23. Weihnachtsmarktlauf in Landstuhl 2011
Sie kam, sah und siegte...oder, wer feiert, kann sich auch quälen
Landstuhl, 27. November 2011 - Ein eisiges Lüftchen wehte beim 23. Weihnachtsmarktlauf durch die Sickingenstadt Landstuhl.
Die 7 Grad, die das Thermometer anzeigte, fühlten sich daher eher wie 0 Grad an und so mancher auf dem Weihnachtsmarkt war wohl über das Angebot von heißem Tee oder Glühwein dankbar.
1.300 Meter weiter „unten“ am Start, wehte der Wind genauso und die insgesamt 635 große Läuferschar, hatte sich deshalb zum Warmlaufen auch schön warm eingepackt.
Um 12.30h mussten sich die „Youngstars“ dann allerdings doch von ihren wärmenden Jacken trennen, denn dann fiel der Startschuss, der die 119 Schüler auf die leicht ansteigenden 1,3 km schickte.
Niklas Simonis vom RV Bann kam als Erster wieder in den Genuss, seine warme Jacke überzuziehen, denn er erreichte mit 4:20 Min. zuerst das Zielbanner des Weihnachtsmarktlaufes. Nur eine Sekunde dahinter in 4:21 Min lief Ture Wiesemann vom 1. FC Kaiserslautern als Zweiter im Ziel ein, gefolgt von seinem Teamkameraden Alexander Schwarzwälder, dessen Zeit bei 4:27 Min. gestoppt wurde. Die drei Jungs laufen alle in der Altersklasse M 15. Die ältesten Schüler hatten also auch die schnellsten Beine.
Gregor Bauser vom heimischen LLG Landstuhl wurde Vierter in 4:28 Min. und belegte in seiner Altersklasse der M11 den 1. Platz. Fünfter und Erster in der M14 wurde Jan Burikan, der ebenfalls genau wie der Sieger für den RV Bann läuft.
Bei den Mädchen siegte die in der W15 startende Jessica-Bianca Wessolly (DJK Käfertal Waldhof) in 4:59 Minuten. Zweite und Erste in der W14 wurde Anna-Maria Schmid aus Landstuhl in 5:04 Min. und den dritten Platz sicherte sich Juliette Fabian von der LSG Neunkirchen, in 5:07 Minuten und wurde somit auch erste in ihrer Altersklasse der W12.
Was die „Kleinen“ nun schon hinter sich hatten, stand den „Großen“ noch bevor.
Der schnelle Kurs über die 7,6 km, bei dem man insgesamt 3 Mal am Ziel vorbeiläuft, bevor man beim vierten Mal dann in den Zielkanal einbiegt, hat einiges zu bieten. Denn unterwegs gibt es bei km 3,6 eine Sonderwertung und sowohl der schnellsten Mann, als auch die schnellste Frau erhält einen Geldpreis im Wert von 75,- Euro. Überhaupt gibt es in Landstuhl immer viele und auch schöne Preise zu gewinnen. Allein 111 Pokale warteten auf ihre stolzen Gewinner und die „Geschäftswelt“ der Stadt, allen voran die VR Bank Wespfalz locken mit Geldpreisen von insgesamt 800,- Euro.
Wer z. B. den männlichen Streckenrekord von 21:52 Min., aufgestellt im Jahre 1990 unterbietet, könnte sich auch hier ein Taschengeld von 75.- Euro verdienen. Ebenso bei den Frauen, hier wurde die Bestzeit 1998 aufgestellt von 26:09 Minuten. Doch beide Rekorde wurden auch in diesem Jahr nicht unterboten und so durften sich jeweils die drei ersten Männer und Frauen die 75,- Euro teilen.
Wie auch schon im Vorjahr gewann Marko Becker vom TuS Heltersberg die Sprintwertung und kassierte somit die 75,- Euro ein. Auf der ersten Runde hatte er sich schon von seinem Teamkollegen André Bour etwas abgesetzt und sah auch eine zeitlang wie der Gesamtsieger aus. Doch da hatte er die Rechnung ohne Bour gemacht, denn dieser holte ihn auf der letzten Runde noch ein und siegte knapp mit 3 Sekunden Vorsprung in 24:04 Minuten vor Becker, dessen Zeit bei 24:07 Minuten stehen blieb.
Dritter wurde Tom Heuer, ebenfalls vom TuS Heltersberg in 24:36 Minuten. Und allen drei Läufern war die Weihnachtsfeier des Heltersberger Lauftreffs am Vorabend nicht anzumerken.
