2. Deich-Halbmarathon in Neuwied
Fotos: Eva Bereswill, Hannes Christiansen
Lokalmatador Pulger gewinnt Neuauflage am Deich
Neuwied, 11. September 2011 – Die LG Rhein-Wied hat sich in den vergangenen Jahren mit vielen netten Veranstaltungen in der Volkslaufszene am Rhein einen Namen gemacht. Große Freude kam bei den Langstreckenläufern auf, als im vergangenen Jahr der Deich-Halbmarathon ins Leben gerufen wurde. Über 300 Läuferinnen und Läufer nahmen damals am letzten Lauf des Rhein-Wied-Cups 2010 teil. Traurigerweise war es auch der letzte Lauf des Rhein-Wied-Cups überhaupt, sodass sich in diesem Jahr ohne den zusätzlichen Ansporn lediglich 177 Starter auf den Weg machten.
Ähnlich traurig empfand ein Teil der Läuferschar die Entwicklung der Strecke, die auch der Veranstalter als "anspruchsvoller als im Vorjahr" beschrieb. Um noch näher am Hauptsponsor "Deichwelle" zu sein und den Zuschauern mehr zu bieten, wurde die große Runde über Engers aus dem letzten Jahr durch eine 5,3 Kilometer langen Runde direkt in Neuwied ersetzt. Dem Zuschaueranspruch half das trotz schwüler 22 Grad nicht weiter. Nur spärlich wurden die Aktiven angefeuert.
So mussten die Läufer größtenteils ohne Unterstützung aber umso stärker unter der hohen Luftfeuchtigkeit leidend den kurvigen Rundkurs absolvieren. Auch wenn es mit dem Anstieg über den Deich nur ganz wenige Höhenmeter gab, zehrten die ewigen Kurven an den Kräften.
Aufgrund der geringen Meldezahlen verlief dann auch das Rennen alles andere als spannend. Vom Start weg sortierten sich die Läufer und der für die LG Rhein-Wied startende Lokalmatador Stefan Pulger rannte einsam an der Spitze davon. Mit einem soliden Rennen über alle vier Runden setzte er sich deutlich mit 1:17:49 h durch, blieb aber 49 Sekunden hinter der Vorjahressiegerzeit und auch knapp drei Minuten hinter seiner Bestzeit. Das Wetter und die Strecke ließen einfach nicht mehr zu.
Dennoch reichte es zu einem satten Vorsprung von sechs Minuten auf Hannes Christiansen (1. FC Kaiserslautern), der mit 1:23:54 h deutlich hinter seinen Erwartungen zurück blieb und auf der letzten Runde nur noch die Platzierung vor Verfolger Frank Carbach vom LT SV Westum sichern musste. Dieser hatte zumindest auf der ersten Runde noch das Nachsehen hinter Marc Sülzen (LG Rhein-Wied), doch Marc musste nach einer bereits deutlich langsameren zweiten Runde den Kampf beenden und aussteigen.
10 weitere Teilnehmer ereilte das gleiche Schicksal und das schwüle Wetter zwang sie zur Aufgabe.
Von Glück mochte man für die später ins Ziel kommenden Läufer dennoch nicht sprechen, als sich schließlich die Gewitterfront näherte. Bei Starkregen und kräftigem Wind sorgten Blitz und Donner für einen ängstlichen Energieschub bei den verbliebenen Läufern.
Noch rechtzeitig ins Ziel gerettet hatte sich zuvor die Frauenspitze. Ebenso einsam wie der Gesamtsieger setzte sich hier Sabine Schenkenhofer von SRL-Triathlon-Koblenz in 1:39:05 h durch.
Hinter ihr wurde mit deutlichem Rückstand Andrea Schnee (Campo Sports) Zweite in 1:46:22 h vor Jutta Reiche vom LT Ahrweiler in 1:47:13 h.
Immerhin eines hatten die ersten drei Damen und überhaupt fast alle Sportler gemeinsam: Einen stetigen Leistungsabfall. Auch wenn ein zu schneller Start bei Volksläufen ohnehin fast zum Alltag gehört, zeigen die immer langsamer werdenden Rundenzeiten von der ersten zur vierten Runde noch einmal deutlich die schwierigen äußeren Bedingungen. Weniger mit der Schwüle sondern mit dem Regen hatte im Anschluss auch der Veranstalter zu kämpfen. So versuchte man bei der Siegerehrung im Schutze der kleinen Zelte den Siegern ihre verdienten Preise zu überreichen – der Regenschirm war dieses Mal ein gelungene Belohnung.
Ob das genügt, die Sportbegeisterten auch im kommenden Jahr wieder an den Deich zu locken? Dem netten Team rund um Cheforganisator Edi Kaul wäre es zu wünschen.
Ergebnislisten unter http://www.springer-sport.de/ResultsDHM2011.pdf


