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13. Bottwartal-Marathon

[eingestellt am 17. Oktober 2016]

By: Jochen Höschele

Fotos: Nicole Benning und Jochen Höschele

Kurz nach halb zehn in Murr – gleich kommen sie!

Die ersten beiden sind die Startläufer der Staffeln, Cedric Guthier (523) von der siegreichen Staffel der LG Odenwald und Clemens Schober (510) von der drittplatzierten Staffel ZINQ

Anschließend biegt schon das Führungstrio des Marathons um die Ecke, Peter Keinath (2621) und sein Vereinskollege Tim-Phillip Koch (TSV Glems), dahinter Timo Striegel

Hermann Heyenga legt für das „Allianz Team 1 Jürgen Brendel Steinheim“ gut vor, in der Endabrechnung landet sein Team auf Platz zwei des Team-Marathons in 3:02 h

Die Freiwillige Feuerwehr Zazenhausen, vertreten durch Hans Dieter Krebs (526), belegt Platz sechs in 3:20 h, während Jürgen Dollmann (19; Lauftreff Zazenhausen) der Staffel noch deutlich enteilt und auf Rang acht als Erster M50er wieder in Steinheim ankommt und der letzte Finisher unter drei Stunden ist; in 2:59:47 h unterbietet er die begehrte Marke knapp.

Christine Sigg-Sohn (27) in Murr nach etwa drei Kilometern nur knapp vor Alin Kollmann (1)

Das Feld wird dichter, bunt gemischt sind Team-, Staffel- und Solo-Marathonläufer

Albert-Eugen Vetter (32) vom LT Unterkirnach läuft einen souveränen Sieg in der M60 in 3:02:39 h heraus, Jens Franke (65) braucht etwas länger, ist dafür aber bester Laune

Peter Carle von SGX Uhingen wird in 3:01:53 h Zweiter der M50

Armin Härle muss sich als Zweiter der M55 in 3:16:31 h nicht verstecken

Gernot Liebich aus Ludwigsburg trägt das Shirt des letztjährigen Bottwartal-Marathons

So unterschiedlich kann sich das Temperaturempfinden auf die Wahl der Bekleidung auswirken

Steffi Eipper vom LT VfL Herrenberg, den fünfplatzierten Damen im Team-Marathon in 3:19:17 h

Jochen Fahr ist auch ein Stammgast im Bottwartal

Gerhard Alt (91) vom SC Plüderhausen gewinnt die M75 (!) in 3:53:39 h

Kati Schramm gefällt’s im Bottwartal, man sieht es!

Auch Ingeborg Uttenweiler von der LG Neckar-Enz hat Spaß und belegt in der W55 Platz 3 in 4:17 h

Heidi Abendschein von der LG Bad Waldseer Lauffieber gewinnt die W55 in 3:46:58 h

Franz Berger, Tempomacher für 3:45 h, erledigt seine Aufgabe fast auf die Sekunde genau und hat nach gut drei Kilometern noch reichlich „Anhang“

Familiensache: Kim und Thomas Werner aus Wiernsheim laufen gemeinsam Marathon und sind nach 4:03:08 h im Ziel, was für Kim den zweiten Platz in der W20 bedeutet

Jochen Dieterich vom Post-SV Tübingen läuft den Marathon noch deutlich unter vier Stunden, was in der M60 aber „nur“ zum vierten Platz reicht

Axel Ott hat auch schon ein paar Bottwartal-Marathons auf dem Buckel

Thomas Meyer vom Liederkranz Nöttingen

Mario Walter – hier bekommt der Begriff „Fracksausen“ eine ganz neue Qualität

Danesh Bayesteh vom TV Offenbach-Hundheim

Conny Major von ZweiRAD Botenheim läuft auf Platz vier der W40 in 3:50:03 h

Cedric Guthier läuft gleich zwei Teilstrecken des Staffelmarathons und bringt die LG Odenwald auf die Siegerstraße. In 2:37:46 h kann ihnen niemand das Wasser reichen

