27. Lebacher Stadtlauf
Fotos: TV Lebach
Mit Brot fängt man Läufer
Lebach, 11. Juli 2010 - Barfuß auslaufen auf dem gepflegten Rasen eines Fußball-Stadions – solch einen Luxus können die wenigsten Volksläufe bieten. Im saarländischen Lebach gehört er zum Standard, seit der 10-Kilometer-Straßenlauf nicht mehr durch die City führt, wie in den Anfängen, sondern rund um das Schulzentrum am Rande der Theelstadt. Gerannt wird seit fünf Jahren auf einer gut 2,3 Kilometer langen abwechslungsreichen Runde, die auf der Tartanbahn des Sportplatzes Ausgang und Ende nimmt und überwiegend auf gutem Asphalt und Beton liegt, kurz aber auch einen geschotterten Waldweg in Anspruch nimmt. Etwa ein Fünftel des Weges führt über den weichen Bahnbelag. Hier säumen auch immer viele mitgehende Zuschauer den Weg.
Für die 27. Auflage des Lebacher Stadtlaufes am 11. Juli 2010 hatten die Verantwortlichen des Turnvereins Lebach die Strecke nach Jones Counter exakt vermessen lassen. Schließlich soll hier in den nächsten Jahren einmal die Saarlandmeisterschaft im Straßenlauf ausgetragen werden, da muss es korrekt zugehen. Wie die Vermessung (durch Karl-Heinz Wagner, LTF Marpingen) wenige Tage vor dem Lauf ergeben hatte, war man in den Jahren zuvor immer etwa 100 bis 150 Meter „zu kurz geraten“ gewesen.
Der 27. Stadtlauf wurde wieder einmal bei Hitze ausgetragen. Obwohl in der Nacht zuvor Gewitter für Abkühlung gesorgt hatten, wurden am Start um 9.30 Uhr 24 Grad im Schatten gemessen, eine Stunde später waren es 28 Grad. Wasserdusche, Schwämme und Getränke wurden unter diesen Bedingungen bereits ab Runde 1 gern in Anspruch genommen.
Unangefochtener Sieger wurde der Einheimische Philipp Stief in 34:12 Minuten. Der A-Jugendliche des TV Lebach läuft erst seit wenigen Monaten und hat sich auf Anhieb in der saarländischen Spitze etabliert. Um Platz zwei gab es einen engagierten Zweikampf, den Stefan Harig vom VfA Neunkirchen (36:31) erst auf der Zielgeraden mit einer Sekunde Differenz gegen den Franzosen Philippe Babe (Courez avec nous) für sich entschied. Vierter wurde 100-Kilometer-Spezialist Jörg Hooß (LTF Marpingen) in 36:48 Minuten. Das bedeutete auch den klaren Sieg in der Altersklasse M 45.
Jörgs Ehefrau Tanja Hooß wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann die Frauenwertung (und die Klasse W40) in 40:08 Minuten vor Nike Ruschel (LSG Schmelz-Hüttersdorf) in 43:01 Minuten und Sonja Hennchen (VfA Neunkirchen) in 43:12 Minuten.
Eine besonders hoch einzuschätzende Leistung gelang Peter Jäger (ESV Gremberghoven), der die Altersklasse M 60 in 38:36 Minuten gewann. In der M 75 war wieder einmal Hans Knauf von der LAG Saarbrücken in 55:07 Minuten eine Klasse für sich. Roswitha Kreuzberger (VfA Neunkirchen) siegte in der W 65 in 56:36 Minuten.
Mit über 30 Läuferinnen und Läufern war ein Laufteam des Waderner Einkaufszentrums Haco am Start, darunter auch der saarländische Totodirektor Michael Burkert. Er ist erst seit kurzem vom Lauffieber angesteckt, hat bereits etliche Kilo abgespeckt und sollte für viele ein Vorbild sein, da er bei allem Ehrgeiz immer entspannt und lächelnd rennt. Die Haco-Gruppe wird übrigens vom Lebacher Spitzenläufer Roman Werth auf den Berlin-Marathon im Herbst vorbereitet und baut solche 10-Kilometer-Läufe als schnelle Einheiten in die Trainingspläne ein.
Viele glückliche Gesichter gab es auch bei den Laufanfängern, die unter Anleitung des TV Lebach Woche für Woche ihre Umfänge gesteigert hatten und nun erstmals einen 5-Kilometer-Schnupperlauf absolvierten. Die Zeiten spielten hier keine Rolle.
Engagiert gerannt wurde beim Schülerlauf. Von den etwa 30 Jungen und Mädchen brachte Fynn Komenda vom TV Lebach die 2,5 Kilometer in 10 Minuten am schnellsten hinter sich.
Typisch in Lebach: Bei der Siegerehrung überreicht Lauf-Spartenleiterin Ruth Lauermann vom TV Lebach nicht nur Medaillen, sondern auch reichlich Vollkorn-Brot, das Vereinsmitglied und Bäcker Norbert Bollbach, selber begeisterter Ausdauersportler, am Morgen frisch backt.
Ruth Lauermann zeigte sich zufrieden mit der 27. Veranstaltung, bei der organisatorisch dank Mithilfe vieler Freiwilliger und Unterstützung von Stadt und Sponsoren alles rund lief, der wegen der Hitze und der Ferien aber vielleicht ein paar Teilnehmer fehlten. Insgesamt waren 200 Sportler am Start. „Der Lebacher Stadtlauf hätte viel mehr Starter verdient“, lobte das Köllertaler Urgestein Wolfgang Neurath, der fast immer dabei war und mit einer 47-er Zeit Zweiter der M 65 wurde.
Veranstaltungsseite: http://www.tv-lebach.de/Laufen.23.0.html

