25. Brüder-Grimm-Lauf
Fotos: Gabi und Peter Gründling
Feierte seinen dritten Hochzeitstag auf der Strecke leider ohne seine Frau Gabi: Gary Timmermann (14 Teilnahmen)
Die schnellsten Frauen v. links: Andrea Meuser, Monika Schmidt, Edeltraud Musiol, Joanna Tywczynski, Petra Hartmann und Stenia Schmidt
Es war einmal ... und ist immer noch...
05. bis 07. Juni 2009 - 1984 bis 2009 – 25 Jahre Brüder-Grimm-Lauf. Wer genau nachrechnet wird bemerken: eigentlich müsste dann doch in diesem Jahr bereits der 26. Lauf stattgefunden haben. Ja eigentlich. Wenn da nicht 1990 der Wirbelsturm Wiebke den Main-Kinzig-Kreis als Veranstalter dazu gezwungen hätte, die 82 km von Hanau nach Steinau wegen Unbelaufbarkeit der Wälder abzusagen.
Die meisten der 25 Jahre lag die Organisation in der Hand von Ideengeber Klaus Schmidt, der zum Jubiläum eigens aus München anreiste. Vor einigen Jahren übergab er das Staffelholz an seinen Nachfolger im Sportamt, Luis Rack. Dem aber dasselbe Team zur Seite steht wie seinem Vorgänger. Ingrid Rams, Sabine Fritz und ein fester Stamm Kolleginnen haben das Zepter fest in der Hand. Viele der Wiederholungstäter unter den Teilnehmern kennen sie inzwischen persönlich. Auch das gehört zur familiären Atmosphäre dieses Etappenlaufs.
Auch viele der Teilnehmer bilden so etwas wie die Brüder-Grimm-Familie. Es sind nicht wenige, die jedes Jahr wiederkommen. Kalli Flach ist der einzige, der alle 25 Läufe erfolgreich absolviert hat. 71 Jahre ist er jetzt alt, bis zum 30. Brüder-Grimm-Lauf will er noch durchhalten.

Kalli Flach, Luis Rack, Klaus Schmidt
Diethelm Kuttich hat jetzt 17 Läufe hinter sich, wurde in diesem Jahr Sechster seiner Altersklasse M50. Seine Kinder hat er auch infiziert. Sohn Björn lief bereits mit 14 alle fünf Etappen, er war der jüngste BGLer aller Zeiten. Heute ist er 23, zum elften Mal dabei und nach seinem zweiten Platz 2008 wurde er in diesem Jahr Dritter. Tochter Anja hat auch mit 14 angefangen, von Hanau nach Steinau zu laufen. Allerdings erstmal als Einzeletappenläuferin. Für die 20jährige war die Ausgabe 2009 bereits der fünfte Durchlauf. Um den Familienerfolg komplett zu machen, erlief sie sich Rang sechs der W20. Da beim Brüder-Grimm-Lauf nur in 10er-Schritten gewertet wird, ruft man immer die ersten Sechs einer Altersklassen zur Siegerehrung auf die Rathaustreppe von Steinau.
Auf 21 Teilnahmen kann Ulrich Amborn zurückblicken. Der M50er wurde in diesem Jahr mit 5:25:41 h Zweiter seiner Altersklasse und 21. Gesamt. 1993 konnte er den Lauf für sich entscheiden, damals in 4:51:09 h. Seine BGL-Bestzeit liegt bei 4:47:18 h.
Für Carmen Hildebrand war es das 14. Finish bei der 15. Teilnahme. Zwei Mal, 1998 und 2001, stand sie ganz oben auf dem Treppchen, im Vorjahr verpaßte sie den Sieg um nur 14 Sekunden. Obwohl die Ultraläuferin inzwischen in der Schweiz lebt, kommt sie nach wie vor zum BGL. Steinau ist ihr Heimatort und für sie ist der Zieleinlauf auf dem Kumpen jedes Jahr etwas Besonderes, auch wenn ihr aufgrund ihrer großen Laufumfänge und langen Wettkämpfe zur Zeit die Spritzigkeit für einen der vorderen Plätze fehlt.
