10. Martinslauf Hinterweidenthal
Fotos: Eva Bereswill, Hannes Christiansen
Ramon Bernadon läuft in Hinterweidenthal einsam über den Berg
Hinterweidenthal, 6. November 2011 – Die Saisonhöhepunkte sind vorbei und lange lässt der Winter auch nicht mehr auf sich warten. Da liegt nichts näher, als in familiärer Atmosphäre mit einem anspruchsvollen Waldlauf die Saison zu beenden oder sogar die nächste Vorbereitung zu starten. Eine Möglichkeit bietet dafür der TV Hinterweidenthal 04, dessen Martinslauf in diesem Jahr mit der 10. Durchführung Jubiläum feiert.
Die Teilnehmerliste mit nur 12 vorangemeldeten Läufern wird der Veranstaltung nicht gerecht. An einem traumhaften Herbsttag wie heute nutzen zum Glück viele Läufer die Möglichkeit zur Nachmeldung ohne Zusatzgebühr, sodass das Organisationsteam um Katja Gaab und Peter Buchmann schließlich zufrieden auf 94 Teilnehmer beim Hauptlauf über 10 Kilometer und 25 Teilnehmer beim 5-km-Jedermannslauf blicken kann.
"Das perfekte Wetter wurde extra für euch bestellt", lässt man die Läufer am Start wissen. Die Freude hält sich allerdings zunächst in Grenzen. Der Sonnenschein, vom verbleibenden Blätterdach verdeckt, kann die morgendlichen Temperaturen um 4 Grad nur langsam verdrängen. Eher fröstelnd steht man daher am Start, gute 700 Meter von der Teufelstischturnhalle entfernt, und wartet auf den Startschuss, der wegen Problemen mit der Zeitmessung erst einige Minuten später fällt.
So werden später trotz vorhandenen Chips am Fuß die Läufer per Hand abgestoppt. Was auf einer schnellen Strecke fatal wäre, stört hier niemanden. Mit "nur Waldwege, anspruchsvolles Gelände" warnt die Ausschreibung diejenigen Läufer, die hier mit zeitlichen Ambitionen starten. Umso entspannter steht Ramon Bernadon vom LTF Marpingen vorne und setzt sich unmittelbar nach dem Startschuss von den restlichen Läufern ab. Während es auf den ersten beiden Kilometern recht gemächlich kaum aufwärts geht, wartet der eigentliche Anstieg von etwa 230m beim Start auf knapp über 400m auf dem 3., 4. und 5. Kilometer. Ohne ein Zeichen von Schwäche baut Ramon Bernadon hierbei seinen Vorsprung kontinuierlich aus und lässt im Anstieg selbst die Radbegleitung hinter sich. Auf den restlichen Kilometern bergab zur Turnhalle kann er es etwas rollen lassen und siegt schließlich völlig ungefährdet in 37:46 min, verpasst damit aber knapp den Streckenrekord.
Spannender haben es hinter ihm seine Verfolger beim Kampf um die weiteren Positionen gemacht. Im Flachen noch in einer größeren Gruppe unterwegs zeigten sich an der ersten nennenswerten Rampe mit Wolfgang Seibel (TV Hauenstein) und Hannes Christiansen (1. FC Kaiserslautern) die weiteren Platzierten mit ihren Ambitionen. Wolfgang war es schließlich, der die sich langsam auseinander ziehende Gruppe mit geringen Abständen von höchstens 50 Metern zwischen den Läufern über die Kuppe bringt.
Auch bergab zeigt er sich zunächst wie der sichere Zweite. Mit "Follow me if you can" hatte er aber genau den passenden Spruch auf dem Rücken, um seinen Verfolger zu motivieren, und musste nach 8 Kilometern dem fast 30 Jahre jüngeren Studenten den Vortritt lassen. Mit 39:30 min hat Hannes Christiansen im Ziel sogar 17 Sekunden Vorsprung auf Wolfgang Seibel, doch auch hinter ihm konnten Thorsten Wagner (Laufteam Pirmasens) in 39:57 min und Klaus Hirschinger (TUS Erfweiler) in 40:05 min mit starken Leistungen auf der anspruchsvollen Strecke überzeugen.
Bei den Frauen war es wie schon in den vorigen Jahren Andrea Groch von der TSG Kaiserslautern, die mit 47:22 min die Frauenwertung gewinnen konnte. Nur knapp aber dennoch ungefährdet verwies sie Ulrike Friedrich (TUS Erfweiler) mit 47:38 min und Susanne Ullrich (TV Bad Bergzabern) in 48:02 min auf die weiteren Plätze. Bei der Siegerehrung konnten sich schließlich ebenso wie die ersten Männer alle drei Damen über kleine Geldpreise zum Jubiläum der Veranstaltung freuen.
Längst im Ziel waren bei Ankunft der 10-km-Läufer die Teilnehmer des 5-km-Laufs, der auf die steilen Anstiege verzichtete und nach knapp über zwei Kilometer auf gleicher Strecke zurückführte, um dann den direkten Weg zur Turnhalle zu nehmen. In 20:11 min setzte sich Walter Roos vom TV Bad Bergzabern in der Männerwertung ähnlich deutlich wie Christa Salzmann in 27:57 min bei den Frauen durch.
Um 11:30 Uhr waren auch endlich die sechs bereitstehenden Schüler und Schülerinnen dran. Auf einer erneut anspruchsvollen zwei Kilometer Strecke mussten sie zunächst den letzten Kilometer des Hauptlaufes bergauf laufen, um dann zurück ins Ziel zu sprinten. Mit Bravour schaffte das Luckas Bach in 9:12 min und erreichte mit Sicherheit die höchste Endgeschwindigkeit des Tages. So hatte Teamkollege Marc Höh keine Chance – war aber durch die vorherige Teilnahme am 5-km-Lauf ohnehin nicht mehr ganz frisch.
Zeitgleich durften an der Halle auch einige Bambini (teils) fröhlich 400m laufen, bevor bei Läuferschar bei reichlich Kuchen auf die Siegehrung wartete. Das Drucken der Urkunden dauerte seine Zeit, doch die Bambini und Schüler freuten sich alle über ihre namentlichen Erwähnungen und wurden mit Martinsbrezel und einem Griff in die Süßigkeitenkiste belohnt. Für die Treppchen-Plätze der Altersklassen über 10 Kilometer gab es mit zwei Flaschen Hohes C die gesündere Variante.
Im Anbetracht der Umstände muss sich der Martinslauf keinesfalls hinter dem am Vorabend stattfindenden Fackellauf in Rodenbach verstecken. Alle Ausdauersportler die sich einen anspruchsvollen aber auch schönen Waldlauf im Herbst wünschen, kommen hier voll auf ihre Kosten.
Ergebnislisten unter http://www2.your-sports.com/details/index.php?page=4&eventid=6571&lang=de


