25. Sandhofer Straßenlauf
A perfect day
Mannheim/Sandhofen, 09. April 2011 - An manchen Tagen stimmt einfach alles und für die Leichtathletikabteilung des TSV Sandhofen war Samstag der 9. April 2011 so ein Tag.
20 °C, Sonne, reichlich Teilnehmer am Jubiläumslauf, tolle Siegerzeiten, perfekte Organisation und, und, und …
Sandhofen liegt im Norden der 325 000 Einwohner zählenden badischen Stadt Mannheim am Rhein. Zum 25. Jubiläumslauf hatte der TSV eingeladen und für alle Teilnehmer des 5 km-Volkslaufs und des 10 km-Straßenlaufs als Geschenk einen Rucksack parat.
Um 13:15 Uhr waren zunächst aber mal die Kleinsten dran. Den 500 m-Lauf mit 87 Bambini der Jahrgänge 2004 und jünger gewann in 1:31 Minuten Joshua Grosser (Jahrgang 2004) vom veranstaltenden TSV. Schnellstes Mädchen war in 1:33 Minuten Victoria Idemudia (Jahrgang 2004) vom WSV Mannheim-Sandhofen.
Den um 13:40 Uhr gestarteten Schülerinnen-Lauf mit 62 Mädels der Jahrgänge 1996 bis 2003 über 1400 Meter gewann Marie-Chantal Becker (Jahrgang 1996) vom TV Bürstadt in 6:05 Minuten.
Bei den Jungs der Jahrgänge 1996 bis 2003 war um 14:05 Uhr Benjamin Ley (Jahrgang 1998) von Stimmel Sports e.V. in 5:23 Minuten der schnellste 1400 Meter-Läufer von 65.
Für eine 5 km-Runde wurden die 176 Teilnehmer des Volkslaufs ab 14:30 Uhr aus dem Ort heraus gen Westen an den Rheindamm, welcher den Blick auf den Fluss permanent versperrt, geleitet. Dann geht es nach Norden, vor der Autobahn A 6 nach Osten, dann wieder nach Süden und so erreicht man wieder den Ort. Die 5 km-Runde ist quasi quadratisch … sei`s drum. Das Ziel im Ort auf dem Sportplatz Riedlach ist dann nach einer halben Stadionrunde, die ja bekanntlich oval ist, erreicht … sei`s drum.
Etwa einen Kilometer läuft man durch den Ort, teilweise auch durch den historischen Ortskern, cirka 4 Kilometer läuft man über Wiesen und Felder. Alles stets auf asphaltierten Wegen und Straßen. Windschutz meist Fehlanzeige, es sei denn, man findet ein breites Kreuz, hinter den man sich verstecken kann.
Für Thomas Lehmann (Jahrgang1980) vom TV Lampertheim Triathlon gab es ein solches nicht. Er brauchte es auch nicht, denn in 17:15 Minuten gewann er den 5 km-Lauf konkurrenzlos. Zweiter wurde in 18:58 Minuten Marc Rink (Jahrgang 1992) von Stimmel Sports e.V. vor Oswald Renz (Jahrgang 1959) vom TSV Rot in 19:01 Minuten.
Anna-Lena Pohl (Jahrgang 1990) von Stimmel Sports e.V. war in 20:36 Minuten schnellste Lady. Zweite wurde Franziska Schildhauer (Jahrgang 1998) vom SV 98/07 Seckenheim in 21:24 Minuten, Platz 3 ging an Jessica-Bianca Wessolly (Jahrgang 1996) vom DJK Käfertal-Waldhof in 22:01 Minuten.
