Hier könnte Ihre Werbung stehen!
Kanzlei.org - laufend gut beraten
Hier könnte IHRE Werbung stehen!

27. Crosslauf der LG Rheinfront Oppenheim

[eingestellt am 27. Februar 2010]

Von: Gabi Gründling

Orgachef Günther Michaelis als Rundenkotrolleur

Unkonventioneller Streckenplan

Lauf mit Aussicht – hier auf Oppenheim

Wohltuende Frühlingsboten nach einem langen Laufwinter

Selbstbedienung beim Zieltee

Start zur Langstrecke “Frauen aller Altersklassen und Senioren ab M50”

Zielbereich mit reger Elternbeteiligung

Tessa Wilhelm, 2. W10 über 1.000 m

Helen Hensler, 4. W10

Startnummer 806 gehört lt. Liste Simon Barzen – deutlich sichtbar hat sich da aber ein Mädchen unter die Jungen gemischt

Die Schüler M10/M11 sind losgelassen. Tomas Janda (858) mit Start-Ziel-Sieg

Flieger Gabriel Repovs grüßt die Sonne

Michael Rößler läuft kerzengerade

Victoria Lauth gewinnt den Lauf der W12 + W13

Die Mädels auf dem Hohlweg

Zuschuaer über dem Hohlweg

Startaufstellung Schüler M12 + M13 – immer schön der Reihe nach

Anton Palm, Sieger M13 vor seinem Vereinskameraden Lars Wagner

Marc Schmied, Sieger M12 vor M13er Niklas Naunheim

Schlange am Kuchenschalter

Führungsgruppe W14 + W15

Cora Walter gewinnt zeitgleich mit Rebecca Höfer (verdeckt)

Pia Bernhardt und Isabell Möller

Ruine Landskron überwacht das Ganze

Führungsgruppe der Schüler M14 + 15

Überlegener Sieger Männl. Jugend A

Sieger M55 und Gesamt 4.600 m Franz-Josef Breier

In der ersten Runde noch eng beisammen: Wolfgang Ternis (250, 3. M50), Hienz-Jürgen Walther (251, 2. M55) und Peter Gründling (2. Gesamt, 1. M50)

Katharina Görke gewinnt die 2.200 m und die 4.600 m

2. Langdistanz Yvonne Lehnert

Will in Mainz zum 11. Mal an den HM-Start gehen: Hans Krohn (M70)

3. Langstrecke Claudia Wunsch

Karl-Michael Sander, 2. M50

Sieger M40 Langdistanz Ralf Möllers

Christop Göhrke über 2.200 und 6.700 m vor Tim Madalinski

Rolf Lemke hier noch vor Thorsten Ruthard

Die rennen ja gar nicht, die laufen nur schnell

27. Februar 2010 – Über den Dächern von Oppenheim erhebt sich die Burgruine Landskron aus dem 16. Jahrhundert, die seit Jahren als Freilichtkulisse für die Oppenheimer Theaterfestspiele dient. Sie steht an einer Stelle, von der aus man einen phantastischen Ausblick hat, bei gutem Wetter bis ins ca. 50 km entfernte Frankfurt. An der Rückseite der Ruine findet man den sogenannten Turnacker, eine große Wiese, die vom TV 1846 Oppenheim gepachtet ist.  

Hier findet nun schon seit Jahren im Frühjahr ein Crosslauf statt, der hier seine dritte und wahrscheinlich auch letzte Heimat gefunden hat. Angefangen hat die Veranstaltung als Waldlauf, der Turnacker bietet aber gute Voraussetzungen für eine echte Crossstrecke, wie Günther Michaelis, 1. Vorsitzender des am 17.07.1846 gegründeten TV und Orgachef des Crosslaufs. Schnörkellos geht es zu oben auf dem Berg. Toiletten sind zwar vorhanden, Duschen aber nicht. Und Siegerehrung, Essen, Trinken und Klönschnack mit gewohnt jeder Menge Läuferlatein finden im Freien statt.

“Eine anspruchsvolle Strecke und ein echter Cross-Geheimtipp” meint Dirk Karl (TSG Grünstadt). Der Vierte über die Langstrecke lebt in Worms, lief auch früher für die TG Worms und kennt daher die Laufveranstaltungen in Rheinhessen mindestens so gut wie die in der Pfalz.

 

Richtig crossig kann die Strecke sicher werden, wenn es vorher ordentlich geregnet hat. Zwei Mal mußte der TV übrigens kurzfristig absagen, denn ein Mal war die Strecke über Nacht zur Eisbahn mutiert und ein Mal tobte ein Orkan über Rheinhessen und ließ die Bäume reihenweise umkippen. 2010 hatte die LG Rheinfront Oppenheim richtig Glück mit dem Wetter, denn der Schnee war in den letzten Tagen komplett verschwunden und der Orkan kam erst sonntags. 