Justine Seyb geht als Zweite auf die Strecke, ihre Staffel ZINQ wird nur um drei Sekunden geschlagen Dritte in 2:42:08 h

Timo Striegel hat sich nach acht Kilometern bereits etwas abgesetzt und läuft alleine hinter dem Führungsradfahrer her

Die Staffel der hkc software GmbH kommt in 2:42:05 h auf Platz zwei

Die beiden Glemser Peter Keinath (vorne) und Tim-Phillip Koch laufen auf Platz zwei und drei in 2:44:40 h

Do Gi aus Ehningen, Sieger der MHK in 3:08:52 h

Marathon kann auch weh tun!

Christine Sigg-Sohn (Team Süwag) gewinnt den 13. Bottwartal-Marathon in 3:07:21 h

René Strosny ist wie immer gut gelaunt und auch mit Trainingsrückstand noch für eine 3:29 h gut

Das Läuferpräsent, ein Buff, wird hier gleich dreifach präsentiert

Der stets gut gelaunte Niko Adam (TSV Kusterdingen) wird 3. der M60 in 3:26:05 h

W50-Siegerin Birgitt Schrode vom LT Murr läuft 3:31:12 h

3:30 h-Zugläufer Sven Manske (50) mit seiner zahlreichen Gefolgschaft nach acht Kilometern

Jan Schwarz hat die Hose und die Haare schön

M45-Zweiter Uli Lorenzen (112) und Sekou Traoré (21) laufen 3:10 h

Alin Kollmann (LG Obersulm) wird Zweite des Marathons in 3:14:10 h

Burg Lichtenberg, Weinberge und Läufer – drei Konstanten des Bottwartal-Marathons

André Bickelhaupt läuft den Staffelsieg für die LG Odenwald nach Hause

Kay-Uwe Müller, fast wöchentlich auf ganz langen Strecken anzutreffen, begnügt sich dieses Mal mit dem 3/4 – Marathon und wird Zweiter 1:53:07 h

Jens Ziganke (SV Reichenau) gewinnt den 3/4 - Marathon in 1:53:04 h

Janosch Kowalczyk (Team Leosport) folgt auf Platz drei in 1:55:34 h

Timo Striegel hat noch gut drei Kilometer, dann ist sein Marathonsieg in 2:42:27 h perfekt

Die Strecke des Bottwartal-Marathons ist auch bei Radfahrern beliebt

Lukas Müller vom siegreichen Team der SF Dußlingen (2:47:30 h)

Uli Königs (TherapieReha Bottwartal) siegt im Halbmarathon in 1:11:20 h

Oliver Späth (BSG Festo) folgt auf Rang zwei in 1:14:07 h

Bjarne Mayer vom viertplatzierten Team Silla Hopp Nachwuchs (2:50:31 h)

David Albert (Kieferorthopädie Dr. Fuchs) wird Dritter des Halbmarathons in 1:15:35 h

Sebastian Giebeler aus Böblingen läuft in 2:52 h auf Platz vier des Marathons und wirkt noch ziemlich locker

Patrick Essig (Tri-Team Unteres Jagsttal) kommt nach 1:16:41 h auf Platz vier des Halbmarathons

Der Oberstenfelder Michael Sommer läuft fast jedes Jahr „seinen“ Bottwartal-Marathon. Heuer begab er sich erstmals unter die „Urmenschen“ und gewann den Ultra über 52km in 3:53 h

Sebastian Harz (SV Hermsdorf) kommt auf Platz drei beim „Urmenschlauf“ in 3:59:43 h

Thomas Zwilling (Team Erdinger Alkoholfrei), 1. M45 des Marathons in 2:56:54 h

Isabel Leibfried (TherapieReha Bottwartal) gewinnt den Halbmarathon in 1:21:12 h

Igor Schiffner (Team AR Sport) gewinnt die M45 beim Dreiviertelmarathon in 2:12:53 h

