DUV - Deutsche Ultramarathon Vereinigung
10. Bad Waldseer Lauffieber

2. Churfrankenlauf

[eingestellt am 28. September 2011]

Von: Gabi Gründling

Fotos: Angela Ngamkam, Christoph Herwig und Manfred Schreck

Unter der Mainbrücke in Miltenberg

Jens Grünthal und Dritter Uli Amborn

Zweite Bärbel Fischer

Laufen macht Spaß

Markenzeichen Hut: Erwin Bittel

Das siegreiche Zweierteam

Sieger Tobias Hegmann

Siegerin Moni Hofmann

Siegreicher Staffelläufer

Veronika Ulrich als Staffelläuferin

Moderator Günter Guderley

Verschiedene Führungsradler für verschiedene Disziplinen

Trifft den Mülleimer im Vorbeifliegen: Dritter Thomas Herget

Sieger Tobias Hegmann schnappt den Becher im freien Flug

Der Mountainbiker mag es lieber unwegsam

Unendliche Weiten

Verkehrschaos an der Burg

Bei schönstem Wetter lässt es sich gut feiern

Tobias Hegmann mit Nachwuchs im Ziel

Die Orgachefs Marco und Paul

Jürgen Dugas von der siegreichen Staffel

Staffelwechsel

So geht’s auch..

Noch ein Küsschen und dann los

Heiß auf..... 

Miltenberg, 25. September 2011 – Zum zweiten Mal riefen Marco Schneider und Paul Dwehus, der eigentlich gar nicht Paul sondern André heißt, eine vielköpfige Läuferschar nach Mitenberg, um die Strecke nach Sulzbach zu Fuß zurück zu legen. 73,3 km und 1.791 Höhenmeter waren die zu bewältigende Aufgabe. Ein bißchen mehr als beim Debut 2010 und vor allem: auch ein bißchen trailiger. 

Waren im Vorjahr nur Einzelläufer und 5er-Staffeln erlaubt, konnte man in diesem Jahr die Strecke auch durch zwei teilen. 27 km mußte der erste Läufer bewältigen, 46 der zweite.

Um 7.15 h schickte Moderator Günter Guderley die Ultras und Zweierteams auf die Stecke, eine Viertelstunde später wurden die 5er-Teams losgelassen. Guderley, langjähriger Veranstalter des Hypo-Vereinsbank-Laufs in Aschaffenburg und auch dort als Moderator bekannt und beliebt, hatte an diesem Tag richtig Streß. Neben der Startmoderation übernahm er die Unterhaltung von Zuschauern und Läufern auch am ersten Staffelwechsel bei km 10,9 in Kleinheubach und plauderte dann auch stundenlang im Ziel. 

74 Staffeln, 11 Duos und 62 Einzelläufer erreichten bei herrlichem Wetter den Zielbogen. 10 Spezialisten mußten auch aufgeben. Zum Beispiel Jens Grünthal (passtschon98), der mit zur Spitzengruppe gehörte. Prominentester Nichtfinisher war wahrscheinlich René Strosny. Er gönnte sich beim Churfrankentrail eine wohlverdiente Pause von anstrengenden Renovierungsarbeiten – und verlief sich. Vor ihm irrten sich zwei Staffelläufer in der Wegführung und Strosny lief einfach hinterher. 

Bereits 30 Minuten nach dem 2. Startschuss war der Startbereich wieder abgebaut und es sah alles so aus wie immer. Bei den Ultraläufer war mit Tobias Hegmann der Vorjahressieger am Start. Er hatte sich vorgenommen diesmal die 6h Marke zu knacken und das obwohl die Strecke ca. 1 km länger als im Vorjahr war. Der 1 km Zuwachs ergab sich übrigens durch Verlegung des Etappenzieles in Elsenfeld an den Ortsrand, um den Läufern weniger Straße und mehr Wald zu bieten. 

Härteste Konkurrenten waren der schon erwähnte René Strosny, Uli Amborn und Thomas Herget. Thomas ging recht flott an und lag in Kleinheubach vor Tobias und René. Diese konnten auf der zweiten Etappe aber an Thomas vorbeiziehen. Bei km 15 kam der erste Berg und Thomas ist kein guter Bergaufläufer, so mußte er die Konkurrenten ziehen lassen.

Nach 5:56:52 h blieb die Uhr für Tobias Hegmann stehen, was einen Schnitt von 4:50 min/km bedeutet. Sechs Minuten holte er gegenüber 2010 raus. Hegmann ist in diesem Jahr Mitglied der Fördergruppe Leistungssport der Deutschen Ultramarathonvereinigung. Im Juli wurde er vom DLV zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Ultra-Trail nominiert.