Der Startschuss zum amtlich vermessenen 10 km-Hauptlauf, für den die 5 km-Runde zweimal zu absolvieren war, fiel pünktlich um 15:30 Uhr. Souveräner Sieger wurde Luca Bongiovanni vom engelhorn sports team. In 32:51 Minuten (1. M30) war er der schnellste von 632 Teilnehmern. Nächste Woche bei den Badischen Meisterschaften über 10000 Meter auf der Bahn in Köngen möchte er schneller sein und seine 10 km-Bestzeit, eine hohe 31er Zeit, etwas drücken. Als weitere Saisonziele nennt der stolze Papa des 5-monatigen Wonneproppens Sofia eine bestmögliche Platzierung beim engelhorn sports NIKE Laufcup 2011, zu dem der Lauf in Sandhofen gehört und beim 3-Länder-Laufcup Baden/Pfalz/Hessen. Insgesamt sind das neun 10 km-Wettbewerbe. Maximal 5 (Sandhofen, Rheinau, Mutterstadt, Maxdorf und Feudenheim) beim engelhorn sports NIKE Laufcup, wo man mit seinen drei besten Resultaten Aufnahme in die Gesamtwertung findet und maximal 4 (Brühl, Grünstadt, Viernheim und Rot) beim 3-Länder-Laufcup, wo ebenfalls die drei besten Resultate gewertet werden. Bei beiden Laufcups hieß der Vorjahressieger Luca Bongiovanni. Übrigens: Lucas Lebensgefährtin Julia Wagner, die Mutter seiner Tochter, ist natürlich nach wie vor, wenn auch nicht in Laufschuhen, immer dabei. Julia, wenn fit stets gut für eine 38er 10er-Zeit, geht momentan in ihrer Mutterrolle auf und beteiligt sich nicht am Wettkampfgeschehen.
Ein in der Region bisher relativ Unbekannter wurde in 32:56 Minuten Zweiter. Fabian Rahn (1. M20) wohnt in Renchingen bei Karlsruhe. Dort studiert er Lehramt im 6. Semester. Angereist ist er in erster Linie wegen Freundin Jenny, die in Mannheim studiert, in zweiter Linie um am Sandhofer Straßenlauf auf einer amtlich vermessenen Strecke die Form zu testen. Nicht einmal eine handvoll 10er war der 25-Jährige, für SSC Karlsruhe Startende, bisher gelaufen und so war`s diesmal eine tolle neue Bestzeit für ihn. Fabian Rahn kommt vom Radsport. In der U23 strampelte er in der Bundesliga, dann verschrieb er sich dem Triathlon. Beim Rhein-Neckar-Triathlon-Cup war er letztes Jahr Gesamtvierter, in diesem Jahr soll, sofern die Konkurrenz das zulässt, der Sprung aufs Siegertreppchen gelingen.
Den Dritten in Sandhofen kennt trotz seiner gerade einmal 28 Lenze in der Kurpfälzer Laufszene so ziemlich jeder, der mehr oder weniger regelmäßig an Laufveranstaltungen teilnimmt. Sebastian Keinert läuft hier schon jahrelang vorne mit, daran hat auch sein beruflich bedingter Umzug in die Nähe von Tübingen nichts ändern können. Schon wegen seines Elternhauses und Freundin Sabine, sie betätigt sich sportlich als Dreispringerin, kommt er so gut wie jedes Wochenende nach Mannheim. In seiner Wahlheimat trainiert er bei Landestrainer Harald Olbrichs drei Mal wöchentlich Mittelstrecke. Lange Einheiten im Wald oder auf der Straße macht er alleine, es sei denn Freundin Sabine ist zugegen, um ihn auf dem Fahrrad zu begleiten.
Bis Kilometer 3 waren Luca Bongiovanni, Fabian Rahn und Sebastian Keinert ein Führungstrio. Dann musste zunächst Sebastian abreißen lassen und bei Kilometer 4 blieb es auch Fabian nicht erspart, den späteren Sieger Luca ziehen lassen.
In 33:39 Minuten (2.M20) lief der für laufundsportshop startende Sebastian Keinert vor Thilo Krebs (33:47 min/1.M40) ins Ziel.
