22. Bitburger-Silvesterlauf Trier
Fotos: RUN2SKY. com
Flotte Sprüche und schnelle Beine beim Silvesterlauf in Trier
Trier, 31. Dezember 2011 - Der Silvesterlauf in Trier überzeugt jedes Jahr mit guten sportlichen Leistungen, einer super Stimmung an der Strecke und einem gut gelaunten Moderator Wolf-Dieter „Poschi“ Poschmann. So wurde z.B. der beste deutsche Läufer Arne Gabius hinterher aufgezogen, nachdem er ein Interview für die Sky-Sport News gab und daher nicht pünktlich bei der Siegerehrung sein konnte. „Was ist dir wichtiger, ein Gespräch hier auf der Bühne mit mir, oder so ein Fernsehinterwiew?“ zog ihn Poschi mit einem Grinsen auf. Auch die äthiopische Siegerin kam nicht pünktlich zur Siegerehrung. „ Die ist bestimmt schon duschen. Dann bring ich ihr die Urkunde eben persönlich nachher im Hotel vorbei.“ Flotte Sprüche vom Kommentator, schnelle Beine auf der Strecke und konfettiwerfende Hände am Streckenrand. Auch dieses Jahr war das deutsche Sao Paulo ein voller Erfolg, was die Zahl von mehr als 2000 Startern zeigt.
Um 13:00Uhr fiel der Startschuss für den ersten Lauf des Tages: der moda-walk über 5km. Anschließend wurden die jüngsten Teilnehmer über die kürzeste Strecke geschickt. 600m mussten sie bewältigen, und da viele nicht die Ideallinie nahmen, sondern mal nach links und mal nach rechts liefen, dürften die meisten sogar noch ein paar Meter mehr absolviert haben. Als erstes überquerten Till Koal (2:27min) von der Grundschule Trier-Irsch und Lilian Schmidt (2:35min; Lilliracing) die Ziellinie.
Für die 8-11-jährigen Jungen und Mädchen gab es einen separaten Lauf über 1km, also eine Runde so schnell wie möglich durch die Trierer Innenstadt. Am schnellsten war Katharina Welker (LAZ Zweibrücken) in 3:38min, 10s vor Anna Rodenkrich von dem PSV Wittlich. Ihre zwei schnellsten männlichen Pendants absolvierten den Kilometer in 3:23min (Lokalmatador Giulio Ehses von dem SV Eintracht Trier 05) und in 3:30min (Dan Michaeli; AC Eifel).
Um 14:20Uhr kam es zum ersten großen Lauf. Die männliche Jugend zeigte im Sport-Simons Lauf, wie schnell sie über 5km sind. Doch nicht alle wollten nur mit ihrer Laufleistung glänzen. Ein Teilnehmer wollte auch die später im Elite-Lauf startende Frankfurterin Gesa Felicitas Krause beeindrucken. „Auf einmal sah ich auf der Strecke einen Jungen mit meinem Namen und Herzen auf dem Rücken, das war eine sehr nette Geste“, grinste Gesa. Leider schienen ihn die Herzen nicht bis ins Ziel zu beflügeln, denn er beendete das Rennen vorzeitig. Die ersten fünf Finisher gehörten der A-Jugend an, die Plätze 6-9 wurden von B-Jugendlichen belegt. Es gewann Jan Lukas Becker von der LAZ Saarbrücken in 15:37min, den zweiten Platz sicherte sich der Lokalmatador Dominik Werhan (PST Trier; 15:46min) vor Sammy Schu (LTV Marpingen; 15:51min).
Um 15Uhr fiel der Startschuss für das Sparkasse Eliterennen der Frauen. Gleich zwei Zwillinge standen hier an der Startlinie, neben den Hahner-Twins, die hier bereits zum dritten Mal starteten, waren auch die Sujew-Zwillinge vom SC Potsdam das erste Mal dabei. Die Hinfahrt mit dem Auto von Frankfurt teilten sie gerecht auf, bei der Kaffeepause zur Halbzeit wurde das Steuer gewechselt. Die 5km durch die Trierer Innenstadt mussten jedoch beide zurücklegen, auch für eine Kaffeepause blieb keine Zeit. Denn schon von Beginn an, legten die Frauen ein ordentliches Tempo vor, so dass Anna Hahner das Gefühl hatte, jemand stehe auf dem Gaspedal und hätte vergessen, den Fuß wieder runterzunehmen. Sie führte die Verfolgergruppe an, die in 6:30min die 2km Marke passierte. Neben ihrer Zwillingsschwester Lisa waren in dieser Gruppe noch die Sujew-Zwillinge sowie die WM Teilnehmerin über 3000m Hindernis Gesa Felicitas Krause. Entlaufen waren ihnen die spätere äthiopische Siegerin Almensh Belete (15:56min) und die Zweitplatzierte Corinna Harrer. Bei der Pressekonferenz ein Tag zuvor gab sie als Zielrichtung eine neue Bestzeit über die 5000m Distanz an, die bisher noch bei 16:47min lag. Das gelang ihr in beeindruckenden 16:04min. „Zwischenzeitlich habe ich gedacht, ich könnte die Äthiopierin noch einfangen, aber da hätte ich wohl von Anfang an das Tempo mitgehen müssen. Nichtsdestotrotz bin ich sehr zufrieden mit meinem Rennen, und die Stimmung an der Strecke war echt unglaublich.“ Dritte wurde Diana Sujew (SC Potsdam, 16:07min), vor der Frankfurterin Gesa Felicitas Krause (16:15min) und Anna Hahner (16:16min). Zwischen die Hahnertwins schob sich die Marokkanerin Soumia Laabani (16:20min). „Nach einem Skilanglauftrainingslager im Schwarzwald und einer sehr intensiven Trainingswoche sind wir beide sehr zufrieden mit dem Lauf, wir hatten vor allem sehr viel Spaß“, beurteilt Lisa ihre Zeit von 16:27min. Achte wurde die zweite Sujew-Schwester Elina in 16:38min.