So bot der Turnacker eine anspruchsvolle Wald- und Wiesenstrecke mit einigen “Sandkisten”, aber crossig im Sinne von “schlammiger tiefer Boden” war sie nicht. Auf dem oberen Teil des Ackers geht es los und dann zickzack über die Wiese. Über einen Wingertweg geht’s bergab zurück auf die untere Wiese und von hier wahlweise ins Ziel (= kleine Runde) oder über einen Hohlweg bergab und bergauf zurück auf die obere Wiese und zur Startlinie (= große Runde).  

Bei strahlendem Sonnenschein und ersten Frühlingsboten wußten viele Läufer nicht, was sie anziehen sollten. So war von dicken Winterklamotten bis kurz-kurz alles vertreten. Wer sich dünn angezogen hatte, war sicherlich am besten beraten. In die Veranstaltung eingebettet war in diesem Jahr die Crossmeisterschaft des Leichtathletikverbandes Rheinhessen. Damit die Siegerehrungen zügig vonstatten gehen konnten, wurde auf eine eigene Meisterschaftsehrung verzichtet, die Urkunden dafür werden nachgereicht. Aber natürlich wurden die Meister aller Klassen namentlich genannt.  

Los ging es um 13 Uhr mit der Mittelstrecke für Erwachsene. 2.200 m oder zwei Mal groß, ein Mal klein standen auf dem Plan, ohne Altersklasseneinteilung. An diesem Rennen nahmen nur 7 Männer und 2 Frauen teil. Die beiden schnellsten Männer und die schnellste Frau gönnten sich fast drei Stunden später auch noch die Langstrecke. Die Zeit konnten sie wunderbar in der warmen Frühlingssonne überbrücken. 

Christoph Görke (USC Mainz) und Tim Madalinski (LG Stadtwerke München) lieferten sich bei beiden Rennen einen Kampf und die ersten Plätze, beide Male gewann der Mainzer. Der Gymnasiast, von dem sogar eine Geschichte auf der Internetseite des Mainzer Kabarettisten Herbert Bonewitz nachzulesen ist, hatte mit 6:34 min die Nase sieben Sekunden vor Madalinski. Görkes Schwester Katharina besiegte ihre Konkurrentin Friederike Bohn mit fast einer Minute Vorsprung. Die Görkes sind eine schnelle Familie – beide Eltern sind Trainer beim USC Mainz, die Kinder (Christoph, Jhg. 1991, Katharina, Jhg. 1992 und Alexander, Jhg. 2000) siegten in Oppenheim jeweils in ihren Rennen und damit natürlich auch Altersklassen.

Nach der Mittelstrecke standen jede Menge auch quantitativ gut besetzter Schülerläufe auf dem Plan. “Um die Zukunft der Leichtathletik in Rheinhessen muß uns wohl nicht bange sein” meinte Leichtathletik-Abteilungsleiter Freddy Püschel, der die Siegerehrungen zügig jeweils zwischen den Läufen durchzog. Fast 200 StarterInnen fanden den Weg zum Turnacker, den weitaus überwiegenden Teil davon findet man in den Ergebnislisten der SchülerInnen, für die es im Ziel auch noch ein T-Shirt gab. Dabei fielen vor allem vier Vereine auf: USC Mainz, TSG Heidesheim, TSV Schott und natürlich die ausrichtende LG Rheinfront. Deren über die rheinhessischen Grenzen bekannte Dieter Horst ist vor wenigen Wochen 78jährig gestorben – vor zwei Jahren stand er selbst noch beim heimischen Crosslauf am Start.  

11 Läufe für Kinder und Jugendliche aller Altersklassen wurden zügig abgewickelt, die Kids wurden von Eltern, Trainern und VereinskameradInnen tatkräftig und stimmgewaltig unterstützt. Die Zuschauer hatten nämlich kurze Wege, wollten sie sowohl den Turnacker als auch den Hohlweg überblicken. Man mußte sich nur vom Acker wegdrehen, 10 m gehen und stand ca. 10 Höhenmeter oberhalb des Hohlweges. 

Schon um 15:15 h kamen erneut die Erwachsenen an die Reihe. Die Langstrecke für alle Frauen und Senioren ab M50 aufwärts stand auf dem Plan. Laut Ausschreibung waren es 4.900 m, laut Ergebnisliste 4.600 m und lt. GPS 4.200 m. Solche Abweichungen sind aber bei einem Crosslauf sowieso eher sekundär.  