Thilo Krebs konnte im September vergangenen Jahres den Mutterstadter Volkslauf gewinnen. Seitdem ist er in der Region, wo er seit 15 Jahren heimisch ist, als Laufsportler bekannt. In jüngeren Jahren gehörte der damals für die LG Braunschweig Startende mit einer 10 km-Bestzeit von 30:21 Minuten zur erweiterten deutschen Spitze.
Auf den Plätzen 5 und 6 folgten Kim Abel (33:56 min/3.M20) und Florian Bausch (34:04 min/4.M20). Thilo, Kim und Florian starten ebenso wie Sieger Luca Bongiovanni für das engelhorn sports team.
Bei den Frauen siegte in 36:06 Minuten Frederike Kallenberg (1.W20) mit großem Vorsprung. Erst letzte Woche war sie aus einem Trainingslager in Marokko heimgekehrt und wollte nun ihre im Vorjahr hier in Sandhofen aufgestellte 10 km-Bestzeit von 36:03 Minuten eigentlich auf unter 36 Minuten drücken. Trotz ihres deutlichen Sieges mit fast 4 Minuten Vorsprung war die 27-jährige Ergotherapeutin mit dem Erreichten somit nicht vollends zufrieden.
Frederike Kallenberg startet für den LAC Pliezhausen. Pliezhausen liegt zwischen Reutlingen und Tübingen. Als nächste Herausforderung hat sie sich die Deutschen Halbmarathonmeisterschaften in der kommenden Woche in Griesheim auserkoren.
In 40:02 Minuten (2.W20) war Birgit Pfisterer von der SG Walldorf-Astoria zweitschnellste Frau des Feldes. Ob des großen Rückstandes auf die Siegerin konnte sie mit Platz 2 gut leben, mit ihrer erzielten Zeit dagegen weniger. Die 3 Sekunden, die fehlten um unter 40 Minuten zu bleiben, taten ihr schon etwas weh. Im Terminkalender der Tochter von Laufikone Hans Pfisterer (Marathonbestzeit 2:16:28 h) sind der engelhorn sports NIKE Laufcup und die Badischen Meisterschaften über 10000 Meter nächste Woche auf der Bahn in Köngen rot angestrichen.
Dritte wurde die unverwüstliche, für die SG Nussloch startende Ottilie Nitsche (1.W60). Jahrgang 1949 ist die gertenschlanke Dame und läuft in Sandhofen eine fantastische 40:33.
Vierte wurde Anna Schloß (3.W20) vom TV Hatzenbühl in 40:53 Minuten vor der für Gazelle Pforzheim startenden Lidia Zentner (1.W50) in 41:20 Minuten.
Mehrfache Altersklassenweltmeisterin auf den Mittelstrecken 800, 1500 und 3000 Meter ist die mittlerweile 58-jährige Lidia Zentner, die auf diversen Strecken auch deutsche Altersklassenrekorde hält. In der W50 beispielsweise steht ihr deutscher 5000 Meter-Bahnrekord bei 17:22 Minuten. Die Mutter dreier inzwischen erwachsener Kinder macht jedes Jahr zu Saisonbeginn zunächst bei einem oder zwei 10 km-Wettkämpfen mit, für den Rest des Jahres sind dann bei ihr nur noch die Mittelstrecken angesagt.
Wie jedes Jahr, so hatte die Leichtathletikabteilung des TSV Sandhofen auch bei ihrem 25. Jubiläumslauf etwa 80 Helfer im Einsatz. 120 Kuchen konnte man nach den Läufen während den Siegerehrungen den Anwesenden anbieten, die davon natürlich reichlich Gebrauch machten.
Die letzte Ehrung des Tages wurde nicht aufgrund einer gelaufenen Zeit oder einer vorderen Platzierung, sondern für besondere Treue durchgeführt. Der 61-jährige Johann Krizok ist bisher bei 24 von 25 Sandhofer Straßenläufen ins Ziel gelaufen und nicht nur das. Als Mitglied des TSV ist er stets auch Helfer und einer der Ersten die aufbauen und einer der Letzten die abbauen.
Veranstaltungsseite: http://lauf.tsvsandhofen.de/


