Die schnellen Strecken im Bienwald
Rockie Mountain Lauf Rockenhausen

30. Kandel-Berglauf mit Senioren DM

[eingestellt am 15. Mai 2011]

Von: Elke Bölts

Fotos: Heike Zinsmeister

nochmal Kraft sammeln

Holger Thoma M40 2. Platz

Tom Heuer M40 3. Platz

1. Frau insgesamt, Diana Lehmann LC Potsdam

2. Frau insgesamt, Kerstin Straub Salomon SSC Hanau

4. Frau Sabine Kruse 4. Frau und 1. W40

Barbara Stich LLC Mar, Regensburg W45 1. Platz dahinter Christiane Schmitt SV Waldkirch W 35 1. Platz

Bianca Kramer W35 3. Platz

Andrea Brückner TuS Heltersberg, klasse gekämpft

Siegerpodest der 3 ersten Frauen gesamt: von links Kerstin Straub, Diana Lehmann und Marie Heilig-Düventäster

Siegerpodest der drei ersten Männder, gesamt: von links Matthias Hecktor, Stefan Hinze und Markus Jenne

Anja Ritschel W65 1. Platz

Siegerpodest der W35 DM: von links, Nicole Benning, Christiane Schmitt und Bianca Kramer

die Sieger der M40 DM: von links Holger Thoma, Sebastian Retzlaff und Tom Heuer

Siegertreppchen der W45 von links, Marcela Loza Hilares, Barbara Stich und Anke Härtl

die beiden Frauenmannschaften in der W40: 2. Platz SV Waldkirch und 1. Platz TuS Heltersberg, Alexandra Pfeifer-Zimmermann wurde außerdem noch 3. in der W40

die Siegermannschaften der M40 DM: 2. Platz LT Furtwangen, TuS Heltersberg und TuS Loerrach-Stetten

die deutschen Meister/Mannschaft gesamt: von links, Tom Heuer, Georg Frank und Udo Bölts

Der Blick vom Kandel

warm eingepackt im unterm Zelt

1. Mann gesamt und Deutscher Meister M45, Stefan Hinze LG DUV Kaiserslautern

2. Mann gesamt: Matthias Hecktor TuS Heltersberg

3. Mann gesamt: Markus Jenne USC Freiburg

4. Mann gesamt: Dominik Ulrich und 1. Platz M30

5. Mann gesamt: Sebastian Retzlaff 1. Platz M40

"Nebellauf" am Kandel

Waldkirch, 14. Mai 2011 - Zum 30. Mal in diesem Jahr veranstaltete der SV Waldkirch, seinen 12,2 km langen, mit 940 Höhenmetern gespickten Berglauf. 1.202 Meter ist er hoch, der Kandel und wird in einem Touristik-Prospekt als würdevoll „Fürst unter den Schwarzwaldbergen“ bezeichnet.

Der Lauf  gehört zur Reihe des Schwarzwald-Berglauf-Pokals, welcher 7 Läufe insgesamt beinhaltet. Mit der Austragung und Integrierung der Senioren DM versprach man sich in diesem Jahr einen neuen Teilnehmerrekord und hoffte, die 500 Teilnehmer-Marke knacken zu können, was mit 531 Startern auch gelang. 

Denn der Kandel ist in der Sportszene kein unbekannter. Viele Radprofis haben ihn z. B. schon beim Bergzeitfahren bei der Deutschlandtour bezwungen und auch im Triathlon sowie bei den Läufern erfreut er sich ebenfalls großer Beliebtheit.

Wie heißt es in der Ausschreibung des Laufes doch so schön….

Der Kandel-Berglauf spricht nicht nur erfahrene Bergläufer an, sondern vor allem auch Hobbyläufer, die gerne  „ein paar Höhenmeter“ bewältigen möchten. Er gehört zur Kategorie der Straßenbergläufe, denn die gesamte Strecke verläuft auf der asphaltierten Kandel-Fahrstrasse und wird als mittelschwer eingestuft.

Den Titelverteidiger aus dem letzten Jahr, Carsten Bresser/TuS Heltersberg, zog es allerdings nicht in den Schwarzwald. Der Ex- Mountainbikeprofi ist über Sommer mehr auf zwei Rädern unterwegs und somit fehlte ihm die nötige Lauf-Vorbereitung und darum verzichtete er in diesem Jahr auf einen Start.