Vierter Mann in 24:52 Minuten und erster in der Altersklasse M30, wurde Ramon Bernardon vom LTF Marpingen. Bernardon trainiert bis zu 8 Mal in der Woche. Eine lange Einheit und ansonsten eher kürzere Distanzen, dafür aber „harte Einheiten“. „Aber so langsam ist der Akku jetzt leer bei mir“, war sein Fazit nach dem Lauf. Er will etwas rausnehmen und erst in zwei Wochen beim Weihnachtslauf in Offenbach-Hundheim wieder an den Start gehen.
Den hat sich André Bour ebenfalls vorgenommen und mit dem Silvesterlauf in Kottweiler-Schwanden möchte er die diesjährige Saison ausklingen lassen. In Kottweiler will auch Marko Becker aller Voraussicht nach starten. Bis dahin ist bei ihm Training angesagt.
Bei den Frauen fehlten in diesem Jahr bekannte pfälzische Namen wie z. B. Vorjahressiegerin Nicole Kneller, Jessica Kammerer oder auch Josefa Matheis.
Ein bekannter Name war aber dennoch am Start. Heike Alaimo vom saarländischen TV Ottweiler lief zum ersten Mal in Landstuhl. Sie kam – sah – und siegte in einer Zeit von 26:36 Minuten, gar nicht so weit von der Bestzeit entfernt.
„Das war ein schneller Kurs und hat richtig Spaß gemacht “, freute sie sich hinterher im Ziel. Und auch auf sie wartet schon der nächste Lauf. Allerdings im Saarland, denn da bestreitet sie die meisten Läufe, meist auch konkurrenzlos. Ihre 10 km Bestzeit liegt bei 35:55 Minuten, aufgestellt beim Neunkirchener Citylauf. Und auch auf der Halbmarathondistanz ist sie schnell unterwegs. So wurde die 36jährige Versicherungskauffrau in Bad Liebenzell in 1:19h deutsche Vizemeisterin in ihrer Altersklasse und zehnte Frau insgesamt.
Sie ist wohl nach Susanne Hahn vom SV schlau.comSaar 05 die schnellste saarländische Dauerläuferin. Und obwohl sie so erfolgreich ist und fast alle Wettkämpfe im Saarland in diesem Jahr gewonnen hat, läuft sie immer noch für ihren Verein TV Ottweiler. Logisch also, dass der nächste Lauf für sie auch der Nachtwächterlauf in Ottweiler ist.
Zweite Frau wurde Monika Frenger von der TSG Kaiserslautern in 29:49 Minuten. Die studierte Sportökonomin arbeitet in Saarbrücken an der UNI wo sie auch noch promovieren möchte. Ihr bislang längster Lauf war der Uni Lauf in Kaiserslautern über 28 km. Am liebsten mag sie jedoch 10 km Läufe, ihre Bestzeit liegt da bei 40:55 Minuten. Doch nicht nur das Laufen hat es ihr angetan. Sie betreibt u.a. auch noch eine Sportart mit dem exotischen Namen Combat Arnis, eine philippinische Stockkampfart. Der Stock war schließlich auch Schuld, dass sie sich vor ein paar Tagen einen Zeh verstaucht hat. Dass sie überhaupt starten konnte und es zudem noch so gut für sie gelaufen ist, freute sie umso mehr.
Dritte Frau und Erste in der W35 wurde ebenfalls von der TSG Kaiserslautern, Andrea Groch in 30:36 Minuten. „Das lohnt sich ja fast nicht, die 7,6 km. Die sind ja so schnell vorbei, aber Spaß gemacht hat´s“, meinte sie augenzwinkernd.
Die Hermersberger „Spritzkerzen“ liefen genau wie die Siegerin auch zum ersten Mal ihre Runden um den St. Andreas Markt. Und wieso Spritzkerzen? Na…weil sie eben so spritzig sind! Im 6er Schnitt wollten die fünf Nikolausdamen die 7.600 Meter zurücklegen. „Ich kann nämlich nicht schneller“, stellte Romina Faust vorm Start klar. Gut gelaunt und mit ihrer Zeit von 44:24 Min. plus minus ein paar Sekündchen blieben sie ihrem Schnitt in etwa treu und hatten somit ihr Tagesziel glücklich erreicht.
Während die Siegerehrung der Kinder wie immer in der Sickingsporthalle nach dem Hauptlauf stattfand, wurden die Sieger des Hauptlaufes direkt auf dem festlich geschmückten Weihnachtsmarkt gebührend gekürt.
The same procedure as last year……oder, alle Jahre wieder….geht´s am 1. Advent nach Landstuhl.