Jochen Heringhaus, “die Stimme des BGL”, ist seit dem 03. Juni 1994 am Mikro. Er moderiert 5 Starts, 5 Zieleinläufe, die samstägliche Nudelparty in der Gelnhausener Stadthalle und die Siegerehrung. Er weiß am Ende dieses langen Wochenendes mit Sicherheit auch, was er getan hat.
Gary Timmermann, Straßenlaufwart des Hessischen Leichtathletikverbandes für Hessen Süd lief zum 14. Mal mit. Vor drei Jahren heiratete er mit Gabi Ehls ebenfalls eine Brüder-Grimm-Läuferin. Wenige Tage nach der standesamtlichen Trauung am 06.06.06 liefen sie mit Schleier, Brautstrauß und Zylinder die letzte Etappe gemeinsam. Dieses Jahr wollten sie ihren dritten Hochzeitstag gemeinsam auf der Strecke verbringen, aber leider hatte Gabi Timmermann ärztlich verordnetes Startverbot.
Fünf Etappen sind es, die innerhalb von rund 48 Stunden zu bewältigen sind. Brüder-Grimm-Lauf heißt der Lauf deshalb, weil er entlang der Deutschen Märchenstraße stattfindet. Auf dem Teilstück, wo Jacob und Wilhelm Grimm lebten und wirkten. Geboren wurden sie in Hanau, ihre Jugend verbrachten sie in Steinau. Was liegt da näher, als die beiden Orte laufend zu verbinden? Laut Routenplaner muß man mit dem Auto nur 52 km fahren, um vom Start auf dem Hanaur Marktplatz das Ziel “auf dem Kumpen” in Steinau zu erreichen. Laut Ausschreibung sind es zu Fuß 82 km. Zu GPS-Zeiten wissen die Teilnehmer das natürlich besser, in diesem Jahr zeigte die moderne Technik 79,5 km an. Allerdings mußten die Strecken schon oft geändert werden, manchmal nur für ein Jahr, so daß sich niemand die Mühe macht, Jahr für Jahr neu zu vermessen und auszuschreiben. So in etwa kommen die Distanzen jedes Jahr wieder hin. In diesem Jahr war zum Beispiel das Peter-Maffay-Konzert zum Hessentag im benachbarten Langenselbold der Grund dafür, daß die Brüder-Grimm-Gemeinde die dritte Etappe anders beginnen mußte als sonst.

Jacob und Wilhelm Grimm werfen einen Blick auf die Läufer
Start zu Etappe Nummer 1 ist auf dem Hanauer Marktplatz, direkt unter den Augen von Jacob und Wilhelm Grimm. Um 17.30 h ruft die 15,5 km lange, flache und bis auf wenige Meter durchgängig asphaltierte Rotkäppchenetappe. Sie führt von Hanau über Erlensee nach Niederrodenbach, wo man in der Bulauhalle auch gleich im Matratzenlager übernachten kann. In diesem Jahr war das Wetter äußerst lauffreundlich, nämlich sonnig, aber nicht zu warm. BGL-Newbie Jörn Harland nahm gleich zu Beginn das Heft in die Hand. Der 28jährige lebt in Wiesbaden, arbeitet in Hofheim, läuft normalerweise für den PSV Grün-Weiß Kassel und stammt aus Gelnhausen. Ist also ein Hesse durch und durch. Er verband einen Besuch zuhause mit seiner ersten Teilnahme beim BGL. Zwei der Etappen kannte er allerdings von seinen früheren Trainingsläufen in- und auswendig. Er gehörte so zu den Heimschläfern und hatte noch das Glück, daß seine Mutter Physiotherapeutin ist und er so in den Genuß einer Privatmassage kam. Seine 10 km-Bestzeit liegt offziell bei 31:10 min. Vor wenigen Wochen lief er auf einer vermessenen aber nicht bestenlistenfähigen Strecke 30:50 min. Das läßt ihn hoffen, die 30 in diesem Sommer noch auch offiziell zu packen. Im Oktober will er dann in Frankfurt sein Marathondebut geben. Hinter ihm kamen Timo Grub (TV Hergershausen) und Björn Kuttich (Offenbacher Yeti Jäger) als Zweiter und Dritter ins Ziel.
