DUV - Deutsche Ultramarathon Vereinigung
10. Bad Waldseer Lauffieber

20. Weißes Kreuz-Lauf Schaidt

[eingestellt am 14. August 2011]

Von: Gabi Gründling

Fotos: Gabi & Peter Gründling

Peace und la ola bei der LG MuLi

Startaufstellung zum Schülerlauf über 800 m

Schnellster Schüler: Matthias Schell

Drittschnellster Schüler Nicklas Hausen

Mit sauberem Laufstil auf Schülerplatz 2: Max Pfleiderer

Nach einer Runde schnellste Schülerin Laura Becker noch direkt hinter 2. Henriette Schell

Marlon Schlosser schnellster Schüler D

Emma Moster, schnellste Schülerin D, neben ihr kämpft Anton Hoffmann

Philipp Wagner darf nicht ohne Papa kreiseln

Endspurt für Janine kuroczik und Johanna Lang

Konzentriert ins Ziel: Florian Legler

Die letzten Meter: Benjamin Estrack, Felix Moster und Hanna Rödel

Anna Schloß zog ihren Bruder Andreas erstmals unter 50 min auf 10 km

Start zum Lauf über 4,9 km – mit Sieger Hamid El Fatni (326), 2. André Zschaubitz (333)

Dritter 4,9 km Olivier Vollmer (327) beim Start

Doppelstarter Nicklas Hausen (301) zwischen Ariane Fürstenberg (324) und einer Läuferin mit einer Schüler-Startnummer

Vielstarterin Ulla Held, hinter ihr in grün ihr Mann Oskar

Die Nordic-Walking-Fraktion

Zieltee mit Startnummernsammelkiste

3. W60 10 km Ursula Niedermann

Zeitvertreib am Streckenrand

1. W70 10 km Erika Krüger

Raymond Basch auf dem Rad vor 20 km-Sieger und Sohn Bertrand

Ludwig Hinz und Harald Breier, letzte Männer beim 10er

2. 20 km Fabrice Stephan

3. 20 km Stefan Mittelsdorf

Stephan Junghans, 1. M40 20 km

20 km 1. M50 Oswald Renz und 2. M40 Hansjürgen Wetzler

20 km 3. M40 Stefan Müller

20 km 3. M30 Daniel Kaufmann

Michael Masser gewinnt bei der Tombola den Hauptpreis

Siegerin 20 km Katja Gaab

Spät entschlossen auf die 20 km und 1. M60: Wolfgang Behr

Zweite 20 km Kerstin Müller

1. M70 20 km Karl-Heinz Kern

Dritte 20 km Simone Labarelle

3. W40 20 km Rosi Martin, begleitet von Mit-Muli Frank Thiele

20 km 2. M70 Rolf Breithaupt

20 km 1. W60 Heidrun Liebisch

Sieger 10 km Oliver Trauth

Verläuferin Julia Bush gewinnt zumindest noch die WHK

Irrungen und Wirrungen

Schaidt, 13. August 2011 -  4 km südlich des Örtchens Schaidt, das heute ein Ortsteil der Stadt Wörth am Rhein ist, steht ein 5 m hohes weißes Kreuz. Es erinnert an die Begnadigung eines Försters im Jahr 1838 durch Wilderer, die ihn an einer Eiche aufknüpfen wollten. Aus Dankbarkeit schnitt Förster Alwens ein großes Kreuz in die Rinde eben dieser Eiche. Sein Nachfolger ließ an der Stelle zehn Jahre später ein Kreuz errichten, als die Eiche gefällt werden mußte. Im Laufe der Jahre verwitterte das Holz mehrmals, das Kreuz, das man heute auf dem Wendepunktstück des 20 km-Laufs in Schaidt am Wegesrand bewundern kann, ist bereits das fünfte.