Marian-Jan Olejnik (LG Esslingen) ist der schnellste M55er beim 3/4 – Marathon und läuft 2:14:14 h

Katrin Vogler, Zweite über Halbmarathon in 1:23:31 h

Spannendes Duell zwischen 3. Karoline Bruestle (1250) und 4. Alexandra Olpp im Halbmarathon

Günter Gerke (SFC Landesbank Baden-Württemberg) gewinnt die M65 in sehr guten 1:33:57 h

Doris König gewinnt die W45 im Halbmarathon in 1:37:51 h

Der „Steppi“, das Wahrzeichen Steinheims und gleichzeitig Start- und Zielort für alle Läufe des Sonntags

Startaufstellung der Marathonis

Streckensprecher Achim Seiter und Orga-Chef Gerhard Petermann (rechts) kurz vor dem Start des Marathons

Kati Schramm und Niko Adam strahlen mit der Sonne um die Wette

Die erste Schleife führt von Steinheim hinüber nach Murr und wieder retour

Burg Lichtenberg oberhalb von Oberstenfeld….

….begleitet die Läufer auf dem Weg Richtung Halbmarathonmarke und dann auch wieder hinter Kilometer 32

Stimmungshochburg Gronau, der Sprecher heizt der Menge von oben ein

Von Gronau aus geht’s zwei Kilometer lang auf einer Begegnungsstrecke auf der Landesstraße und Feldwegen entlang

Sambatrommler sorgen auf der Pendelstrecke für ordentlich Stimmung und Rhythmus

Der Himmel zeigt sich von seiner blauesten Färbung

Auch zwischen Oberstenfeld und Beilstein folgt wieder ein kurzweiliges Begegnungsstück

Die musikalischen Darbietungen waren sehr vielfältig und sorgten für gute Stimmung bei Sportlern und Publikum

Burg Beilstein rückt ins Blickfeld

Glücklicherweise bleiben den Marathonis die Höhenmeter zur Burg in Beilstein erspart

Das schmucke Fachwerkrathaus Großbottwars wird nach etwa 37 Marathonkilometern passiert

Die reichhaltige Zielverpflegung bot von allem und für alle etwas

Im Wellarium in Steinheim durfte man duschen. Schwimmen wäre bei diesen beinahe spätsommerlichen Temperaturen auch gut möglich gewesen

Jetzt schlägt's dreizehn! Goldener Oktober im Bottwartal

Steinheim, 16.10.2015 - Die Kirchenglocken spielten nicht verrückt an diesem dritten Sonntag im Oktober im malerischen Bottwartal zwischen Stuttgart und Heilbronn. Vielmehr schlug es in Bezug auf die Austragung des Marathons durch die liebliche Landschaft zwischen Murr und Beilstein dreizehn, denn die erste Auflage der beliebten Laufveranstaltung fand im Jahr 2004 statt. Für eine große Zahl an Sportlerinnen und Sportlern aus nah und fern ist er zu einer „festen Größe“ geworden, sei es als Voll-, Halb- oder Dreivierteldistanz.

Seit vier Jahren kommen auch Ultrafäns auf ihre Kosten, hat man doch im Jahr 2013 den „Urmenschlauf“ anlässlich des zehnjährigen Jubiläums kreiert. Dieser führte heuer erstmals über eine krumme Distanz von gut 52 Kilometern, in den Vorjahren war er jeweils 50km lang und mit 700 Höhenmetern auch einfacher als am vergangenen Sonntag, als das 150 Köpfe zählende Teilnehmerfeld gut 1000 positive Höhenmeter bewältigen durften.