Ein besonderes Merkmal des BGL ist es, daß sich immer wieder Gruppen finden, die als Mannschaft zusammen laufen. Vereinsübergreifend. So startete Jörn Harland für “Laufwerk Gelnhausen”. Auch die Offenbacher Yeti-Jäger sind ein eigens für den BGL erdachter Zusammenschluß aus Läufern des Offenbacher LC und der LG Offenbach. Begonnen haben sie als starke Verfolger der SGA Yeti, die ein paar Jahre die vorderen Plätze beherrschte. Aber kaum waren die Yeti-Jäger gegründet, blieben die Yetis dem BGL fern. So ist es mit den Offenbacher Yeti-Jägern wie mit denen aus dem Himalaya: sie scheinen einem Phantom hinterherzurennen.
Bei seiner neunten Teilnahme gelang es dem Yeti-Jäger Frank Stephan, sich zu verlaufen. Und er zog gleich eine Verfolgergruppe mit sich, in der sich auch Frank Wiegand befand, der sich zwei Wochen zuvor schon beim Keufelskopf Ultratrail einen Namen als Verläufer machte und im September mit Stephan zusammen als Team beim Trans Alpin Run an den Start gehen wird. Im Endklassement belegten die beiden Platz 6 und 10.
Andrea Meuser läuft üblicherweise für den TSV Friedberg-Fauerbach. Zusammen mit Monika Schmidt (Tri Wetterau) und Brigitte Echzeller (TV Echzell) gründete sie eine Fahrgemeinschaft nach Hanau und unterwegs kam den Dreien die Idee, sich auf “Wetterauer Frauenpower” umzumelden. Andrea war eindeutig das schnellste Drittel der Frauenpower, die erste Etappe entschied sie als Gesamt-61. für sich. Edeltraud Musiol und Tina Rudolf folgten ihr mit zwei Minuten Rückstand.
Insgesamt erreichten 571 LäuferInnen Niederrodenbach, aber nur 539 von ihnen hatten auch für die Gesamtwertung gemeldet. Der Rest waren Einzeletappenläufer, die sich durch ein auf den Rücken geheftetes großes E bemerkbar machen müssen.
Um 6:40 h war am nächsten Morgen die Nacht für die Hallenschläfer um. Ein lautes Hupen durchtönte die Halle und dann kam die Ansage “draußen herrscht leichter Nieselregen”. Nach dem Frühstück hatte sich der Niesel schon in richtigen Regen verwandelt. Wer sich warmlaufen wollte, tat das in der Halle, aber alles Pienzen half nichts, um 9.30 h schickte Jochen Heringhaus die Grimmläufer auf die Strecke nach Neuenhaßlau. Diese ist nur 14 km lang, aber schon warten die ersten Steigungen auf die Sportler. Die waren allerdings nicht so schlimm wie das Dauernaß, mit dem die Dornröschen-Etappe aufwartete. Für einen BGL war das Wetter 2009 äußerst ungewöhnlich. Zwar gab es schon öfter mal Gewitter, aber in der Regel haben Helfer und Läufer mehr gegen Hitze und Temperaturen bis weit über 30°C zu kämpfen. Diesen Bedingungen geschuldet sind auch unterwegs sehr komfortabel alle 3-4 km Wasserstellen aufgebaut. So viele wären bei den diesjährigen Witterungsbedingungen nicht nötig gewesen, aber das weiß man ja vorher nicht. Die anfangs noch heißen Duschen in Neuenhaßlau erreichten wiederum Jörn Harland, Timo Grub und Björn Kuttich zuerst.