Der Schaidter Lauf nennt sich auch irgendwie folgerichtig “Weißes Kreuz Lauf” und fand in diesem Jahr bereits zum 20. Mal statt. Erfahrene Schaidt-Läufer wissen zu berichten, daß man früher hier freitags abends lief und es nur eine Distanz gab: 10 km. Nicht mehr und nicht weniger. Damals kamen auch mehrere 100 Läufer in den letzten Zipfel von Rheinland-Pfalz nahe der französischen Grenze. Recherchen bei Laufnfo.de ergaben, daß der 20er 2004 eingeführt wurde. Vorher kam der 10er auf +/- 300 Teilnehmer. Nur im Jahr 2000 waren es mal deutlich über 600.

Heutzutage gibt’s insgesamt vier Distanzen verteilt auf drei Läufe. Ab 17 Uhr dürfen die Schüler zwei Runden über die Aschenbahn stürmen. 26 Kinder und Teenager zwischen 7 und 15 Jahren stellten sich der Herausforderung. Nach 2:21 min war mit Matthias Schell ein 14jähriger aus Enzberg in Baden-Württemberg zuerst bei Zeitnehmer Harald Baumann. Ihm folgten nach 2:40 min sein Vereinskamerad Max Pfleiderer und sieben Sekunden später Nicklas Hausen (TSG Grünstadt). Dieser traute sich aber nur wenige Minuten später auch noch die 4,9 km zu, die er nach 24:43 min beendete. Schnellste Schülerin war Laura Becker (LG Weinstraße), die mit 2:57 min als Gesamt-Vierte in den Zielkanal lief. Nach einer Runde lief sie noch einen Schritt hinter Henriette Schell, der sie auf den letzten 400 m dann sieben Sekunden abnahm. Den zweiten Platz erreichte Henriette unbedrängt, Janine Kuroczik aus Barbelroth braucht 3:16 min. 

Um 17.20 h wurden 73 Läufer und Walker auf die 4,9 km lange Runde geschickt, die als “Einsteigerlauf und Walking” ausgeschrieben war. Hier zeigte der erste der zahlreich angereisten französischen Laufgäste seinen Mitläufern die Hacken. Hamid El Fatni, Jahrgang 1980, läuft für ANA Lauterbourg AC. Der Ort liegt nur 15 km entfernt von Schaidt. Nach 16:25 min war er im Ziel, fast eine Minute schneller als André Zschaubitz (LG Rülzheim), der mit 17:16 min dem nächsten Franzosen, dem Rotschopf Olivier Vollmer, noch 20 Sekunden abnahm.

Janine Friedel (LLG Drei Buchen) brauchte 21:33 min, um den Sieg bei den Frauen mit nach Hause zu nehmen. Der Kanadierin Hanuschka Brionez nahm sie exakt 1,5 min ab. Hanuschkas Mann ist Amerikaner, er lief die 4,9 km in 20:48 min. Drei Treppchenplätze – drei Nationalitäten. Die dritte Frau, die vereinslose Axelle Stoltz, die 24:52 min für die zu 40% asphaltierte Strecke brauchte, ist Französin.

Unter dem Startbanner vor dem Schaidter Sportplatz versammelten sich um 17:30 h knapp über 170 LäuferInnen, die 10 oder 20 km laufen wollten. Die ersten beiden mußten schon bei km 2 die Segel streichen. Auf der Strecke, die sich durch viele lange Geraden auszeichnet und keine Höhenmeter aufweist, gibt es alle vier Kilometer eine Wasserstelle. Die erste ist bei km 2 aufgebaut, hier kommen die 10 km-Läufer zwei Mal vorbei, die 20 km-Läufer drei Mal, genau wie an der Wasserstelle bei km 6. Die 20 km-Läufer müssen bei km 8 noch einmal auf die 4 km lange Runde bis sie die Getränkestelle bei km 12 wieder erreichen. Von hier aus müssen sie auf ein zwei Kilometer langes Wendepunktstück und dann auf der “Originalstrecke” der 10er wieder zurück zum Ziel. 