Dieser Lauf ist der einzige aus dem großen Repertoire an Distanzen, dessen Teilnehmerzahl (auf 150) limitiert ist, er war dann auch folgerichtig bereits nach der Voranmeldung ausgebucht. Weniger limitiert dagegen waren der Spaß und auch die Anstrengung, die einige der „Urmenschen“ im Ziel kennzeichnete. Was zum einen an der Wärme (bis zu 21 Grad) lag, zum anderen sicherlich an den teils gemeinen Anstiegen und nicht ganz einfachen Gefällstücken.

Wer die Historie des Bottwartal-Marathons etwas kennt, dem ist nicht entgangen, dass diese maßgeblich von einem Athleten geprägt wurde, der quasi an der Laufstrecke wohnt: Der Oberstenfelder Michael Sommer, der „seinen“ Marathon auch schon zwei Mal gewinnen konnte und in beinahe jedem Jahr auf dem Podest zu finden ist, hatte sich erstmals für eine Teilnahme am Urmenschlauf entschieden. Eher kurzfristig und trotz seiner etwas lädierten Oberschenkelmuskulatur nach dem Kraichgau-Lauf über 50km Ende September, den er in 3:39 h souverän für sich entschied, und dem 71km langen Lauf im Rahmen des „Taubertal100“, den er in 5:37 h auf Platz zwei beendete.

Entsprechend vorsichtig ging er dann auch zu Werke, zumal „ich auf einer etwas verschärften Variante der Strecke mal im Sommer bei 30 Grad trainiert habe und fix und fertig nach 4:18 h in Steinheim ankam“. So ganz ging sein Vorhaben des verhaltenen Beginns aber nicht auf, da er seine Mitläufer Luigi de Franceschi und Sebastian Harz (die am Schluss dann gleichzeitig als Dritte in 3:59:43 h einliefen) nicht weglaufen lassen wollte. Aus der Sicht des neunmaligen Deutschen Meisters über 100km stellte sich das Rennen durchaus dramatisch dar. „Bis Oberstenfeld lag David Mild sicher mit über sechs Minuten vorne, bog dann aber, ohne von den Streckenposten aufgehalten zu werden, falsch mit dem Strom der Marathonis nach Gronau ab. Dadurch waren wir drei dann gemeinsam vorne bis zu den letzten beiden Bergen, die unsere Dreiergruppe sprengten. Luigi hatte oben am Ende der Rückegasse (zwischen Hof und Lembach und Großbottwar) 50m Vorsprung, doch dort war die Streckenmarkierung mutwillig verändert worden, so dass sie in die falsche Richtung gewiesen hat. Sebastian und ich sind auch hoch und haben Luigi zugerufen, dass er umdrehen soll. Nachdem ich die Schilder korrigiert hatte, sind Sebastian und ich weitergelaufen. Durch einen Sturz und eine längere Verpflegungspause Sebastians ist dann eine Lücke entstanden, bis wir Großbottwar erreicht hatten und ich war dann alleine vorne.“

Insgesamt fällt das Sommersche Fazit überaus positiv aus: „Bei trockenen Bedingungen ist das kein richtig schwieriger Trail, es gibt viele schöne Streckenabschnitte, Waldwege bergauf und bergab, Weinbergwege mit herrlichen Ausblicken über das Bottwartal, Stimmungszentren wie in Gronau und Oberstenfeld, dazu, wer dann noch kann, acht Kilometer „Endspurt“ – einfach ein rundum schöner Lauf.“ Nach 3:53:48 h war dieser für den Oberstenfelder beendet, knapp sechs Minuten später folgten dann seine Mitstreiter über viele Kilometer, Sebastian Harz (SV Hermsdorf) und Luigi de Franceschi (SV Ohmenhausen). Als Zweitplatzierter lief mit Benjamin Weber aus Walzbachtal (3:57:17 h) noch ein Sportler nach vorne, der sich das Rennen ganz offensichtlich auch sehr gut eingeteilt hatte.