Wie bei den Frauen stand am Ende des Bitburger Lauf der Asse ein Äthiopier ganz oben auf dem Treppchen. Mosinet Girmet gewann in 22:36min, zwei Sekunden vor Bane Tola, der zeitgleich Yigrem Demelash die Ziellinie überquerte. Auch diese Läufer stammen aus der afrikanischen Läufernation, genauso wie der Viertplatzierte. Einzig und allein Arne Gabius (LAV Asics Tübingen) schaffte es, in die Phalanx der Afrikaner einzugreifen. Obwohl er 2007 den zweiten Platz belegte, war er in diesem Jahr schneller als je zuvor. Gabius lief ein mutiges Rennen und lag sogar bis zur letzten Runde auf einem Podestplatz. Zur Siegerehrung ließen die Männer jedoch auf sich warten. Der Moderator Poschmann versuchte alle Tricks, die Läufer auf die Bühne zu holen. Als alles nicht klappte, wechselte er ins Englische und rief durchs Mikrophon: „If you don’t come I will take all your prize money“. Er fügte mit einem Zwinkern hinzu: „Geld zieht doch eigentlich immer bei den afrikanischen Läufer“. Kaum ausgesprochen, standen auch schon die Erstplatzierten auf der Bühne und nahmen die Glückwünsche und die Siegerkuverts entgegen. Zum studierten Arzt Arne Gabius meinte Poschmann „Herr Doktor, wenn sie bei Operationen auch so spät sind, dann möchte ich nicht bei Ihnen unterm Messer liegen.“ Zweitbester Deutscher wurde als Elfter Sören Kah von der LG Lahn-Aar-Esterau in 23:44min, er war somit 6s vor dem Geburtstagskind Carsten Schlangen, der wie im letzten Jahr aus einem Skilanglauftrainingslager kam.
Nachdem sie die Eliteläufer ordentlich angefeuert hatten, durften nun auch die Volksläufer zeigen, was in ihnen steckt. Die Volksläufer stellten die größten Teilnehmerfelder. Auf die Frage, wie sie sich vorbereitet habe, gab eine Läuferin die kurze, aber logische Antwort: „Na, ich bin halt gelaufen.“ Dass manche von ihnen zur Vorbereitung öfters die Laufschuhe geschnürt hatten, zeigen die Siegerzeiten vom Lotto-Volkslauf der Frauen und vom NATUS-Volkslauf der Männer. Die ersten sechs Frauen blieben bei einer Streckenlänge von 5km unter der magischen 20min-Marke. Die schnellste von ihnen war Sylvie Müller (19:16min; ASC Darmstadt) vor der Italienerin Francesca D’Angelo (19:24min). An vierter Stelle folgte die schnellste B-Jugendliche Lisa Sewohl von der LAZ Zweibrücken (19:49min), die zeitgleich mit ihrer Vereinskameradin Laura Müller die Ziellinie überquerte. Bei den Männern gewann nach 8km Yassir Laqrachli (27:08min) von der LG Eintracht Frankfurt mit mehr als einer halben Minute Vorsprung vor dem Frankfurter Martin Dröll.
Der Veranstalter gibt die Marschroute für das nächste Jahr vor. „Ich bin begeistert, ein so starkes deutsches Frauenfeld gesehen zu haben. In 2012 wollen wir an diesem Niveau anknüpfen.“ Viele der Läufer ließen das Jahr tanzend an der Mosel ausklingen, mit reichlich Konfetti, Wunderkerzen, Tischfeuerwerken und pünktlich um Mitternacht mit Sekt und Raketen. Das ist das tolle am Trierer Silvesterlauf, hier bekommt man gleich ein Gesamtpaket geliefert. Ein schöner Lauf und eine stimmungsvolle Feier.
Link zu den Ergebnissen
Die Twins haben auch ein Video über den Trierer Silvesterlauf gedreht