Die Strecke war gut markiert, jeder Kilometer ausgezeichnet. Für die 20 km-Läufer war vor dem Abzweig auf die Zusatzrunde in größeren Abständen zwei Mal ein Pfeil nach Links mit der Unterschrift “20 km 1x” aufebracht. Den meisten war klar: hier müssen sie 1x zusätzlich rum.

Julia Bush, 28jährige Vielstarterin aus Pfinztal, lief im Frauenfeld der 20 km-Läufer weit voraus. Nach 18 km hatte sie 1:19 h auf der Uhr. Und dann machte sie den Fehler, die Zusatzrunde ein zweites Mal anzusteuern, obwohl sogar noch das Kilometerschild mit der 18 auf der rechten Seite stand und so noch zusätzlich signalisierte, daß der linke Weg der falsche ist. Nach 1:55:52 h Im Ziel, beschwerte sie sich darüber, daß an dieser Stelle kein zusätzlicher Streckenposten nach dem Rechten gesehen hätte. Allerdings hatte sie sich auch schon um 17.20 h versehentlich mit den 4,9 km-Läufern an die Startlinie gestellt, weil sie dachte, daß alle Distanzen gemeinsam gestartet würden. Laufen hat auch etwas mit aufpassen zu tun. 

Von Julias Fehler profitierte Katja Gaab, die für das Laufteam Pirmasens an den Start geht. Ihr Heimatverein ist eigentlich der TV Hinterweidenthal. Sonst ist sie häufig mit ihrem Onkel Jürgen Paul unterwegs. In Schaidt lief sie alleine auf weiter Flur ins Ziel, mit ihren 1:32:23 h war sie zufrieden. 2009 war sie an gleicher Stelle fast derselben Zeit Dritte, 2008 siegte sie in 1:34:45 h. Für die nahe Zukunft plant sie einen Start beim Köln-Marathon am 02. Oktober. Nach Frankfurt 2009 (3:38 h) und 2010 (3:29 h) soll’s diesmal eine andere deutsche Großstadt sein. Und nach Möglichkeit auch eine neue persönliche Bestzeit. 3:25 h sollen’s schon sein. Und dann wird man sie im November im heimischen Hinterweidenthal beim Martinslauf antreffen.

Kerstin Müller (LLG Drei Buchen) konnte Katja auf den langen Geraden quasi vor sich sehen, kam aber letztlich 1:08 min hinter ihr als Zweite ins Ziel. Die 42jährige läuft gerne lange Strecken, trainiert viel mit Sabine Münch von der LG Rülzheim. Hin und wieder begibt sie sich auch mal auf Strecken jenseits der Marathondistanz. Im Mai konnte man sie in Simonswald beim Doppeldecker aus 57 km und 21 km antreffen, wo sie dritte Frau wurde. Im Oktober will sie beim Schwarzwaldmarathon an den Start gehen. Da der Termin in den rheinland-pfälzischen Herbstferien liegt, eignet er sich gut für einen Familienurlaub. Ihr Mann Stefan, der in Schaidt Siebter wurde, plant für den Berlin-Marathon Ende September eine Zeit von unter drei Stunden. 

Platz 3 der 20 km-Läuferinnen ergatterte mit Simone Labarelle eine LAC Lauterbourgerin mit Wohnsitz in Weißenburg in 1:39:14 h. Zufrieden war sie mit dieser Zeit nicht. Zumal die Strecke leider knapp einen halben Kilometer zu kurz war. 

Das ärgerte auch den 20 km-Sieger, ihren Vereinskameraden Bertrand Basch. Von seinem Vater Raymond auf dem Rad begleitet und angefeuert, lief er die 20 km in 1:15:11 h. Bis km 15 lief er mit Fabrice Stephan von Scheffler France gemeinsam an zweiter Stelle. Bei km 15 liefen die beiden auf Stefan Mittelsdorf (Intersport Schlegel Calw) auf und setzen sich von ihm ab. Bertrand nahm Fabrice 59 Sekunden ab, 60 Sekunden später war dann auch Mittelsdorf im Ziel. Basch hat den Amsterdam-Marathon vor Augen. Dort will er endlich unter 3 Stunden bleiben. Derzeit steht seine Bestzeit bei 3:04 h, auf der langen Strecke ist er leider krampfgeplagt, was eine bessere Zielzeit bisher verhinderte. 