Bei den Damen richtete sich das Augenmerk auf die dreifache Siegerin Bea Bauer aus Auenwald. Doch die Konkurrenz war in diesem Jahr groß, so dicht wie nie zuvor war das Frauenfeld an der Spitze besetzt. Die ersten vier Athletinnen liefen dann auch innerhalb von nur 12 Minuten ein – Siegerin wurde mit Carmen Sevignani (JOLsport) eine Österreicherin, die das erste Mal im Bottwartal antrat, in 4:27:08 h. Es war erst ihr zweiter Ultralauf überhaupt nach dem Großglockner-Trail im Juli, wo sie den achten Platz belegte.

4:30:01 h benötigte Bea Bauer, die sich den zweiten Platz vor der mehrfachen Deutschen 100km-Meisterin, Pamela Veith (TSV Kusterdingen; 4:35:40 h) sicherte. Vierte wurde die Brettenerin Emmanuelle Vergé in 4:38:59 h, die erst Ende September mit einem dritten Platz beim Baden-Marathon in Karlsruhe aufhorchen ließ.

Der namensgebende Marathon schwächelte etwas, was die Teilnehmerzahlen anging. Dennoch war OK-Chef Gerhard Petermann angesichts von doch 310 Finishern (bei 366 Anmeldungen) zufrieden, zumal es auf fast allen anderen Laufstrecken mehr Teilnehmer als im Vorjahr gab. Beim Ultra waren es beispielsweise 143 anstatt 116 Finisher 2015.

Nicht geschwächelt hat dagegen der Vorjahresfünfte des Marathons, Timo Striegel (TheraVent aktiv), der den 13. Bottwartal-Marathon in 2:42:27 h gewinnen konnte. Damit war er ziemlich genau eine Minute schneller als 2015 und überraschte sich auch selbst. „Das hätte ich nicht gedacht. Ich war schon ziemlich früh vorne und habe dann nur mitbekommen, dass mein Vorsprung gegen Ende etwas schrumpfte, aber es hat ja gereicht.“ Peter Keinath als Tempomacher für Vereinskollegen Tim-Phillip Koch (TSV Glems 1896) konnten den 30jährigen Striegel jedenfalls nicht mehr gefährden und liefen nur durch eine Sekunde getrennt in 2:44:40 h bzw. 2:44:41 h) als Zweiter und Dritter ein. „Das Ziel war heute nur, unter drei Stunden zu bleiben und das hat ja ganz gut geklappt“, bilanzierten die beiden anschließend.

Mehr als gut geklappt angesichts ihrer Erkältung hat auch das Marathondebüt auf der Bottwartalstrecke von Christine Sigg-Sohn (Team Süwag). „Ich weiß nicht, ob ich dieses Tempo durchhalten kann“, offenbarte sie nach knapp der Hälfte der Distanz. Sie lief offensiv und letztlich zahlte sich das Risiko aus, denn die Vorjahressiegerin des ¾-Marathons gewann heuer den „ganzen“ in 3:07:21 h.

Alin Kollmann von der LG Obersulm konnte zwar auf den ersten Kilometern noch mithalten, doch dann konzentrierte sie sich nur noch auf ihr eigenes Rennen, das sie nach 3:14:10 h auf Rang zwei vor Janaina Nufer (Waiblingen) beendete, die nach 3:27:58 h als Dritte einlief. Sie war vorsichtig in der Gruppe um 3:30 h-Zugläufer Sven Manske angegangen und konnte auf der zweiten Hälfte noch deutlich zulegen, um unter dieser Marke in Steinheim beim „Steppi“ anzukommen.

Nur gut sieben Minuten trennten die schnellsten Damen auf der ¾-Marathonstrecke, Siegerin Erna Hemberger (Balsbach; 2:38:03 h), Anja Janson (2:43:45 h) und Persis Debora Bauer (TSV Talheim; 2:45:19 h) am Ende. Hemberger war anschließend überwältigt: „Das hätte ich nie gedacht, dass ich das schaffe. Jetzt laufe ich nächstes Jahr Marathon!“, meinte sie nach ihrem Start-Ziel-Sieg.