Andrea Meuser, die beim Hamburg-Marathon mit 2:59:45 h erstmals die magische 3 h-Marke knackte, entschied auch die zweite Etappe für sich. Diesmal liefen Petra Hartmann und Edeltraud Musiol gemeinsam als Zweite ein. Mit nur 529 Namen in der Gesamtwertung waren schon die ersten 10 Ausfälle zu verzeichnen, vielleicht ja auch dem Wetter geschuldet?!
Die Mittagspause in Neuenhaßlau hat normalerweise einen ganz besonderen Flair. In den Schulhof integriert ist eine Wiese mit einer großen Kastanie und dort lagern üblicherweise die meisten Läufer, alle Büsche und Zäune hängen voller Kleidung. Dem machte Petrus dieses Jahr den Garaus. Der überwiegende Teil lagerte in der sehr kleinen Halle. Daß er Hausmeister Erbarmen gezeigt und noch eine zweite Halle geöffnet hatte, sprach sich erst zum Ende der Pause rum, dort machten es sich nur ca. 15 LäuferInnen gemütlich. Für das leibliche Wohl der Läufer sorgen in den Mittagspausen immer die ortsansässigen Lauftreffs mit tollen Kuchentheken, Nudelsuppe, belegten Brötchen und anderen Leckereien.
Um 16.30 h ging es dann weiter Richtung Gelnhausen. Schneewittchen stand auf dem Programm, es brachte zwar keine sieben Zwerge aber ausgeschriebene 17 km mit 173 Höhenmetern. Dabei blieb es dann überwiegend trocken. Nach dem Zieleinlauf im Stadion, das schon kilometerweit von oben an seiner eingeschalteten Flutlichtanlage zu erkennen war, hieß es “ab unter die Dusche, evtl. noch zur Massage und dann nix wie hinüber zur Stadthalle”. Im Startgeld inbegriffen ist die samstägliche Nudelparty. Hier findet ein Wettkampf neben dem Wettkampf statt nämlich der um die besten Plätze, um möglichst schnell am Nudelbuffet zu sein. Auch hier liegen die Offenbacher Yeti-Jäger ganz weit, wenn nicht fast unschlagbar, vorn. Um den Abend abzurunden, gibt es noch eine Tombola, deren beliebteste Preise die Freistarts für das kommende Jahr sind. Die künstlerischen Darbietugen sind in Art und Qualität sehr unterschiedlich. In diesem Jahr gab es gleich derer zwei: Musicalsängern Christiane Schneidt und das Artistikduo “Nos Ipsi” (übersetzt: wir selbst). Ex-Kunstturner Hartmut Held und seine Partnerin Jessica beeindruckten zuerst mit Zeitlupen-Partnerartistik und dann mit sportlichen Höchstleistungen an der Vertikalstange. Nach einem Grimm-Märchen schickte Jochen Heringhaus die Läufer pünktlich um 22 Uhr ins Bett.
Beim Zieleinlauf in Gelnhausen zeigte sich das schon übliche Bild: Harland vor Grub und Kuttich. Andrea Meuser siegte bei den Frauen vor Monika Schmidt und Stenia Schmidt. In der Gesamtwertung war bei den Männern die Luft jetzt fast schon raus, aber hinter Andrea Meuser lagen zwischen den Plätzen 2 und 6 gerade mal drei Minuten. Mit 518 Namen in der Gesamtergebnisliste waren weitere neun Ausfälle zu verzeichnen.