Dass der Gesamtsieg und der Gewinn der DM aber dennoch einmal mehr in die Pfalz gehen könnte, war schon vor dem Start gut denkbar.

Denn Stefan Hinze (LG DUV Kaiserslautern), der sich zur Zeit wohl in der Form seines Lebens befindet, war genauso am Start auszumachen, wie auch Matthias Hecktor vom TuS Heltersberg. Letzterer konnte zwar aufgrund seines Alters nicht bei den nationalen Meisterschaften teilnehmen, doch um den Sieg des Kandel-Berglaufes wollte er dennoch mitkämpfen.

Auf dem schmucken Marktplatz in der 20.000 Einwohner großen Kreisstadt Waldkirch im Breisgau, 15 km nordöstlich von Freiburg, trafen sich am Samstag nun also die „Gipfelstürmer“.

Anfangs gab es noch strahlenden Sonnenschein und angenehme Temperaturen, so um die 24 Grad. Später dann, man könnte fast sagen, pünktlich zum Start, kam der Regen. Im Grunde beste Voraussetzung für die Läufer, doch oben auf dem Berg zeigte das Thermometer beim Zieleinlauf empfindlich kühle 9 Grad an und so mancher hatte auch unterwegs schon ein bisschen mit der Kälte zu kämpfen. Karlheinz Cunz / LG Kapellen-Drusweiler, stellte hinterher fest: „Die Unterarme waren schon ein bisschen kalt, aber ansonsten war´s okay.“

Der starke Regen war zwar lästig, aber die Waldkirchener sind so einiges gewohnt. Die fleißigen Helfer um das Organisationsteam von Franz Bayer, Marion Freider-Schaffrik, Berharnd Hollunder und Hermann Vollmert, hatten auch schon zu dieser Jahreszeit mit Schnee zu kämpfen. Der Regen war also eher das kleinere Übel und zum Glück gab es kein Gewitter, denn das wäre oben auf dem Berg nicht wirklich prickelnd gewesen. Einer der Helfer, Achim Schnellbach, packte alte „Bauernweisheiten“ aus und meinte, „meine Mutter sagt immer, so lange die kalte Sofie noch nicht vorbei ist, ist es nicht sicher, dass es noch mal schneit.“ Und die kalte Sofie sollte erst einen Tag später kommen. Also waren alle froh, dass das Nass von oben nicht gefroren war.

Zum Regen gesellte sich auch noch Nebel und so lag der Berg eingehüllt wie in weiße Watte und wartete auf die Läufer. Der schöne Ausblick auf das Breisgau und das Elsaß blieb den wenigen Zuschauern somit leider versagt.

Nach 52:01 Minuten war schließlich der Gesamtsieger des Laufes auszumachen und wie schon fast erwartet, durchlief Stefan Hinze als Erster und als neuer deutscher Meister das Zielbanner.

Nur 7 Sekunden dahinter tauchte Matthias Hecktor aus der Nebelwand auf und wurde Zweiter. Die Pfalz hatte den Kandel also fest im Griff.

Hinze und Hecktor hatten sich relativ früh vom Feld abgesetzt und liefen bis Kilometer 7,5 zusammen. Dann konnte Hinze etwas forcieren und Hecktor musste abreißen lassen. Hinze, der als nächstes den Rhein-Ruhr-Marathon unter 2:30 h anvisiert, stapelte vor dem Lauf etwas tief und meinte, dass er kein spezielles Bergtraining absolviert habe, doch beim Kandelberglauf ist sowieso eher eine gute Grundschnelligkeit gefragt. Und dass er diese hat, hat er  zuletzt beim 10 km Osterlauf in Paderborn, den er in 31:56 Min. lief, unter Beweis gestellt.

Auf den dritten Platz kam der bodenständige Markus Jenne vom USC Freiburg in 53:22 Minuten. Er war lange Zeit verletzt und scheint so langsam wieder Anschluss zu finden. Durch viele Kilometer auf dem Rad konnte er sich seine Grundlagenausdauer während seiner Verletzungsphase erhalten und war mit seiner Platzierung zufrieden.