Selbiges schaffte auch Jens Ziganke (SV Reichenau) über diese Distanz, der allerdings bereits in zwei Wochen in Frankfurt (wieder) Marathon laufen wird. Bei der dortigen Deutschen Meisterschaft ist sein Ziel „eine Zeit unter 2:25 h und ein besseres Rennen als im letzten Jahr“. Der sympathische Lehrer, mittlerweile in Tübingen beheimatet aber immer noch im Trikot seines Heimatvereins vom Bodensee laufend, hatte mit heftigen Magenproblemen zu kämpfen. „Ich weiß nicht, woran es lag, so etwas hatte ich noch nie. Vielleicht habe ich was Falsches gegessen. Mir war richtig übel, ich musste mich sogar kurz übergeben. Somit kann ich froh sein, dass es dennoch zum Sieg gereicht hat und letztlich ein gelungener Abschluss meiner Vorbereitung für Frankfurt war. Denn ein Wettkampf ist allemal einfacher, als zuhause alleine 30km abzuspulen.“ Nach 1:53:04 h hatte Jens Ziganke gerade einmal vier Sekunden Vorsprung auf den Ilshofener Kay-Uwe Müller (TSG Schwäbisch Hall). Dieser war angesichts seiner Zeit und Platzierung nur eine Woche nach dem Sieg beim Schwarzwald-Marathon in Bräunlingen (2:34 h) vollkommen zufrieden: „Jens und ich haben uns bei einem kurzen Schwätzchen vor dem Start darauf geeinigt, zunächst gemeinsame Sache zu machen. Da mir bewusst war, dass er stärker ist als ich, habe ich ihm auch gesagt, dass er dann ruhig zum Schluss hin anziehen kann. Mir ging es vor allem darum, einen letzten Formtest im Marathontempo zu haben, ehe es in Frankfurt so richtig ernst wird. Deshalb bin ich auch möglichst gleichmäßig mein Tempo gelaufen und habe Jens nach etwa der Hälfte der Strecke ziehen lassen. Vor allem bergauf habe ich den Marathon von letzter Woche im Schwarzwald noch gespürt, bergab bin ich immer wieder etwas an Jens herangelaufen. Als es ihm dann nach etwa 25km schlecht ging, habe ich wieder aufgeschlossen, aber auf den letzten 500m hat er nochmals angezogen und hat den Sieg auch vollauf verdient.“

Dritter wurde mit dem Leonberger Janosch Kowalczyk in 1:55:34 h ein sehr talentierter Athlet, der bereits mehrfach sein Potenzial auch auf ganz langen Strecken angedeutet hat (4. Platz 100km Biel 2016 in 7:41 h, Sieger Keufelskopf Marathon-Trail und Zweiter 50km von Rodgau 2016 in 3:09 h). Er ist einer, von dem wir in der Zukunft wohl noch des öfteren hören werden.  

Die meisten Teilnehmer verzeichnet im Bottwartal schon traditionell die Halbdistanz. Auch 2016 wurden weit über 1200 Zieleinläufe registriert, einige mehr noch als im Vorjahr. Von den 358 Frauen im Ziel war Isabel Leibfried (TherapieReha Bottwartal) in 1:21:12 h die Schnellste, gefolgt von Katrin Vogler (LG Filder) in 1:23:31 h und Karoline Bruestle (TV Neidlingen) in 1:29:20 h. Bei den Männern dominierte Uli Königs das 927 Köpfe zählende Feld und hatte nach 1:11:20 h den Sieg in der Tasche. Oliver Späth (BSG Festo) in 1:14:07 h und David Albert (Kieferorthopädie Dr. Fuchs) in 1:15:35 h hatten nicht den Hauch einer Chance. Königs resümierte: „Das war hart heute, weil ich die ganze Zeit alleine gelaufen bin und das Tempo hochhalten musste.“

Beim Herbstlauf über 10km vermochte keine der Heilbronnerin Veronica Clio Pohl (36:35 min) zu folgen. Sie gewann vor Melanie Albrecht (ULG / TV Flein; 37:59 min) und Katrin Kommer (SV Ohmenhausen; 39:17 min).

