief aber pulsorientiert und erreicht das Ziel mit durchschnittlich 162 Schlägen nach 42:58 min.

Daniel Vogel (LG Rülzheim) brauchte 44:10 min für das Treppchen mit der 3. 

Das mit der 1 erlief sich seine Vereinskameradin Bianca Kramer. Vor zwei Wochen in Rheinzabern startete die 37jährige noch unter ihrem ehemaligen Ehenamen Waldmann, den sie aber inzwischen abgelegt hat. Vielleicht sollte man eher “abgeworfen” sagen, denn kaum war sie ihn los, lief sie wie entfesselt ihrem allerersten Volkslaufsieg entgegen. Ursprünglich kam sie vom Radfahren, war dann länger außer Gefecht gesetzt und begann die Wiederbewegung mit Spaziergängen, die dann zu Lauftouren wurden. Reinhold Schindler brachte sie dann zum Volkslauf und mit der LG Rülzheim zusammen. Von ihrem Sieg war sie selbst wohl am meisten überrascht, waren doch die Vorzeichen an diesem Aprilsamstag alles andere als gut. Eigentlich dachte sie, der Lauf wäre am Sonntag und erfuhr dann aus der Zeitung, daß sie sich schon am Nachmittag an die Startlinie begeben muß. So nahm sie sich einfach einen Trainingslauf vor – der recht flott ausartete. Ihr Vereinskamerad Michael Waldinger hatte sich ihr als Windschatten angeboten, trotzdem hatte sie in der zweiten Runde Probleme am Berg, obwohl sie eigentlich an Steigungen am besten läuft. Mit Seitenstechen rettete sie ihren ersten Platz nach 52:08 min ins Ziel.

Susanne Ullrich (TV Bad Bergzabern) war ihr nach einer Runde noch recht nah auf den Fersen, mußte dann aber alleine gegen den Wind kämpfen und verlor in der zweiten Runde Kraft und Tempo. Nach 53:11 min blieb die Uhr für sie stehen. Ihr 17jähriger Sohn Philipp war schon nach 49:31 min als zweiter A-Jugendlicher im Ziel. 

Auf Platz 3 lief sich noch Annette Johann vor, die nach Runde 1 “nur” als Sechste oder Siebte an Moderator Wolfgang Behr vorbeilief. Die TV Rheinzabernerin gewann nach 55:08 min dann auch gleich noch ihre Altersklasse W45.  

Dieselben Laufziele hegen zumindest in den kommenden zwei Wochen die Sieger der M35, Andreas Flörchinger und der M50, Klaus Hirschinger. Beide werden bei der Pfalzmeisterschaft im Halbmarathon antreten und beide haben einen Startplatz beim Hamburg-Marathon. Andreas hat sich als Pacemaker für 3 h beworben und wurde genommen. Dieses Tempo hat er schon mehrfach in Karlsruhe und Kandel erfolgreich vorgegeben. Klaus Hirschinger hat den Start von ein paar nichtlaufenden Freunden zum 50. Geburtstag bekommen. Jetzt werden sie zu Neunt die Hansestadt unsicher machen und Klaus muß am frühen Sonntagmorgen die 42,195 km laufen. Er will sie aber als Stadtbesichtigung zu Fuß anlegen und plant eine Zielzeit von 3:30 h. So langsam, wie noch nie. Er ist selbst gespannt, ob er das schafft.

Eigentlich war der Wildkatzenlauf auf Einmaligkeit angelegt, aber mit einem solchen Erfolg hatte wohl keiner so wirklich gerechnet, vielleicht findet er ja doch 2011 noch eine Fortsetzung. 

Ergebnisse www.laufinfo.de