Erste Frau insgesamt wurde die letztjährige Siegerin des Rennsteiglaufes auf der Marathonstrecke, Diana Lehmann vom LC Potsdam. Sie benötigte für die 12,2 km 1:01,41 h und verwies Kerstin Straub, Salomon/SSC Hanau, die wie auch schon bei den Männern 7 Sekunden nach der Erstplatzierten im Ziel einlief, auf den zweiten Patz. 

Dritte Frau insgesamt und deutsche Meisterin in der W50 wurde Marie Heilig-Duventester /LG Welfen. Für sie war es in diesem Jahr der erste Berglauf nach einer überstandenen Knie-OP. „Es lief ganz gut bei mir heute, bis Kilometer 9 konnte ich mit der Ersten mithalten, dann musste ich sie allerdings ziehen lassen aber da mein Titel ja nicht in Gefahr war, war´s okay.“ Alles was so künftig an Bergläufen ansteht, möchte sie bestreiten und auf die Bahn möchte sie auch wieder gehen. Außerdem ist sie natürlich auch bei der Weltmeisterschaft am Berg in Italien mit dabei.  „Aber die ist ja erst im September und bis dahin ist es ja noch ein bisschen Zeit“.

Während die Gesamtersten sich schon etwas Warmes und Trockenes übergezogen hatten, gingen die Titelkämpfe der DM in den verschiedenen Altersklassen munter weiter.

In der M40 siegte Sebastian Retzlaff / TUS Loerrach-Stetten, in 54:25 Minuten, in der M50 führte Joachim Becht/ LT Furtwangen, in 57:15 Minuten seine Altersklasse an und auch in der M55 blieb die Uhr bei Elmar Fries vom TV Geiselhoering, noch unter einer Stunde, bei 59:08 Minuten, stehen.

Der amtierende Europa- und Weltmeister der M70 am Berg, Georg Groß (SVO Germaringen) lief in 1:13,51 h als Erster seiner Klasse im Ziel ein. „Jo, des war a schöner Lauf, bisserl nass, aber des is halt so“, war der O-Ton des drahtigen, frisch gebackenen deutschen Meisters. Er schwört in seinem  Training auf kurze 50 Meter Bergsprints und freut sich nun auf die kommenden noch ausstehenden Bergläufe. Am Nebelhorn möchte er u. a. auch wieder an den Start gehen.

Die Damen brauchten alle etwas länger als eine Stunde, um den Gipfel zu erreichen. Die Bestzeit von Marathonläuferin Claudia Lokar, die 2002 in 58:21 Minuten den Kandel bezwang, war nicht in Gefahr.

In der W35 siegte Christiane Schmitt vom heimischen SV Waldkirch in 1:03,51 h vor der „Lauftickerin“ Nicole Benning/ EK Schwaikheim, 1:09,59 h. „Mit meiner Zeit bin ich nicht zufrieden, aber mit meiner Platzierung schon“, meinte diese gut gelaunt hinterher.

Auch in der Altersklasse der W65, wurden durchaus noch schnelle Zeiten gelaufen. Anja Ritschel, TV Wiesbaden, die amtierende deutsche Crossmeisterin, lief in 1:22,51 h im Ziel ein.

Der Meistertitel der besten Mannschaft der Männer, ging wie auch schon im Vorjahr, wieder an den TuS Heltersberg. In der Formation  Udo Bölts, Tom Heuer und Georg Frank erkämpften sie sich erneut glücklich den Titel.

Beste Damenmannschaft wurde die LG Welfen, mit Marie Heilig-Duventester, Uschi Bergler und Erika Sommer.

Alle weiteren Alterklassensieger sind auf der Internetseite des SV Waldkirch einsehbar.

Ein erfolgreicher Tag neigte sich dem Ende entgegen und Bundestrainer Wolfgang Münzel, der mit 48 Minuten immer noch den Streckenrekord am Kandel hält, brachte es kurz und bündig auf den Punkt. „Man kommt immer irgendwie oben an“.

Veranstaltungsseite mit Ergebnissen: http://www.kandelberglauf.de/

 


Marathon Deutsche Weinstraße 2012