eine typische BGL-Mittagspause
Vom Gelnhäuser Untermarkt aus führt Frau Holle die Läuferschar über die sogenannte Königsetappe nach Wächtersbach. Bei km 11,5 ist an den vier Fichten der höchste Punkt erreicht, von nun an geht’s bergab. Steil bergab. Auf diesem Gefällstück muß man aufpassen, sich die Oberschenkel nicht noch für den Nachmittag laufuntauglich zu rennen. Hier passierte es Timo Grub, daß er sich eine dicke Blase unter die linke Fußsohle lief. Wie es passiert ist, konnte er sich nicht erklären, denn sowohl Schuhe als auch Strümpfe waren “alte Bekannte”. Für den Nachmittag ahnte er Fürchterliches, aber mit einer Blasenerstversorgung durch seine Mannschaftskollegin Petra Hartmann überstand er auch die letzte Etappe als Zweiter. Die vierte Etappe ist nicht nur die anspruchsvollste sondern für die meisten auch die schönste, so daß sie ihren Zusatznamen zurecht trägt.
Jörn Harland ließ nichts mehr anbrennen und kam auch in Wächtersbach als Erster durch den blauen Zielbogen von Ingo Mortons “chipzeit.de”. Als nächstes wurden, same procedure as every stage, Timo Grub und Björn Kuttich abgescannt. Kaum waren die ersten 50 Läufer im Ziel, so hing auch schon die erste Seite der Ergebnisliste aus. Die Chipzeitler und ihr Drucker arbeiteten fast schneller als die Läufer laufen konnten.
Andrea Meuser wurde diesmal 36. im Gesamteinlauf. Platz 2 und 3 belegten Monika Schmidt und Vorjahressiegerin Joanna Tywczynski. Durch die ständigen Wechsel auf den Plätzen gestaltete sich die Frauenwertung nicht unspannend. Vor der Abschlußetappe trennten Edeltraude Musiol auf Platz 2 und Monika Schmidt auf Platz 5 nur gut 2 ½ Minuten.
Insgesamt waren noch 493 LäuferInnen im Rennen, die nun zum nächsten Startort Bad Orb geshuttlet wurden. Die Busse fuhren aber auch zurück nach Gelnhausen, damit man sein Auto nachziehen bzw. schon nach Steinau vorziehen konnte. Das Ganze ist ein ausgeklügeltes logistisches Meisterwerk, denn ständig gilt es, Gepäck und Läufer durch die Gegend zu fahren und alle am richtigen Ort wieder abzusetzen.
Die Mittagspause im Schulhof von Bad Orb gestaltete sich wesentlich gemütlicher als die des Vortages, denn es blieb trocken. Zumindest fast. Nach ein paar nicht ernst zu nehmenden Tropfen zur Pausenhalbzeit fing es gegen 15 h an, wie aus Kübeln zu schütten. Zum Start um 15.30 h hatte es sich richtig eingeregnet. Aber, so wurde gefrotzelt, das Wetter wurde besser, denn der Regen wurde wärmer. Irgendwann „unterwegs“ wurde es dann sogar nochmal trocken und bis zum Ende der Siegerehrung blieb es das auch.
Aber vor die Ehrung und die Feier hatten die Götter der Anstrengung noch Hänsel, Gretel und das Kinzigtal gesetzt. 18 km von Bad Orb nach Steinau, die es in sich haben. Direkt vom Kurpark aus führt die Strecke erstmal leicht bergauf bis zum Ortsrand und dann wird es heftig. 13% Steigung und das auf 1 km Länge lassen weite Teile des Feldes zu Volkswanderern werden. Von km 2,5 bis 4 geht’s dann bergab und der Rest ist zwar nicht Schweigen aber flach. Durch das Kinzigtal und entlang der gleichnamigen Talsperre erreicht man Steinau. Der Zieleinlauf auf dem Kumpen sucht bei einem doch vergleichsweise kleinen Lauf seinesgleichen. Dicht an dicht stehen die Zuschauer und machen auch noch bis zum letzten Läufer einen Höllenlärm. Das läßt mit Sicherheit auch den härtesten Läufer nicht kalt. Bevor es unter die Dusche geht, holen sich die allermeisten direkt ihr Finishershirt (in diesem Jahr feuerwehrrot) ab, um es gleich stolz zur Siegerehrung auszuführen. Zum 25. Jubiläum gab es sogar noch einen Rucksack obendrauf. 64 € Startgeld mögen sich erstmal viel anhören, aber wenn man sich überlegt, welche Leistungen dem gegenüberstehen, sind sie ein richtiges Schnäppchen.