Bei nur 64 ZieleinläuferInnen auf der langen Strecke wurde es, nachdem die 10 km-Läufer abgezweigt waren, streckenweise ziemlich einsam im Bienwald. Als 27. lief der 1. M70 Karl-Heinz Kern (LG Rülzheim) auf den Sportplatz von Schaidt. Er hatte fast vier Minuten Vorsprung vor seinem direkten Verfolger und 16 Minuten vor dem 2. M70. Dabei ging es Kern an diesem Samstagabend nicht wirklich gut. Kein Wunder, er hatte unter der Woche seinen Keller selbst gefliest, das geht in die Knochen.

106 LäuferInnen vollendeten die 10 km. Mit 34:18 min war Oliver Trauth (TV Herxheim) der mit Abstand schnellste. Fünfeinhalb Monate mußte er wegen einer Patellasehnenverletzung pausieren. Radfahren war in der Zeit das einzige, was schmerzfrei ging. Da er gerne radelt, mußte er sich zumindest nicht zum Alternativtraining überwinden. Die Bahnsaison konnte der lang aufgeschossene Südpfälzer komplett abhaken, fungierte nur in den letzten Wochen hin und wieder als Hase für Vereinskollegen. 

Volker Bentz läuft ebenfalls für den TV Herxheim. Mit Startnummer 1 belegte er nach 37:01 min Platz 2 und hatte auch noch 59 Sekunden Vorsprung vor Clemens Axtmann, einem Triathleten aus Ettlingen.

Dessen Vereinskollegin Manuela Schneiderhan war die einzige Frau, die unter 40 min blieb. Nach 39:54 min wurde sie von Harald Baumann abgescannt. Iris Stern, 2010 noch für die LG Rülzheim am Start, schreibt in diesem Jahr “trailcup.de” unter Vereinsnamen in ihre Anmeldeformulare. Nach 43:04 min blieb die Uhr für sie stehen, damit war sie Zweite über 10 km. Danach dauerte es wieder mehr als drei Minuten, bis die Treppchenplätze komplett vergeben waren. Elvira Brossart (TV Bad Bergzabern) macht nach 46:10 min die Tür zu.

Normalerweise hätte Anna Schloß, Triathletin vom TV Hatzenbühl, noch vorne mitgemischt. Über 10 km lief sie schon 40er Zeiten. In Schaidt stellte sie sich ganz in den Dienst ihres Bruders Andreas, den sie zum ersten Mal auf eine Zeit von unter 50 min ziehen wollte. Nach 48:15 min hatten die beiden ihr Soll mehr als erfüllt.

Die Siegerehrungen gingen schnell über die Bühne und sogar schon früher, als es ausgeschrieben war. Bei Bratwurst, Steaks und einer großen Kuchenauswahl blieben viele Läufer noch vor Ort, gab es doch bei der anschließenden Tombola neben einigen Funktionsshirts auch eine Kamera und eine Wii-Konsole zu gewinnen, alles gestiftet vom Elektronik-Partner vor Ort.

Gegen 21 Uhr ging ein schöner Laufabend zuende, der eigentlich mehr Teilnehmer verdient hätte. Im nächsten Jahr wird wahrscheinlich ein Stammgast weniger in Schaidt auftauchen. Alfred Praska (VLG Maximilansau), der fast jedes Wochenende an einem Volkslauf in der Pfalz oder Baden teilnimmt, denkt sehr laut darüber nach, seine Volkslaufkarriere noch diesen Herbst zu beenden.

Ergebnisse www.laufinfo.de

 

 

 

 


Bottwartal-Marathon