Clive Brown von BSG Boehringer Ingelheim war in 33:50 min bei den Männern der Schnellste, nur 14 Sekunden länger benötigte Hazim Alhasan Alahmed (SG Stern Stuttgart) der nach 34:04 min acht Sekunden Vorsprung auf Bernhard Hartmaier (Fahrschule Motion Aspach; 34:12 min) hatte. Gut 120 Walker und Nordic Walker tummelten sich ebenfalls auf der 10km langen Strecke zwischen Steinheim und Murr.

Bereichert wurde die Veranstaltung am Sonntag auch dadurch, dass es wieder einen Staffel- sowie einen Teammarathon gab. 25 Staffeln erreichten das Ziel (Sieger war wie im Vorjahr die LG Odenwald in 2:37:46 h), bei den Teams, die sich die Strecke zu dritt teilten, waren die SF Dußlingen in 2:47:30 h vorne.

Eine Durchmischung der Läufe findet dadurch zwar statt, für den kundigen Betrachter ist es anhand der unterschiedlichen Startnummern jedoch ein leichtes, die Teilnehmer auseinander zu halten. Zudem sorgen die Staffel- und Teamteilnehmer für Belebung an und auf der Strecke.

Die jungen und die ganz kleinen Sportlerinnen und Sportler erhalten beim Bottwartal-Marathon bereits am Samstag im Rahmen des „Run and Fun Day“ ungeteilte Aufmerksamkeit. An die 1000 Nachwuchsathleten verteilten sich auf den Minimarathon über 4,2km, den Schülerlauf über 1,5km, den Theo-Lorch-Werkstätten-Lauf für Menschen mit Behinderung und den Bambinilauf. Alle diese Läufe sind kostenfrei und verlaufen rund um das Riedstadion beziehungsweise die Riedhalle in Steinheim.

Der Bottwartal-Marathon ist beliebt bei Alt und Jung – bei der Wahl eines Laufportals im Internet landete der Landschaftsmarathon weit vorne. Platz elf in Deutschland, gar Platz eins in Baden-Württemberg, das kann sich mehr als sehen lassen. Selbst etablierte Konkurrenz wie Heilbronn, Traditionsläufe wie der Schwarzwald-Marathon oder Stadtmarathons wie Freiburg und Mannheim haben da das Nachsehen.

Eines können die Macher des Bottwartal-Marathons um Gerhard Petermann nicht garantieren: Goldenes Oktoberwetter wie in diesem Jahr. Doch all das, was sie beeinflussen können, zeugt von großem Engagement und Sachkenntnis. Das ganze Jahr über werden geführte Trainingsläufe mit steigenden Distanzen auf der Marathonstrecke angeboten, und nicht gerade selten schaut mit Michael Sommer sogar ein waschechter Deutscher Meister vorbei. Das alles dann auch noch kostenfrei und inklusive Verpflegung. Das ist bester Service an der „Laufkundschaft“ und vorbildlich, um nur eines von vielen Beispielen herauszugreifen. Auch die Infrastruktur rund um Riedhalle, -stadion und Wellarium hat sich als deutliche Verbesserung gegenüber dem früheren Zielort Kellerei Großbottwar herauskristallisiert. Nachdem nun auch die „ominöse“ 13. Auflage mit einer mehr als positiven Bilanz zu Ende ging, richtet sich der Blick nach vorne. Mitte Oktober 2017 wird das Bottwartal wieder zum „Sportwartal“, und wer das versäumt, muss sich eine sehr gute Ausrede einfallen lassen.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.bottwartal-marathon.de

 

 


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