Leider stellten sich überhaupt nur drei Frauen der Herausforderung, die weiblichen Teilnehmerfelder waren aber lt. Günther Michaelis in den letzten Jahren schon immer dürtig. Um die Rheinhessenmeisterschaft kämpften gar nur zwei von ihnen und beide gewannen ihre Altersklasse. Katharina Görke, die erste wenige Sekunden vorm Startschuß das Sweatshirt an den bereitstehenden Trainervater abgab, setzte ließ von Anfang an nichts anbrennen, setzte sich immer weiter von Yvonne Lehnert ab, die zwar in ihrer Altersklasse gewertet wurde, aber, in Wiesbaden wohnend, für die ebenfalls hessische LG Brechen startet und daher mit der Meisterschaftswertung nichts zu tun hatte. Katharina war unter den Männern, die alle ihr Väter und Großväter hätten sein können, Gesamt-Fünfte, brauchte 18:42 min für die 5 großen und 1 kleine Runde(n). Lehnert brauchte 19:50 min, Claudia Wunsch (TG Wallterheim) 22:28 min.  

Yvonne Lehnert und ihr Freund Martin Schneider waren aus dem nahen Wiesbaden angereist. Die beiden laufen im Winter ganz gerne mal Cross. Zur Zeit haben sie den Wien-Marathon am 18. April im Auge, vorher werden sie auf jeden Fall noch beim Halbmarathon in Frankfurt am Start stehen. Die beiden sind Viel-Volksläufer und fleißig im Rhein-Main-Gebiet unterwegs.  

Die Spitze des Feldes übernahm von Anfang an Franz-Josef Breier (SV Gau-Algesheim). Der 57jährige sah auch nicht so aus, als ob er sich voll hätte verausgaben müssen. Als ihm der letztlich Zweite, Laufticker-Chef Peter Gründling, anfangs der letzten Runde nahe kam, trat er nochmal kurz an und vergrößerte die Lücke sofort wieder. Mit 17:47 min blieb er als Einziger unter 18 min. 

Auf Platz 3 kam nach 18:09 min Karl Michael Sander von der LG Rheinfront in den Zielkanal. Der Neu-M50er hat schon deutlich bessere Zeiten gesehen und gelaufen. Noch im letzten Jahr schaffte er eine 37er Zeit über 10 km, lief noch 1:21 h über Halbmarathon. Aufgrund von Bandscheibenproblemen ist er davon aktuell weit entfernt, bereitet sich aber dennoch wieder auf einen Halbmarathon vor.  

Hans Krohn (DJK Sportfreunde Budenheim), konkurrenzloser M70-Sieger, will Anfang Mai in Mainz Halbmarathon laufen. Er stand dort schon 10x am Start und will bei der elften Durchführung seine Serie nicht reißen lassen. Der älteste Teilnehmer war M75er Alfred Scheid (TSV Nieder-Hilbersheim). 

Zum Abschluß eines schönen Laufnachmittags wurden dann die “jungen Männer” auf 7 große und eine kleine Runde(n) geschickt. Lt. Ausschreibung waren das 6.700 m, lt. Ergebnmisliste 7.000. Aufgrund der GPS-Auswertung der kürzeren Langstrecke und der gelaufenen Zeiten liegt die Wahrheit wohl darunter. 

Christoph Görke ließ in den ersten Runden Tim Madalinski den Vortritt, setzte sich dann aber an die Spitze und besiegte den drei Jahre älteren Konkurrenten schon zum zweiten Mal an diesem Tag.

Madalinksi ist bis vor zwei Jahren noch 800 m gelaufen, bis er sich an längere Strecken wagte. Bei 10 km ist bei ihm aber zur Zeit noch Ende der Fahnenstange. Der Student der Luffahrt- und Raumfahrttechnik in München startet seit Jahresbeginn für die dortige LG Stadtwerke. Bis 2009 hatte er seinen Startpaß noch beim TuS Nackenheim, also in Rheinhessen, denn er kommt aus Lörzweiler. An diesem Wochenende verband er ein Bewerbungsgespräch um einen Praktikumsplatz mit einem Besuch bei seinen Eltern und einem Start in Oppenheim. Am kommenden Wochenende steht noch ein 10er in München auf seinem Programm, danach stehen erstmal Prüfungen an, bis er dann Anfang Mai bei den bayerischen 10 km-Meisterschaften starten wird. Seine Zielzeit über diese Distanz liegt bei unter 33 min, zur Zeit liegt er aber noch über 34 – Tendenz fallend. Beim Oppenheimer Cross kam er mit 20:56 min 20 Sekunden hinter Görke ins Ziel. 

Ralf Möllers auf Platz 3 brauchte 21:09 min. Der M40-Sieger bedauerte es, daß Crossveranstaltungen im Erwachsenenbereich immer so schlecht besucht sind. “Dabei ist Crosslaufen doch viel gesünder für die Knochen und bringt mehr Kraft.”

Fehlt noch die Auflösung zum "Rätsel Überschrift". Der Spruch stammt von einem etwa 10jährigen Jungen, der beim Familienspaziergang zufällig vorbeikam. Auf meine Frage, was denn der Unterschied zwischen "rennen" und "schnell laufen" wäre, wußte er allerdings keine Antwort. 

Veranstalterseite: http://www.tv1846-oppenheim.de/