Jörn Harland bekräftigte seinen Start-Ziel-Sieg auch mit einem fünften Etappenerfolg. Die Reihenfolge kennt der geneigte Leser schon, es folgten Timo Grub und Björn Kuttich. Dieser war mit seinem dritten Platz äußerst zufrieden, war er doch über 2 min schneller als im Vorjahr, als es zum zweiten Platz mit nur 14 Sekunden Rückstand auf den Sieger gereicht hatte.
Timo Grub, der im April beim Berlin-Halbmarathon mit 1:09:53 h eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt hatte, blickt jetzt nach vorn und wieder nach Berlin. Dort soll Ende September seine Marathon-Bestzeit von derzeit 2:46 h fallen.
Jörn Harland lief mit 4:29:50 h neuen Streckenrekord. Timo Grub lag mit seinen 4:38:41 h auch nur knapp 3 min über dem alten aus dem Jahr 1997. Björn Kuttich brauchte 4:43:56 h und auch Stefan Fromme und Lars Breuer blieben noch unter 5 h.
Petra Hartmann wurde bei ihrem BGL-Debut Fünfte. „Heavy“ war ihr knackig-kurzes Fazit. Und „ich weiß nicht, ob ich das so schnell wieder brauche“.
Die fünfte Etappe gewannen Andrea Meuser und Monika Schmidt gemeinsam. Das katapultierte Monika Schmidt in der Gesamtwertung noch auf den zweiten Platz. Niemand war überraschter als die Wetterauer Frauenpower über diese hervorragende Platzierung, denn die Mädels hatten einfach zwei Tage lang ihren Spaß, waren durch die Mannschaftswertung hochmotiviert – und kümmerten sich zu keiner Zeit um die ausgehängten Ergebnisse. Stenia Schmidt sicherte sich mit ihrem dritten Platz auch noch einen auf der Siegerinnentreppe.
Andrea Meuser verbesserte sich bei ihrer zweiten Teilnahme gleich um eine halbe Stunde, brauchte insgesamt 5:40:02 h. Monika Schmidt war 5:56:04 h auf den Beinen und mit Edeltraud Musiol blieb mit 5:58:04 h eine weitere Läuferin unter 6 Stunden.
Insgesamt beendeten 490 LäuferInnen den 25. Brüder-Grimm-Lauf, beim ersten vor 25 Jahren waren es 107. Für einige von ihnen war es sicher Neuland, daß beim BGL traditionell gemischt geduscht wird. Leider mehren sich in den letzten Jahren die Beschwerden unter den Teilnehmerinnen, die diese Selbstverständlichkeit nur ungern hinnehmen. Außerdem ist auch beim BGL eine Unart angekommen, die Jochen Heringhaus den Läufern mit der Bemerkung “nehmt bitte alles wieder mit aus dem Wald raus, was Ihr mit reinnehmt” austreiben wollte. Er hat es leider nicht geschafft und so liegen zwischen Hanau und Steinau wieder diverse Geltütchen mitten im Wald und verunreinigen genau die Natur, wegen der die meisten doch wohl überhaupt laufen.
Ergebnisse und Urkunden: www.chipzeit.de
Brüder-Grimm-Förderverein mit umfangreichen Informationen und Datenbanken: www.brueder-grimm-lauf.de