Auf den zweiten Platz kam, wie schon im Vorjahr, Uli Amborn. Der frisch 54jährige (er hatte zwei Tage zuvor Geburtstag) ist auch nach vielen Laufjahren noch ambitioniert. Übrigens bringt er es nicht übers Herz, seine alten Laufschuhe wegzuwerfen. Derzeit hortet er 120 Paar im Keller, wie er kürzlich auf Facebook bekannte. Auf der längeren Strecke war er drei Minuten schneller als 2010.

Thomas Herget hatte sich für den Churfrankentrail entschieden, weil er keine Hoffnung mehr hatte, für die kommende Woche noch einen Startplatz für den 6 Stundenlauf in Kleinkarlbach zu erhaschen. Zwei Tage nach Miltenberg-Sulzbach war dann klar: mit Kleinkarlbach steht er wider seine sonstigen Gewohnheiten innerhalb von 8 Tagen zwei Mal am Start eines Ultramarathons. 6:48:22 h war seine Zeit beim Churfrankentrail.

Achim Gokeler, mit 73,362 km zwei Wochen zuvor Sieger des 6 Stundenlaufs in Weißenstadt, war mit 6:53:00 h der vierte und letzte Läufer unter der 7 Stunden-Marke. 

Bei den Frauen blieb der Streckenrekord von Katja Friedländer unangetastet. Allerdings lief mit Moni Hofmann auch die Siegerin der W50 als strahlende Erste durchs Ziel. Sie ist 15 Jahre älter als Katja Friedländer und brauchte 9 min länger für die veränderte Strecke. 7:30:06 h können sich nicht nur sehen lassen sondern bedeuteten auch noch den neunten Platz im Gesamteinlauf. Es war ihr erster Einzel-Ultramarathon, allerdings hatte sie Anfang September schon am Trans Alpine Run teilgenommen.

Das Unterlaufen der 8 h-Marke war das erklärte Ziel von Bärbel Fischer. Die Vorjahresdritte kam 2010 noch mit Reserven ins Ziel, weil sie sich unterwegs ein paar Mal hin- und herlaufend vergewissern mußte, ob sie noch auf dem rechten Weg war. In diesem Jahr war sie nicht nur begeistert von der schönen Strecke sondern auch von der guten Markierung. Mit einer Punktlandung hatte sie nach 7:59:14 h ihre eigenen Vorgaben erfüllt. Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie mittwochs nach einem Lauf noch Muskelkater. Was aber auch daran liegen kann, daß sie am Samstag noch einen gut 7 km langen Partnerlauf bei ihrem Heimatverein RLT Rodgau absolvierte und diesen auch in der Einzelwertung gewann. Der Witz an diesem Lauf ist, daß die Paare zusammen gelost werden, während sie auf der Strecke sind. Man erfährt erst im Ziel, mit wem man “zusammen” gelaufen ist. Bärbel, die sich inzwischen auch im Organisationsteam des Rodgauer 50 km-Laufs engagiert, nutzte im Vorfeld des Laufs auch das Angebot, sonntags gemeinsam mit Ortskundigen auf der Strecke zu trainieren. Ihr Mann Thomas, Schichtarbeiter am Flughafen in Frankfurt, konnte zum Training nicht mitkommen und war beim Lauf entsprechend überrascht von dem anspruchsvollen Streckenänderungen. Er war der einzige der fünfköpfigen RLT-Rodgau-Abordnung, der seine Wunschzeit nicht erlaufen konnte.

Dritte im Treppchenbunde war Nicole Frenzl vom Schnauftreff Oberursel, die allerdings fast eine Stunde langsamer war als Bärbel Fischer.

Nur ein Zweierteam schaffte es, vor Tobias Hegmann das Ziel zu erreichen. Jürgen Dugas und Sebastiano Ilardi sind Wombacher und starteten auch als “Die Wombicher”. 5:42:12 h weist die Ergebnisliste für sie aus. Auch Uwe und Ingbert Reinke blieben mit 5:58:02 h noch unter 6 h, aber eben “über” Tobias Hegmann.

Bei den Staffeln waren es derer neun, die schneller waren als “Tobi aus Kleinostheim”. Einsame Spitze ware das Team des TSV Ochsenfurth mit 5:11:34 h. Die Plätze 2 und 3 trennten aber nur denkbar wenige sechs Sekunden und auch die Staffeln auf den Plätzen 6 bis 8 liefen innerhalb von nur 19 Sekunden am Mikrofon von Günter Guderley vorbei.  “Felix & friends” auf dem zweiten Platz machten es selbst nochmal spannend, weil sich ihr Schlußläufer verlief und so den Dritten gerade noch auf Minidistanz halten konnte. 

“Wir sind heiß auf Euch” schrieb das Orgateam drei Tage vor dem Wettkampf auf die Homepage www.churfrankenlauf.de. “Wir kommen ganz sicher wieder” war das Statement von Angela Ngamkam und René Strosny. Immerhin hat René noch eine Rechnung offen und Angela konnte wegen eines Hexenschusses, der sie am Vortag überfiel, gar nicht antreten.


Bottwartal-Marathon